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Abgasaffäre: Techniker belastet VW-Topmanager schwer
Volkswagen

Schwere Vorwürfe gegen den früheren Chef der VW-Motorenentwicklung: Einem Zeitungsbericht zufolge hat ein Techniker ihn bereits 2011 vor fragwürdigen Praktiken gewarnt.

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Greggi 01.10.2015, 08:53
110. Spaltmaße.

"Der damalige Konzernchef Bernd Pischetsrieder und der frühere Markenchef Wolfgang Bernhard ließen am Dienstag mitteilen, keinerlei Kenntnis von der Verwendung solcher Software gehabt zu haben."

Völlig richtig. Die haben sich ja auch nur um die Spaltmaße gekümmert. Und liefen mit der Schieblehre in der Hand, Gesicht drei Zentimeter überm Blech, um die Autos herum.

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Pless1 01.10.2015, 09:31
111.

Zitat von pritt
Derjenige der das Pflichtenheft als Auftraggeber unterschrieben hat ist verantwortlich. Sonst niemand.
Das ist natürlich Mumpitz. Jeder, der daran wissentlich mitgewirkt hat trägt auch Mitverantwortung, mitnichten nur derjenige, der den Auftrag erteilt.

Solche Dinge passieren auch deshalb immer wieder, weil zu viele Leute meinen, als Mitläufer Verantwortung von sich weisen zu können. Das ist falsch. Man darf natürlich auch "die Großen" nicht laufen lassen. Dass man aber auch "die Kleinen" zur Rechenschafft zieht ist ebenso notwendig.

Auch bei Bosch wird man sich noch unangenehme Fragen stellen lassen müssen. Der Verweis darauf, dass man VW darauf hingewiesen habe, dass das nicht in Fahrzeugen für den Markt eingesetzt werden darf ist reichlich dünn. Zumindest dann, wenn Bosch das nicht nur programmiert, sondern auch in rauen Mengen produziert und an VW ausgeliefert haben sollte. Denn dann muss auch Bosch klar gewesen sein, dass das eben doch auf dem Markt landen wird. Da ist man ganz schnell Mittäter.

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Pless1 01.10.2015, 11:25
112.

Zitat von Michael200669
Weil er dann seinem Unternehmen schadet und macht sich somit "leider" strafbar.
Wie kommen Sie nur auf so einen Schmarrn? Es ging hier darum, die Staatsanwaltschaft einzuschalten. Nicht die Boulevardpresse oder Mitbewerber.

Es ist in keinem Fall strafbar, Strafverfolgungsbehörden über mögliche Straftaten zu informieren. Im Gegenteil kann es aber durchaus strafbar sein, das nicht zu tun.

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Pless1 01.10.2015, 11:40
113. Häufiger Irrglaube

Zitat von günterjoachim
Eine Menge von Beteiigten bei Bosch und VW haben sich mit Memo oder Aktennotiz an einen ausreichend großen Verteiler abgesichert. Die Entwicklungsleute sind nicht so dämlich wie manche glauben mögen.
Es wird sich noch zeigen, wie abgesichert man mit solchen Memos wirklich ist. im Zweifelsfall dokumentiert das lediglich, dass man Mitwisser war. Sollte sich dann herausstellen, dass man weiters davon Kenntnis hatte, dass diese Software gesetzeswidrig eingesetzt wurde so ist man keinesfalls durch so ein Memo abgesichert. Man kann allenfalls die Empfänger mit in den Abgrund reißen, aber wenn diese ohnehin schon im Fokus stehen, nützt das wenig. Der Einwand, seinen Chef darauf hingewiesen zu haben, dass da etwas Kriminelles läuft ist nicht hinreichend, um selbst für nichts mehr verantwortlich zu sein und ohne Konsequenzen zuschauen zu dürfen, wie anschließend der Betrug durchgezogen wird.

Die Memos an die Konzernrevision, die Rechtsabteilung oder an Vorstand/ Aufsichtsrat, die eine andere Wirkung haben könnten, will ich mal sehen! Die gibt es nicht, aus Angst, die landet hinten rum beim direkten Vorgesetzten der einen für diese Indiskretion dann kaltstellt.

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asshh101 01.10.2015, 12:07
114. Da glaube ich lieber an den Weihnachtsmann

Das der Vorstand von so einer delikaten Sache nichts wusste, ist für mich absolut unglaubwürdig.
Was für ein Interesse sollte eine untere Unternehmensebene gehabt haben, diese Entscheidung am Vorstand vorbei zu treffen ?
Ganz im Gegenteil, ich würde mich immer nach oben hin absichern, um nicht bei Misserfolgen der Dumme zu sein.
Denn die hohen Herren sind immer schnell dabei, wenn es darum geht, Schuld von sich abzuweisen.
Der kleine Angestellte bleibt dann auf der Strecke - ohne horrende Abfindung bzw. Betriebsrente.

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ihawk 01.10.2015, 12:41
115. Verantwortung

Top-Manager erhalten Top-Gehälter und Top-Bonus-Bezüge, begründet mit ihrer Verantwortung und persönlicher Haftung (Vorstandsmitglieder). Da interessiert es genau genommen überhaupt nicht, was sie wussten und was nicht.
Wenn sie fundamentale Wissenslücken haben sind diese überbezahlten Manager ihr Geld nicht wert, denn ihre Aufgabe ist es nunmal alles zu wissen um die richtigen Entscheidungen zu treffen, für die sie die Verantwortung tragen und im Fall der Vorstände auch persönlich haften.
Wer diese Grundsätze der Betriebsführung auf den Kopf stellt, handelt schon aus diesem Grund kriminell und versucht sich am Straftatsbestand der Behinderung der Staatsanwaltschaft bzw. der vorsätzlichen Behinderung der Ermittlungsbehörden.
Wenn Vorstände und Top-Manager nicht persönlich haften wollen, dürfen sie auch keine Verantwortung tragen und sind folgerichtig das Geld ihrer Bezüge nicht wert.

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Beetulli 01.10.2015, 13:09
116. Das kann man den Leuten auch nicht verdenken,

Zitat von gantenbein3
.. sind die VW-Leute mit Geständnissen eilfertig zur Stelle. Wenn es in Deutschland gilt, der Wahrheit näher zu kommen, kann man Details zum Handeln einzelner Personen erst nennen, wenn man "ein klares Bild" hat und verweist auf .....
was ist so ein einheimischer, lauwarmer Untersuchungsausschuss gegen Waterboarding?

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gantenbein3 01.10.2015, 14:48
117. Schiefes Beispiel

Zitat von WernerT
Ihrer Meinung nach dürfte man keinen Hammer verkaufen. Denn damit könnte man einen umbringen, auch keine Küchenmesser. Bosch hat entsprechend der Anforderungen von VW geliefert und noch explizit darauf hingewiesen, dass der Einsatz in der Öffentlichkeit nicht erlaubt ist. Einen solchen Warnhinweis vermisse ich sowohl beim Hamner als auch beim Küchenmesser, da liegt kein Zettel bei, darf nicht zur Tötung von Menschen verwendet werden - ist nun der Hersteller und Verkäufer mitschuldig? Es geht um eine Konfiguration von vielen, die in der Mehrzahl legal sind (Langstrecke hat andere Anforderungen als Stadtverkehr). Der Versuch von VW die Schuld auf Bosch abzuwälzen, ist doch schon lange gescheitert.
Auch beim Verkauf eines Küchenmessers oder eines Hammers kann es für den Verkäufer heikel werden, wenn er Anhaltspunkte dafür hat, dass der Käufer damit eine Straftat zu begehen gedenkt. Abgesehen davon werden Küchenmesser oder Hämmer für viele höchst legale Aktivitäten gebaut (entwickelt, wäre zu viel gesagt) und verkauft. Ich kann mir aber momentan nicht vorstellen, wozu man legalerweise eine Software entwickeln müsste, die erkennt, ob ein Auto gerade auf seine Abgaswerte geprüft wird oder auf der Landstraße unterwegs ist. M.a.W: Wer eine solche Software entwickelt, der entwickelt sie für einen ganz bestimmten Anwendungsfall, nämlich den Anwendungsfall des Betruges. Daher wird er sich bei näherem Hinsehen wohl schwerlich darauf hinausreden können, dass er seinen Auftraggeber explizit darauf hingewiesen hat, dass er mit der zum Zwecke des Betruges entwickelten Software aber nicht betrügen dürfe.

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otelago 01.10.2015, 15:13
118. verteilte Verantwortung

so einfach wie es die Leute gerne hätten wird es nicht werden.

Die Software hat viele Stränge und Konfigurationsmöglichkeiten in Abhängigkeit diverser Inputdaten.

Wo die Grenze zwischen einer bewussten Irreführung und einer notwendigen Einhaltung von Prüfverfahren und Prüfwerten liegt, wird man im Sensationsjournalismus weder verstehen noch kommunizieren.

Lustig sind die Leute, die in "Realbedingungen" das große Heil suchen.

Soll mal jemand diese Realbedingungen so definieren, daß sie der Vergleichbarkeit besser zugänglich sind.

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Bremen2 01.10.2015, 15:43
119.

Wenn Bosch 2007 schreibt, der Einbau ist gesetzwidrig und dann 11 Mio Stück liefert, dann sind sie verantwortlich "Mithilfe"

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