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Abgasaffäre: Verurteilter VW-Ingenieur legt Einspruch gegen Urteil ein
AP/Detroit News

James Liang hat den VW-Dieselbetrug mit entworfen und ist in den USA zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden. Nun legt der Ex-Manager Einspruch gegen das Urteil ein.

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Pless1 08.09.2017, 08:22
1. Seltsamer Deal

Man macht einen Deal, aber das Strafmaß wird dabei nicht abgesprochen? Finde ich seltsam. Das ist jedenfalls nicht der Weg der dazu führt, dass sich Menschen den Behörden anvertrauen: pack mal aus und dann schauen wir mal. Mal wieder werden die kleinen Fische "gehenkt", während die Vorstände sich auf ihren Millionenboni ausruhen und sich allenfalls grämen, nicht mehr in Florida überwintern zu können.

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usa911 08.09.2017, 09:20
2. Er bekommt ne Haftstrafe,

aber von GM ist damals keiner Verurteilt worden, obwohl das Managment Jahre lang davon wusste das die Zündschlösser defekt sind und haben denn Tod mehrerer menschen zu verantworten, wegen ihm ist noch keiner gestorben...

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bwk 08.09.2017, 09:21
3. Der Deal

Der VW-Ingenieur hat geholfen eine Betrugssoftware zu entwickeln und damit Kunden getäuscht. Deshalb wurde er verurteilt, wahrscheinlich nach Recht und Gesetz. Wann greift die amerikanische Justiz endlich gegen die zahlreichen Menschenrechtsverletzungen der USA im In- und Ausland durch?

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Freidenker10 08.09.2017, 09:46
4.

Das einzig gute ist, dass so schnell keiner mehr aus der Volkswagenriege in den USA Urlaubt! Das scheint aber die einzige Strafe für die Vorstände in Deutschland zu sein. Schon geil was man hierzulande so alles ungestraft machen kann...

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Freidenker10 08.09.2017, 09:56
5.

Zitat von usa911
aber von GM ist damals keiner Verurteilt worden, obwohl das Managment Jahre lang davon wusste das die Zündschlösser defekt sind und haben denn Tod mehrerer menschen zu verantworten, wegen ihm ist noch keiner gestorben...
Echt jetzt? Dann Leben Sie vermutlich in keiner deutschen Großstadt, denn da türmen sich die Lungenkranken aufgrund von Abgasen die auf dem Papier deutlich niedriger ausfallen müssten. Schon absurd ausgerechnet den Abgasbetrug zu verharmlosen...

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schelmig13 08.09.2017, 10:01
6. langsam sollte es auch die US Justiz ...

erkannt haben: Die Software kam nicht von dem VW-Mann, sondern von der FA. Bosch als experimental Software. Weiter braucht man nichts zusagen, wieder ein Exempel geurteilt.

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raoul2 08.09.2017, 10:02
7. Unabhängiger Richter?

Aus den bisher mitgeteilten dürren Angaben müßte man schließen, daß Liang über seinen Anwalt (nur) mit der Staatsanwaltschaft einen "Deal" ausgemacht hat - dementsprechend fiel deren Strafantrag auch relativ "milde" aus.

Daß ein (wie stets betont wird) unabhängiger Richter in seinem Spruch über das geforderte Strafmaß hinausgeht, ist normalerweise kein Anlaß zur Verwunderung.

Hier aber schon: Gibt es bei einem solchen "Deal" keine Absprache (und dementsprechend eine Zusage des Gerichts), wonach über das geforderte Strafmaß nicht bzw. nicht sehr weit hinausgegangen werden soll?

Das ist - unabhängig, wie man zu derartigen "Deals" in Strafverfahren stehen mag - für mein Verständnis sehr ungewöhnlich und würde ja derartige Absprachen von vornherein zu einem unkalkuliebaren Risiko machen.

Wahrscheinlich müssen wir einfach abwarten, bis es zu diesem Fall nähere Informationen von allen beteiligten Seiten geben wird - wenn es sie denn überhaupt geben wird.

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Stefan_G 08.09.2017, 10:13
8. zu #6

Zitat von schelmig13
erkannt haben: Die Software kam nicht von dem VW-Mann, sondern von der FA. Bosch als experimental Software. Weiter braucht man nichts zusagen, wieder ein Exempel geurteilt.
Es geht nicht darum, wer die Software zeilenweise an der Tastatur eintippte, sondern darum, wer die Software so für einen Einsatz in die Serie freigegeben hat.

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Oberleerer 08.09.2017, 10:16
9.

Diese Deals sich schuldig zu bekennen kommen nur zustande, wei der Staatsanwalt offenbar keine Schuld nachweisen kann.
Bekennt man sich schuldig, bleibt dem Richter nichts anderes übrig, als abzuurteilen.
Die Juristen, Staatsanwalt, Richter, Rechtsanwalt ist das Gericht nunmal der Arbeitsplatz. Das sind alles Kollegen, mit gleichen beruflichen Interessen, gleichem Studium.

Der Verdächtige kommt von außerhalb und bedeutet in erster Linie Arbeit. Für seinen Anwalt aber zusätzlich Geld.

Da kommt also so ein Ingenieur, kurz vor der Rente, der vl. 70.000 Dollar im Jahr verdient und asiatisch aussieht. Mit dem macht man sich nicht gemein. Das Verfahren soll schnell vom Tisch, da ist ein Geständnis hoch willkommen. Man raubt ihm die Pension (vermutlich hat er die obligatorische Frage nach den Vermögensverhältnissen beantwortet) und dann nur schnell raus aus dem Saal.

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