Forum: Wirtschaft
Abgasreinigung: Deutsches Autokartell sprach sich auch bei Benzinmotoren ab
Jan Woitas/ picture alliance/ DPA

Die Absprachen des Autokartells sind weitreichender als bisher bekannt. Nach SPIEGEL-Informationen sollen sich Audi, BMW, Daimler, Porsche und VW auch bei Benzinern im geheimen Kreis abgestimmt haben.

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homo pragmaticus 20.07.2018, 20:52
220. @Tatache2011, Beitrag 213

Wo ist das Problem, wenn günstiger produziert wird? Da sie alle inzwischen Filter einbauen MÜSSEN und zuvor keiner weltweit Filter eingebaut hat. verstehe ich ihre Argumentation nicht. Es ging um die Frage, ob es sich um ein Kartell handelt. Die Charakteristika sind nicht erfüllt. Sie schlagen hier Haken wie ein gewiefter Winkeladvokat, um diese Aussage des Artikels zu verteidigen. Ich denke mir meinen Teil dazu und wünsche Ihnen noch einen schönen Abend.

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homo pragmaticus 20.07.2018, 20:56
221. @ovi100, Beitrag 215

Soll das ernst gemeint sein? Wer angesichts des medialen Dauerfeuers incl. Toyota-Hybrid und E-Lobpreisung sich stattdessen für hübsche Felgen entscheidet, tut dies ganz bewusst und vollkommen selbstverantwortlich. Für wie blöd wollen sie die Menschen eigentlich darstellen?

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ardbeg17 20.07.2018, 21:09
222. @litholas #211

Die genannten Organisationen verfolgen grundsätzlich ehrbare Ziele (in zweien davon bin ich Mitglied, die dritte habe ich vor vielen Jahren gekündigt). Sie sind aber von Menschen gesteuert und unterliegen daher menschlichen Schwächen und gesellschaftlichen Gegebenheiten. Da wird also für eine Kampagne, die gut für die Spendenkasse ist, schon mal die Realität so dargestellt, wie es in den Kram passt. Neutralität und objektive Bestandsaufnahme sind speziell bei Greenpeace oft sträflich vernachlässigte Attribute. Stattdessen wird - ebenso wie auf der anderen Seite von der Industrie - von diesen NGOs Lobbyarbeit betrieben, bei der es zuallererst um Selbstbehauptung und Macht geht. Warum wohl hatte es das Freihandelsabkommen mit Kanada so schwer?
Wie gesagt, prima Ziele, aber es menschelt eben überall. Und dies zu ignorieren, ist naiv.

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_unwissender 20.07.2018, 21:26
223. Oh ja ...

Zitat von pepe-b
Der ADAC tritt für AutoFAHRER ein. Er ist NICHT die Lobbyorganisation der HERSTELLER. Dass die Interessen dieser beiden Gruppen aber durchaus auch mal Überschneidungen haben, liegt in der Natur der Sache.
Da haben Sie recht.
Der Autofahrer strengt sich an, betrogen zu werden. Gefälschte Ranglisten zum Auto des Jahres? Alles nur, weil der Deutsche Michel die Überzeugung braucht, dass ein Golf das betse Auto der Welt ist.
Dass ein paar Leute im Konzern beteiligt sein könnten? NEIN - ist absolut nicht denkbar.
Ich danke für Ihre Klarstellung!

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homo pragmaticus 20.07.2018, 21:27
224. @turbowölfchen

Dass die Hersteller, wie von Ihnen dargelegt, die Leute mit mäßig nützlichen Gimmicks ködern und die Autos umweltschädlicher sind, als sie sein müssten, ist richtig. Ganz entschieden wehre ich mich aber, für die Kaufentscheidung des Einzelnen die Hersteller oder (noch absurder) die "Eliten" verantwortlich zu machen. Sie und ich, wir treffen selbst die Entscheidung, ob wir vegan leben oder jeden Tag zwei Hähnchen braten, ob wir im Winter die Heizung aufdrehen oder einen Pulli anziehen, ob wir zu Fuß die Brötchen holen oder mit dem Auto, weil es regnet. Ebenso, ob wir einen Prius oder einen TSI fahren wollen. Die Hersteller passen sich unseren Wünschen an. Ich kann mich noch gut erinnern, wie die dt. Autoindustrie zu Beginn des SUV-Booms auf die vielen Nachteile gegenüber einem Kombi verwies. Der Markt, also der Verbraucher, hat es aber gefordert und die deutschen Hersteller sind darauf eingestiegen. Auch bei den Motoren gibt es vielfach besonders sparsame und umweltschonende Ausführungen - aber teurer und/oder langsamer. Kauft kaum jemand.
Nein, sie und ich, wir können uns nicht aus der Verantwortung stehlen. Übrigens finde ich fast alle Toyota hässlich - Grund genug, keinen ihrer Hybriden zu fahren. MEINE Entscheidung und nicht die Schuld von irgendwelchen Eliten.

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_unwissender 20.07.2018, 21:29
225. Das hatten wir schon

Zitat von ovi100
wenn ein Hersteller als erstes den Partikelfilter als Vorteil angepriesen haette? Interessanterweise preist man protzige Felgen oder gar den tollen PS starken Motor aber Umweltschutz ist in der Prioritaetenliste ganz unten gelandet. Somit da auch eine Absprache besteht, schadet das nicht nur der Umwelt und dem Stadtmenschen der dieses Giftcocktail einatmen muss, sondern allgemein der freiem Wettbewerb. Als solche muss dies verfolgt und bestraft werden, Kartellrechtlich ganz klar den Tatbestand erfuellt..
Vor einigen Jahren hatte die deutsche Industrie bei den Diesels "dicht" gemacht. Keine Partikelfilter, sind zu teuer usw.
Dann haben die Franzosen plötzlich ausgeschert und gezeigt dass es geht.
Das war schlecht für Daimler-Audi und BE-Em-Wuppdich.

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wolke4 20.07.2018, 21:38
226.

über die bösen Konzerne aufregen ist immer leicht. Aber mal angenommen, die Autohersteller würden den Partikelfilter für Benziner als Sonderausstattung anbieten für einen Preisaufschlag von vielleicht 2000 Euro, wievliele Käufer würden die Option freiwillig dazu kaufen? Im übrigen ist die Luftqualität in Deutschland in den letzten 30 Jahren kontinuierlich besser geworden, eine eindeutige Erfolgsgeschichte! Noch besser wäre die Luft hinsichtlich Feinstaub, wenn nicht soviele Leute sich Holzöfen anschaffen würden. Und beim Auto zählt nicht nur der Schadstoffausstoß pro Kilometer sondern auch die Summe der gefahrenen Kilometer, also für Kurzstrecke mal das Fahrrad benutzen - Aufgabe für den Staat: Radwegenetz ausbauen! Für Berufspendler, Fahrgemeinschaften bilden. Die Lösungen können auch mal ganz einfach sein.

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tatsache2011 20.07.2018, 21:43
227. EU-Wettbewerbkommission irrt ?

Zitat von homo pragmaticus
... Es ging um die Frage, ob es sich um ein Kartell handelt. Die Charakteristika sind nicht erfüllt. Sie schlagen hier Haken wie ein gewiefter Winkeladvokat, um diese Aussage des Artikels zu verteidigen. Ich denke mir meinen Teil dazu und wünsche Ihnen noch einen schönen Abend.
Klar, Sie wissen, dass die EU-Wettbewerbkommission irrt und die "schlagen hier Haken wie ein gewiefter Winkeladvokat". ;-))

[Zitat aus dem Artikel ] "... Informationen, die aus weiteren Untersuchungen der EU-Wettbewerbskommission zum sogenannten 5er-Kreis (Daimler, Volkswagen, BMW, Audi und Porsche) hervorgehen, gab es offenbar auch gemeinsame und erfolgreiche Verabredungen, den Einsatz von Partikelfiltern in Benzinmotoren zu vermeiden."

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747-LR 20.07.2018, 21:45
228.

Zitat von rab17
Die Regierung überkompensiert ihre sonstigen Defizite (Steuerrecht, Migration u.Ä.) durch überhartes und übermotiviertes Handeln im Umweltbereich. Dadurch werden Produkte und Leistungen für den Verbraucher ständig verteuert. Auto und Wohnen sind dafür gute Beispiele. Die erzwungenen Zusatzkosten werden immer höher und der Grenznutzen immer geringer. Die Regierung kann aber aus diesem Zustand nicht entfliehen da sie in den anderen Feldern (z.B. der Abschaffung der kalten Progression) nichts unternimmt und vorzuweisen hat. Die Industrie versucht die staatlich vorgegebene permanente Verteuerung ihrer Produkte zu dämpfen und handelt letztlich im Interesse der Bürger.
Wir leben in einem hochintensiven Kapitalsozialismus, gut getarnt mit Umweltthemen und Pseudo-Humanismus. Z.B. KfZ.: Der Grenznutzen des Aufwandes zum gewollten Ergebnis ist schon lange (ca. 30 Jahre) erreicht Seitdem reden wir von reiner Kosmetik. Das Ergebnis wird sein, wenn die Sache auf der Spitze ist, dass wir (wie früher in den komm. Staaten, 2,3 Einheitsautos haben werden, die genau so kalkuliert sind, dass der D.-Bürger gerade so finanziell und zeitlich heran kommt. Das wird auch alle anderen Bereiche des Konsums treffen. Das Ziel ist dabei, dem Bürger dazu zu verführen, alles was er sich erarbeitet hat, in gelenkten Kosum zu stecken, bzw. zu müssen. Das heisst, der Mehrwert der durch Arbeit geschaffen wird, geht an die oberen 10%, das Volk wird ruhig gehalten (kann konsumieren und rettet die Welt dabei, bzw glaubt es; die Verdummung findet ja schon ab dem Kindergarten statt). Im Ergebnis verliert der Bürger seine Freiheit, da er seine 100 oder 1000 pro Monat nicht mehr zur Seite bringen kann, um eine individuelle, unvorhersehbare Ausgabenentscheidung in der Zukunft damit treffen zu können). Damit hat man dann 100% Kontrolle über das Verhalten und das Kapital.

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ArnoNym 20.07.2018, 21:54
229. Verdrehte Argumentation

Zitat von TurboWölfchen
Fehlender Feinstaub mag sein, aber NOx ist schon reichlich da... es wird zusammen mit einer ordentlichen Extraportion (versteuertem, klimabelastendem) Benzin an den G-Kat verfüttert und ist mit maßgeblich für den hohen Verbrauch des Saugrohr-Benziners auf der Autobahn. Welches Benzin-Auto verbraucht bei konstant 120 km/h weniger als 8 bis 10 Liter?
Wie bitte??? Es ist ja deutlich geworden, daß Sie ein verbissener Dieselverfechter sind. Aber entweder trollen Sie hier rum oder Sie haben die Wirkungsweise eines Kats überhaupt nicht verstanden.

Bei konstant 120 km/h sind sogar für mein Auto besagte "8 bis 10 Liter" kein Problem, und das ist kein leistungsschwacher Kleinwagen.

Zitat von
Um den Kostenvorteil gegenüber dem technologisch anspruchsvolleren Diesel nicht zu verlieren, musste der Aufwand begrenzt werden
Nochmal: Wie bitte? Diesel ist pupseinfache Technologie. Nur ist ein Diesel ein derartig gigantischer Stinker, daß man gleich eine ganze Chemiefabrik dranbauen mußte, um die Grenzwerte halbwegs einhalten zu können. Beim (Saugrohr-)Benziner genügt ein G-Kat, und er hält ohne Tricks und Beschiß alle Grenzwerte mühelos ein. Technologisch anspruchsvoll und damit sehr teuer ist beim Diesel lediglich die Abgasreinigung. Super Vorteil des Diesels! :-(

Zitat von
Man hatte ja schon teure Maßnahmenpakete wie Downsizing, Direkteinspritzung etc. akzeptieren müssen, damit der "Benziner" trotz seines hohen Verbrauchs im energetisch teuren Europa verkäuflich blieb.
Im Vergleich zum Diesel sind Maßnahmen wie Downsizing und Direkteinspritzung geradezu ein Sonderangebot. Und wo genau hat ein stratified Direkteinspritzer einen hohen Verbrauch? Der Wirkungsgrad ist ungefähr der gleiche wie beim Diesel. Der Mehrverbrauch in Litern pro 100 km rührt einzig und alleine daher, daß Benzin prinzipbedingt einen kleineren Heizwert als Diesel besitzt und damit aber auch weniger CO2 pro Liter produziert. Der vermeintliche Vorteil von Dieselmotoren beruht auf einer Wettbewerbsverzerrung: Wenn der Sprit in Deutschland fair nach Heizwert besteuert würde, würde hier kaum jemand einen Diesel kaufen - so wie in vielen Ländern dieser Erde.

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