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Abgastests an Affen und Menschen: Was hinter den Versuchen der Autokonzerne steckt
DPA

Deutsche Autounternehmen testeten Diesel-Abgase - an Tieren und Menschen. Dafür gründeten sie sogar eine eigene Forschungsinitiative. Was bezweckten VW, Daimler und BMW damit? Der Überblick.

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Europa! 29.01.2018, 17:17
1. Sprachlos

Zu VW fällt einem wirklich nichts mehr ein. Man kann sich gar keine Maßnahme vorstellen, mit der dieser Konzern das zerstörte Vertrauen wieder herstellen könnte. Welcher halbwegs anständige Manager oder Politiker wäre schon bereit, diesen Augiasstall auszumisten?

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Mikle 29.01.2018, 17:18
2.

In einer Stellungnahme der TH Aachen ist zu lesen, dass die Studie bereits 2012 konzipiert worden ist und somit mit dem Dieselskandal nichts zu tun haben kann. Die 25 Probanden wurden nicht Dieselabgasen ausgesetzt, denn die enthalten noch andere Giftstoffe, sondern atmeten Raumluft, die mit NO2 auf das 3fache der höchstzulässigen Dosis angereichert worden war. Die Studie war vom Ethikrat abgesegnet worden. Die Studie wurde nun von den Medien so formuliert und bekannt gemacht, dass der übliche Empörungsmechanismus sofort angesprungen ist. Automanager, Politiker, Journalisten sind nun entsetzt, angewidert ob der Verantwortungslosigkeit usw.usw. Insbesondere Automanager und Politiker erhoffen sich nun +Punkte bei den Massen, nachdem sie durch den Dieselskandal und mit seiner Aufarbeitung nur Negativschlagzeilen produziert haben. Dabei ist die Studie vergleichbar mit anderen Studie, in denen Personen Tests ausgesetzt werden. Über den Inn und die Aussagekraft der Studie kann man allerdings streiten. Ich sehe keinen Sinn darin. Und wie mit den Affen umgegangen worden ist, da kann man nur Schlimmes vermuten. Wissenschaft kann sehr grausam sein.

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nils1966 29.01.2018, 17:20
3. wußte man schon vor vierzig Jahren

Will man sich über die Giftigkeit von Stickoxiden informieren, reicht auch schon ein Blick in 40 Jahre alte Chemie- oder Toxikologiebücher.

Es ist kaum anzunehmen, daß die NOx seitdem so sehr viel gesünder geworden sind.

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Arthur Dent 42 29.01.2018, 17:23
4. Nicht mehr zu retten.

Haben sich die Führungskräfte der Auto-Konzerne bereits so weit von jeglicher Realität entfernt, dass sie selbst Tier- und Menschenversuche durchführen lassen um Ihren Betrug zu relativieren. Was muss denn noch ans Tageslicht kommen, damit die Betrüger in den Vorstandsetagen endlich zur Verantwortung gezogen werden? Nebenbei ein interessanter Gedanke: Ist VW nicht ein Konzern mit sehr hohem Anteil an gewerkschaftlich organisierten Mitarbeitern? Weshalb halten die Gewerkschaften so still? Ist es glaubhaft, dass kein führender Gewerkschafter etwas vom Abgasbetrug gewusst hat?

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karabas 29.01.2018, 17:25
5. was soll wirklich vertuscht werden?

Es kursiert eine wissenschaftlich hoch umstrittene Behauptung, dass jährlich zig tausend Menschen an Folgen der Adgase sterben sollen. Diese Behauptung wird als Rechfertigung für die massiven Eingriffen in unser Leben genommen.

Es ist völlig legitim, wenn andere Interessengruppen eigene Versuchsreihen aufbauen. Und da es angeblich über Leben und Tod geht, steht dem Einsatz von Affen nichts im Wege. Am Ende kann man sich trefflich über wissenschaftliche Methoden und Ergebnisse etc. austauschen. Hier wird aber schon mit nicht nachvollziehbaren Argumenen (Affen - werden bei jedem Medikament eignesetzt - so what?) alleine der Versuch verdammt, eine Faktenbasis aufzubauen. Und auffalend Merkel an der vordersten Front, was eigentlich nicht so ihr Stil ist.

Ich frage mich dann, warum wird diese aus meiner Sicht wichtige Studie so angegriffen?

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1759 29.01.2018, 17:26
6. Was habt ihr erwartet?

Wer nach der Dieselaffäre noch geglaubt hat, dass deutsche Autokonzerne nichts mehr drauflegen können hat sich getäuscht.
Sollte nach Bekanntwerden dieser neuen Schweinerei noch irgendjemand
einen VW kaufen, dem ist nicht mehr zu helfen.

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tränengas 29.01.2018, 17:27
7. Prüfplan veröffentlichen

Klinische Studien, bei denen menschliche Probanden toxischen Substanzen ausgesetzt werden ohne einen das potenzielle Risiko überwiegenden möglichen Nutzen zu bekommen, spielen sich in einer zweifelhaften gesetzlichen Grauzone ab. Wenn eine bleibende Schädigung möglich ist sind solche Experimente unethisch und nach der Deklaration von Helsinki nicht statthaft, selbst wenn Probanden ihr informiertes Einverständnis geben.
Ich würde gerne den Prüfplan stehen, der ja von einer Ethikkommission abgenickt wurde. Vor allem diese Kommission des Klinikums Aachen sollte den Prüfplan öffentlich machen um Klarheit zu schaffen.

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maxuli 29.01.2018, 17:29
8. Wer ist schuld?

Dass Mitarbeiter der Autokonzerne bzw. der abhängigen Firmen und Institute solche drastischen Tier- und Menschenversuche initiiert haben, zeigt unter welchem Druck die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen der Autokonzerne standen. Dieser Druck kam ja wohl von den Konzernleitungen, die es ja auf keinen Fall zulassen wollten, dass ihre Produkte auf Grund der Umweltauflagen teurer und/oder unattraktiver werden. Nur haben sie sich wahrscheinlich schon im Vorfeld juristisch abgesichert, indem (wie bei der Softwaremanipulation) keine diesbezüglichen Anweisungen schriftlich gemacht wurden und es somit keine sicheren Beweise gibt. Eigentlich müsste die gesamte Führung kollektiv mitbestraft werden, bzw. die Aufsichtsräte müssten die Konzernführungen sowie die zuständigen Manager entlassen.

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baronin 29.01.2018, 17:34
9. Non olet

Tierversuche sind der Offenbarungseid menschlichen Mitgefühls. Aber: Für jeden Lippenstift und jedes neue Shampoo müssen mehr Tiere leiden und verrecken, als für die NOx Versuche. Und es ist leider so, dass man herausfinden wird, dass man nichts herausfinden kann. Darüber muss mit viel Getöse hinweggetäuscht werden. Aber: Stickoxyde zerlegen sich recht rasch von selbst. In Stickstoff und Sauerstoff. Rückstandfrei. 78% dessen, was wir als "Atemluft" einatmen ist Stickstoff. Das alles ist traurig aber wahr –denn es wird der gnadenlosen Zerstörung der Dieseltechnik auch nichts mehr nutzen. Wir brauchen Platz für lithiumschwangere Elektroautos, ohne die bringt die Autoindustrie keinen (Umsatz) mehr hoch.

Die Welt, die diesen Rohstoff-Aderlass und den Müllberg der Altautos schlucken muss, ist eh schon vor die Hunde gegangen.

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