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Abgestürzter Airbus A400M: Überlebender berichtet von Triebwerkschaden
DPA

Der in Spanien abgestürzte Militärtransporter A400M hatte mehrere Triebwerkschäden. Das berichtet ein überlebendes Besatzungsmitglied nach Informationen von SPIEGEL ONLINE. Airbus will die Testflüge dennoch fortsetzen.

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fritzihansi 11.05.2015, 12:20
100. Statistik

Zitat von Mäusetwist
Es stürzen mehr Airbusse ab als Boeings, wobei Airbus später angefangen hat. Der A 380 hatte auch bereits 1x - Triebwerk - großes Glück. ..........
Na, Ihre Aussage ist da eher in den Bereich "Gefühlte Wahrheit" einzuordnen.

Eine seriöse Statistik, welche "signifikante Unterschiede aufzeigt gibt es meines Wissens nicht.

Wäre dem so, das wäre für den Konkurrenten doch ein hervorragendes Werbeargument.

Siehe z.B. hier: http://www.airsafe.com/events/models/rate_mod.htm

Im übrigen:
A380 hat nicht nur "1x - Triebwerk" sondern deren vier.

Spass beiseite: Das betroffene Triebwerk stammt aber gar nicht von Airbus sondern m.W. von RR, welche u.A. eben auch Boeing-Flieger ausrüstet.
Aber das nur nebenbei.

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spon-1272453725137 11.05.2015, 13:02
101.

Zitat von august26
Als "Laie" mal eine ernst gemeinte Frage für mein Grundverständnis : Wieso haben neu entwickelte Flugzeuge immer noch Propellerantrieb? Sind diese zuverlässiger, einfacher zu warten oder worin liegt der Grund? Danke vorab !
Die Antriebsauswahl für ein Flugzeug erfolgt hauptsächlich anhand der Missionsanforderungen. Ein wesentlicher Parameter ist hierbei die Mach-Zahl (Fluggeschwindigkeit geteilt durch Schallgeschwindigkeit der Luft bei Flughöhe) im Auslegungspunkt. Bei niedrigeren Mach-Zahlen ("langsameren Flugzeugen") sind Propellertriebwerke den Strahltriebwerken im Wirkungsgrad überlegen. Darüber hinaus werden an Flugzeuge wie die A400M besondere Anforderungen (Start von behelfsmäßigen Pisten, steile Anstellwinkel bei Start und Landung) gestellt, die von Strahltriebwerken nur schwer bzw. nicht erfüllt werden können. Die Triebwerke der A400M sind den reinen Strahltriebwerken (wie z. B. in Passagiermaschinen) im Übrigen recht ähnlich; der wesentliche Unterschied besteht darin, dass der Impuls des Abgasstrahls bei einem "normalen" Strahltriebwerk zur Schuberzeugung genutzt wird und bei Turboproptriebwerken (siehe A400M) die Strahlleistung durch eine Turbine in Wellenleistung zum Antrieb eines Propellers gewandelt wird. Jetzt wissen Sie bereits mehr über dieses Flugzeug als alle bisherigen Verteidigungsminister, insbesondere Dr. a. D. Schmalzlocke, zusammen.

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alphamaxi 11.05.2015, 13:52
102. Das Triebwerk, forsell S.4

zuerst, mein Mitgefühl an alle Verletzten und Angehörige. Bei Airbus/EDAS habe ich viele Jahre im Softwaretest als Ing. gearbeitet. Ich kann nur Positives sagen, mind. drei unabhängige Teams haben sorgfältig alles getestet, bevor die Software in den Flieger geladen wurde. Geld zur Beseitigung von Problem war immer vorhanden.
Später war ich dann bei einem Triebwerkshersteller. Der Softwaretest war weniger ausgeprägt, bereits gelöste Softwareprobleme wurden aus Kostengründen nicht implementiert. Somit kann ich den Eindruck vom "Forsell", S.4 nur bestätigen.

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possumgfx 12.05.2015, 14:11
103.

Zitat von jaguaros
Und die Russen machen es einfacher, so ist das eben. Nach der Parade in Moskau werde ich lieber Putin nachgeben, ihm lieber in die EU Sicherheit integrieren - aber nicht provozieren. Zuviel Elektronik schadet nur. Und der Zustand der Bundeswehr? Nach der Tabelle vom SPON haben wir mit den Waffen doch keine Chance. Warum kaufen wir nicht ein Transporter von den Russen? Arbeitsplaetze?
Wirklich? Suchen Sie doch einmal auf Youtube nach videos von der Parade. Da sind einige bei die zeigen wie der neueste Prunkpanzer Putins bei der Generalprobe liegenbleibt und sich nicht einma mehr abschleppen lässt. Elektronik ist nicht eine Frage der Mode sondern der Notwendigkeit. Wie die "robusten" russischen Waffen gegen High Tech abschneiden wissen wir alle spätestens seit dem zweiten Golfkrieg. Aber Fakten sollten Sie nicht von ihrer Meinung abhalten.

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Aviator22 12.05.2015, 15:36
104. 2 Thumbs up [...] fuer diesen Kommentar

Zitat von powerranger
waren von Anfang an das Hauptproblem bei diesem Flieger. Aber die Politiker wollten ja unbedingt eine Neuentwicklung anstatt auf die etablierten Hersteller zurück zu greifen...z.B. Rolls Royce, P & W oder GE etc. Die können das seit Jahrzehnten.
Ja schon dumm, dass das TP400 (Twk fuer die A400M) von Europrop International entwickelt wurde ... das ist uebrigens ein Unternehmen, welches aus einem Konsortium von Rolls Royce, Snecma (Partner von GE, u. a. CFM, eines der erfolgreichsten Triebwerke, das je gebaut wurde), MTU Aero Engines (seit Jahrzehnten Partner von GE und PW) und ITP (gehoert zu fast 50% Rolls Royce) besteht ...

Solche unqualifizierten "Beitraege" und Vorverurteilungen, ohne die Fakten und das Fachgebiet zu kennen, sind genauso gefaehrlich und unbrauchbar wie viele Berichte der meinungsmachenden Medien. Selbst fuer den Laien, der 1x im Jahr nach Mallorca fliegt und sich sein Luftfahrtwissen aus den Mainstream-Medien holt und damit meint, er waere Luftfahrtexperte, haette sogar ein Blick in Wikipedia gereicht, um das herauszufinden ...

Kaum ein Triebwerk wird alleine von einem der "grossen Drei" entwickelt, an fast jeder Neu-Entwicklung sind mit grossen Anteilen (strategische) Partner und unzaehlige Zulieferer beteiligt. Anders laesst sich der enorme finanzielle Aufwand, der hinter einer Entwicklung steht, nicht stemmen.

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hachimaki 12.05.2015, 16:12
105. Antonov

Die Bundeswehr wollte ja die Antonov 96 haben, aber die Politik war dagegen. Man vergleiche die Daten A400m - Antonov 70, bei erheblich geringen
Kosten!! aber wir haben's ja.
Übrigens wäre die Bundeswehr ohne die Antonov 124 in Afghanistan nicht einsatzbereit gewesen.

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Zorpheus 12.05.2015, 16:22
106. Unterschied?

Zitat von spon-1272453725137
Die Triebwerke der A400M sind den reinen Strahltriebwerken (wie z. B. in Passagiermaschinen) im Übrigen recht ähnlich; der wesentliche Unterschied besteht darin, dass der Impuls des Abgasstrahls bei einem "normalen" Strahltriebwerk zur Schuberzeugung genutzt wird und bei Turboproptriebwerken (siehe A400M) die Strahlleistung durch eine Turbine in Wellenleistung zum Antrieb eines Propellers gewandelt wird. Jetzt wissen Sie bereits mehr über dieses Flugzeug als alle bisherigen Verteidigungsminister, insbesondere Dr. a. D. Schmalzlocke, zusammen.
Sie sind sich sogar noch viel ähnlicher. "Normale" Strahltriebwerke sind Mantelstromtriebwerke. Das Triebwerk treibt den großen Fan an, der Luft im Außenbereich des Triebwerks beschleunigt. Dieser Nebenstrom geht am eigentlichen Triebwerk vorbei und liefert 80-90% des Schubs. Auch beim A400M kommen 10% des Schubs von den Abgasen der Turbine.

Eigentlich weiß ich garnicht, ob da noch irgend ein Unterschied außer der Ummantelung des Strahltriebwerkes ist, oder ob ein modernes Strahltriebwerk eigentlich ein Turboprop-Impeller ist.

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Aviator22 12.05.2015, 16:55
107. Und noch einer ...

Zitat von Chris_7
Das kommt davon, wenn man sich aus politischen Gründen ein eigenes europäisches Proporzflugzeug stricken muss. Alle Airbus-Länder müssen etwas zuliefern dürfen. Und natürlich nimmt man nicht die vom Hersteller vorgeschlagenene bewährten Triebwerke eines US-Herstellers. Nein, auch da muss es Europa und selbstgebastelt sein. Und natürlich hat dann noch jedes der Länder ganz eigene Anforderungen, was das Flugzeug können soll. Das hat in der Vergangenheit bei multinationalen Rüstungsprojekten nicht oder wenn dann mehr schlecht als recht geklappt. Warum sollte es bei diesem Flugzeug besser sein?
Eine grosse Anzahl Teile und/oder Module, die in den "amerikanischen" Triebwerken von GE und PW verbaut sind/werden, wurden/werden von etablierten europaeischen Partnern entwickelt und produziert ...

siehe auch Kommentar #106

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Aviator22 12.05.2015, 17:23
108.

Zitat von Das Grauen
Dabei handelt es sich um Europrop International, ein Konsortium aus Rolls Royce, MTU, SNECMA, und Sener Aeronautica, das offensichtlich aus politischen Gründen entstanden ist. Es stellt sich die Frage, ob diese Kooperation, bei der Britische, Deutsche, Französische und Spanische Firmen zusammenarbeiten sollen, bei der Entwicklung und Herstellung eines entscheidenden Bauteils des Fkugzeuges sinnvoll oder wenigstens machbar ist. Inwieweit gehen die Verzögerungen beim A400 auf Europrop zurück? Ist das aus dieser schwierigen Konstellation entstandene Triebwerk jetzt ausgereift und sicher? Das sollte doch mal untersucht werden. Merkwürdig, daß der Spiegel diesen entscheidenden Aspekt noch nicht einmal anspricht!
Lieber nicht, der Spiegel ist kein Fachmagazin fuer die Luftfahrt- oder Triebwerksbranche. Nein, das Konsortium ist sicherlich nicht nur aus politischen Gruenden entstanden, sondern weil es einfach aus finanziellen Gruenden ueblich und notwendig ist, dass sich mehrere Partner zusammenschliessen. Bsp.: GP7000 (A380): GE, PW, MTU, Snecma. Oder V2500 (A320): PW, RR, MTU, JAEC, Avio. Letzteres ist eines der aktuell meist verwendeten und zuverlaessigsten Triebwerke, obwohl Amerikaner, Briten, Deutsche, Japaner und Italiener (und noch viele andere Unternehmen aus weiteren Laendern) zusammengearbeitet haben. Auch der GTF (Geared Turbo Fan bzw. PW1000G, Nachfolger V2500) wird nicht alleine von PW entwickelt und gebaut, genauso wenig wie das LeapX (Nachfolger CFM) von GE ... siehe auch Kommentar #106

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Aviator22 12.05.2015, 17:41
109. Fod

Zitat von august26
Als "Laie" mal eine ernst gemeinte Frage für mein Grundverständnis : Wieso haben neu entwickelte Flugzeuge immer noch Propellerantrieb? Sind diese zuverlässiger, einfacher zu warten oder worin liegt der Grund? Danke vorab !
Da die A400M auch fuer das Starten und Landen von unbestigten Bahnen konzipiert wurde, ist ein Grund die Vermeidung bzw. Reduktion von FOD (foreign object damage). In anderen Worten, die Wahrscheinlichkeit, dass der Fan/Propeller und die nachfolgenden Kompressorstufen beschaedigt werden, ist bei dieser Bauart geringer ...

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