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Absatzkrise: MAN meldet Kurzarbeit an
DPA

Die Wirtschaftskrise in Europa trifft zunehmend auch deutsche Firmen. Nach Unternehmen wie Opel und ThyssenKrupp meldet nun auch der Lkw-Bauer MAN Kurzarbeit an. Mehr als 5000 Mitarbeiter sollen betroffen sein.

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Querkopf58 04.12.2012, 09:40
1. Nicht nur die Krise

Ich habe ein kleines Transportunternehmen und im Laufe der Jahre u. a. etwa 15 MAN Fahrzeuge gehabt. Die Fahrzeuge sind gut und werden gern gefahren, was aber sonst von MAN zu erwarten ist, ist grausam:
Bisher noch kein Fahrzeug so bekommen wie bestellt. Speziell 2008 / 2009 herumtrixen bei vereinbarten Rücknahmen. So wurden Mängel aufgelistet im Werte von 7 000 € - je Fahrzeug. Konnten wir alle widerlegen.
Kulanzen werden auch bei "Serienproblemen" eng ausgelegt. Früher war der Service nicht gut, jetzt schwächelt seit einigen Jahren der Verkauf. Vor 4 Monaten brauchte ich 2 Fahrzeuge. MAN war es in dieser Zeit, als die Umsätze schon schlecht waren, innerhalb von 4 Wochen nicht möglich ein handfestes Angebot zu unterbreiten. Fragen?
So hat eben ein Importeur 2 Fahrzeuge mehr verkauft.

Zugegeben hat auch wieder unser Beamten- und Bankenland zu dieser Absatzkrise beigetragen.Unklare Aussagen zur künftigen Lkw-Maut, weitere Belastungen des Güterverkehrs usw. Auch das ganze Verkehrskonzept muß bearbeitet werden, wir müssen weg von unserer Mentalität, dass es alles an jedem Ort geben muß.
Aber dafür haben wir Zeit, wenn wir den Status von Griechenland erreicht haben.

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hans-rai 04.12.2012, 09:54
2. Kurzarbeit als Zwischenlösung ist gut,

schlecht dagegen, dass auch diese Maßnahme eine Form ist, die Mitarbeiterkosten auf die Allgemeinheit abzuwälzen. Da haben wir nun einige Boomjahre auch in der LKW-Produktion hinter uns und die Unternehmen hätten doch ohne Weiteres einen Stock aufbauen können, um konjunkturelle Abschwächungen aufzufangen, ohne gleich wieder nach dem Staat rufen zu müssen. In Zeiten weniger starker Produktionsauslastung sollte man sich um Innovationen kümmern und dort die Kräfte bündeln. Das gilt natürlich nicht nur für die LKW-Branche. Auch die Gewerkschaften haben weiterhin keine andere Idee, als nach einer Verlängerung der Hilfsmaßnahmen zu rufen. Das ist ein Armutszeugnis.

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Plasmabruzzler 04.12.2012, 09:58
3.

Zitat von sysop
Nach Unternehmen [...] meldet nun auch der Lkw-Bauer MAN Kurzarbeit an. Mehr als 5000 Mitarbeiter sollen betroffen sein.
Hier sieht man es wieder: Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren:
MAN erzielt Rekordumsatz - MAN - Nutzfahrzeuge
Zitat von
Die MAN SE hat im Geschäftsjahr 2011 seinen Umsatz um zwölf Prozent auf den neuen Rekordwert von 16,5 Milliarden Euro gesteigert. Das Operative Ergebnis konnte gegenüber dem Vorjahr um 43 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro verbessert werden, die Umsatzrendite erhöhte sich von 7,1 Prozent auf neun Prozent.

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atzigen 04.12.2012, 10:09
4. Markt

Zitat von sysop
Die Wirtschaftskrise in Europa trifft zunehmend auch deutsche Firmen. Nach Unternehmen wie Opel und ThyssenKrupp meldet nun auch der Lkw-Bauer MAN Kurzarbeit an. Mehr als 5000 Mitarbeiter sollen betroffen sein.
Solche Meldungen werden ab nächstem Jahr rapide zunehmen.
Der Grund.
Mit der Globalisierung und Deregulierung wurde die Globale Geldmenge massiv ausgeweitet.(Darüber hat insbesondere der Spiegel wiederholt berichtet.) Diese Entwicklung hat aufgeblasene nicht Realwirtschaftlich untermauerte Absatzmärkte geschaffen. Die sog.Finanzkriese war die erste Phase des längst vorhersehbaren Dramas.Aktuell beginnt die 2.Phase (von 4) dieses unseligen Dramas.Die Weltwirtschaft beginn sich über ein bis zusammenbrechende Absatzmärkte aufzurollen.Tja Marktwirtschaft ohne Absatzmarkt/Absatzmärkte funktioniert halt nicht nachhaltig.Auch die hochgejubelte Globalisierung hat und konnte kein bis in alle ewigkeit laufendes Ökonomie-Perpetum-mobile schaffen.Das war ein schöner Traum ein fataler Irrglaube der sich jetzt verheerend rächt. Und das elendeste dies war ohne wenn und aber klar vorhersehbar.

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MütterchenMüh 04.12.2012, 10:42
5. nur nicht übertreiben

Zitat von sysop
Die Wirtschaftskrise in Europa trifft zunehmend auch deutsche Firmen. Nach Unternehmen wie Opel und ThyssenKrupp meldet nun auch der Lkw-Bauer MAN Kurzarbeit an. Mehr als 5000 Mitarbeiter sollen betroffen sein.
Solange das Kurzarbeitergeld keine Dauereinrichtung wird, ergo nicht über 12 Monate hinaus gezahlt wird, ist nichts einzuwenden.

Ansonsten greift man massiv in die Märkte ein, und verhindert u.a., dass die Arbeitskräfte dahin gehen können, wo sie gebraucht werden!

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plantagenet67 04.12.2012, 11:55
6.

Zitat von Querkopf58
So hat eben ein Importeur 2 Fahrzeuge mehr verkauft.
Deutsche Autobauer wollen eh nicht an Deutsche Kunden verkaufen.
Mir wollte man auch keinen VW, Opel, Mercedes verkaufen. Ewige Lieferzeiten, Inzahlungnahme meines Gebrauchten unmöglich (Verkäuferaussage: och nö, können se den nicht im Internet verkaufen).
Naja, kauf ich halt nen Japaner, Franzosen oder egal was. Ist eh egal, aber günstiger.
Dann macht halt eure Fabriken zu, ihr Blödköppe (dann könnt ihr von dem gesparten Geld noch BWLer einstellen).

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John2k 04.12.2012, 12:32
7. ....

Zitat von plantagenet67
Deutsche Autobauer wollen eh nicht an Deutsche Kunden verkaufen. Mir wollte man auch keinen VW, Opel, Mercedes verkaufen. Ewige Lieferzeiten, Inzahlungnahme meines Gebrauchten unmöglich (Verkäuferaussage: och nö, können se den nicht im Internet verkaufen). Naja, kauf ich halt nen Japaner, Franzosen oder egal was. Ist eh egal, aber günstiger. Dann macht halt eure Fabriken zu, ihr Blödköppe (dann könnt ihr von dem gesparten Geld noch BWLer einstellen).
Das ist kein generelles Problem von Autoverkäufern. Bei normalen Händlern ist es auch nicht anders. So geschehen bei Conrad. Ich brauchte einige spezielle Bauteile. Mehr als die lausige Antwort, dass es nicht im Sortiment ist bekam man nicht. Kein Vorschlag es zu bestellen, nichts. Für wenig Gewinn mit viel Aufwand macht sich in Deutschland anscheinend keiner mehr die Hände schmutzig.

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blulagun42 04.12.2012, 13:11
8.

Kurzarbeit, ich habe von der Größenordnung der Nutzfahrzeuge keine Ahnung! Aber die Maschinen halten doch eine Million Kilometer und mehr, Brauch man da jedes Jahr pro Spedition 100 neue Zugmaschinen von nur einer Firma? Es gibt auch noch andere Firmen die solche Sachen bauen! Vielleicht sind die Maschinen nicht Haltbar oder Inovativ genug? Einfach mal Gedanken machen! Kurzarbeit ist sehr schlimm und geht als Arbeiter voll ins Geld, aber wenn ich sehe wie Unternehmen heute geführt werden! Vielleicht muß so ein Unternehmen in der Sparte auch insolvent gehen dürfen! Andere mußten das auch schon lernen! Opel wird der nächste sein!

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scot10 04.12.2012, 13:56
9.

Zitat von hans-rai
Da haben wir nun einige Boomjahre auch in der LKW-Produktion hinter uns und die Unternehmen hätten doch ohne Weiteres einen Stock aufbauen können, um konjunkturelle Abschwächungen aufzufangen, ohne gleich wieder nach dem Staat rufen zu müssen. In Zeiten weniger starker Produktionsauslastung sollte man sich um Innovationen kümmern und dort die Kräfte bündeln. Das gilt natürlich nicht nur für die LKW-Branche. Auch die Gewerkschaften haben weiterhin keine andere Idee, als nach einer Verlängerung der Hilfsmaßnahmen zu rufen. Das ist ein Armutszeugnis.
Drei Fragen:
1. was meinen Sie mit Stock aufbauen? Einen Lagerbestand an fertigen LKWs? Wenn ja, wie soll das denn bei Kurzarbeit helfen? Das macht die Lage nur noch schlimmer! Aussdem, kann man ja nichts an den Kundenwunsch anpassen.

2. Wie soll man denn einen Grossteil des Fertigunspersonals in Innovationsprojekten unterbringen?

3. Die Gewerkschaften machen es richtig. Besser kurzfristig Kurzarbeit als langfristig arbeitslos! Die Kosten fuer die Allgemeinheit sind dadurch auch geringer.

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