Forum: Wirtschaft
Abschiedsmail des Roland-Berger-Chefs: Außen hart, innen ganz weich

Es ist der seltene Einblick in das Innenleben eines Topmanagers: Burkhard Schwenker, bis vor kurzem Chef der Unternehmensberatung Roland Berger, zeigt in seiner Abschiedsmail an die Mitarbeiter Selbstkritik und Emotionen - und schreibt sich den Frust von der Seele.

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bvdlinde 06.08.2010, 14:50
1. Berater haben sich nicht veraendert

Die Beratertypologie, wie sie zu Beginn des Artikels beschrieben wird, hat sich ueberhaupt nicht veraendert. Der Abschiedsbrief des Berger-Typen ist ja auch nicht zufaellig nach aussen gelangt. Und man kann ja wohl sicher sein, dass er sich sehr genau ueberlegt hat, was er da nach aussen gibt. Der Spiegel ist da leider drauf reingefallen.

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fixmix 06.08.2010, 15:07
2. Hab ich eine andere Mail gelesen?

Nachdenklich? Gewandelt? Ich galub ich habe eine andere Mail als der Verfasser des Artikels gelesen. Gleich am Anfang der Mail heißt es "...I think it is important as I believe that good strategy work in our complex world needs to be based more and more on economic and political thinking and scenarios."
Also ich war der Meinung, dass schon genügend ökonomische Denke in den Berartungshäusern versammelt ist. Und die ethischen und moralischen Aspekte und Szenarios sollen dann wohl ganz unter den Tisch fallen, wenn mehr und mehr Platz für Ökonomie und Politik benötigt wird.

Soweit nur die ersten Sätze, weiter bin ich noch nicht gekommen ....

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puter70 06.08.2010, 15:16
3. Berater Middelhoff?

Habe vor kurzem gelesen, der ehemalige Arcandor-Chef Middelhoff sei bei Roland Berger gelandet.
Wenn das stimmt, dass dieser skrupellose Mensch, der wesentlich zum Zusammenbruch von Arcandor/ Quelle beigetragen hat, und sich selbst aber dabei bereichert hat, jetzt Berater ist, dann kann das Image dieser Berufsgruppe nicht sonderlich hoch sein.
Kann mir jemand sagen, ob das stimmt?

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VorwaertsImmer 06.08.2010, 15:16
4. Die E-Mail an alle - gelangt immer an die Presse....

Zitat von bvdlinde
Die Beratertypologie, wie sie zu Beginn des Artikels beschrieben wird, hat sich ueberhaupt nicht veraendert. Der Abschiedsbrief des Berger-Typen ist ja auch nicht zufaellig nach aussen gelangt. Und man kann ja wohl sicher sein, dass er sich sehr genau ueberlegt hat, was er da nach aussen gibt. Der Spiegel ist da leider drauf reingefallen.
...wenn eine Mail an 2000 Mitarbeiter verschickt wird - dann ist so etwas nie geheim! So was ist immer halb öffentlich.

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eurasia79 06.08.2010, 15:23
5. Apparently not acquainted with consultants` style

Der Spiegel Journalist liest den Abschiedsbrief offenkundig mit anderen Augen als ich das jedenfalls tue. In dem Brief manifestiert sich doch gerade seitenlang der unverkennbare "Wir-sind-die-Besten-Duktus" eines Consultants. Aus eigener beruflicher Erfahrung erkenne ich diesen unerträglichen selbstherrlichen Stil. Dass hier und da eine vermeintliche Demutsbekundung auftaucht, ist Teil dieser Masche. Es ist die Bemühung, einer nach der Maxime "Profit um jeden Preis" ausgerichteten Branche eine humane Note zu verleihen.

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Audere est facere 06.08.2010, 15:23
6. Nette Werbung für Roland Berger

Neben den Zeitarbeitsagenturen sind die Beraterfirmen die Zecke im Wirtschaftssystem schlechthin.

Sie sagen sich voll auf Kosten der Angestellten (die die wahre Kraft darstellen) und leisten volkswirtschaftlich betrachtet nichts anderes als die große "Von unten nach Oben"-Geldumverteilungsmaschine am Laufen zu halten.

Wie viele Menschen könnten von der Summe ein Jahr in Lohn und Brot stehen, von dem was Beraterfirmen in einem Monat in Rechnung stellen?

Der nutzbare Output von Beratern bewegt sich in einem lächerlich geringen Verhältnis zu deren Kosten.

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Sawubona 06.08.2010, 15:26
7. Schweinereien

Möchte der arme Mann nun nachträglich seine begangenen Sauereien erklären und um Verständnis bitten? Ob Berger, Kienbaum und wie sie alle heißen: Dies sind wie Teflon , an denen bleibt nichts kleben und für den eigenen Vorteil wird noch die eigene Oma verhökert...

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felidae177 06.08.2010, 15:33
8. Kenne ich auch

Zitat von bvdlinde
Die Beratertypologie, wie sie zu Beginn des Artikels beschrieben wird, hat sich ueberhaupt nicht veraendert. Der Abschiedsbrief des Berger-Typen ist ja auch nicht zufaellig nach aussen gelangt. Und man kann ja wohl sicher sein, dass er sich sehr genau ueberlegt hat, was er da nach aussen gibt. Der Spiegel ist da leider drauf reingefallen.
Ja, auch ich kenne diesen Beratertyp. Er meinte, mit drei Fremsprachen sei er bereits "der Macher". In Wirklichkeit war er nur ein aufgeblasener Bubi und noch verdammt grün hinter den Ohren. Ich hatte damals glücklicherweise schon gekündigt. Aber bei den Ex-Kollegen hat er sich nicht beliebt gemacht. Nun, für 1.000 Euro die Stunde muss man schon ordentlich Schaum schlagen, egal wen man dabei trifft ...

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juergw. 06.08.2010, 15:38
9. Stimmt !

Zitat von Audere est facere
Neben den Zeitarbeitsagenturen sind die Beraterfirmen die Zecke im Wirtschaftssystem schlechthin. Sie sagen sich voll auf Kosten der Angestellten (die die wahre Kraft darstellen) und leisten volkswirtschaftlich betrachtet nichts anderes als die große "Von unten nach Oben"-Geldumverteilungsmaschine am Laufen zu halten. Wie viele Menschen könnten von der Summe ein Jahr in Lohn und Brot stehen, von dem was Beraterfirmen in einem Monat in Rechnung stellen? Der nutzbare Output von Beratern bewegt sich in einem lächerlich geringen Verhältnis zu deren Kosten.
Erst holt sich die Firma den Berater-der nimmt den Rest aus der Firmenkasse für die Beratung und erklärt zum Schluss den Firmenchefs das sie nun Pleite sind !

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