Forum: Wirtschaft
Abschiedsmail des Roland-Berger-Chefs: Außen hart, innen ganz weich

Es ist der seltene Einblick in das Innenleben eines Topmanagers: Burkhard Schwenker, bis vor kurzem Chef der Unternehmensberatung Roland Berger, zeigt in seiner Abschiedsmail an die Mitarbeiter Selbstkritik und Emotionen - und schreibt sich den Frust von der Seele.

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sonicsolar 06.08.2010, 16:44
30. Frust?

Ich weiß ja nicht, wie seine Mails sonst ausgesehen haben, aber außer gefühlsduseliger Seelenkneterei fällt mir dazu wenig Charakterisierendes ein. Was hätte er sonst schreiben sollen? - Und wo bitte schreibt er sich den Frust von der Seele?

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Gryphos 06.08.2010, 16:46
31. Jetzt wirds interessant...

Zitat von mathemusiker
...dass ich widersprechen muss! Ich HABE in einer der Top-Beratungsfirmen gearbeitet und genau deshalb weiß ich: Diese Branche ist das allerletzte. Ein differenziertes Bild, wie Sie es sich wünschen, ist weder nötig noch möglich. Denn alle Klischees über Berater sind wahr: überbezahlt, arrogant, zynisch, kalt, berechnend, egoman. Und wer es nicht ist, hat ein riesiges Problem. So jemand hat dann genau zwei Möglichkeiten: entweder dieser Branche sofort den Rücken zu kehren (das habe ich z.B. getan) oder sich von Geld, Macht und den perfide ausgeklügelten Anreizsystemen korrumpieren zu lassen.
...weil Informationen von einem Insider zu bekommen sind.
Ich hätte nämlich gesagt, die Firmenleitung engagiert die (tatsächlich recht gut bezahlten) Consultants ja nicht aus reiner Nächstenliebe. Neben all den charakterlichen Schwächen, die sie eben aufgezählt haben: Stiften die Berater ihrem Auftraggeber keinen Nutzen (am Besten monetär messbar), der die Bezahlung von mehreren Tausend Euro pro Tag rechtfertigt?

Über eine ausführlichere Antwort würde ich mich aufrichtig freuen.

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eurocarlos 06.08.2010, 16:47
32. Bild stimmt doch immer noch

Seit wann schwingt sich SpON zur Ehrenrettung von Unternehmensberatern auf?

Sorry, das Bild, das "die meisten" von Unternehmensberatungen haben, habe ich auch. Und es ist in den letzten Jahren nicht besser geworden, eher schlimmer.

Auch Unternehmensberater kochen nur mit Wasser. Und meist werden sie gerufen, um ein weiteres Argument für unbequeme Entscheidungen (Umstrukturierungen, Entlassungen etc.) zu haben: "Roland Berger / McKinsey / wer auch immer hat aber geagt ...". Das wissen die Leute, die die Unternehmensberatungen holen, meistens vorher. Oder sie spüren es. Aber sie haben nicht den Mumm, ihre Überzeugung alleine zu vertreten.

Menschliche Schwäche. Macht Unternehmensberater aber nicht besser.

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snahz 06.08.2010, 16:51
33. "Mit der Realität hat dieses Bild nicht viel zu tun - zumindest nicht mehr. "

Na ja, da kenne ich eine ganze Reihe von Unternehmen, bei denen das in Absatz eins und zwei geschilderte Bild aber haargenau zutrifft. Beispiel: Kabelnetzanbieter. Die Heerscharen von Brätern zockten Jahr für Jahr 30 Mio. ab. Ergebnis: nix. Gute und erfahrene Mitarbeiter eingespart und weggemobbt. Insolvenz.

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ramuz 06.08.2010, 16:53
34. Nein...

Zitat von Flo0911
...von den bisherigen Beiträgen zu dem Artikel hat kein einziger Autor jemals in einer Unternehmensberatung gearbeitet.
... denn IN wäre ja beinahe ehrenrührig. Die meisten aber sehr wohl schon MIT oder besser GEGEN diese Bubis und Mädelchen.
Zitat von
Ein etwas differenzierteres Meinungsbild wäre, bei aller gerechtfertigten Kritik, mehr als wünschenswert.
Nennen Sie doch mal ein Beispiel, wo einer dieser Heinis eines bei seiner "Beratung" gehabt hätte, das über "mach Geld, mach mehr Geld, mach, dass andere Geld machen!" hinaus gegangen wäre... ooops - da habe ich wohl etwas indifferent durcheinander geworfen... der Slogan ist nicht von den Beratern, aber verdammt nah dran.

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ramuz 06.08.2010, 16:56
35. **rofl **

Zitat von shanzel
es ist mit deren bezahlung wie so oft: nicht die schwere der tätigkeit macht ihren preis, sondern ihr unternehmerischer nutzen.
... der war gut,richtig gut: siehe MÄRKLIN, ARCANDOR/QUELLE

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Audere est facere 06.08.2010, 16:57
36. Volker Pispers über Berater

Okay - ich gebe auf! Nachdem der Spiegel Online-Admin schon zweimal meinen Beitrag kassiert hat, spare ich mir den Link und empfehle allen Lesern einfach nur bei Youtube nach "Volker Pispers über Berater" zu suchen.

Da bekommt auch Roland Berger sein Fett weg. Herrlich!

Have a nice weekend!

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kyon 06.08.2010, 16:57
37. Vorsicht geboten!

Zitat von sysop
Es ist der seltene Einblick in das Innenleben eines Topmanagers: Burkhard Schwenker, bis vor kurzem Chef der Unternehmensberatung Roland Berger, zeigt in seiner Abschiedsmail an die Mitarbeiter Selbstkritik und Emotionen - und schreibt sich den Frust von der Seele.
Psychologische Untersuchungen haben gezeigt, dass sich unter den Topmanagern überzufällig häufig gefühlskalte Psychopathen befinden, für die Selbstkritik und Emotionen Fremdwörter sind.
Vorstellbar ist, dass Herr Schwenker nicht so empfindet, wie er geschrieben hat, sondern so erscheinen möchte, aus welchem Grund auch immer. Also Vorsicht!

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Frederik72 06.08.2010, 16:58
38. aber

Zitat von |nova|
Dass dieser "Brief" reines Selfmarketing darstellt scheinen hier leider nur die Leser kapiert zu haben. Mich würde mal interessieren wer das OK für so einen Artikel gegeben hat. Es passieren so viele interessante und wichtige Dinge auf der ....
da sie es scheinbar auch beurteilen können, befanden sie es als wichtig genug den ellenlangen Brief auch zu lesen. Ich hab nach 5 Zeilen weggeklickt.

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semper fi 06.08.2010, 17:06
39. -

Zitat von kyon
Vorstellbar ist, dass Herr Schwenker nicht so empfindet, wie er geschrieben hat, sondern so erscheinen möchte, aus welchem Grund auch immer. Also Vorsicht!
Das ist nicht nur vorstellbar, das sogar sehr wahrscheinlich.

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