Forum: Wirtschaft
Abschwung und Handelskrieg: Dem deutschen Exportmodell droht das Ende
imago/ Christian Ohde

Lange galt Deutschlands Wirtschaft als vorbildlich. Doch die weltweite Konjunkturschwäche und die Abkehr vom Freihandel gefährden das exportorientierte Erfolgsmodell. Auf die Industrie warten heftige Verwerfungen.

Seite 17 von 21
Nonvaio01 06.01.2019, 19:35
160. in relation

Zitat von rufuseule
Zur Erinnerung/Einordnung: 2017 wurden weltweit über 73 Mill. PKW produziert! Das heißt: Tesla produziert gerade einmal 0,7% der weltweiten Produktion! Und das soll keine Nische sein? :lol:
zu E-Autos, denn ein Benziner ist etwas ganz anderes als ein E-Auto.

Wie schwer die umstellung ist sieht man ja bei den deutschen, also kann man die produktion von E-Autos nicht 1-1 mit Benzinern setzten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Patrik74 06.01.2019, 20:25
161. Unsere Oberstrategen...

Lustig, man baut der Konkurrenz die Infrastruktur und die Produktionsmittel auf, verscherbelt anschließend auch noch sein Know-How für den schnellen Taler und ist dann überrascht - o Zeichen, o Wunder - dass sie sich am Ende ihren Bedarf selbst decken können. Wahnsinn!

Das ganze wäre ja noch OK, wenn man die Verkaufserlöse im eigenen Land in neuere Technologien investieren würden, und die inländischen Einkommen so weit erhöht, dass der zu erwartende Wegfall der Auslandsnachfrage kompensiert werden kann.

Aber nein, wir
A) drücken die Löhne wegen der "Wettbewerbsfähigkeit"
B) investieren das Geld nicht in neue Technologien, sondern in "Finanzprodukte" - gerne auch im "Paradies"
C) tragen den Exportüberschuss wie eine Monstranz vor uns her anstatt die Abhängigkeit zu reduzieren
D) verbieten sogar dem Staat, das Investitionsdefizit der Privatwirtschaft zu kompensieren, wegen der "schwarzen Null” und
E) besitzen auch noch die Arroganz unsere Ignoranz anderen Ländern als vorbildliche Wirtschaftspolitik aufzunötigen

Die Leitung des Michel war ja historisch schon immer etwas länger. Jetzt konzentrieren wir uns mit Verve darauf, den Diesel und die Braunkohle zu retten. Wohlan, Glückauf...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Dornröschen R. 06.01.2019, 20:57
162.

Ich denke, es gibt Dinge, die man immer brauchen wird, Maschinen zum Beispiel (die Autos kommen wohl demnächst aus China) oder gute Handwerksarbeit. Arzneimittel. Medizintechnik.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Bernd.Brincken 06.01.2019, 20:59
163. Werte

"Mehr und mehr steht die Schaffung immaterieller Werte im Vordergrund: Wissen, Ideen, Design, Organisationskonzepte, soziale Normen und dergleichen."
Aber wie sollen diese Werte denn betriebswirtschaftlich bewertet werden? Nicht mehr nötig? Wird dann der Wert eines Unternehmens /-anteils per Twitter bestimmt?
Wer Geld als minimal-ökonomisches Kommunikationsmedium ersetzen will, muss trotzdem weiter kommunizieren, nur erst einmal weniger ökonomisch.
Also, man mag sprachlich andere Werte höher bewerten, aber damit verschwindet die Kapitalwirtschaft nicht.
Wer das nicht glaubt, bevor es ihm eine KI erklärt .. bitte

Beitrag melden Antworten / Zitieren
vandenplas 06.01.2019, 21:40
164. aus US Sicht eher umgekehrt?

Was Herr Müller in diesem Artikel beschreibt - Kapitalismus ohne Kapital - ist nicht die Zukunft. Das ist doch weitgehend heutige Realität und Schnee von gestern! Dieser Trend begann doch schon in den 70ern des letzten Jahrhunderts. Von Turnschuh- bis Chip-"Herstellern" funktioniert es doch so, dass das IP und die Marketingkonzepte für neue Produkte in der Ersten Welt entstehen, während die Herstellung zwecks Kostenersparnis und Profitmaximierung ins in Billiglohnländer ausgelagert wird. Zumindest früher - heute wird ausgelagert weil lokal oft die Kapazitäten und das Know-How fehlen.
Aus US-Sicht hat das bestens geklappt, es wurde gut Geld verdient - allerdings auch auf Kosten eines "Know-How-Transfers" und dem teilweisen Verlust der eigenen, inländischen Zulieferketten.
Die Zukunft liegt meiner Ansicht nach dennoch in der lokalen Wiedereingliederung der Herstellung und dem Wiederaufbau lokaler Zulieferketten.
Ich sehe dafür zwei Gründe: Erstens wird der Dollar seine Bindung an das Erdöl lockern und irgendwann auslaufen lassen müssen, da dieses mit dem zunehmenden Trend zur Elektifizierung von Transport und Verkehr fortlaufend an Bedeutung verlieren wird. Das Petrodollar-System ist also in Gefahr aus Gründen des technischen Fortschritts obsolet zu werden. Somit würde sich im Verlaufe der Zeit die Nachfrage nach USD tendenziell abschwächen... Währungsreserven in USD und amerikanische Staatsanleihen würden ohne frühzeitig wirtschafts- und handelspolitische Massnahmen zu ergreifen dem Risiko ausgesetzt deutlich an Wert zu verlieren.
Zweitens stehen wir am Anfang einer industriellen Revolution in der KI und intelligente Robotik auch Arbeitsprozesse übernehmen werden die bisher ausschliesslich menschlichen Arbeitskräften vorbehalten waren. Eine Auslagerung in sogenannte "Billiglohnländer" erübrigt sich dann je länger umso mehr.
Die Zukunft der sogenannten Ersten Welt liegt sicher in der Entwicklung von High-Tech Produkten, aber eben auch im Wiederaufbau und der Modernisierung der lokalen Herstellung. Wenn die USA den Wandel schafft, wird sie den Spiess umdrehen können und ihre Auslandschulden mit Handelsüberschüssen abarbeiten können. In der Folge würde die Nachfrage nach USD hoch bleiben.
Einiges von dem was die neue US Regierung unter Trump macht, weist in diese Richtung - also der Vorbereitung von der Abkehr vom Petrodollar und hin zur Reindustrialisierung. Vermutlich lässt sich damit auch der konzentriert Widerstand gegen die Trump Administration erklären. Diejenigen die vom bisherigen System gut gelebt haben, fühlen sich natürlich existenziell bedroht. Für mich stellt sich die Frage wie sich Europa aufstellen wird?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
geotie 06.01.2019, 22:18
165.

Zitat von buergerrechte36
Der deutsche Industriestandort ist so robust, daß er nicht ins Wanken gerät. Deutschland wird weiterhin, wenn vielleicht auch etwas abgeschwächt, Vorreiter in der Welt bleiben.
Die Wirtschaft ist ein auf und ab, nichts ist von Dauer. Irgendein Land wird die zündende Idee haben, wird vielleicht befriedet und zerstört nicht mehr die eigenen Ressourcen, vielleicht wird die Abschottung, Patentrechte genannt, vereinfacht. Und außerdem hat jedes Land ein Anrecht auf funktionierende Wirtschaft, oder wollen Sie was anderes behaupten?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
rufuseule 06.01.2019, 22:36
166. Eben

Zitat von Nonvaio01
zu E-Autos, denn ein Benziner ist etwas ganz anderes als ein E-Auto. Wie schwer die umstellung ist sieht man ja bei den deutschen, also kann man die produktion von E-Autos nicht 1-1 mit Benzinern setzten.
Und deswegen ist es auch noch eine Nische. Nicht ich habe den Gleichsetzung mit Benzinern gemacht, sondern Kommentator Karl Heinz Klaus. ;-)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ingo.adlung 06.01.2019, 22:58
167. Danke für den Lacher!!!

Zitat von Emderfriese
"Der Autor hat eine Sache nicht verstanden: Deutschland exportiert nicht so viel, weil wir es irgendwo 'reindumpen', sondern deshalb, weil andere Länder mangels Know How und Einstellung zur Qualität es nicht gebacken bekommen. ..." Das Problerm ist eher, dass die anderen Länder längst ihre Backstuben modernisiert haben und weiter modernisieren. Was heute noch vielleicht ausschließlich "deutsche Wertarbeit" ist, wird morgen schon "Made in China" heißen - wie "Made in Japan" lange Zeit und beinahe ausschließlich für gute Elektronik stand. Wissen ist besonders in unserer vernetzten Zeit keine Domäne geheimnisvoller Rezepte mehr. Noch etwas: "...Unser Problem ist ein ganz, ganz anderes: Wie werden diese Waren so bezahlt, dass es unseren Leuten noch Spass macht, sich anzustrengen und die auch für das Ausland zu produzieren ? Daran klemmt es, weil vielfach nichts Adäquates zurück kommt." Glauben Sie denn ernsthaft, "unsere Leute" arbeiten mit Spaß und Dollerei am Export? Einer Gründe für die Konkurrenzfähigkeit der deutschen Ökonomie liegt im Billiglohnsektor, wo die Arbeitnehmer ausgequetscht werden, bis sie quietschen. Spaß macht das bestimmt nicht.
Genau, die Kollegen bei VW, Daimler, Audi und BMW arbeiten im Billiglohnsektor und werden täglich ausgequetscht. Und gleiches gilt für den Maschinenbau, wo ähnlich zur Autoindustrie Arbeiter ausgebeutet werden. Und so ist es auch in der Chemie und Pharmabranche. So ein Quatsch. Haben Sie schon mal deren Tarifverträge gelesen? Es gibt in Deutschland einen Niedriglohnbereich, aber die Kollegen die "ausgebeutet" werden sind in der Regel Minijobber, oder Kollegen beispielsweise bei Amazon, wo bei hohem Leistungsdruck die Geschäftsführung sich an dem für die Arbeitnehmer schlecht-möglichsten Tarifvertrag der Logistikbranche orientieren. Oder anderswo, wo Kunden meinen Geiz sei geil. Ja, den Niedriglohnsektor gibt es, und es gibt nach wie vor Scheinselbständige, die kaum über die Runden kommen und keine Rücklagen etwa fürs Alter bilden können, aber unsere primären Exportbranchen gehören ganz sicherlich nicht dazu.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hhseguin 07.01.2019, 00:00
168. Natürlich

Zitat von beckalexbeck
Löhne sind fast genauso hoch wie vor 10 Jahren, dafür zahle ich fast doppelt so viel Miete und andere Kosten sind auch alle höher. Ich stehe nicht alleine, sondern für alle Menschen zwischen 20 und 40, die in einem professionellen Job in der Erziehung, im Sozialen, in der Pflege oder Angestellte sind, geht es ähnlich, wir sind für den Aufschwung draußen, waren nie drin ?. Binnenmarkt nicht angesagt. So liebe Arbeitgeber und Vermieter, nun kauft euch bitte einen dritten, vierten Kühlschrank, Herd und Auto, damit es weitergehen kann. Wir kaufen gebraucht bei Ebay.
hängt unser Wohlergehen am Seiden(strassen)faden, wobei die eurasische Kooperation nur Hoffnung macht. Mietwucher und sonstige verschärfte hausgemachte Ausbeutung sind allerdings vermutet Sache der CorruptionsDeutschenUnion und des Schröder/Bertelsmannschen Sozialterrors, woran wiederum der Wähler Schuld ist.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hhseguin 07.01.2019, 01:15
169. High-Tech-Kraftwerke?

Zitat von Namenwählen
Alles richtig. Nur gehen uns zum einen gerade die Facharbeiter zu all diesen bislang heraus ragenden Produkten aus. Zum anderen verschieben wir den Fokus, bauen Windmühlen statt Hight-Tech-Kraftwerke und integrieren dazu rückständige Kulturen bzw. versuchen es zumindest. Dazu allerlei andere "wichtige" andere Schwerpunkte wie Homo-Ehen und Frauenquoten, die sehr viel politische Kraft absorbieren und für Ablenkung sorgen, während Länder und wie China marschieren oder einfach ihr Ding machen, wie die USA und Russland, während das weitgehend rohstofflose Deutschland eher auf dem Weg zum Agrarstaat und einem Disneyland für besagte Chinesen ist.
Als WuT Bürger (Wasser unter Tage) habe ich die guten Wünsche des Ministeriums zu meinem Humor, die Ignoranz von K+S und der Energieversorger, incl. Green Peace, der Regionen und Länder genossen. Niemand, der auf einer wohldotiereten Stelle oder Fubktion sitzt, hat auch nur das geringste Interesse an Innovationen. Wozu auch ?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 17 von 21