Forum: Wirtschaft
Abschwung und Handelskrieg: Dem deutschen Exportmodell droht das Ende
imago/ Christian Ohde

Lange galt Deutschlands Wirtschaft als vorbildlich. Doch die weltweite Konjunkturschwäche und die Abkehr vom Freihandel gefährden das exportorientierte Erfolgsmodell. Auf die Industrie warten heftige Verwerfungen.

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klausindo 07.01.2019, 09:16
180. Soll Deutschland nur Serviceland werden??

dafúr ist der Deutsche wohl nicht geeignet. Sollen alle Menschen nun studieren und keiner mehr etwas produzieren? Heute kriegt man bald keinen Handwerker mehr weil alle denken das daß nonplusultra nur studieren ist. Wenn man diesem Kommentar folgt gibt es in Zukunft nur Superideen und keiner will was machen. Eine Zeitgemäße Produktion hat immer eine Chance.

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garno 07.01.2019, 09:31
181. Kapitalismus ohne Kapital?

"Schließlich lebt der heraufziehende "Kapitalismus ohne Kapital" insbesondere von Wissen und Ideen ..."
Erstaunlich, da will uns der promovierte Volkswirt Henrik Müller ein neues Märchen erzählen. Aus Unwissenheit über den Kapitalismus, der sein Fachgebiet ist, kann es ja wohl kaum sein. Oder doch? Sollte ihm nicht bekannt sein, dass der Motor des Kapitalismus das Profitstreben ist, das Streben nach Vermehrung des vorhandenen Kapitals ist? "Wissen und Ideen" sind darin lediglich Mittel um dieses Ziel (schneller und besser) zu erreichen, so wie viele weitere Faktoren auch.

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ruhepuls 07.01.2019, 09:57
182. Bodenständige Deutsche?

Zwei Aspekte sind zu bedenken: Zum Einen muss das "geistige Gut" oft auch auf materiellem "gehostet" werden. Jedes Smartphone, jeder PC, jedes "Smart-Home-Gerät" - und natürlich jeder E-PKW etc. muss produziert werden. Und dazu braucht es entsprechende Maschinen. So ganz nur mit "heißer Luft" läuft also auch die Industrie 2.0 nicht...
Der andere Aspekt ist allerdings nicht zu vernachlässigen: Die materielle Basis wird immer häufiger nicht mehr in Deutschland produziert - und der Anteil der "heiße Luft" nimmt ständig zu. Und da tun sich die Deutschen schwer, weil sie einfach (zu?) bodenständig sind. Viele der Hypes der letzen Jahre wie YouTube, Facebook, Twitter usw. wären Deutschen nie eingefallen, einfach, weil wir nicht auf die Idee gekommen wären, dass sich viele Leute für so was interessieren würden. Da sind die Amis und die Japaner einfach lockerer drauf und springen gleich auf jedes neue Spielzeug, während wir das in der Regel erst tun, wenn wir nicht mehr drum rum kommen. Während das Internet in den USA bereits längst zum alltäglichen Tool geworden war, las man bei uns vor allem Warnungen vor den Gefahren.
Das ist auch im Geschäftsleben so: Der Deutsche träumt von einem Geschäft, von dem noch seine Kinder leben können. Der Amerikaner sucht nach der nächsten "Business-Opportunity".
Kann also gut sein, dass wir hier den Zug verpassen. Nur, dann müssen wir eben in dem besser werden, was wir besser können...

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cerberus66 07.01.2019, 10:00
183.

Zitat: "Schließlich lebt der heraufziehende "Kapitalismus ohne Kapital" insbesondere von Wissen und Ideen -"
Dieses Buch habe ich zwar nicht gelesen, allerdings frage ich mich, warum "Kapitalismus" immer wieder auf materielle Dinge reduziert wird. Im Studium vor fadt 30 Jahren habe ich gelernt, zum Produktionspotential einer Volkswirtschaft gehören auch die Qualifikationen der Beschäftigten. Älso eben auch "Wissen und Ideen". M.E. ist Kapital immer gleich Potenzial. Die immateriellen Faktoren gehörten, implizit immer zum Kapitalismus dazu. Es ist vielmehr ein Problem, den Wert von immateriellen Faktoren zu messen bzw zu bestimmen. Aber man sollte daraus nicht den Schluss ziehen, dass daß immaterielle Kapital nicht zählt. Daher kann ich mit "Kapitalismus ohne Kapital" nichts anfangen. Die Deutsche Volkswirtschaft hat sich immer als Wandlungsfähig erwiesen - eben wegen der Fähigkeiten von Beschäftigten und Unternehmern. Daher ist mir auf lange Sicht um die deutsche Wirtschaft nicht Bange - solange sie innerhalb einer Marktwirtschaft agieren kann, die diese Bezeichnung auch verdient.

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yberion 07.01.2019, 10:34
184. pietschko

Die 250% von China können Sie sogar hier bei Spiegel nachlesen wie die zustande kommen:
Es gibt kein Land auf dieser Welt, wo die Unternehmen höher verschuldet sind als in China. Dazu kommt von Staat gegründet Schattenbanken die so hoch verschuldet sind. Das normal, da werden die Schulden des Staates aucg versteckt. Wenn man mal etwas hinter die Fassade schaut, statt der staatspropaganda von 11% Schulden glaubt, sieht man die ganzen negativen Aspekte der Schuldenparty der Chinesen. Die Mittelschicht in China ist hoch verschuldet, größte Imbollienblase der Welt etc.
Zu hp:
1. Was hat der Ort der Produktion zu tun? Glauben Sie die Chinesen entwickeln HP Hardware? Es bleibt trozdem amerikanisch. Adidas produziert in Vietnam und trozdem ist die Firma Deutsch.
Wo ist HP schlecht aufgestellt? Bitte weniger fake news und mehr Argumente. Aktuell kommt Lenovo auf 20,4% Marktanteile HP auf 21,8% somit Weltmarktfuhrer...
Lenovo Laptops kann es ohne Intel und AMD gar nicht geben, mehr als Gehäuse und die Entscheidung welche Chips reinkommen tun die Chinesen da nicht, aber immerhin mehr als die deutschen können.

Ich finde es immer wieder amüsant wie man der chinesischen Staatspropaganda reinfallt

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arr68 07.01.2019, 10:50
185. freihandel

ist ein großes Wort. Leider existierte dieser Freihandel nicht wirklich. Denn obwohl Zölle und Körperschaftssteuen wirksam unterdrückt wurden, würde gleichzeitig der faire Handel durch Subventionen und Hilfen im Transport unterlaufen. Gerade Agrarprodukte mit massiven Subventionen und Transport zum Nulltarif haben die Binnenmärkte in Teilen Afrikas leergefegt. Und wie kann es sein, dass ein Paket in die Nachbarstadt teurer isr als 20000km aus China?

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coppedia 07.01.2019, 11:34
186. Wissen ist Macht...

... doch nichts wissen ist in Deutschland doch die Regel!
Kreative Köpfe und Querdenker züchten wir uns doch selbst aus der Industrie und dem Mittelstand heraus!!
Wir mögen es an diesen Stellen doch überhaupt nicht, wenn jemand mit anderer Denkweise unsere gut geschmierte Systematik durcheinander bringt und mit Dynamik verändert.
Es ist doch nichts Neues, dass wir in Deutschland so denken!!
Schaut Euch doch mal unter den Freelancern, Freiberuflern und Ausgestiegen um! Dort haben wir das dynamische Humankapital, dass dringend nötig wäre!
Die Realität ist doch wohl eher, dass die Führungskräfte mit diesen Mitarbeitern nicht umgehen können und sie deshalb lieber loswerden. Auch üblich in Deutschland. Oder??

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sj_comment 07.01.2019, 11:44
187. Trägheit und Überalterung...

...der politischen Führung ist Deutschlands größte Hürde. Festhalten an völlig veralteten Vorstellung um jeden Preis. Innovationen werden bis zum Unendlichen ausdiskutiert, sondiert und totverwaltet. Und plözlich mit Blick ins internationale Umfeld haben aufholbedarf. Träumt weiter! Mit Züge verpassen kennen wir uns sehr gut aus, wie haben ja auch die Deutsche Bimmelbahn. Im Urwald gibt es seit 5 Jahren LTE in deutschen Innenstädten nicht. Sehr gute Autos bauen können andere Nationen auch - und das ohne Käufer zu betrügen! Gute Reise!

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hartmut_heinrich 07.01.2019, 11:46
188. Doomsday Propheterie

Neulich las ich mal von einem „wichtigen“ Menschen einer europäischen Großbank, dass Volkswirte grundsätzlich zum Pessimismus neigen und als Propheten ungeeignet, weil zumeist mit ihren Prognosen daneben liegend. Journalisten, besonders deutsche, gerieren sich ja auch gerne als Propheten der Dunkelheit, weil der Deutsche von Natur aus ein Hosenscheisser ist und sich deshalb gut verdienen lässt. Bezogen auf die aktuelle Situation wundert man sich über die Schwarzmalerei, weil doch die Wirtschaft brummt und recht zuversichtlich ist. Außerdem, bei 0,x% weniger Wirtschaftswachstum vom aktuellen hohen Niveau geht dir Welt nicht unter. Wenn sich DT mit den Chinesen einig wird und die Briten wieder zu Verstand gekommen sind, sieht die Welt wieder anders aus. Auch im SPIEGEL-Kommentar. Glaubt‘s mir.

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larsmach 07.01.2019, 12:34
189. Geldverschieben zu Latte Macchiato

Wer hat das ein Buch geschrieben? ...Engländer? Sind das nicht die, deren Wirtschaft zu einem Großteil in der "City" (London) stattfindet und sich im oft sinnfreien Verschieben von Wertpapieren, Währungen und Terminkontrakte auf Commodities erschöpft? Und natürlich darf der Dienstleistungssektor nicht fehlen: All die Barista und Tischabräumer in den Cafe-Ketten für die Mittagspausen der Finanz"industriellen". Patente und Wissen sind kein Wert an sich, wenn man nicht weiß, etwas daraus zu machen.

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