Forum: Wirtschaft
Abspaltung der Kraftwerkssparte: Siemens trennt sich vom früheren Kerngeschäft
Siemens

Siemens-Chef Joe Kaeser entkernt seinen Konzern. Ausgerechnet das Kraftwerksgeschäft, jahrzehntelang das Herz des Konzerns, soll nun ausgelagert und an die Börse gebracht werden.

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mig68 08.05.2019, 02:05
80. Ex Siemensianer

Bin gegangen als die Telekom Sparte verkauft wurde. Siemens ist ein unproduktiver Moloch, aber der Grund sind nicht die Produkte, sondern die Struktur. Die CFO's in allen Bereichen sind Kaufleute die bei Siemens ausgebildet wurden, Söhne von ehemaligen CFO's, ein Spinnengewebe, in dem Korruption keine unwesentliche Rolle spielt...

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Rodion67 08.05.2019, 02:17
81. Ja die gute alte Zeit bei Siemens.

Aus dem Spiegel von 1982:
"Siemens beschäftigt noch rund 338 000 Mitarbeiter, bis Ende 1982 sollen es fünf bis sieben Prozent weniger sein. Das heißt, daß 17 000 bis 24 000 Arbeitsplätze verlorengehen – sei es durch Nichtersatz der Fluktuation, vorzeitige Pensionierungen oder Entlassungen. Auch früher hatte Siemens zumindest im Inland in ähnlichem Umfang seine Belegschaft reduziert, so wurden Mitte der sechziger Jahre innerhalb von zwölf Monaten 16 000 Arbeitsplätze gestrichen und so verringerte der Vorstand die Mitarbeiterzahl 1974 bis 1976 um etwa 25 000 – nur ging das alles fast lautlos über die Bühne."

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alterschwede10 08.05.2019, 04:51
82. Unvermeidlich

Mein vierzigjähriges Dienstjubiläum werde ich wohl nicht mehr „beim Siemens“ erleben. Allen Kolleginnen und Kollegen, die (wie oben) noch immer alten AKW „Herrlichkeiten“ nachtrauern oder über angebl. Investitionsunsicherheit klagen, rufe ich zu: Hört auf zu träumen und akzeptiert die globale Nachfragekrise für große rotierende Maschinen. Auch der Pferdekutscher hatte einst dem König sein Leid geklagt, als die Dampfloks seinen „Markt“ angriffen. Das ist eine eines qualifizierten (Siemens-)Ingenieurs oder Kauffrau/-mannes nicht würdige Sicht der Dinge. Fakt ist, dass wir eine andere Energieversorgung brauchen und dass nur noch in China eine nennenswerte Nachfrage nach grossen Gasturbinen herrscht, um dort aus der dreckigen Kohleverstromung ( an der Siemens einst gut verdiente...) dringend in unser aller Interesse auszusteigen. Im Kapitalismus gibt es weder Job- noch Standortgarantien. Selbst ein „volkseigener“ Betrieb Siemens Gas and Power müsste sich dem dramatischen globalen Nachfrageeinbruch stellen. Mein Tipp: Siemens Mobility sucht derzeit massiv neue Kolleginnen und Kollegen. Sofern man sich auch eine berufliche Zukunft ausserhalb der kleinen, heilen Erlanger Welt vorstellen kann...

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transatco 08.05.2019, 06:27
83. Sorry, aber das ist ewiggestrig!

Zitat von didel-m
wenn man gemerkt hat, daß der Strom eben doch nicht bloß aus der Dose kommt und man wieder auf stabile Energieversorgung setzt. Inzwischen hat dann irgendeine Fernost-Bude die Technologie in der Hand und verkauft sie mit schlechterer Qualität teuer nach D.
Die Zeit der fossilen Energieträger ist definitiv abgelaufen!
Egal ob im Kraftwerk oder im PKW! Wer darauf setzt, wird in 10 Jahren nicht besser dastehen, als die Pferdenarren, die weiter auf Kutschen gesetzt haben als das Auto erfunden war!

Und Atomstrom verbietet sich für einen halbwegs moralischen Menschen von selbst! Es gibt auf der ganzen Erde bis jetzt kein sicheres Endlager und wird es auch nicht geben! Entweder wir bringen den Nuklearabfall zum Mars oder...

Erneuerbare Energien schaffen spielend, das was man wirklich an Energie braucht! Und wer z.B. nicht mal mehr seinen Kofferraum ohne Hilfsmotor schließen kann, sollte das Autofahren mangels Fitness lieber ganz sein lassen! Und daß, wenn wir die Zukunft unserer Kinder nicht komplett versauen wollen, Energieverbräuche reduzieren müssen, können auch nur jene abstreiten, welche die Erde noch immer für eine Scheibe halten!

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mhwse 08.05.2019, 07:48
84. das System heißt Kapitalismus

Zitat von olivk
Als Mitarbeiter von Siemens und auch bei Energy tätig, kann ich nur sagen, selber schuld liebe Politik. Warum läuft denn das Kraftwerksgeschäft nicht? - Weil für die Betreiber in Deutschland keine Investitionssicherheit besteht, was seit der plötzlichen Abschaltung der KKW für alle offensichtlich zu sehen war. Dazu kommen weitere planwirtschaftliche Massnahmen, die am Ende dazu führen, dass heute kein Kraftwerksbetreiber sagen kann, ob sich für ihn ein Kraftwerksbau noch lohnt oder ob nicht in ein paar Jahren alle Gesetze und Richtlinien hinfällig sind. Das ganze ist ein wunderbares Beispiel für Eingriffe der Politik in die Wirtschaft, die nicht nur nichts bringen, nebenbei extrem teuer sind, sondern auch Wirtschaftszweige und damit am Ende Arbeitsplätze zerstören.
und nicht ABM - und Kaffee für alle ab 8:00 - Arztbesuch im 10:00, Urlaub und Kur alle paar Wochen.
Das wünschen sich einige - da müssten sie/Sie aber anders wählen - Turbinen würde man in einem solchen System, das sich dann an sauberer Umwelt und am Menschen orientiert, aber auch eher weniger brauchen.
Wenn Sie also am Profit überdurchschnittlich beteiligt sein wollen - läuft das eben so.
Dass da so genannte Arbeiterparteien immer das Paradoxon von gerechten Löhnen und Vollbeschäftigung - ohne Beteiligung der Mitarbeiter am Risiko verkaufen wollen - ist eine andere Sache.
Dass man mit Firmenanteilen auch Verluste mit bekommen kann wird ja dann in der "revolutionären" Rede nicht so detailliert gesagt ..
Die Priorität wäre sicherer Wohnraum + Energie/Lebensmittel + sauber Umwelt. (für Alle) Dann kommt ggf. der eigene Profit - auch für die Klattens und Kaesers des Planeten.
Müssen aber alle erst akzeptieren.
Im Übrigen wäre Kernkraft die sauberste Lösung (müsste halt mit schwerem Wasserstoff als Treibstoff laufen ..) - wenn da die Politik rechtzeitig investiert hätte - aber das wurde jahrelang als Spinnerei abgetan und nur minimal gefördert (dafür ist jetzt alles voll mit Windkraftanlagen ..) - würden ggf. auch weiterhin Turbinen benötigt - jedenfalls nach traditioneller Vorstellung ..

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Rindi 08.05.2019, 08:49
85.

Zitat von olivk
Als Mitarbeiter von Siemens und auch bei Energy tätig, kann ich nur sagen, selber schuld liebe Politik. Warum läuft denn das Kraftwerksgeschäft nicht? - Weil für die Betreiber in Deutschland keine Investitionssicherheit besteht, was seit der plötzlichen Abschaltung der KKW für alle offensichtlich zu sehen war. Dazu kommen weitere planwirtschaftliche Massnahmen, die am Ende dazu führen, dass heute kein Kraftwerksbetreiber sagen kann, ob sich für ihn ein Kraftwerksbau noch lohnt oder ob nicht in ein paar Jahren alle Gesetze und Richtlinien hinfällig sind. Das ganze ist ein wunderbares Beispiel für Eingriffe der Politik in die Wirtschaft, die nicht nur nichts bringen, nebenbei extrem teuer sind, sondern auch Wirtschaftszweige und damit am Ende Arbeitsplätze zerstören.
Ich arbeite selber für Siemens GP (Energy ist schon lange her) und sage dazu nur: Wenn man keine Ahnung hat....

Schau Dir doch mal bitte an wie viele Gas- und Dampfkraftwerke in D stehen bzw. im Bau sind und wie viele außerhalb. Und wenn Deutschland heute GUD Kraftwerke verbieten würde, würde das auf dem Weltmarkt keiner merken. Die Musik spielt, was GUD Anlagen betrifft mit Sicherheit nicht in Deutschland.

Aber Hauptsache mal polemisch werden

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M.Wissmann 08.05.2019, 11:09
86. Großer Fehler!

Große Gasturbinen werden demnächst in großem Maßstab gebraucht; spätestens dann, wenn die Atommeiler und Kohlekraftwerke stillgelegt werden, kommt die Stunde der GuD-Kraftwerke. Wie soll sonst die Stromversorgung in Deutschland sichergestellt werden - der Wind bläst nicht permannet und die Sonne scheint nicht nachts??? Speichertechnologien sind zu teuer. Spätestens, wenn die Grünen eine hohe CO2-Bepresiung durchsetzen, ist Gas vorrangig am Markt.

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redwed11 08.05.2019, 12:46
87.

Zitat von dieter77
Der Autor sollte seine Hausaufgaben machen oder einen Experten hinzuziehen. Spin-offs sind nicht aussergewoehnlich in diesen Situationen, sondern die Norm. Die Aktien werden auch nicht verschenkt, sondern das Eigenkapital des Unternehmens wird aufgeteilt und die existierenden Aktionaeren halten statt einer eben zwei Aktien -- was es wesentlich leichter macht, die Aktien in die Haende jener zu bringen, die tatsaechlich am Wachstum des respektiven Unternehmens interessiert sind. Mit Verzweiflung hat dies in keinster Weise etwas zu tun: es ist der richtig (und gemeinhin auch der steuerlich effizienteste Schritt), um eine Separation anzustreben.
Welch eine nette Umschreibung für das Zerschlagen eines der renommiertesten deutschen Unternehmen. Es geht einzig und allein darum, dass sich die sogenannten institutionellen Anleger von einer Zerschlagung mehr kurzfristige Rendite versprechen. Heuschrecken wie Black Rock sind für solche Zerschlagungen bekannt. Am Ende bedeutet das, in absehbarer Zeit wird es Siemens nicht mehr geben da es für den kurzfristigen Gewinn der Heuschrecken geopfert wurde. Das Ende des Ausschlachtens des Unternehmens wird dann der Verkauf des Namens Siemens nach Fernost sein, die dann unter den Namen Siemens irgendwelchen Schwund herstellen. Auf der Strecke bleiben dabei die Beschäftigten. Denn die Menschen sind für die Abwracker wie Black Rock völlig bedeutungslos. Aber so verschwindet wieder ein traditionelles deutsches Unternehmen von der Bildfläche, geopfert den kurzfristigen Rendite Interessen sogenannter Investoren. Da hat Herr Merz bestimmt wieder die richtigen juristischen Ratschläge zum Abwracken von Siemens gegeben. Einen weiteren Gewinner wird die Beerdigung von Siemens noch haben, das wird Josef Käser mit einer Millionen Abfindung sein.
Wie hieß einmal ein Buchtitel "Deutschland schafft sich ab". Wie wahr, auch im Hinblick auf Siemens.

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carlo-net 08.05.2019, 19:48
88. Werner von Siemens dreht sich im Grab um

Joe Kaeser ist Betriebswirt, kein Ingenieur und Technikfreak. Aus meiner Sicht ist seine Entscheidung grundfalsch und kurzsichtig, denn früher oder später wird man wieder große Kraftwerke auf der ganzen Welt und auch in Deutschland brauchen (wenn nicht Kernkraft oder Kohle, dann Erdgas). Kaeser betreibt die Deindustrialisierung Deutschlands munter voran. Schade, dass ihn ein kluger Aufsichtsrat nicht stoppt. Was macht Werner von Siemens? Er dreht sich im Grab um und kann das nicht mehr mit ansehen!

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spdf 08.05.2019, 21:22
89. re

Zitat von M.Wissmann
Große Gasturbinen werden demnächst in großem Maßstab gebraucht; spätestens dann, wenn die Atommeiler und Kohlekraftwerke stillgelegt werden, kommt die Stunde der GuD-Kraftwerke. Wie soll sonst die Stromversorgung in Deutschland sichergestellt werden - der Wind bläst nicht permannet und die Sonne scheint nicht nachts??? Speichertechnologien sind zu teuer. Spätestens, wenn die Grünen eine hohe CO2-Bepresiung durchsetzen, ist Gas vorrangig am Markt.
Die Kosten für Speichertechnologien gehen rasant runter. In den USA ist Strom aus "Erneuerbaren Energien" selbst in Verbindung mit Speichertechnologien mittlerweile billiger als Strom von Kohlekraftwerken. In den USA werden seit einigen Jahren Kohlekraftwerke geschlossen. Momentan sind zwar eine ganze Reihe GUD Kraftwerke in Planung, aber teilweise können selbst die in der Kostenfrage nicht mehr mithalten.

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