Forum: Wirtschaft
Abstieg des Modekonzerns: Die Fehler der H&M-Erben
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Seit neun Jahren führt Karl-Johan Persson den Konzern H&M. Jetzt bricht der Gewinn ein, und es zeigt sich: Die ruhige Hand des Gründer-Enkels war einfach viel zu ruhig.

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PremiumB 28.03.2018, 08:41
10. Komischer Artikel

Wegen eines Fehlers wird nicht sofort gefeuert und die Besitzer schirmen ihr Familienleben ab. Sollen das jetzt Kritikpunkte sein? Und wen interessieren fair produzierte Produkte? Nur einer Randgruppe, da hat der Artikel recht. Zwar wettern alle gegen Kinderarbeit, Massentierhaltung, schlechte Arbeitsbedingungen und kaufen dann beim Discounter Fleisch zu Spottpreisen und bei Zara Kleidung ebenfalls zu Spottpreisen. Und immer mit den Worten "wer kann sich denn höhere Preise erlauben?" Verstauen dann ihre Einkäufe in ihr fast neues, sehr gepflegtes Auto (das Geld für die samstägliche Reinigung wird selbstverständlich nicht in Frage gestellt) und freuen sich auf ihren All-Inklusive-Türkeiurlaub. Da weiß man, wo die Prioritäten liegen.
Natürlich, wenn man dem Forum hier glaubt haben wir ja alle nur unterbezahlte, prekäre Beschäftigungsverhältnisse und Deutschland steht kurz vor der totalen Verelendung.

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HeinzOtto 28.03.2018, 09:22
11. Selbst Schuld

Die Herrenabteilung ist ein Witz. Von den Größen, die dort erhältlich sind, möchte ich nicht mal sprechen.

Mittlerweile habe ich mir eine Marke ausgesucht. Größe und Passform sind da immer identisch. Da kann ich quasi blind bestellen.

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AdK 28.03.2018, 09:48
12.

Ich würde auch Fehlentscheidungen bezüglich Design und Qualität der Ware als Grund aufführen. Habe vor ein paar Jahren noch dort gekauft. Nach 2x waschen war jedes Teil verzogen.
Zum aktuellen Design kann ich mich (bei Herren) nur Wundern wer das eig noch anzieht. Vieles davon Sieht einfach lächerlich aus.

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slyberlin 28.03.2018, 09:54
13. Die, die den Hals nicht voll bekommen

Die Familie P. zählt zu den reichsten Familien Schwedens. Bis Stefan P. die Geschäfte führte waren die Qualität und Preise annehmbar. Das ließ aber schlagartig nach, als erst Manager von außen und dann der Junior an die Macht kamen. Man produzierte nur noch aus einfachen Stoffen in ausbeutenden Betrieben. Dazu kommt die Behandlung des Personals. Keine Vollbeschäftigung, nur Einsätze, wie es dem Unternehmen gefällt. Wenn dem deutschen Verbraucher etwas wichtig ist, ist es ein niedriger Preis und eine gute Bezahlung des Personals. Dass Beides nicht möglich ist, versteht er nicht. Also geht er zu einem noch billigerem Anbieter. Da ist es egal, ob das Kleidungsstück den ersten Waschmaschinengang übersteht. Auch die anderen Billiganbieter werden noch an ihre Grenzen stoßen. Die Qualität muss besser werden, auch wenn dadurch der Preis höher wird. Man muss sich nicht jede Woche neue Klamotten kaufen und die Inhaberfamilien glücklich machen.

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katjastorten 28.03.2018, 10:13
14. Nr 10

Ich bin immer hocherfreut, wenn ich eine Meinung finde, die sich mit meiner deckt. Qualität in Deutschland (Kleidung/ Essen/ Reisen) ist nicht gefragt und wird nicht bezahlt, Ausnahmen gelten nur für Autos und Technik.
Das erklärt doch alles. Andere sind billiger als H&M, also zieht der Tross weiter, egal woher die Ware kommt und wie sie hergestellt wird und egal wie reich oder arm die Kunden sind.
Das wird sich nicht ändern.
By By H&M!

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schwarzsauer 28.03.2018, 10:35
15. Hanebüchene Unternehmensführung & Miese Qualität

Zitat von at.engel
Der Unterschied zwischen H&M und den anderen Marken, an die ich hier denke, ist nur, dass ich bei H&M schon immer das Gefühl hatte, die produzieren nur Müll.
Richtig, aber auch hier ist der Müll noch mülliger geworden. Waren es in den 90ern vor allem schlechte Nähte, kamen in den 2000ern (als ein Beispiel) die immer dünner werdenden Stoffe hinzu. Da mag der eine oder andere am Anfang noch gedacht haben, dass H&M auf der Transparentwelle mitschwimme. Aber natürlich lag dahinter der Zwang eines Börsenunternehmens zur Gewinnsteigerung und der grenzdebile Glaube, dass dies - wie bei der Expansion des Weltalls - auch hier unendlich möglich wäre.

Umso weniger tut es mir leid, wenn die Unternehmensführung jetzt aufgeregt versucht, neue Verkaufskonzepte zu ersinnen, und etwa Cafés in die Läden einbauen will, statt am eigentlichen Problem, der Produktqualität, zu arbeiten. Da kulminiert die Berufsblindheit dann in Irrwitz.

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p2063 28.03.2018, 10:46
16. keine Veränderungen?

Man muss doch bloß mal den Katalog von vor ein paar Jahren mit dem heutigen Vergleichen. Da soll es keine Veränderungen gegeben haben? Man bekommt ja nicht mal mehr ein paar einfache, normal geschnittene, halbwegs businesstaugliche Hemden. Nur noch ultra slim in irgendwelchen abstrakten Farben und Mustern bei den Herrn, die Damenmode schwankt irgendwo zwischen alltagsuntauglichen Laufstegstücken und Vorhängen die nur ab einer Körpergröße von 2 Meter bei unter 5% Körperfett tragbar sind.

H&M hat aus Angst vor der Primark-Konkurrenz die normale, qualitativ gute Kleidung bis auf ganz wenige Reste komplett aus dem Sortiment genommen und jetzt klafft da eine Lücke zwischen billigstem Kleidungsramsch und Laufstegmode die niemand braucht.

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noethlich 28.03.2018, 10:49
17. Gratulation zum Rückgrat

Einen Manager nicht aufgrund eines Twitter-Shitstorms zu feuern, zeugt von Rückgrat. Ich hoffe, sie finden einen Weg aus der Krise, die Dominanz von Inditex ist zu stark.

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frankfurtbeat 28.03.2018, 11:19
18. das ...

das Problem liegt m.E. auch am Preis-Leistungsverhältnis - diese Qualität bekommt der Kunde auch in anderen Ketten zu einem niedrigeren Preis. Persönlich meide ich diese Qualität - kaufe lieber ein gutes Teil und brauche keinen berstenden Kleiderschrank. Viele clevere Jugendliche sind in Tauschbörsen unterwegs oder kaufen auf Klamottenmärkten used labels zum Spottpreis ...

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mens 28.03.2018, 11:19
19. Mob-Denke

Den Verantwortlichen im Marketing nicht zu feuern, weil er kein Problem mit dem Affen-Spruch gesehen hat oder übersehen hat, ist also ein Zeichen der Schwäche des Unternehmens? Im Gegenteil: erst wenn ein solcher Spruch keine Wellen mehr schlägt (so wie bei der Mutter des Kindes) sind wir in einer besseren Welt angekommen. Der Wunsch nach Lynch-Handlungen scheint auch in diesem Jahrtausend nicht abgenommen zu haben. Sollte das Unternehmen scheitern, weil es nicht so denkt, hat nicht die Firmenführung ein Problem, sondern die Gesellschaft. Denn wenn man u.a. Untergeht, weil man etwas weniger Ausbeutung bei der Produktion betreibt, stimmt grundsätzlich etwas nicht. Und das geht über den Horizont des Mammons hinaus. @8: den exakt selben Vergleich habe ich letztens in der Dessous-Abteilung stehend auch geäußert. Männer gehören eben nur als Jackenhalter in diesen Laden.

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