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Abstiegsängste: Der große Hartz-Schock kommt erst noch
DPA

Wie schnell geht es nach unten? Aktuell ist das Risiko, auf Hartz IV abzustürzen, eher gering. Doch das wird sich im nächsten Abschwung dramatisch ändern - und könnte verheerende Folgen haben. Es ist Zeit vorzusorgen.

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KlausMeucht 13.04.2018, 16:20
110. Die Faulen unterstützen

Zitat von Freier.Buerger
Niemand muss sich vesklaven, aber warum sollten Sie oder ich arbeitsunwilligen jeden Monat 1000€ schenken?
Das machen Sie doch jetzt schon regelmäßig beim Einkauf, bzw. wenn Sie die Miete oder Strom zahlen. Leider auch wenn Sie sparen, denn die meisten die Sparen ohne es zu merken in Wirklichkeit für die Anderen.

Es ist nicht transparent wieviel von dem Geld an dijenigen gehen, die ohne Arbeit immer reicher werden. Meist wandert das Geld zu denjenigen die mit Kapitalgeschäften deutlich höhere Renditen erzielen als das Wirtschaftswachstum es hergibt.

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eulenspiegel1979 13.04.2018, 16:20
111.

Zitat von Freier.Buerger
Seit Beginn der Industrialisierung wurde zuerst mechanisiert und dann seit 50 Jahren automatisiert. Trotz unser mittlerweile gigantisch hohen Produktivität gibt es aktuell mehr Arbeit und mehr Jobs als je zuvor in diesem Land. Die Entwicklung dreht sich jetzt auf einmal um? Einen schönen Gruß an die Maschinenstürmer von vor 200 Jahren, Sie werden auch jetzt nicht recht behalten.
Doch werden Sie, da die Digitalisierung den Faktor Mensch weitestgehend ersetzen kann. Die Weitsicht, das Maschinen dies auf lange Sicht nicht können, fehlte den Maschinenstürmern damals. Bisher benötigte eine Maschine immer einen Menschen, der sie führt oder kontrolliert. Das ist aber mit der Digitalisierung vorbei. Die Maschine arbeitet allein, digital gesteuert. Lediglich die Wartung oder Fehleranalyse übernimmt noch ein Mensch, allerdings ein Spezialist. Natürlich werden auch im Rahmen der Digitalisierung neue Jobs entstehen. Allerdings wie zu Zeiten der Industrialisierung und Automatisierung auch, nicht von heute auf morgen. Schon allein daher nicht, weil kaum jemand die Anforderungen der neuen Aufgaben absehen kann und sich dahingehend weiterbilden kann. Und selbst wenn, würde man wiederum bürokratische Hürden überwinden müssen, wie z.B. einen erforderlichen Bildungsabschluss. Sie können z.B. keinen Vertragssachbearbeiter, der sein Leben lang Verträge in einen PC getackert hat und eine bürokaufmännische Ausbildung hat von jetzt auf gleich zu einem IT-Spezialisten transformieren, der versteht und beheben, wenn der dunkel laufende digitale Prozess, der seine Tätigkeit in Millisekunden übernimmt, einen Schluckauf hat. Sie können keinen Taxifahrer oder LKW-Fahrer zu einem autonom fahrenden PKW oder LKW weiterentwickeln. Natürlich können Sie einige wenige dieser Leute in eine Art Leitstelle stecken, aber nur einen verschwindend kleinen befähigten Bruchteil. Allein in der Verwaltungs, Versicherungs- und Finanzbranche werden in den nächsten 5-10 Jahren tausende Arbeitsplätze ersatzlos wegfallen. Wer soll diese Menschen beschäftigen?

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Das Rätsel 13.04.2018, 16:20
112. Nichts aus der Wirklichkeit

Sowohl der Artikel über Hartz-4 wie auch die Leserkommentare bezeugen eine erstaunliche Unwissenheit. Es geht darin kein einziges Mal worum es tatsächlich in der Wirklichkeit geht.
Das Erleben dieses Systems ist leider nicht in sprachlicher Beschreibung zu vermitteln. Und daher versuche ich das auch gar nicht. Jeder dieser klugen Schreiber müsste erst da hinein. Und zwar so richtig und ganz und gar. So warte ich geduldig dass ein ordentlicher Teil der Mittelschicht hier Erfahrungen sammelt. Aber: das Erleben dieses Systems ist leider nicht in sprachlicher Beschreibung zu vermitteln. Jeder von Euch ist dann auf einmal ganz allein. Und das ist nur ein unbedeutender Aspekt des Ganzen.
Also erst erleben und dann eine Meinung, die ernst genommen werden kann, von sich geben.

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lock_vogell 13.04.2018, 16:21
113.

Zitat von Freier.Buerger
zu 1.) Sie glauben doch nicht ernsthaft, dass jemand der sich jetzt in H4 eingerichtet hat und nicht bereit ist für 1914,- EUR p.m. halbwegs zuverlässig eine einfache Arbeit zu verichten, dann für nochmal 300,- mehr als liebenswerter motivierter Kollege auftritt... zu 2.) Der Steuerzahler, also auch ich, subventioniert bei 1914,- brutto nicht unser Unternehmen, sondern den, den ich gegen 10:00 aus Versehen telefonisch wecke, weil er nicht zum vereinbarten Vorstellungsgespräch kam, und er mir dann sagt, dass er auch an den nächsten Tagen keine Zeit und Interesse haben wird.
und diese leute wird es immer geben, egal was man sich für instrumente ausdenkt, aber dafür dann den ganzen rest abstrafen?
es geht ja auch nicht darum ALG1 bis zum lebensende zu bekommen, aber eine gestaffelte bewilligungslänge ist mehr als überfällig...
jemand der über 50 ist und über 20 jahre davon jedemenge steuern und sozialabgaben gezahlt hat, sollte gefälligst mehr als 1 jahr lang ALG1 bekommen...

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KlausMeucht 13.04.2018, 16:29
114. Solidarität Alt gegen Jung

Zitat von crazy_swayze
Solidarität heißt für die meisten, der Staat muss mir ein tolles Leben ermöglichen und mir ist egal, woher das Geld dafür kommt. Genau aus dieser Denke heraus wird in Deutschland schon der Single maßgeblich benachteiligt um Familien zu subventionieren,
Ich bin Single. Mir wird viel abgezogen. Aber das ist auch fair.
Erstens habe ich als Single mehr Möglichkeiten, da ich nicht ortsgebunden bin und meine beruflichen Entscheidungen nicht absprechen muss.

Zweitens profitiere auch ich von einer Gesellschaft in der die Menschen fair und anständig miteinander umgehen. Ich bin dankbar für jeden der seine Kinder halbwegs anständig erzieht.

Es wird die Zeit kommen da wird jemand meinen Hintern putzen müssen. Deshalb bin ich gerne als Single solidarisch, schon alleine aus Eigennutz. Spätestens im Alter werde ich die Solidarität der anderen benötigen.

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Freier.Buerger 13.04.2018, 16:41
115. der böse Kapitalinvestor

Zitat von KlausMeucht
Das machen Sie doch jetzt schon regelmäßig beim Einkauf, bzw. wenn Sie die Miete oder Strom zahlen. Leider auch wenn Sie sparen, denn die meisten die Sparen ohne es zu merken in Wirklichkeit für die Anderen. Es ist nicht transparent wieviel von dem Geld an dijenigen gehen, die ohne Arbeit immer reicher werden. Meist wandert das Geld zu denjenigen die mit Kapitalgeschäften deutlich höhere Renditen erzielen als das Wirtschaftswachstum es hergibt.
Es gibt m.E. nur wenige Leute, die wirklich nichts tun. Der Kapitalinvestor verleiht sein Kapital. Er entscheidet damit mindestens mittelbar in welche Firma, Technologie, Maschine, Standort... investiert wird. Daraus entstehen neue Möglichkeiten der Wertschöpfung etc. Wenn der Investor damit etwas verdient, dann zurecht. Transparenz hin oder her.
Wieviel von dem Geld, welches ich freiwillig für Produkte und Leistungen ausgebe bei wem landet, egal.
Ganz transparent ist aber, dass die, die das Amt schickt, und die definitiv nicht arbeiten wollen, das Steuergeld fürs Nichtstun bekommen.

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phg2 13.04.2018, 16:56
116.

Zitat von KlausMeucht
Ich bin Single. Mir wird viel abgezogen. Aber das ist auch fair. Erstens habe ich als Single mehr Möglichkeiten, da ich nicht ortsgebunden bin und meine beruflichen Entscheidungen nicht absprechen muss. Zweitens profitiere auch ich von einer Gesellschaft in der die Menschen fair und anständig miteinander umgehen. Ich bin dankbar für jeden der seine Kinder halbwegs anständig erzieht. Es wird die Zeit kommen da wird jemand meinen Hintern putzen müssen. Deshalb bin ich gerne als Single solidarisch, schon alleine aus Eigennutz. Spätestens im Alter werde ich die Solidarität der anderen benötigen.
Grundsätzlich sehe ich das auch so.
Aber seien Sie sich der Solidarität anderer nicht so sicher.
Oder haben Sie schon mal einen ALG II Bezieher oder Eltern gehört, die sich dafür interessieren wie viel Ihnen da jeden Monat abgezogen wird? Oder gar ein "Whow, so viel...........Danke!"
Außer ev. mal von alten Menschen - Soviel verdienen Sie! Und was bleibt da übrig? Oh, das kann doch gar nicht sein!

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Troll-Oberkommando 13.04.2018, 16:59
117.

Das Problem ist, dass der Regelsatz und die Mindestlohnschwelle des 1.Arbeitsmarktes zu dicht beieinander liegen, sodass nicht wenige der Ansicht sind der reguläre Weg lohnt sich nicht. D.h. Harz 4 und nebenher Schwarzgeld/Illegal.

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Freier.Buerger 13.04.2018, 17:01
118.

Zitat von eulenspiegel1979
Doch werden Sie, da die Digitalisierung den Faktor Mensch weitestgehend ersetzen kann. Die Weitsicht, das Maschinen dies auf lange Sicht nicht können, fehlte den Maschinenstürmern damals. Bisher benötigte eine Maschine immer einen Menschen, der sie führt oder kontrolliert. Das ist aber mit der Digitalisierung vorbei. Die Maschine arbeitet allein, digital gesteuert. Lediglich die Wartung oder Fehleranalyse übernimmt noch ein Mensch, allerdings ein Spezialist. Natürlich werden auch im Rahmen der Digitalisierung neue Jobs entstehen. Allerdings wie zu Zeiten der Industrialisierung und Automatisierung auch, nicht von heute auf morgen. Schon allein daher nicht, weil kaum jemand die Anforderungen der neuen Aufgaben absehen kann und sich dahingehend weiterbilden kann. Und selbst wenn, würde man wiederum bürokratische Hürden überwinden müssen, wie z.B. einen erforderlichen Bildungsabschluss. Sie können z.B. keinen Vertragssachbearbeiter, der sein Leben lang Verträge in einen PC getackert hat und eine bürokaufmännische Ausbildung hat von jetzt auf gleich zu einem IT-Spezialisten transformieren, der versteht und beheben, wenn der dunkel laufende digitale Prozess, der seine Tätigkeit in Millisekunden übernimmt, einen Schluckauf hat. Sie können keinen Taxifahrer oder LKW-Fahrer zu einem autonom fahrenden PKW oder LKW weiterentwickeln. Natürlich können Sie einige wenige dieser Leute in eine Art Leitstelle stecken, aber nur einen verschwindend kleinen befähigten Bruchteil. Allein in der Verwaltungs, Versicherungs- und Finanzbranche werden in den nächsten 5-10 Jahren tausende Arbeitsplätze ersatzlos wegfallen. Wer soll diese Menschen beschäftigen?
Keine Generation hatte eine Ahnung in welchen Jobs die nächste Generation arbeiten wird. Den von Ihnen genannten Sachbearbeiter am PC gab es vor 40 Jahren noch gar nicht. Die Millionen Landarbeiter, Bergarbeiter, Textilarbeiter gibt es nicht mehr und vielleicht gibt es in 10 Jahren nur noch wenige Sachbearbeiter bei Banken und Versicherungen. Dafür gibt es jetzt Webdesigner, Spiele- /App-Entwickler, und Youtuber... Sicher werden meine Enkel Jobs machen, die keiner von uns jetzt auf dem Schirm hat. Aber ich bin mir tausend Prozent sicher, dass die Menscheit und wir uns in Europa besser entwickeln werden, wenn wir optimistisch in die Zukunft blicken und uns die Freiheit nehmen die sich bietenden Chancen zu ergreifen.
Und ja, die zukünftigen Millionen, die in den 90ern oder 2000ern Sachbearbeiter o.ä. geworden werden, werden es in Zukunft schwer haben komplexe Maschinen zu betreuen. Die brauchen wieder Unternehmer, die neue Bedarfe erkennen, Chancen nutzen und neue Arbeitsplätze darum aufbauen. Also lasst es uns denen nicht zu schwer machen.

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VormSpiegel 13.04.2018, 17:07
119. Thema das viele niemals verstehen können

Wer selbst gesund ist und eine ebenso gesunde Familie hat, der wird praktisch unter Garantie ein glückliches Leben haben und zwangsläufig eine Arbeit finden.
Sobald das Leben dazwischen funkt oder die Startbedingungen schon schlecht sind, geht es eben ganz schnell abwärts und da hilft einem keiner, wenn keine Familie da ist, dann ist man auf sich alleine gestellt und bei den Ämtern ist es ein Russisches Roulette ob man einen hilfreichen Beamten bekommt oder einen der einen der sadistische Züge hat. Das klingt krass, aber es ist die Realität.
Allein das Umfeld macht viel aus. Lebt man in einer Gegend in der Arbeitslosigkeit irgendwo dazu gehört kommt man da weitaus schwerer heraus und wer allgemein Depressive Züge bekommt und seine Zukunfts-Aussichten verliert, sich hier hinzustellen und diese Menschen noch als "faul" zu bezeichnen ist einfach blanker Hohn und ist nur einer von vielen Stichen.
Jemand der wirkliche lange Arbeitslos ist der ist entweder wirklich tief verzweifelt, oder hat sich damit einfach arrangiert und nutzt das System in irgendeiner Weiße aus zu seinem Vorteil. Beides gibt es und der ein oder andere Arbeitslose verdient sich eben Schwarz was dazu, oder sonstiges.
Wer sich von seinem Leben mal etwas versprochen hat und dann abrutscht, der braucht irgendeine Rückendeckung durch Familie, Freunde und Umgebung , ohne Hilfe verliert man schnell alles und so ein Totalverlust hat psychische Folgen die es ab einem Level einfach unmöglich machen sich selbst zu helfen.
Einfach nur Geld zu überweisen bedeutet nur das man nicht tot umfällt. Echte Hilfe sieht anders aus und das kann man nur nachvollziehen wenn es einem selbst mal wirklich schlecht ging und man wird heil froh sein das man irgendeine Hilfe bekommen hat.
Wer das Glück hat niemals in so eine Situation zu kommen, soll sich wahnsinnig glücklich schätzen und eine entsprechende Demut an den Tag legen, da es nicht allen so geht.

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