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Abstiegsängste: Der große Hartz-Schock kommt erst noch
DPA

Wie schnell geht es nach unten? Aktuell ist das Risiko, auf Hartz IV abzustürzen, eher gering. Doch das wird sich im nächsten Abschwung dramatisch ändern - und könnte verheerende Folgen haben. Es ist Zeit vorzusorgen.

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hanstreffer 13.04.2018, 13:54
40. Gewinnen wird

Wer jedem, der weniger als 1000 Euro Rente bekommt eine Aufstockung um 500 Euro verspricht. Das wird ganz schnell gehen und ich wähle die auch.

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Leser161 13.04.2018, 13:54
41. Eben nicht zielführend

Zitat von duke_van_hudde
.... Wer zur Mittelschicht gehört die hier Abstiegsängste haben verdient ja in Deutschland zur Zeit recht gut. Diese Leute könnten locker wenn sie wollen 30-40 % ihres Gehaltes sparen und sinnvoll investieren. ...
Ich spare eigentlich gerne, zwar nicht 30%-40% aber ich spare. Der grausame Witz ist doch, das sie einem fürs Sparen erst recht den Vogel zeigen:

Wenn ich 30%-40% sparen würde, dann müsste ich mit meiner Familie auf 3ZKB wohnen und uns auch sonst einschränken.

Und wenn ich arbeitslos werden würde und nichts Neues finden würden, dann müsste ich das sauer Gesparte erstmal aufbrauchen, bis ich Hartz IV bekäme.

Da wäre es besser alles rauszuhauen und im Falle einer längeren Arbeitslosigkeit direkt Hartz IV zu bekommen.

Ich finde halt nur das es umgekehrt sein sollte. Wer spart soll was davon haben, statt das man sagt "Oh schön Du hast Geld, dann brauchen wir dir ja nicht helfen". Da fühlt man sich doch irgendwie veräppelt.

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so-long 13.04.2018, 13:55
42. Abgabenquote 50%

Wie soll ein Normalo bei einer solch horrenden Abgabenlast irgendwelche Reserven bilden, um eine längere Trockenperiode zu überstehen? Soviel Autonomie ist politisch -egal, welches Lager- überhaupt nicht erwünscht! Lieber die Leute am kurzen Gängelband halten. Nach jedem wirtschaftliche Abschwung geht`s auch wieder aufwärts -auch wenn man es nicht glauben mag.

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christian-h 13.04.2018, 13:55
43. Angabe

Zitat von Freier.Buerger
Die Entwicklung dreht sich jetzt auf einmal um? Einen schönen Gruß an die Maschinenstürmer von vor 200 Jahren, Sie werden auch jetzt nicht recht behalten.
Ja, weil sich die Bedingungen ändern.
Es gibt genug Wissenschaftler die sich mit diesem Thema intensiv auseinander setzen. Deren Studien sollten Sie eventl. mal lesen.

Das wir immer mehr Jobs haben wird stimmen, nur stellt sich die Frage ob man von dem Gehalt dieser Jobs auch in Deutschland vernünftig leben kann.
Nicht umsonst arbeiten fast 1/4 aller Beschäftigten im Niedriglohnsektor. Die Auswirkung auf die Rente haben Sie da sicher auch mit einkalkuliert.

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syracusa 13.04.2018, 13:56
44.

Zitat von Leser161
Arbeitsplatzverlust durch Insolvenz oder Fusion existiert real. Das Einstellungshindernis Alter 50+ existiert real. Gleichzeitig steht die Rente mit 67 im Raum. Reale Gefahren die kein Angestellter abwehren kann. Gleichzeitig bedeutet Hartz IV den Verlust von allen Dingen die man sich in seinem Leben angespart oder aufgebaut hat. Du kannst noch soviel gelernt, aufgebaut und Steuern gezahlt haben. Ggf. Jobverlust mit 50+und das wars. Du wirst genauso behandelt werden wie einer der das nicht getan hat. Das macht zornig und das ist keine diffuse Angst.
Naja, diffus ist die Angst vor dem sozialen Abstieg bei denen vorhanden, die eher kaum Gefahr laufen, Opfer der Hartz-Agenda zu werden.

IMO ist gar nicht die geringe Hartz-4-Satz das Problem. Man kann durchaus davon leben, aber man damit kaum noch an der gesdellschaftlichen Entwicklung teilhaben ode rgar zu dieser beitragen. Das ist für alle Betroffenen sehr hart, aber v.a. für die Kinder.

Das Hauptproblem der Hartz-Agenda besteht darin, dass man vor dem notwendigen und unausweichlichen Bezuug von ALG-2 erst mal alle Reserven aufbrauchen muss. Bei absehbar immer weniger dauerhaft gesicherten Arbeitsverhältnissen bedeutet das für alle, die kein Vermögen erben, dass es sinnlos ist, eigenes Vermögen zu bilden, weil das nämlich mit hoher Wahrscheinlichkeit noch vor Eintritt des Rentenalters wieder aufgebraucht werden muss.

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kingcole 13.04.2018, 13:57
45.

Zitat von crazy_swayze
Dann würden Sie (als Politiker) 99% der Erdenbürger so glücklich machen, dass sie Ihnen die Füße küssen vor lauter Dankbarkeit.
Diese Denke habe ich nie verstanden. Würden Sie auch in einen Job arbeiten, zum Beispiel als Obstpflücker, mit dem bereits ein Großteil der Bevölkerung Afrikas glücklich wäre.
Würden Sie sich auch von einen Arzt operieren lassen, von dem ein Großteil der Bevölkerung der Welt schon froh wäre, wenn sie überhaupt operiert werden würde?
Würden sie eine/ Partner/-in; einen Sportverein, etc. etc.

Warum messen sie sich nicht mit den Besten? Warum kann sich Deutschland nicht in den Sozialstandards mit den besten messen?

Zudem, wären Sie bereit, dann eben auch in prekären Hartz 4 Situationen dauerhaft zu leben, beispielsweise, weil sie auf Grund einer Krankheit keinen Job mehr bekommen?
Und das Geld, das sie "hergeben", ihre Steuern, das darf ich Ihnen verraten, wird nicht nur für Hartz 4 ausgegeben, sondern für vieles, vieles anderes.

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nickleby 13.04.2018, 13:58
46. Interessante Meinung

Der Hinweis auf die Risiken für unsere Wirtschaft ist richtig und vor dem sichabschwächenden Exportverlauf der deutschen Wirtschaft als Menetekel zu werten. Welche Gegenmaßnahmen zu treffen sind, ist den meisten unklar. Die Möglichkeit, die die USA ergriffen haben, die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes in Krisenzeiten zu verlängern, scheint eine abfedernde Lösung zu sein. Martin Schulz hat diesen Vorschlag für Deutschland unterbreiteet, aber da kein Bedarf bestand, verhallte er ungehört. Angesichts der sich abzeichnenden Entwicklung, scheint dieser Schritt zur Problemlösung angezeigt zu sein. Viel entscheidender ist aber, dass Investitiionsbereitschaft, die Zusammenarbeit in Europa gefördert werden.

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mina2010 13.04.2018, 13:58
47. Völlig korrekt,

Zitat von Leser161
Arbeitsplatzverlust durch Insolvenz oder Fusion existiert real. Das Einstellungshindernis Alter 50+ existiert real. Gleichzeitig steht die Rente mit 67 im Raum. Reale Gefahren die kein Angestellter abwehren kann. Gleichzeitig bedeutet Hartz IV den Verlust von allen Dingen die man sich in seinem Leben angespart oder aufgebaut hat. Du kannst noch soviel gelernt, aufgebaut und Steuern gezahlt haben. Ggf. Jobverlust mit 50+und das wars. Du wirst genauso behandelt werden wie einer der das nicht getan hat. Das macht zornig und das ist keine diffuse Angst.
Arbeiten lohnt nicht wirklich ... wenn es schlecht läuft, sitzt man zum Schluß als Arbeitsloser oder Rentner auf Hartz-IV-Niveau.
Da jeder zusätzliche Cent wieder abgezogen wird, fördern wir dann mal wieder die Schwarzarbeit.
Vorsorgen wird zunehmend unmöglich, da in weiten Bereichen die Entwicklung der Löhne und Gehälter weit hinter der Steigerung der Lebenshaltungskosten zurückbleiben.
Egal was die da Oben sich schön rechnen.

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charlybird 13.04.2018, 14:03
48. Selbst mit dieser realistischen Einschätzung

wird Herr Fricke die konservative Dauerunzufriedenheit nicht überzeugen können.
Das Denkschema: wer arbeiten will, der findet auch was, oder, die Arbeit kommt nicht zu einem, sondern man muss sie finden wollen, ist und bleibt so deutsch, wie eine Laubenpieperkolonie.
Das Furchtbare daran ist, dass dabei, auch durch eine zögerliche und vor allem nur wählerorientierten Politik, ein schleichender Sozialabbau stattgefunden hat, den viele Menschen (siehe #4 crazy_swayze ) überhaupt nicht begreifen und offenbar sogar goutieren, wenn sie da mit den Zahlen so vor sich her jonglieren.
Bei einigen wird das Erwachen aber sicher kommen, wenn zB. der eigene Arbeitsplatz urplötzlich verkauft wird und mit einem Mal das Alter der Qualifikation im Wege steht.
Von Schlimmerem will ich gar nicht schreiben.

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odapiel 13.04.2018, 14:06
49. Stellen Sie sich doch endlich der gefälschten Statistik!

800,000?! Daß ich nicht lache! Stellen Sie sich doch bitte erstmal der NICHT geschönten Statistik, bevor Sie so ein großes Faß aufmachen. Danach reden wir weiter.

Ach ja, aktuell mir bekannter Fall: 54 Jahre alt, lebt in Süddeutschland, wird demnächst aus einer Lagerarbeiterstelle heraus arbeitslos (Zeitvertrag wird nicht verlängert da das Ende der Unterstützung seitens des Arbeitsamts erreicht ist, machen Sie sich schlau, was das genau ist), abgeschlossene Ausbildungen als KFZ-Mechaniker (Gesellenbrief), als Mechatroniker (Gesellenbrief), als Groß- und Außenhandelskaufmann (Gesellenbrief), als SAP-Administrator (SAP-Zertifikat), Stapler-FS, dreisprachig, im beruflichen Hintergrund u.a. eine Geschäftsführerposition in einem Computergroßunternehmen und eine langzeitige Anstellung als Computertechniker.

Der hatte vor seiner jetzt auslaufenden Zeitarbeitsstelle als Lagerarbeiter schon keine Chance auf dem normalen Arbeitsmarkt, ganz zu schweigen davon, daß er überhaupt nochmal je eingeladen wurde für eine der Stellen für die er fachlich qualifiziert gewesen wäre. Ist-Zustand jetzt, nachdem er sich seit Monaten wieder bewirbt (aus einer Arbeitsstelle heraus, wohlgemerkt): nada. Nichts. Null.

Er wird wohl wieder sehr schnell bei ALGII landen, denn seine Zeitarbeitsstelle bringt nicht einmal so viel ALGI nach seiner Kündigung, daß es ohne zusätzliches ALGII in Süddeutschland zum Leben reichen würde. Ein Einzelfall ist er auch nicht.

Erzählen Sie doch also bitte keine Märchen.

Und jetzt bin ich mal gespannt, ob der Spiegel Online so viel Realität verträgt...

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