Forum: Wirtschaft
Abstimmung in Athen: Reformbegeisterung ist jetzt erste Griechenpflicht
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Griechenlands Gläubiger haben ein neues Lieblingswort. Sie fordern "Ownership": Die Regierung in Athen soll das erzwungene neue Reformprogramm auch wirklich wollen. Damit nimmt die Rettungspolitik endgültig orwellsche Züge an.

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MünchenerKommentar 15.07.2015, 09:06
120. deutsche Reformen notwendig

Jetzt sollte man in Deutschland erst mal einige der Reformen, die man den Griechen verordnet hat, selbst übernehmen: Ich sehe da vor allem eine Rentenreform (Rente ab 67), die nicht erst irgendwann eingeführt wird, sondern sehr kurzfristig, Freigabe der Ladenöffnungszeiten, evtl. außer sonn- und feiertags, (auch in Bayern!), Stopp der Frühverrentungen (nennt sich heute Lebensleistungsrenten!). Wenn man erkennt, dass solche Reformen in Griechenland nötig sind, darf man zuhause nicht das Gegenteil machen!

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spiegelleser861 15.07.2015, 09:07
121. Lösungsvorschlag am Problem vorbei

Prinzipiell ist der Vorschlag ok, den Griechen die Schulden zu erlassen und wieder für sich selbst arbeiten zu lassen. ABER: Die Griechen wollen ja neue 80 Mrd. (!) Euro. Wie kann sichergestellt werden, dass die Griechen zumindest diese zurückzahlen? Ohne Reformen werden diese genauso verloren sein wie die letzten 200 Mrd. ...
Aber der Autor hat Recht, dass das aktuelle Programm zum scheitern verurteilt ist:
Daher: Sofortiger Grexit, die Griechen reformieren wie sie wollen, die Schulden werden auf 10 Jahre zins- und tilgungsfrei gestellt, neue Kredite werden aber nicht gegeben, und in 10 Jahren kann man dann über einen Wieder-Eintritt (zusammen mit Wiederaufnahme der Zinszahlungen) reden...

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napu 15.07.2015, 09:09
122. Was Griechenland macht ist mir egal ...

... das einzige, das mich interessiert ist, dass Deutschland aus der EU raus muss. Die EU ist für Deutschland untragbar, denn ich habe ald deutscher Bürger das Gefühl, nur noch für die Schulden von Griechenland zu Arbeiten. Denn egal, ob die erlassen werden oder nicht, das werden die sowieso nie zurückzahlen.
Ein Schuldenschnitt hätte nur einen Sinn, wenn nach diesem Schuldenschnitt kein einziger Cent mehr nach Griechenland fließt. Aber ich glaube auch das wird nicht passieren.
Deutschland muss aus dem Euro und aus der EU austreten. Eine andere Möglichkeit sehe ich nicht.

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jakob_kreuzfeld 15.07.2015, 09:12
123. Unverantwortlich, Herr Rickens

Herr Rickens, dieser Kommentar ist unverantwortlich. Warum sind die griechischen Schulden so hoch? Weil Griechenland so lange so weit über seine Verhältnisse gelebt hat. Und weil die Mehrheit der Menschen in Griechenland - nein, es sind nicht nur ein paar wenige Oligarchen - keine Notwendigkeit für Reformen gesehen hat. Nun ist Griechenland mit den extrem hohen Schulden an einem Punkt angekommen, an dem sie mit den Konsequenzen ihres jahrelangen Tuns konfrontiert werden.
An dieser Stelle gab es zwei Möglichkeiten: die Griechen erkennen die Notwendigkeit von Reformen. Das haben sie, mit dem Finger auf die bösen Gläubiger zeigend, ganz offensichtlich noch immer nicht getan. Welche Reformen hat die Regierung Tsipras denn bislang umgesetzt? Keine. Ganz im Gegenteil. Bliebe noch, so weiterzumachen, wie bisher. Dann sind sie pleite. An dieser Stelle aber Schulden zu erlassen, hieße, die Konsequenzen des Lotterlebens zu erlassen. Die Botschaft an Griechenland wäre dann klar: "Weiter so! Nun habt Ihr einmal erst einmal wieder etwas Luft." Und was nach drei, vier oder fünf Jahren passiert, wissen wir alle: die Schulden sind wieder so hoch wie jetzt. Ich wundere mich an dieser Stelle immer darüber, dass Journalisten sich nicht auch einmal ihrer Verantwortung bewusst werden, bevor sie etwas veröffentlichen. Das was sie hier geschrieben haben, ist der Persilschein für ein "Weiter so!" des griechischen Klientelismus.

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ratxi 15.07.2015, 09:12
124. Jo

Wäre Christian Rickens Bundeskanzler, hätten wir vielleicht weniger Probleme.

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WwdW 15.07.2015, 09:13
125. Im übrigen sehe ich es auch so

Schäuble und Merkel haben uns Deutschen keinen Gefallen getan auf diesen Maximalforderungen der Troika zu bestehen.

Der Autor beschrebt genau das Gefühl, das jeder Schuldner hat und was irgendwann nicht zu mehr Anstrengung führt sondern zu Dienst nach Vorschrift (bloß nicht mehr tun) und dann Resignation, weil einfah die Kraft fehlt - hier die Kraft in einem ganzen Staat.

Das Bild von Schäuble als blutsaugender Vampir ist nicht falsch. Statt Blut ist es Kraft, aber beides mal ist es sozusagen der Lebenssaft. Dass unsere konservativen Hardliner und Neo-Nationalisten das nicht verstehen wollen begreife ich nicht. Die haben wohl alle kein Gespür für die Reaktion von Menschne bzw. ganzer Menschenmassen. Aber Hr. Fleischhauer hat da ja schon dazu eine Kolumne geschrieben warum das so ist und die Kommentare im Forum dazu leuchten das ja noch weiter aus.

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Das Grauen 15.07.2015, 09:13
126. Durch Geschenke wird auch nichts geändert!

Reformen sind grundsätzlich nötig, denn ein "weiter so" kann ja in keinem Fall eine Alternative sein! Das Problem ist, daß sich die Griechen in fünf Jahren (eigentlich Jahrzehnte, mit EU Subventionen jst es ja genauso) daran gewöhnt haben, daß es für leere Versprechungen, verwässerte Reförmchen und kontraproduktive Initiativen Geld vom Ausland gibt. Diese Fehlentwicklung muß jetzt dringend korrigiert werden. Der neue Plan ist ein Weg dahin, wenn konsequent darauf bestanden wird, daß erst auf Vorleistung hin bezahlt wird. Noch besser wäre aber der Grexit gewesen, der Griechenland zur Eigenverantwortung gezwungen hätte!

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Schämer 15.07.2015, 09:15
127. Wir sind die Bösen

Das die Reformen aus der Vereinbarung der Wirtschaft nicht helfen sondern schaden, sagt die Mehrzahl der Wirtschaftswissenschaftler weltweit, außer einige hier in Europa, die darin noch einen "Sinn" sehen.

Zu denken gibt auch, wenn
Varaoufakis im Interview sagt:
'Sie haben Recht in dem was Sie sagen, aber wir werden Sie trotzdem plattmachen."

Könnte es sein, dass die Gläubiger von ihren Maßnahmen ebenfalls nicht überzeugt sind ?

Dann die Maßnahmen als "Gegenleistungen" zu bezeichnen ist ein Euphorismus.

Wenn man noch bedenkt, dass die 80 Milliarden nur für laufende Kreditzahlungen verwendet wird, die Kürzungen dafür verwendet werden, um die zinsen zu bezahlen, so muß der letzte merken, dass die Griechen nicht 80 Milliarden bekommen, sondern ein Verlustgeschäft machen. Das heißt wir verdienen an diesen Kreditm und bezahlen erst mal nichts, da wir nur bürgen und lassen die Griechen ausbluten und bereichern uns an denen und sagen denen noch, dass Sie selbst daran Schuld sind.

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Hiram333 15.07.2015, 09:16
128. links

schade, und es nervt langsam, dass das gesamte GR-Thema bei SPON so einseitig links berichtet wird. Das ganze Bestreben der Gläubiger ist stattdessen mit purer Logik vollständig nachvollziehbar. Dazu muss man nicht in der religiösen Dogmatik graben und irgendwelche völlig sinnfernen Vergleiche an den Haaren herbeiziehen. "Ownership", "Wollen müssen" etc. umschreiben nur möglichst präzise und unverwechselbar ein Wort als natürlich, logische Eingangsvoraussetzung: Einsicht.
GR muss Einsicht zeigen, dass Reformen unausweichlich notwendig sind und einige Strukturen in der Vergangenheit Fehler waren. Es wurde nichts anderes formuliert, als: Für den Erfolg der Rettung, MUSS GR Einsicht zeigen. Denn wie Sie (allerdings in völlig missverstandenem Kontext) selbst schreiben, führt es zu keiner nachhaltigen Veränderung, wenn jmd ohne Einsicht etwas ändern muss. Dieser ganze "wollen müssen"-ist-unlogisch-und-geht-nicht Text und der merkwürdige Sünden-denken-Vergleich ist linkspolitischer Firlefanz und zeigt nur, dass etwas nicht verstanden wurde. Jedem Menschen, der zum dritten Mal eine Untat begeht, würde man zunächst Einsicht abVERLANGEN, bevor man sich zu erneuter Hilfe bereit zeigt.

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teekaysevenfive 15.07.2015, 09:17
129. Eine Frage Herr Rickens

...was bitteschön hat die Tatsache, dass das Hilfsprogrgamm nur erfolgreich sein kann, wenn die Griechen auch dahinter stehen, mit Gedankenkontrolle zu tun? Sie können doch in Ihrem Beruf auch nur erfolgreich sein, wenn Sie hinter dem stehen was sie tun. Manchmal zweifel ich sehr an den intellektuellen Fähigkeiten einiger Journalisten. Die ganze Herleitung Ihrer Argumentation ist abstrus.

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