Forum: Wirtschaft
Absturz der Boeing 737 Max: Schwere Vorwürfe gegen FAA und Boeing
REUTERS

Hat der US-Flugzeugbauer Boeing aus Profitgier bei der Entwicklung der 737 Max geschlampt - und die Aufsichtsbehörde FAA hinters Licht geführt? Ehemalige Ingenieure des Unternehmens und der Behörde berichten von groben Verstößen.

Seite 1 von 30
claus7447 18.03.2019, 06:58
1.

Der Bericht spiegelt den Artikel aus der verlinkten Seatle Times. Wenn dies zutrifft, nehme ich an, dass die 737 Max für lange Zeit nicht fliegen wird.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
power.piefke 18.03.2019, 07:07
2. das wird eng für Boeing.

Schließlich haben wir ja erlebt wie die USA mit Firmen der Verkehrsbranche verfahren, die aus reiner Profitmacherei die Gesundheit der Menschen riskieren. Allein der Glaube an der logischen Konsequenz fehlt mir...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
till0357 18.03.2019, 07:13
3. Unzureichende Ethik-Kultur

Anscheinend wird das MCAS und das Vorgehen von Boeing sowie die miserable Pressearbeit des Konzerns (Ausflüchte und Allgemeinplätze statt Medienkrisenmanagement) zu einer Lehrstunde für die Auswirkungen mangelnder Ethik in der Industrie weltweit- eine ähnliche Lektion haben ja bereits die deutschen Autobauer erhalten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
der Pöter 18.03.2019, 07:13
4. Nicht,

daß ich jetzt nur noch Airbus den Vorzug gäbe, aber bei einer derartigen Schlamperei haben diverse Personen ihren Hut zu nehmen. Mit entsprechenden Haftstrafen. Sehr gespannt, wie sich Boeing da rausreden will. Aber immerhin wird es sehr teuer, da die Prozesse in Amerika stattfinden. In Europa würde man die Menschen wieder nur mit ein paar Euro abspeisen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
unpolit 18.03.2019, 07:17
5. Leider muss man feststellen: Das passt ins Bild,

welches die USA gerade vermitteln.

Make money um jeden Preis, und im Detail kann es schon mal klemmen.
Und egal wie das ausgeht, für Boeing wird es sicher ziemlich böse. Denn eine Aufsichtsbehörde, der man versucht, die Schuld in die Schuhe zu schieben, die wird zukünftig sicher noch intensiver hinsehen. Da wird dann. nix mehr mit Prüfungen an die eigenen Ingenieure delegieren.
Und die werden sicher dafür Sorge tragen, dass zukünftig solch ein unerhörter Vorwurf nie wieder im Raum stehen kann....
Damit wird die Entwicklung zukünftiger Flieger und deren Abnahme natürlich deutlich länger dauern und mehr kosten.
Dazu der Vertrauensverlust bei Piloten, Passagieren und Airlines, der wirtschaftliche Schaden der Kunden (denen ich ja irgendwann wieder andere Maschinen vertickern will) und die möglichen Forderungen von Hinterbliebenen.
Mal sehen, ob Boeing das durchhält.

Und wenn es damit Airbus gelingen würde, die US-Konkurrenz deutlich abzuhängen, das wäre doch auch ein gutes wirtschaftspolitisches Signal für ein vereintes Europa, oder?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Alias iacta sunt 18.03.2019, 07:21
6. Trotz aller Qualitäts- und Sicherheitsmethoden wie FMEA und...

…Erfahrungen in Luftfahrt, Automobiltechnik etc. kommt es immer noch zu schwerwiegenden Fehlern.
FMEA heißt Fehler Methoden Erkennungs Analyse und wurde für Luftfahrt erfunden genau wegen schweren Unfällen. Ganz entscheidend kommt der Faktor Mensch hinzu. Wie genau wird untersucht. Was wird lieber schön geredet, weil es Geld und Zeit kosten könnte. Zu wenig ausgebildete Ingenieure, überforderte MA , die die extrem komplexen Systeme nicht mehr beherrschen können, Einflussnahme von Marketing und Lobbies, uvm. behindern häufig eine vollständige und sorgfältige Bearbeitung von FMEA und Sicherheitsvorkehrungen. Nicht zu vergessen, dass Firmen- und Staatsvorstände so lange wie möglich behaupten bei ihnen sei alles genau überprüft und in Ordnung.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Hans-Dampf 18.03.2019, 07:24
7.

Mir stößt bei der ganzen Geschichte sauer auf, dass es anscheinend viele (Mit-)Wisser gegeben hat, die erst jetzt, da es 2 große Unglücke gab, den Mund aufmachen. Das lässt darauf schließen, dass deren Kenntnisse mangelhaft waren/sind oder deren Vorwürfe unhaltbar. Wie dem auch sei, die durch diese Umstände ums Leben gekommenen Menschen bringt dies auch nicht zurück. Für mich sieht es danach aus, als könnte Boeing die 737 MAX zurückrufen und verschrotten. Ich glaube nicht, dass es noch einen Piloten oder Passagier gibt, der in solch eine Maschine steigen wird.
Nebenbei: geht es hierbei eigentlich um die gesamte 737 MAX Reihe oder nur um die 737 MAX 8?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
schallmauer 18.03.2019, 07:27
8. Unfassbar

Wenn die Firma Boeing ein nicht redundantes System mit hohem Gefahrenpotential einbaut und dies an den Behörden vorbeizertifiziert ist der Absturz als grob fahrlässig zu bewerten und kein Kavaliersdelikt. Die unterlassene Schulung der Piloten verstärkt diesen Verdacht. Ich bin gespannt , wie diese in meinen Augen perfide Straftat geahndet wird, wenn schon bei so einem ?kleinen? Delikt wie dem Dieselgateskandal, bei dem niemand direkt zu Schaden gekommen ist, 25 Mrd. fällig waren.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
bernhard.geisser 18.03.2019, 07:28
9. Ziemlich riskante Strategie..

.. von Boeing, die Zulassungs-Verantwortung in Richtung FAA zu schieben. Die FAA könnte sich mit einer Aerodynamik-Analyse revanchieren, welche zum Schluss kommt, dass es theoretisch zwar durch Computersysteme möglich wäre für die 737 MAX jederzeit sicher Flugeigenschaften zu ermöglichen, dass jedoch die physikalischen Flugeigenschaften der 737 MAX grundsätzlich so instabil sind, dass eine Zulassung für den Passagier-Luftverkehr prinzipiell nicht möglich ist. Dann kann Boing 500 Flugzeuge zum Recycling-Friedhof fliegen und die Entwicklung bei Null neu beginnen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 30