Forum: Wirtschaft
Absturz der Boeing 737 Max: Schwere Vorwürfe gegen FAA und Boeing
REUTERS

Hat der US-Flugzeugbauer Boeing aus Profitgier bei der Entwicklung der 737 Max geschlampt - und die Aufsichtsbehörde FAA hinters Licht geführt? Ehemalige Ingenieure des Unternehmens und der Behörde berichten von groben Verstößen.

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korrekturen 18.03.2019, 11:44
140.

Wegen Korruption in Afrika und Zentralafrika (!!) wurde eine brasilianische Flugzeugbau -Firma von den US verurteilt, von amerikanischen Vertretern überwacht zu werden. Die brasilianische Ölfirma wurde von den US bestraft. Die Frage jetzt ist, ob es auch Gründe gibt, amerikanische Firmen möglicherweise wegen Unregelmässigkeiten unter europäische Kontrolle zu stellen und Strafe zu verhängen.

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bepekiel1 18.03.2019, 11:45
141. Naja

Zitat von ayee
Wenn sich deren Ingenieure von irgendwelchen Boeing Managern unter Druck setzen lassen, wozu gibt es sie dann überhaupt? Haben die eigentlich ihren Job verstanden?
die verhalten sich so, wie bei uns das Bundesverkehrsministerium und die angeliederten Behörden, wenn es um die deutsche Autoindustrie geht. Da eben um Flugzeuge.

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michi_meissner 18.03.2019, 11:47
142.

Zitat von schallmauer
Wenn die Firma Boeing ein nicht redundantes System mit hohem Gefahrenpotential einbaut und dies an den Behörden vorbeizertifiziert ist der Absturz als grob fahrlässig zu bewerten und kein Kavaliersdelikt. Die unterlassene Schulung der Piloten verstärkt diesen Verdacht. Ich bin gespannt , wie diese in meinen Augen perfide Straftat geahndet wird, wenn schon bei so einem ?kleinen? Delikt wie dem Dieselgateskandal, bei dem niemand direkt zu Schaden gekommen ist, 25 Mrd. fällig waren.
Meinen Sie das Ernst? "Kleines Delikt" wie der Dieselskandal?

Ich bin als Physiker überzeugt, dass deutlich mehr Menschen durch die betrügerisch manipulierten Dieselabgase gestorben sind, als 360 Menschen. Wenn der Tod kausal verursacht ist, ist die Frage der Unmittelbarkeit irgendwann egal.

VW hat seine Strafe aber noch gar nicht gespürt, denn genau jetzt brechen die Absatzzahlen langsam ein. Selbst in Singapur hat VW mittlerweile einen miserablen Ruf, aber erstmal hat die Firma den Skandal überlebt. Das ist bei Boeing in der Tat noch völlig offen.

Interessant ist, dass in beiden Fällen mangelnde Ethik und fehlendes Gewissen in den Abgrund geführt hat. Das dritte Beispiel ist Bayer mit Monsanto, was aus meiner Sicht auch noch nicht ausgestanden ist und ähnlich viele Opfer wie VW produziert hat.

Viele Firmen scheinen aber auch langsam daraus zu lernen, dass man sich nicht nur an Regeln halten muß sondern auch die Moral nicht völlig verleugnen darf, damit man langfristig wirtschaftlich erfolgreich ist.

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geradvanoche 18.03.2019, 11:52
143.

Zitat von michi_meissner
Da scheint es einige Parallelen zwischen VW und Boeing zu geben genau so, wie zwischen Andreas Scheuer und Trump. Beide Firmen haben viele Menschenleben auf dem Gewissen (VW vermutlich 1000 mal so viele wie Boeing), beide Firmen haben sich durch korrupte Politiker jeder Kontrolle entzogen, massives Lobbying betrieben und sich am Ende (nicht-) kontrolliert. Allerdings wird Deutschland keine 20 Mrd Strafen gegen Boeing verhängen, die Menschen werden aber die Produkte noch weniger nutzen wollen, als die von VW, weil die Gesundheitsgefährdung "Tod" viel unmittelbarer ist als bei VW. Ich sehe die Aktie Ende 2019 bei 200 Dollar und auch für Trump wird es ein Desaster, weil jetzt alles ans Licht kommt.
Ich bin auch dafür das VW entsprechend Bestraft wird. Und es schäbig und menschenverachten war, wie sich verhalten wurde.
Aber 300 IST Tote gegen theoretisch 30 Min weniger Lebenszeit an einer vielbefahrenen Straße zu vergleichen ist pietätlos. Fragen sie doch jemanden ob er für wenig Geld sich ein Eigenheim am Stuttgarter Neckartor oder einen jährlichen Freiflug mit der Familie in einer Boing 737 MAX wünschen könnte. Was würden sich die Leute wohl aussuchen.

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interstitial 18.03.2019, 11:55
144.

Zitat von pilzkopf
Es geht halt nicht mehr um werterhaltend, nachhaltig, langfristig, sondern um quartalsmässig errechneten Shareholder-Value, Dividenden und Boni. Bei dieser Denkweise gehören Hybris und Zynismus dazu, deshalb ist ein Verlust von Menschenleben "Kolateralschaden". Die Verfehlungen von Boing sind das Eine, das Andere die Tatsache, dass wir alle, gewollt oder ungewollt, bei diesem System mitmachen.
Ja. Volle Zustimmung. Aktien ausgeben, um eine Firmengründung zu finanzieren ist völlig ok. Dividendenausschüttung ist höchstgradig fragwürdig. Bei solidem unternehmerischen Handeln steigt doch der Wert der Aktie, darum gehts doch, das will doch der shareholder, damit soll er zufrieden sein. Wenn er Geld will, soll er die Aktie verkaufen. Basta. Dann bleibt der erwirtschaftete Überschuss der Firma für ihre Tätigkeit (oder, um die Angestellten ein bisschen an der von ihnen geleisteten Mehrwertschöpfung zu beteiligen, aber damit fange ich jetzt gar nicht an...).
"Shareholder value" zum Leitprinzip unternehmerischen Handelns zu machen, ist Wahnsinn.
Und der Glaube, "die Wirtschaft" würde sich selbst am besten regulieren, ohne Behörden, ist es auch: Liebe Neoliberalisten: So, genau so, sieht die Selbstregulierung aus, wenn eine Firma Fehler macht und dadurch in der nahen Zukunft wirtschaftliche Nachteile erleidet: über 300 Tote!
Natürlich ist es wirtschaftlich klar und logisch, dass Boeing (offenbar) falsch agiert hat, und deswegen Airbus an Einfluss gewinnt (in der Hoffnung, dass die zuverlässiger sind, hüstel...A320...), und jeder sich aus wirtschaftlichen Erwägungen heraus bemühen wird, dass so ein Desaster nicht wieder passiert. In der Zukunft.
Aber: über 300 Tote!!!

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willibaldus 18.03.2019, 11:55
145.

Ähnliches hatte ich befürchtet. Konkurrenzdruck mit folgender Vernachlässigung von Sicherheitsbestimmungen. Daß die FAA sich entweder täuschen ließ, oder zu sehr auf Boeing vertraute, kommt noch oben drauf.

Daraus folgen für mich zwei Gedanken.
1. Eine Ähnlichkeit mit dem Diesel Skandal ist unverkennbar. Firmen und Behörden in trauter Komplizenschaft.
2. Der Markt regelt Sachen nur vernünftig und in Jedermanns Interesse, wenn staatliche Autoritäten die Einhaltung der Regeln kontrollieren. Und selbst das funktioniert nicht immer.

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Miagi 18.03.2019, 11:55
146. Ein Sensor??

Also ich kenne mich in der Luftfahrttechnik zwar nicht aus aber für mich erscheint es grob fahrlässig, dass so ein wichtiges System von nur einem Sensor geregelt wird. Kann jemand hierzu was sagen? Ist eine solche Regelung etwa die Norm in der Luftfahrt? Wäre sehr beängstigend.

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gangnamstyle 18.03.2019, 11:57
147. Parallelen häufen sich

Noch liegen nicht alle Fakten auf dem Tisch und man sollte noch abwarten, bis eine Klarheit herrscht.
Aber es ist schon jetzt abzusehen, dass Boeing nicht ganz sauber gearbeitet hat und ebenso die zuständige Aufsichtsbehörde.
Erschreckend ist, dass das gemeinsame Versagen der großen Unternehmen und die mit Aufsichtsfunktion beauftragten Behörden oder Unternehmen. Das Beispiel in Brasilen, wo TÜV Süd angeblich keine Mängel gefunden haben soll. Das Beispiel in Deutschland, wo VW jahrelang Abgasbetrug begangen hat mit dem Totalversagen des Verkehrsministeriums. Beispiel: Deepwater Horizon.
Was ist der Grund? Es wäre doch mal interessant tiefer zu bohren, oder?

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adal_ 18.03.2019, 11:58
148. Anströmrichtung

Zitat von permissiveactionlink
Da ich nicht vom Fach bin, mich die Frage aber dennoch sehr interessiert (vielleicht auch andere Leser hier), möchte ich Sie bitten, kurz zu erklären, warum bei einer schnellfliegenden Passagiermaschine die Anströmrichtung n i c h t von vorne parallel zum Erdboden angenommen werden kann. Wieso kann man nicht drei normale Neigungsmesser im Inneren der Maschine verbauen, für die Lageerkennung wohlgemerkt, n i c h t für die Geschwindigkeitsmessung ?
Ich bin auch blutiger Laie, vermute aber mal, dass an der Anströmrichtung auch Luftströmungen beteiligt sind, weshalb man die Anströmrichtung schlecht im Innern der Maschine messen kann.

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gantenbein3 18.03.2019, 12:00
149. Das hätte er gewiss getan

Zitat von darthmax
Spekulieren können wir jetzt alle, warum der Pilot nicht den Computer abgeschaltet hat...
wenn er gewusst hätte, dass es das Richtige gewesen wäre. Vielleicht hat er aber befürchtet, dass bei einer Abschaltung des Systems andere Gefahren drohten. Woher hätte er wissen sollen, dass es objektiv richtig gewesen wäre, das System abzuschalten? Er war ja nicht in der Situation, in der wir hier jetzt alle sind. Wir, die wir keine Ahnung haben, hätten natürlich alles richtig gemacht, weil wir jetzt zumindest glauben, zu wissen, woran es lag. Dem Piloten haben diese Informationen aber offensichtlich gefehlt.

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