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Absturz der Boeing 737 Max: Schwere Vorwürfe gegen FAA und Boeing
REUTERS

Hat der US-Flugzeugbauer Boeing aus Profitgier bei der Entwicklung der 737 Max geschlampt - und die Aufsichtsbehörde FAA hinters Licht geführt? Ehemalige Ingenieure des Unternehmens und der Behörde berichten von groben Verstößen.

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aliof 18.03.2019, 09:05
70. Vv

Zitat von Butterdose
der Dieselskandal eine Mücke. Denn wenn nur ansatzweise die Vorwürfe stimmen, dann müssen sich die Verantwortlichen bei Boeing nicht "nur" wegen Betrugs sondern wegen hundertfachen Totschlags (Mord durch unterlassens?) verantworten. Es sei denn es gilt "America First" dann sind alle anderen Schuld. Ich hoffe das die klare Haltung der US Regierung und Behörden, in der Straf- und Produkthaftung, die gleichen Maßstäbe ansetzen wie beim Dieselskandal. Natürlich macht es die Toten nicht lebendiger - aber es macht, nach Klärung der Gründe, das Ganze erträglicher.
.. d.h. vollkommen falsch.

Andersherum wird ein Schuh daraus , leider.

.. wenn man nämlich allen bisherigen seriösen Untersuchungen zur Schädlichkeit von Diesel-Abgasen folgt, haben diese, und damit alle Entscheidungsträger und Nutzer (.. kann mich als Konsument natürlich auch nicht davon freisprechen) des (explosiven) Verbrenners weit mehr Todesfälle zu verantworten.

Fliegen ist und bleibt wohl trotz dieser Unglücke ein sicheres Verkehrsmittel.

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adama. 18.03.2019, 09:05
71. Eine automatische Trimmung = MCAS

Das MCAS entspricht einer automatischen Trimmung. Im Grunde ein einfaches und unproblematisches System. Die Sensoren für die Lageregelung sind nicht, wie im Artikel behauptet, fehleranfällig. Diese funktionieren, da sie von äußeren Einflüssen abgeschottet sind, anders wie Geschwindigkeitsmessung uä., immer zuverlässig. Das System wäre das letzte das eine Fehlfunktion aufweisen würde. Ich sehe den Fehler eher im Nebeneinander von Autopilot, MCAS und Fly by Wire, bei dem die Servomotoren der Steuerelemente direkt bei den Rudern angeordnet sind. Ich vermute mal, dass diese Servomotoren auch ein Speicherelement besitzen, die Befehle von Autopilot, Pilot und MCAS speichert und abarbeitet. Ich kenne dieses Problem aus der IT, wenn intelligente Bauteile Befehle abarbeiten sollen, die von verschiedenen Instanzen kommen. Eigentlich sollte der letzte Befehl ausgeführt werden, doch wenn der Speicher den vorhergehenden Befehl noch ausführt, kann sich das System in einer Schleife aufhängen und statt den neuen Befehl auszuführen, wird immer wieder der vorhergehende Befehl ausgeführt. Im IT-Bereich hilft meist nur noch ein Neustart der fehlerhaften Komponenten und sämtlicher Zwischenspeicher, damit der neue Befehl abgearbeitet werden kann. Da die Piloten MCAS spätestens seit Indonesien kennen und bei Problemen mit einer Abschaltung von MCAS reagieren, kann MCAS selbst nicht mehr verantwortlich sein. Es muss ein Fehler in der Priorisierung der Steuereingaben vorliegen, am wahrscheinlichsten bei Fly-by-Wire Servomotoren selbst.

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dwg 18.03.2019, 09:08
72.

Zitat von Nubari
Der Grund für die instabile Fluglage der 737 MAX Serie liegt in den neuen CFM LEAP Triebwerken, diese sind größer und sparsamer. Weil die größeren Triebwerke nicht mehr unter die recht niedrige Flügelhöhe der 737 passten, die 737 ist designt auch kleine Flughäfen ohne Landebrücken anzufliegen, wurde die Triebwerksaufhängung Aufhängung so verändert, dass die Motoren nun weiter vorn und viel höher angebracht sind. Dadurch liegt der Schwerpunkt des Flugzeuges weiter vorn, was die gesamte Flugstabilität beeinträchtigt und das MCAS notwendig macht, um den instabilen Vogel in der Luft zu halten. Die Baureihe 737 ist 50 Jahre alt, die MAX war ein Tuning-Schritt zu viel für das Baumuster. So, als würde man den modernen Turbomotor des Audi A6 in einen Audi 100 von 1969 einbauen: unsicheres Fahrzeug durch modernen Antrieb.
Der dadurch leicht nach vorne verschobene Schwerpunkt ist nicht das Problem, sondern daß sich durch die stark verschobene Triebwerksaufhängung der Krafteinleitungspunkt zu weit vom Schwerpunkt entfernt. Dies führt zu einem Moment um die Querachse. Das sieht man dem Teil auch von der Seite an.

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claus7447 18.03.2019, 09:08
73. Es werden jetzt erst die Hinterbliebenen Klagen

Zitat von dasbeau
Jetzt wird es spannend, ob hier die US-Justiz und die Behörden mit Boeing ähnlich rigoros umgehen wird, wie mit den deutschen Autobauern, vor allem VW, im Diesel-Skandal. Heimliche Software, beschönigte Angaben, Irreführung der Behörden.... das klingt alles irgendwie recht vertraut. Mit dem Unterschied, dass es im Fall von Boeing bereits direkt zählbare Tote gibt. Aber irgendwie fehlt mir der Glaube, dass hier die gleichen Maßstäbe angelegt werden. Warten wir's ab.
Schätze dass da einige Anwaltskanzleien in den USA schon heftig unterwegs ist. Das Geschäft ist dreckig - aber so wollen es die USA.

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meiner_einer 18.03.2019, 09:10
74.

Zitat von kleinsteminderheit
Es gibt keinen stichhaltigen Grund, warum Passagierflugzeuge mit instabilen Flugeigenschaften konstruiert werden, die nur mit Computerunterstützung beherrschbar sind.
Doch, natürlich gibt es so einen Grund: Fiegen muß maximal billig sein, in jeder Hinsicht. Ein niedriger Verbrauch ist dafür eine der Grundvoraussetzungen.

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der_rookie 18.03.2019, 09:12
75. Hm

Das Flugzeug ist intrinsisch instabil: Der Schwerpunkt liegt zu weit vorne für die Flügel. Das alles soll dann durch eine Software ausgeglichen werden. Das funktioniert oft, aber offensichtlich leider nicht immer. Das ist vom Ergebnis wie ein motorisiertes Einrad welches Sie mit 250 km/h ohne Helm auf der Autobahn fahren und bei dem die Stabilisierung von einer Software erfolgt. Kann gutgehen.

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w.diverso 18.03.2019, 09:13
76. Was mich bei dem Artikel

aus der "Seattle Times" überrascht hat war, dass diese viel gepriesene Redundanz bei der Ausrüstung der Flugzeuge nur Schall und Rauch ist. Wenn es wie in dem Fall der indonesischen Maschine ein Sensor ist der aus wenigen Teilen besteht und daher nicht so fehleranfällig sein sollte, dann reicht nach statistischen Berechnungen auch einer davon. Die Maschine hat zwar zwei davon, aber den Verantwortlichen bei Boeing war die Verknüpfung scheinbar zu teuer, also musste das System für den Anstellwinkel mit einem auskommen. Kosten gegen Menschenleben!

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erlachma 18.03.2019, 09:15
77.

Zitat von Attlila
ein Sensor für ein Strömungsabrißsystem? Das Sensoren für Luftströmungen fehleranfällig sind weiß jeder Autofahrer bei dem ein Lufmengenmesser eingebaut ist. Jeder Ingenieur baut in sicherheitsrelevanten Systemen eine dreifache Überwachung ein. Wenn ein System fehlerhafte Werte zeigt fällt das auf weil die 2 anderen Systeme übereinstimmende Werte anzeigen. So kann ein defektes Bauteil leicht erkannt werden. Sparen auf Kosten der Sicherheit. Man sollte dem Hersteller die Zulassung entziehen.
Das ganze kommt aus der FMEA (Failure Mode and Effects Analysis). Dort wird der "Impact" eines Fehlers analysiert, und hier hat offenbar Boeing nur "gefährlich" statt "katastrophal" für nötig befunden. Diese Bewertung geht zusammen mit der Häufigkeit des Auftretens in die FMEA ein.
Gibt das einen niedrigen Wert, müssen die MOCs, also die Gegenmaßnahmen, weniger relevant ausgeführt werden, oder sind gar nicht nötig.
Nur wenn die Risikoanalyse ergibt, dass Systeme mehrfach redundant ausgelegt werden müssen, wird das auch gemacht. Üblicherweise ergeben Sensoren, die häufig ausfallen oder falsch messen, schon deshalb einen hohen Wert, so dass gar nicht mehr relevant ist, ob der Effekt gefährlich oder katastrophal ist - eine Gegenmaßnahme müsste dann immer erfolgen.

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aliof 18.03.2019, 09:15
78. .. nicht so gaanz

Zitat von claus7447
Der Bericht spiegelt den Artikel aus der verlinkten Seatle Times. Wenn dies zutrifft, nehme ich an, dass die 737 Max für lange Zeit nicht fliegen wird.
.. der journalistische Boing-Experte der Seattle-Times führt in seinem mehr als doppelt so langem Artikel, wie auch hier bei Spon geschehen, die technischen Aspekte und wirtschaftlichen Zwänge sehr schön aus.

Zusätzlich wird aber beschrieben,
.. daß seitens der US-Aufsichtsbehörde so etwas wie Informationsübergaben an die Behörden anderer Regionen und Staaten gegeben worden war ..

.. die allesamt der schlampigen Arbeit der FAA vertraut hatten ..
..

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ganzeinfach 18.03.2019, 09:16
79. Faa

Falls die Zulassungsbehörde FAA solche Tricksereien zuliess bzw. nicht durchschaute, sollte man diese Behörde als "Welt-Luft-Polizei" sofort ausschalten. Somit kämen wieder die kontinentalen Behörden zum Zug: heisst zB. Verbot von Flüssigkeiten durch den Passagier in das Flugobjekt zu bringen, würde fortan von Land zu Land unterschiedlich geregelt. ganzeinfach

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