Forum: Wirtschaft
Adressenkauf: Debeka-Mitarbeiter sollen jahrelang Beamte bestochen haben

Die Versicherung Debeka steht vor einem Korruptionsskandal. Vertriebsmitarbeiter haben laut "Handelsblatt" jahrelang Adressen von angehenden Beamten gekauft und sich so einen unerlaubten Wettbewerbsvorteil verschafft. Der Konzern zieht nun Konsequenzen.

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peterrunder 04.11.2013, 11:37
90. Manche Schreiber hier haben ein bemerkenswertes Verhältnis zum Datenschutz...

... im Besonderen und zum Unrechtsbewusstsein im Allgemeinen.
Es geht doch nicht darum, ob die Debeka gut oder schlecht ist.

Es geht schlicht darum, dass Behördenmitarbeiter bis in die höchsten Hierarchien die Daten der Anwärter ungefragt(!) an diese Gesellschaft weitergegeben haben.

Damit wurde und wird (nach wie vor) permanent gegen geltendes Datenschutz-, Straf-, Beamten- und Wettbewerbsrecht verstoßen. Dass das vereinzelt auch bei anderen Gesellschaften so ist, verbessert die Rechtslage keineswegs.
Dass die sog. "Vertrauensleute" keinerlei rechtliche Befugnisse zur Versicherungsvermittlung haben, sei nur am Rande bemerkt. Hier sind die IHKen gefragt.

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uncle scrooge 04.11.2013, 11:54
91.

Zitat von fusionart
...ich frage mich mit welchen "unlauteren Mitteln" die Debeka Adressen erworben hat. Und gehört zur Bestechung nicht auch Bestechlichkeit? Ich finde man sollte eher die Behördenmitarbeiter finden, die sich haben bestechen lassen. Und seien wir doch mal ehrlich...ist das nicht schon verjährt.... ...Zusammengefasst: Skandal hin, Skandal her. Der Vorfall dürfte verjährt sein. Der Debeka geht es nicht anders, als anderen Versicherungsunternehmen. Und Datenschutzrechtler sollten ihr Augenmerk eher auf den Umgang mit Daten in Behörden legen.
Genau so ist es.
Die Bestechung fand lt. Artikel bis 1998 statt. Also sind etwaige Straftaten bereits verjährt.
Mit der Einführung eines Verhaltenskodex’ für die Mitarbeiter der Debeka wird diese unlautere Informationsgewinnung für die Zukunft unterbunden. Das Problem ist wohl nicht so sehr bei der Debeka zu suchen.
Ich sehe das Problem eher bei den Behördenmitarbeitern. Allerdings sind auch diese Straftaten (§ 332 StGB – Bestechlichkeit), soweit sie ebenfalls lediglich bis 1998 ausgeübt wurden, verjährt.
Mir scheint hier ein mangelndes Unrechtbewusstsein vorzuliegen, wenn man der Meinung ist, dieses Verhalten der Behördenmitarbeiter wäre normal bzw. üblich, der Markt wäre eben so. Wenn Behördenmitarbeiter behördeninterne Daten gegen Bares an Versicherungsunternehmen verticken und sich mit dem Erlös die eigenen Taschen füllen, ist das eine Straftat, die mit Freiheitsstrafe von 6 Monaten bis zu fünf Jahren bestraft wird.
Man nennt das auch Korruption.

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RichyH 05.11.2013, 11:35
92. von wegen nur im letzten Jahrhundert

meine Tochter hatte sich in 2012 als Referendarin in NRW beworben. Noch vor Erhalt der Zusage wurde sie von ca. 10 Debeka-Vertretern telefonisch auf ihrer (nicht öffentlichen) Mobil-Nummer beworben. Auf den Einwand, dass sie schon eine andere KV habe, konnten sich einige nicht verkneifen, diese qualitativ herabzuwürdigen.

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chanstatt 05.11.2013, 19:28
93. Glückssache

Zitat von wkraftsik
Jeder bei der DeBeKa kennt den Begriff "Vertrauensmann" . Das ist nichts anderes, als der Beamte, der in der jeweiligen Behörde, während seiner Dienstzeit seine Kollegen "beraten" hat. Von dort kamen auch die "Neuen" sofort in die Debeka-Betreuung. Dass griffigste Argument war, dass die Debeka - Dank kräftiger Unterstützung der "Verbraucherschützer" immer wieder als "günstigster" Versicherer gepriesen wurde. Kunststück - die hatten jahrzehntelang keinen richtigen Außendienst, sondern immer nur Angestellte, die die "Vertrauensleute" geführt und unterstützt haben. Die Verlogenheit des Vorstandes der Debeka ist aber typisch für die Geschäftsmoral in Deutschland im Allgemeinen und bei der Debeka im Besonderen
Mir scheint, bei manchen ist denken Glücksache.
Wieso sind Angestellte Außendienstmitarbeiter kein "richtiger Außendienst"? Und was ist daran falsch, wenn "Verbraucherschützer" (gemeint sind wohl die unzähligen positiven Ratings durch die unterschiedlichsten Medien) immer wieder, seit Jahrzehnten, feststellen, dass die Leistungen der Debeka vorbildlich sind.Vielleicht hat das mit dem Ärgernis zu tun, sich selbst informiert und eine falsche Entscheidung getroffen zu haben.

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bewerter1 05.11.2013, 21:41
94. Scheinheilig ohne Ende

Ist doch schon verrückt, wie Bestechung und Vorteilsnahme im Amt kleingeredet und bagatellisiert werden.
Ist doch klar, wenn ich als erster bei einem etwaigen Kunden bin, weil ich ja schon weiß, das dieser dann Beamter wird, oder einfach in der Behörde anspreche, dass ich dann bald die größten Bestände (einer sehr lukrativen Zielgruppe...) haben werde.
Wenn ich es dann nicht schaffe in einigen Jahren dann die besten Tarife zu haben - müsste man sich schon blöde anstellen.
Kunststück.
Sollte mit aller Härte verfolgt werden.
Die Kommentare zur Personalführung in dieser Firma hier in den Kommentaren sprechen ja nun auch eine Eindeutige Sprache.
Wahnsinn, mit welcher Arroganz die Mitarbeiter dieser Firma hier auftreten.
Müssen sich dann auch nicht wundern, wenn sich die Bevölkerung und die Politik Richtung Bürgerversicherung orientiert.
Wie man hört, ist die Staatsanwaltschaft an den Themen dran.
Schön.

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steffens1979w 07.11.2013, 00:05
95.

Hier wird überhaupt nichts kleingeredet. Man sollte nur unterscheiden zwischen schwarzen Schafen und denen die Ihre Arbeit richtig machen. Es ist der unbeliebteste Job. Man muss sich gegen mehrere Seiten gleichzeitig behaupten. Neider in der Gesellschaft und natürlich Neider und Konkurrenz im eigenen Haus. Die Politik die einem ständig den Boden unter den Füßen wegreißen möchte, die wirtschaftliche Lage usw usw. Sie mein Herr sehen nur die dicken Autos der Versicherungsherrschaften, am Ende badet es wieder der Kollege aus, der für sein Geld arbeiten geht. Es ist wie mit dem Wolf, der wieder heimisch werden soll. Alle wollen Ihn haben, aber wenn er nen Schaf reisst, dann soll das in Ordnung gehen. Der Gesellschaft kanns ja egal sein. So ein Städter muss ja davon nicht leben. Nur weil es einige wenige gab die Mist bauen müssen andere darunter leiden.

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sandy123 24.01.2015, 13:35
96. Nicht jahrelang, sondern jahrzehntelang

Das war schon in den 70 ´er Jahren so und vemutlich auch schon vorher, so dass man nicht nur von "jahrelang" sprechen kann, sondern mind. von "jahrzehntelang".

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sandy123 24.01.2015, 13:38
97.

Zitat von mobes
In den 80er und 90er Jahren hat die böse DEBEKA Adressen gekauft und verkauft. Die Städte und Gemeinden verkaufen jetzt und heute Adressen. Auch die Post und viele andere. Schade um die vielen Bäume, aus denen das Papier für die sinnlosen Werbebroschüren hergestellt wird. Ungelesen ins Altpapier !
NIcht nur in den 80er und 90er Jahren, sondern auch schon vorher...

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sandy123 24.01.2015, 13:43
98.

Zitat von cassiesmann
Bei allem Verständnis für die Kritik, aber wir reden hier über Vorfälle die zum einen rund 20 Jahre her sind, zum anderen wohl von Einzelfällen. Ein Unternehmen dieser Größe stellt ein Querschnitt der Gesellschaft dar. Natürlich gibt es da auch schwarze Schafe, wohl aber auch 99% anständige Mitarbeiter. Bitte nicht pauschal alle verurteilen!
Einzelfälle? Wenn ich hier die Kommentare so lese, so sind es keine Einzelfälle. Auch ich kenne diese Praxis der Debeka aus den 70er Jahren und ich würde vermuten, dass das auch schon vorher gängige Praxis war.
Die Debeka hat offenbar großflächig an jeder Behörde einen Provisionsempfänger bezahlt, um an die Daten zu kommen. Nur so erklärt es sich auch, dass sie so viele Beamte versichert hat.

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margitseitz1 12.07.2015, 15:33
99. Einfach mal hier reinklicken: http://www.testberichte.de/r/produkt-meinung/debeka-privater-krankenversicherer-275916-1.html

http://www.testberichte.de/r/produkt-meinung/debeka-privater-krankenversicherer-275916-1.html

Das sagt doch alles über dieses Unternehmen!

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