Forum: Wirtschaft
Ärger um "Neue Bauernregeln": Bauern werfen Umweltministerin Hendricks Mobbing vor
BMUB

"Steht das Schwein auf einem Bein, ist der Schweinestall zu klein": Umweltministerin Hendricks (SPD) will "neue Bauernregeln" plakatieren. Bauern und Unions-Politiker sind empört - können aber auch nicht besser reimen.

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mostly_harmless 06.02.2017, 10:58
190.

Zitat von berlin-steffen
und das ist der springende Punkt in dieser Debatte: die Marktmacht der verarbeitenden Lebensmittelindustrie. Dei bestimmt die Preise und der Bauer und die Bäuerin muß sehen, wie sie es kostendeckend hinbekommt. Wer hier einfach auf die Bauern schimpft, trifft die Falschen. All die Lidls, Aldis usw sind die ursächlichen Leute/ Firmen. Die sollten an den Pranger gestellt werden. Und letztendlich wir Verbraucher, die wie irre in diese Läden gehen. Wir selber sollten etwas mehr Geld für unsere Nahrungsmittel ausgeben.
Nun, die Bauern tun das freiwillig. Die hätten sich vor Jahrzehnten einen Dachverband geben können, der ihre Interessen gegenüber den Abnehmern vertritt. Sie haben sich aber lieber eine Dunnschwätzerbude gegeben, den Bauernverband.

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Knacker54 06.02.2017, 13:05
191. Sinnlos

Sinnlos, hier Stellung zu beziehen, wenn man einen großen Teil der Posts liest. Die selben, die sich jetzt über Natur- und Umweltschutz aufregen, werden schreien, wenn die Trinkawasserpreise um 20% steigen, weil die Nitratentfernung nun mal so viel kostet!
Noch was: Wenn die Überdüngung jetzt abgestellt würde, würde es ca. 10 Jahre daueren, bis das Grundwasser das merkt - so lange wandern die alten Vorräte nämlich noch nach unten... (ja, nicht überall, an einigen Stellen dauert es länger, an anderen weniger lang..)
Futtert und sauft also weiter - bis Ihr irgendwann merkt, dass man Geld nicht essen kann!

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charly05061945 06.02.2017, 13:33
192. Hendricks

Bei Frau Hendricks und dem von ihr geführten (total überflüssigem) Ministerium habe ich schon seit langem das Gefühl dass die Betroffenen geistig nicht mehr so recht in der Spur laufen. Mit dieser neuen Kampagne mit Sprüchen reim dich oder ich fress dich auf Klippschulniveau schlagen sie dem Fass die Krone ins Gesicht!

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Knacker54 06.02.2017, 14:35
193. Raffeisen

Zitat von mostly_harmless
Nun, die Bauern tun das freiwillig. Die hätten sich vor Jahrzehnten einen Dachverband geben können, der ihre Interessen gegenüber den Abnehmern vertritt. Sie haben sich aber lieber eine Dunnschwätzerbude gegeben, den Bauernverband.
Das haben die schon mal gemacht - Raiffeisen nennt sich der Laden. Haben sich allerdings auch irgendwann verselbstständigt und den Landwirten das Fell über die Ohren gezogen.
Es ist der ungezügelte Kapitalismus, der uns immer wieder an solche Grenzen bringt.
Eigentlich blöd, wenn man jeden Tag Schnitzel futtern kann, aber das Kranenburger nicht mehr zum Trinken zu gebrauchen ist. Und: Die Resistenzen gegen Antibiotika in Krankenhäusern sind sehr wohl ein Resultat des ungezügelten Antibiotikaeinsatzes in der Massentierhaltung! Der Gipfel: Mittlerweise werden auch die überlebenswichtigen Reserveantibiotika, der letzte Notnagel, in der Landwirtschaft verheizt, d.h. massenhaft eingesetzt und so auch diese allerletzte scharfe Klinge abgestumpft!
Aber hier sind genug, denen das alles egal ist. Die wachen dann erst im Krankenhaus auf, wenn sie an einem multirestistenten Keim zu Grunde gehen - dann ist es zu spät! Futtert ruhig weiter Eure Schnitzel!

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regelaltersrentner 06.02.2017, 14:37
194.

Zitat von dreamrohr2
nicht fähig aus Fehlern zu lernen? Eben deshalb ist man nun dazu übergegangen, die "Bauernschläue" zu renovieren, so zu sagen, "Bauernschläue 4.0" Da manche Bauern eben ihr Vieh genauso betrachten wie vor 150 Jahren, ist es an der Zeit, sich für diese Tiere, die schliesslich ihr Leben für uns lassen und in unseren Bratpfannen landen, zumindest für ihr kurzes Leben einzusetzen, dass sie dieses auch so leben, wie es sich für ein Tier gehört. Die Quälerei und Mißhandlungen müssen aufhören! Und eingepferchte Tiere sind mißhandelt, weil diese übereinander her fallen, was eigentlich gegen ihre Natur ist. Aber jedes Tier benötigt nun mal seinen Freiraum, dieser wird in der Massentierhaltung nicht eingehalten und das bisschen Platz, was man einem Tier "genehmingt" ist Quäerei!
Haben sie mal diese Misshandlungen und Tierquälereien in Augenschein genommen? Mit Sicherheit waren sie noch nie in einem Stall. aber sie meinen zu Wissen wie es in einem Stall vor 150 Jahren ausgesehen hat.

Nur ein Tipp, suchen sie einen Bauern, der den Tieren den Freiraum gibt, so wie sie ihn vorstellen.

Kenne einen Betrieb, der hält Schweine nach ihren Vorstellungen, ein Kilo Kotelett kostet halt 42 Euro, ein Filet 50 Euro.

Das sollten sie allen sagen, der ihrem Beitrag Beifall gibt.

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Gleichstrom 06.02.2017, 17:01
195.

Ja, bin ich. Da sind auch keine Eier aus Frankreich oder Deutschland drin, da sind überhaupt nie welche drin. Nachfrage eingestellt - u.A. weil ich Eier so explizit nie gemocht habe und bei verarbeiteten Lebensmitteln die Nachvollziehbarkeit nicht gegeben ist.

Öhm, ich wohn inner Stadt. Ich find hier keinen Bauern so leicht, glaub ich ... zählen Kleingärten für den Eigenbedarf? Balkonpflanzen? Ich hab Dill, die jährliche Ernte entspricht etwa einem Gurkensalat aus einer großen Gurke... Bauern in dieser Größenordnung finde ich sicher zuhauf, aber die nenn ich nicht ernsthaft Bauern...

Um Bauern anschütten geht es doch keinem, auch den sogenannten Tierschutztaliban nicht. Denen fühl ich mich durchaus verbunden und erlaube mir daher mal, für sie zu sprechen, wenn ich schreibe, es geht um die Tiere. Niemandem ist egal, was im Ausland passiert, wie kommen Sie denn darauf?

Irgendwie läßt mich der Begriff "Tierschutztaliban" zweifeln, wie sinnvoll diese Diskussion hier noch werden kann. Taliban sind gewalttätig. Tierschutz ist eine uneigennützige Ablehnung von Gewalt gegenüber Lebewesen, die sich dem nicht selbst erwehren können. Das ist so etwa das Gegenteil von Taliban, da seh ich auf der Gegenseite, zumindest bei den Extremisten, für die ein Tier nichts als ein Wirtschaftsgut, ein Stück Rohstoff, ist, mehr Parallelen.

@ Tueftler: "Am Gängelband durch Fördermittel geführt"??? Was ist los?

Nene, da isn Bißchen anders ... der Regelfall ist, daß Lobbyisten wie der Bauernverband (der nebenbei auch nicht die Ansichten aller Bauern vertritt, den kann man eher Nestlé oder Unilever zuordnen) diktieren, und der Minister folgt. Das macht die Hendricks jetzt mal nicht, sondern trägt Probleme in die Öffentlichkeit. Ja, und? Gerne wird vergessen, daß die moderne, voll durchindustrialisierte Landwirtschaft wenig mit dem romantisierten Bild vom Bauern zu tun hat, und das ist auch garkeinem sein Ziel, dafür leben hier zuviele ... daß die Landwirtschaft die größte Änderung des Landes darstellt, die es je gab, geht ebenso gern unter wie daß der durch tierische Lebensmittel verursachte Anteil am Treibhauseffekt größer ist als der durch den Straßenverkehr und vor Allem aber, daß jeder Bauer die Möglichkeit hat, zu entscheiden, wie er arbeiten möchte. Wenn dann Schweine auf einem Bein stehen müssen, sollte man nicht auch noch Lob erwarten. Wenn sich schweineschonendes Arbeiten nicht lohnt, fehlt es da an Öffentlichkeit. Aber ... authentische Aufnahmen aus Schweineställen bekommt man nur mit versteckten Kameras hin - sagt das nicht sehr viel mehr aus, als die böseste Hetze (ich muß dabei lachen...) von Tierschützern es könnte?

Vielleicht wäre es auch mal an der Zeit, anstatt in Deutschland das TSchG schlapper auszulegen zu verlangen, die Importe aus Ländern, die diese Weiterentwicklung der Zivilisation noch vor sich haben, zu beschränken. Der Bauernverband darf sich zu allem äußern, was ihm gefällt, und hier wäre das zur Abwechslung auch mal sinnvoll, plausibel und vielleicht sogar wirksam.

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Goldwin 07.02.2017, 08:05
196.

Zitat von mostly_harmless
Nun, die Bauern tun das freiwillig. Die hätten sich vor Jahrzehnten einen Dachverband geben können, der ihre Interessen gegenüber den Abnehmern vertritt. Sie haben sich aber lieber eine Dunnschwätzerbude gegeben, den Bauernverband.
Es gibt zahlreiche Brancheverbände in der Landwirtschaft. Der Bauernverband ist nur einer von Ihnen. Allerdings hätte auch ein EINHEITLICHER Verband kaum eine Chance gegen die 3-4 mächtigen Lebensmittelkonzerne in Deutschland. Aber wenn man sieht wie ein Minister Gabriel die Kartellberhörden bei dem Kaisers-Tengelmann-Deal ausgehebelt hat, dann sieht man deutlich welche Ziele unsere Politik verfolgt...

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IB_31 07.02.2017, 08:44
197.

Zitat von Gleichstrom
Irgendwie läßt mich der Begriff "Tierschutztaliban" zweifeln, wie sinnvoll diese Diskussion hier noch werden kann. Taliban sind gewalttätig. Tierschutz ist eine uneigennützige Ablehnung von Gewalt gegenüber Lebewesen, die sich dem nicht selbst erwehren können. Das ist so etwa das Gegenteil von Taliban, da seh ich auf der Gegenseite, zumindest bei den Extremisten, für die ein Tier nichts als ein Wirtschaftsgut, ein Stück Rohstoff, ist, mehr Parallelen. @ Tueftler: "Am Gängelband durch Fördermittel geführt"??? Was ist los? Nene, da isn Bißchen anders ... der Regelfall ist, daß Lobbyisten wie der Bauernverband (der nebenbei auch nicht die Ansichten aller Bauern vertritt, den kann man eher Nestlé oder Unilever zuordnen) diktieren, und der Minister folgt. Das macht die Hendricks jetzt mal nicht, sondern trägt Probleme in die Öffentlichkeit. Ja, und? Gerne wird vergessen, daß die moderne, voll durchindustrialisierte Landwirtschaft wenig mit dem romantisierten Bild vom Bauern zu tun hat, und das ist auch garkeinem sein Ziel, dafür leben hier zuviele ... daß die Landwirtschaft die größte Änderung des Landes darstellt, die es je gab, geht ebenso gern unter wie daß der durch tierische Lebensmittel verursachte Anteil am Treibhauseffekt größer ist als der durch den Straßenverkehr und vor Allem aber, daß jeder Bauer die Möglichkeit hat, zu entscheiden, wie er arbeiten möchte. Wenn dann Schweine auf einem Bein stehen müssen, sollte man nicht auch noch Lob erwarten. Wenn sich schweineschonendes Arbeiten nicht lohnt, fehlt es da an Öffentlichkeit. Aber ... authentische Aufnahmen aus Schweineställen bekommt man nur mit versteckten Kameras hin - sagt das nicht sehr viel mehr aus, als die böseste Hetze (ich muß dabei lachen...) von Tierschützern es könnte? Vielleicht wäre es auch mal an der Zeit, anstatt in Deutschland das TSchG schlapper auszulegen zu verlangen, die Importe aus Ländern, die diese Weiterentwicklung der Zivilisation noch vor sich haben, zu beschränken. Der Bauernverband darf sich zu allem äußern, was ihm gefällt, und hier wäre das zur Abwechslung auch mal sinnvoll, plausibel und vielleicht sogar wirksam.
Also Lobbyismus ist pfui es sei denn es geht um Tierschutz - also eigene Ansichten.
Im realen Leben sagt man dazu Schulhofintelligenz, denn es ist nun gerade ein Kennzeichen der Demokratie, das jeder sich in Interessenverbänden organisieren darf.
Und das es radikale Tierschützer gibt, die auch schon mal ausserhalb des Gesetzes agieren , sollte sich auch schon herumgesprochen haben.
Auch hier in diesem Thread gibt es Leute, die Tiere mit Menschen vergleichen oder gar gleichsetzen.

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peets 07.02.2017, 09:24
198. Irgendwie ...

... erinnert mich das an Galileo Galilei der so vermessen war (begründet!) zu behaupten, dass sich die Erde um die Sonne bewegt. Klar dass er um Leib und Leben zu retten das widerrufen musste; die geozentrische Lobby seiner Zeit war ins Herz getroffen worden und wusste sich erfolgreich zu wehren. Geschmäht mussten sich damals allenfalls der abhängige kleine Mann, der Prediger, der Mönch fühlen obwohl diese nicht gemeint waren. Auch der Fürst musste um den Machterhalt fürchten da er seine Herrschaft auf den Werten dieser Lobby errichtet hatte. "Und sie bewegt sich doch" - bleibt zu hoffen dass sich die Wahrheit auch in diesem Fall durchsetzt.

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peets 07.02.2017, 09:28
199. Irgendwie ...

... erinnert mich das an Galileo Galilei der so vermessen war (begründet!) zu behaupten, dass sich die Erde um die Sonne bewegt. Klar dass er um Leib und Leben zu retten das widerrufen musste; die geozentrische Lobby seiner Zeit war ins Herz getroffen worden und wusste sich erfolgreich zu wehren. Geschmäht mussten sich damals allenfalls der abhängige kleine Mann, der Prediger, der Mönch fühlen obwohl diese nicht gemeint waren. Auch der Fürst musste um den Machterhalt fürchten da er seine Herrschaft auf den Werten dieser Lobby errichtet hatte. "Und sie bewegt sich doch" - bleibt zu hoffen dass sich die Wahrheit auch in diesem Fall durchsetzt.

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