Forum: Wirtschaft
Ärger um "Neue Bauernregeln": Bauern werfen Umweltministerin Hendricks Mobbing vor
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"Steht das Schwein auf einem Bein, ist der Schweinestall zu klein": Umweltministerin Hendricks (SPD) will "neue Bauernregeln" plakatieren. Bauern und Unions-Politiker sind empört - können aber auch nicht besser reimen.

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Larosen 07.02.2017, 12:06
200. Barbara Hendricks und ihr Ministerium machen alles richtig!

Es wird zeit, dass solche Probleme angesprochen werden in Deutschland! Wir sind in Sachen Tier und Umweltschutz schon lange vielen Ländern hinterher und kleine Bio Bauern, die wir kennen, freuen sich über die neuen Sprüche!!
Es ist richtig, sowas in Deutschlands Städte zu plakatieren und noch besser wäre es, die Regulierungen und Tierschutzgesetze anzuheben, auf ein Niveau, dass sich jeder Bürger beim essen von Fleisch darüber reden kann, die seine Fleisch auf dem Teller früher gelebt hat und wie sie gestorben ist. Momentan wollen das die Leute ja leider nicht hören und versuchen bloß nicht daran zu denken, wo das billige Met aus dem Discounter herkommt und was das Tier wohl für ein Leben hatte.

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Goldwin 07.02.2017, 12:19
201.

Zitat von Larosen
Es wird zeit, dass solche Probleme angesprochen werden in Deutschland! Wir sind in Sachen Tier und Umweltschutz schon lange vielen Ländern hinterher und kleine Bio Bauern, die wir kennen, freuen sich über die neuen Sprüche!! Es ist richtig, sowas in Deutschlands Städte zu plakatieren und noch besser wäre es, die Regulierungen und Tierschutzgesetze anzuheben, auf ein Niveau, dass sich jeder Bürger beim essen von Fleisch darüber reden kann, die seine Fleisch auf dem Teller früher gelebt hat und wie sie gestorben ist. Momentan wollen das die Leute ja leider nicht hören und versuchen bloß nicht daran zu denken, wo das billige Met aus dem Discounter herkommt und was das Tier wohl für ein Leben hatte.
Es geht doch nicht darum, dass Probleme nicht angesprochen werden dürfen. Es geht darum, dass man mittlerweile in keiner Weise mehr differenziert sondern "die Bauern" pauschal verunglimpft.
groß und konvetionel = böse
klein und bio = gut
Statt sich mit der Realtität zu beschäftigen werden Schwarz-weiße Feindbilder geschaffen und gepflegt.

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Gleichstrom 07.02.2017, 12:58
202.

Zitat von IB_31
Also Lobbyismus ist pfui es sei denn es geht um Tierschutz - also eigene Ansichten. Im realen Leben sagt man dazu Schulhofintelligenz, denn es ist nun gerade ein Kennzeichen der Demokratie, das jeder sich in Interessenverbänden organisieren darf. Und das es radikale Tierschützer gibt, die auch schon mal ausserhalb des Gesetzes agieren , sollte sich auch schon herumgesprochen haben. Auch hier in diesem Thread gibt es Leute, die Tiere mit Menschen vergleichen oder gar gleichsetzen.
Tierschutz ist kein Lobbyismus. Das nennt man dann wohl eher nichtmal Schulhofintelligenz. Lobbyismus betrifft Eigeninteressen. Tierschutz ist nicht auf dem Grundgedanken "wir brechen jetzt irgendein Gesetz!" basiert, sondern das ergibt sich manchmal daraus - über Sinn, Unsinn und Legitimation müssen wir hier nicht diskutieren, Ministerien und ihre Aktionen dienen nicht zum Brechen von Gesetzen.

Die Motivation dahinter besteht darin, die Situation der Tiere zu verbessern und wie man das plausibel und rational für falsch halten kann, ist ne harte Nuß (man müßte dafür sehr schlüssig argumentieren, an Ende wird es aber nie was, kenn ich schon...), daher ist auch diese ständige Sülzerei von irgendwelchen Radikalen, von denen die meisten Tierschützer keinen Einzigen kennen, überflüssig.

Beim Brechen von Gesetzen kommt mir mal wieder eine Assoziation mit dem Bauernverband, siehe z.B. das Konstrukt des Verbotsirrtums - wenn es eine Richtlinie gibt, die niedrigere Anforderungen stellt als das TSchG, und ein Bauer, der im Bauernverband ist, hält diese ein, schützt ihn das relativ zuverlässig davor, für diesen Gesetzesbruch eine Strafe zu erhalten. Da hat es zig Fälle von gegeben. Das ist gewinnorientierte organisierte Kriminalität - und wegen einer an einer Hand abzählbaren, dem Effekt nach irrelevanten Menge von sogenannten radikalen Tierschützern müssen die immer in jeder Diskussion präsent sein?

Menschen nicht mit Tieren vergleichen zu sollen ist jetzt woran gelegen? Angst vor dem Ergebnis? Eine ergebnisoffene Betrachtung kann doch nicht schon vorher falsch sein - wovon abgesehen die Spezies Homo Sapiens eindeutig der Fauna zuzuordnen ist. Ich jedenfalls bin in meiner Eigenschaft als Mensch ein Tier, und wir sind vermutlich Artgenossen. Man kann das anders nennen, die biologischen Tatsachen bleiben eindeutig - jeder Mensch ist Mensch und daher Tier.

Die Besonderheiten dieses Tieres stehen auf einem anderen Blatt. Da sie aber sehr selten Mastanlagen bewohnen oder so, stehen Menschen hier nicht zur Debatte, zumal sie als einziges Tier eine Menge an Rechten zugesichert bekommen, die ihren Eigenschaften gerecht wird - überall, wo da gejammert wird, ist das Niveau so hoch, da wäre jede andere Art, der es zuteilwird, selbst wenn sie sprechen könnte, stumm vor Euphorie - kurz gesagt Menschen jammern auf einem Niveau, auf dem jedes andere Tier das Gegenteil des Jammerns täte.

Wenn wir keine Tiere sind, möcht ich gern wissen, wo meine Blüten und Wurzeln sind. Ich hätt dann gern welche, und Photosynthese find ich auch super, das will ich auch können.

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Lokalpatriotin 07.02.2017, 13:46
203. Da sind sie wieder, die Pseudo-Spezialisten der Landwirtschaft...

... und am Ende des Tages geht die Mehrheit von ihnen in den Supermarkt und kauft - ohne auch nur einen Blick auf das Herstellungsland zu werfen - ein. Aber Hauptsache, es ist billig, `ne? Das sind dann wahrscheinlich auch die Verbraucher, die aus dem Brustton der Überzeugung bei diesen gern zitierten ominösen Befragungen angeben (ich glaube ja, die gibt es oft gar nicht...), sie würden mehr für das Produkt bezahlen, wenn es denn mehr Tierschutz gäbe oder wenn dem mechanischen Pflanzenschutz (wenn er denn überhaupt möglich ist) dem Pflanzenschutz durch chemische Mittel der Vorrang gegeben würde. Sagen kann man ja alles... bei der Umsetzung werde ich ja nicht beobachtet, nicht?
Wie viele von den sich hier Verewigten haben denn schon mal was von InVeKoS gehört oder gelesen? Wie viele haben sich mit den EU-Regeln für den Bereich der Landwirtschaft befasst und deren nationaler Umsetzung, die, der Betroffene wird's wissen, in den einzelnen EU-Ländern leider sehr unterschiedlich sein kann. Leider deshalb, weil die Landwirte hierzulande mit den anderen Landwirten in der EU konkurrieren. Und das macht sich schlecht, wenn ich mehr zu leisten habe für das gleiche Geld. Und warum müssen diese das eigentlich? Warum muss Deutschland immer an erster Stelle stehen und alles besser machen, als die anderen EU-Nationen? Ganz ehrlich, ich traue das Hintergrundwissen nicht mal Ministerin Hendricks zu! Leider, leider! Die derzeitige Aktion deutet sehr darauf hin. Ich weiß nicht, welcher Praktikant sich hier verewigen durfte, Frau Hendricks sollte sich vielleicht um fachlich informiertere Berater kümmern.

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IB_31 08.02.2017, 08:24
204. Erst grübeln, dann dübeln !

Selbstverständlich sind Tierschutz Organisationen genauso
Lobby-Organisationen wie andere auch.
Und zur Frage:
"Menschen nicht mit Tieren vergleichen zu sollen ist jetzt woran gelegen? Angst vor dem Ergebnis? Eine ergebnisoffene Betrachtung kann doch nicht schon vorher falsch sein "

Die Betrachtung ist nicht ergebnisoffen, sondern - und das ist eigentlich Allgemeinwissen:

Menschen leben anhand der Menschenrechte.
Fällt Ihnen an diesem Wort was auf ?
Fast alle Menschenrechte lassen sich auf zwei Grundrechte zurückführen:
Recht auf Leben
sowie
Selbstbestimmung
Beide Grundrechte haben Tiere nicht, und der Grund dafür ist auch allgemein bekannt.(Allgemeinwissen).
Ist das alles neu für Sie ?

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Gleichstrom 08.02.2017, 11:09
205.

Nein, mir ist es nicht neu, daß jede Gruppe sich selbst als Erstes schützt.

Am Wort Menschenrechte fällt mir auf, daß es sich von vorneherein selbst beschränkt. Daher bevorzuge ich den Begriff "Grundrechte", da diese nicht schon vorher feststellen, nur für einen Teil der ggf schützenswerten Lebewesen zu gelten wie das Deutschenrechte, Weißenrechte und Menschenrechte und überhaupt alle willkürlich begrenzt wirksamen Rechte tun.

Sie nennen mir hier ein paar juristische Banalitäten. Die sind mir selbstverständlich bekannt, wie gut sie die tatsächliche Realität abbilden ist allerdings nicht per Beschluß oder Gesetz festzulegen, sondern es ist eine ergebnisoffene wissenschaftliche Fragestellung. Jetzt angekommen?

Das Ergebnis des Vergleichs... Je nachdem, welches Tier man nun zum Vergleich heranzieht würden dort Gemeinsamkeiten überwiegen. Oder die Unterschiede. Eine scharfe Trennlinie gibt es nur in kultureller Hinsicht, und so scharf, wie sie die Tierindustrielobby gern darstellt, ist nichteinmal die. Wenn man es genauer wissen will und nicht nur eine billige Rechtfertigung dafür sucht, sich über irgendwas Anderes zu stellen, müßte die Frage auch nicht lauten, ob der Mensch ein Tier ist (siehe Blüten und Wurzeln), sondern was für eines.

Und, was sind noch alles Lobbyorganisationen? Amnesty International? Lobbyorganisationen im engeren Sinn vertreten EIGEN-Interessen. Ihre eigenen Interessen, nicht die von irgendwem anders. Da jede Tierschutzorganisation, soweit es mir jedenfalls bekannt ist, ausschließlich menschliche aktive Mitglieder hat, und da ja so scharf unterschieden wird, kann sich mit dem Begriff Tierschutz ja niemand von denen selbst meinen. Irgendwie macht das sogar Sinn, daß Menschen das machen, da jede andere Tierart z.B. einen Alphabetisierungsanteil von ungefähr 0 oder exakt 0 hat und das alles mit viel Schreibkram verbunden ist. Von mir aus können wir auch das Vertreten von Fremdinteressen als Lobbyismus bezeichnen, im WEITEREN Sinn. Tierschutzverein, Kinderschutzbund, alles Lobbyisten. Wird ja gern gemacht, wenn man mit etwas auf Kritik stößt, erweitert man den Begriff auf die Kritiker...

Das Ergebnis ist insofern vorher klar, als daß es eine wissenschaftliche Tatsache ist, daß "Mensch" eine bestimmte Tierart bezeichnet, die mit Anderen mehr oder weniger verwandt ist. Herausgelöst aus der sonstigen Natur stehen Menschen nur in Schöpfungsmärchen, den Unsinn glaubt doch heut niemand mehr ernsthaft, der seine Jacke auf der Vorderseite zumacht...

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mostly_harmless 08.02.2017, 11:30
206.

Zitat von Goldwin
Es geht doch nicht darum, dass Probleme nicht angesprochen werden dürfen. Es geht darum, dass man mittlerweile in keiner Weise mehr differenziert sondern "die Bauern" pauschal verunglimpft. groß und konvetionel = böse klein und bio = gut Statt sich mit der Realtität zu beschäftigen werden Schwarz-weiße Feindbilder geschaffen und gepflegt.
Nennen Sie mal eine der "neuen Bauernregeln", in denen Bauern pauschal verunglimpft werden. Real werden da konkrete Probleme genannt, die durch Bauern verursacht werden. Und nicht durch alle Bauern, sondern eben jene, die so agieren, dass die genannten Probleme entstehen. Das reale Problem ist auch hier mal wieder, dass die eigene Wahrnehmung der Bauern von der Realität abweicht.

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Gleichstrom 08.02.2017, 11:51
207.

Zitat von mostly_harmless
Nennen Sie mal eine der "neuen Bauernregeln", in denen Bauern pauschal verunglimpft werden. Real werden da konkrete Probleme genannt, die durch Bauern verursacht werden. Und nicht durch alle Bauern, sondern eben jene, die so agieren, dass die genannten Probleme entstehen. Das reale Problem ist auch hier mal wieder, dass die eigene Wahrnehmung der Bauern von der Realität abweicht.
... oder die eigene Wahrnehmung des Bauernverbands...

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IB_31 08.02.2017, 13:09
208.

Zitat von Gleichstrom
Und, was sind noch alles Lobbyorganisationen?
Der deutsche Tierschutzbund hat sich ganz offiziell als
Lobbyorganisation registrieren lassen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Lobbyorganisation_(Deutschland)
So wie viele andere auch.
Sie können natürlich für Lobbyorganisation ihre eigene Definition verwenden.
Dann kommen Sie aber über kurz oder lang mit dem Rest, der den Begriff kennt in Konflikt....bzw. es gibt Kommunikationsschwierigkeiten.
Des weiteren gibt es sehr viele Menschen, die der Meinung sind,
überhaupt erst Regeln ( auch Gesetze genannt ) machen das
menschliche Zusammenleben überhaupt erst möglich.

Und zu Mensch - Tier und Menschenrechte:

Auf die Frage, ob man zuerst ein Baby oder einen Hund aus einem kenternden Boot retten sollte, würden Sie in so ziemlich jeder Gesellschaft auf diesem Planeten eine sehr eindeutige Antwort bekommen.
Warum wohl ?

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Gleichstrom 08.02.2017, 14:04
209.

Gut, war mir neu, daß die sich so nennen. Wenn einem das Zugänge öffnet, die anderweitig verschlossen bleiben, ist es sinnvoll.

Daß Lobbyismus ursprünglich das Vertreten eigener Interessen bedeutet hat läßt mich an dieser Bezeichnung und Registration dennoch zweifeln, da hätte man lieber erstmal die Begrifflichkeiten geklärt, bzw zwischen Eigen- und Fremdinteressen differenziert. In der Auflistung bei Wikipedia find ich bei grober Übersicht (ich will da nicht ne Stunde festhängen) außer dem Tierschutzbund nur klassische Eigeninteressenvertreter.

Davon abgesehen, ob man dies nun auch Lobby nennt oder nicht hat das profitorientierte Vertreten von Eigeninteressen immer einen etwas verdächtigeren Geschmack als das Vertreten der Interessen Anderer - da nimmt man es mit der Wahrheit nur solange genau, wie es in der eigenen Tasche landet, und das mit einer Wehleidigkeit, die wirklich beeindruckend ist.

Zu dem Baby und dem Hund folgt gleich was.

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