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Ärztefreundliche Pläne der Regierung: Kassen prognostizieren Beitragsschock

Die Ärzte sind mächtig, und*die Regierung ist schwach: Die Krankenkassen befürchten,*dass Union und FDP*den*Kampf mit der Gesundheitslobby verlieren. Dann könnte es*bald*viel mehr Mediziner und*noch mehr Verschreibungen geben - finanziert vom Beitragszahler.

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ovi100 27.02.2011, 21:24
1. wie stolz ist man doch auf das Dt.

Gesundheitssystem..aber es wird solange "reformiert" bis es selber keiner mehr bezahlen kann..!!!
Ich selber bezahle als versicherungspflichtiger den Höchstbetrag und wundere mich wieso eigentlich ??? Das genügt noch immer nicht ? Wie wäre es maö mit einer richtigen Reform bevor das Sytem zusammenbricht ?

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Chris-Gardner 27.02.2011, 21:45
2. Fragen Sie Ihren Arzt und Apotheker

... Also ich will jetzt keine Berufsgruppe pauschal verunglimpfen, doch ich denke die Deutschen sind mit ihrer unkritischen Haltung gegenüber Ärzten, Apothekern und ähnlichem selbst an den Zuständen schuld.

Das primäre und nachvollziehbare Interesse aller Ärzte mit eigener Praxis ist es Geld zu verdienen. Alles andere ist Beiwerk. Leider vergessen das sehr viele und sind viel zu sehr bereit jede Diagnose (mit all ihren Kosten!) unreflektiert zu akzeptieren.

Auch ist eine ethische Debatte über die Finanzierbarkeit bestimmter Behandlungen längst überfällig. Die bisherige Einbahnstraße (wir zahlen alles) ist vor dem Hintergrund einer völlig überalteten Bevölkerung untragbar, wenn gleich sie das Idealbild nach Vorstellung vieler Ärzte entspricht.

Solange (gerade die Älteren) ihren besten Freund im Arzt sehen, wird die Situation nur noch schlimmer, denn auf Verzicht seitens der Gesundheitsbranche kann man nicht hoffen!

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lukbuk 27.02.2011, 21:57
3. Zurecht...

kann man auf das deutsche Gesundheitssystem stolz sein! Nirgends auf der Welt werden Patienten ohne zusätzliche Kosten besser behandelt.
Das Problem der Finanzierung entstand in den letzten Jahrzehnten schleichend durch die Vielzahl der Möglichkeiten, die man mittlerweile hat.
Die Aufgaben für die Zukunft aus meiner Sicht:
1. Für die Ärzteschaft: Zurück zur sinnvollen, menschlichen Medizin. Irgendwann stirbt ein Mensch, dann geht es nicht mehr darum, 1000de von Euro auf einer Intensivstation für ihn auszugeben, sondern ihm einen angenehmen Tod zu bereiten.
2. Für die Juristen: Dabei brauchen Ärzte juristischen Beistand, denn was die meißten von einem solchen menschlichem Vorgehen abhält ist die Angst vor Klagen. "Warum musste mein 90jähriger Großvater jetzt an einer Lungenentzündung sterben, man hat ihn doch garnicht monatelang intubiert und beatmet und alles versucht."
3. Für die Politik: Es muss eine Umverteilung stattfinden. Wenn ein Hausarzt einen schwerkranken Patienten begleitet, dann muss sich das für ihn rentieren. Er hat schließlich eine Familie, er muss Geld nach Hause bringen. Solange er also für eine Monatspauschale (!) täglich Hausbesuche machen soll, wird er den Patienten stets bei nächster Gelegenheit ins Krankenhaus einweisen - und das ist a) für uns alle teurer und b) für diesen Patienten einfach nur grausam.

Grüße von einer internistischen Intensivstation.

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jb3005 27.02.2011, 22:13
4. Ja und?

Was ich allerdings daran nicht verstehe (Überversorgung mit Ärzten), es regelt doch der Markt. Ich kann doch mit meinem Leiden nur zu einem Arzt gleichzeitig gehen. Wenn es in München z.B. 200 HNO Ärzte zu viel gibt werden ja dadurch die Patienten nicht mehr. Also teilen sich doch alle den (Kuchen (Patient). Oder hab ich da was falsch verstanden?

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sunshine1986 27.02.2011, 22:15
5. Dt. Gesundheitssystem

Genau den Ärzten geht es in Dt. so gut dass sie alle auswandern wollen..., sie wollen nicht mehr Geld sondern bessere Arbeitsbedingungen, kann daran mal nicht etwas geändert werden.
Und wir deutschen sollten endlich aufhören über unser Dt. Gesundheitssystem zu meckern und unsere Beschwerdementalität einstellen. Nennt mir ein Land in dem es eine rund um jährliche Vorsorge gibt bzw. überhaupt Vorsorgeuntersuchungen die bezahlt werden. In welchem Land wir zum Arzt gehen können ohne Angst zu haben nicht behandelt zu werden weil wir nicht versichert sind oder uns einen Besuch aus eigener Tasche gar nicht leisten können.
In die Notaufnahme gehen können ohne 14 Std. Wartezeit wenn nicht sogar länger.
Ich studiere Public Health und bin seit 6 Jahren in 12 verschiedenen Ländern gewesen, die meisten in der EU und ich kann euch nur sagen mensch haben wir es hier als Patient gut, die angearschten sind die Ärzte die hier ihre 24-48 Stundenschichten in den Kliniken schieben MÜSSEN. Sozusagen im Krankenhaus leben und in diesen langen Schichten auch noch konzentriert bleiben müssen, da sie ein Menschen leben in der Hand haben und jeder fehler fatal sein kann.
Diese ganze Verantwortung+Schichten (Wochenende, Feiertage, Nächte + unbezahlte Überstunden)für 2000 euro monatl. ohne Abzüge für Haftpflichtversicherungen oder Kreditraten die während des langen studiums aufgenommen werden mussten- na danke. Dann noch die Dt. Patienten die sowieso am meisten am meckern sind.
Also ich kann verstehen dass der Großteil der abgeschlossenen Mediziner sich nicht mehr für den Arztberuf entscheiden und in andere Bereiche abdriften, auch wenns weniger Geld gibt.
Am Ende dankt es einem eh keiner und bekommt sowieso nur das Kommentar an den Kopf geworfen: na sie haben sich doch für diesen Beruf entschieden, also behandeln sie mich jetzt gefälligst...

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Kriegi 27.02.2011, 22:28
6. Ärztemangel - insbesondere hausärztlich und ländlich

Zitat von sysop
Die Ärzte sind mächtig, und*die Regierung ist schwach: Die Krankenkassen befürchten,*dass Union und FDP*den*Kampf mit der Gesundheitslobby verlieren. Dann könnte es*bald*viel mehr Mediziner und*noch mehr Verschreibungen geben - finanziert vom Beitragszahler.
Ich selbst bin Hausarzt im ländlichen Unterfranken.

Bis zum Ende des Jahres 2010 gab es sogenannte Hausarztverträge, welche die Hausärzte in Bayern besser honorierten.

Am 16.12.2010 wurden von den Krankenkassen unter einem Vorwand die Patienten und die Hausärzte aus diesen Hausarztverträgen gekündigt, womit Patienten eine schlechtere Gesundheitsversorgung (trotz Anfang des Jahres 2011 gesteigerter Beiträge) und die Hausärzte 14 Tage nach Bekanntmachung auf einen Schlag ca. 25-30% weniger Honorar erhalten werden.

Meine hausärztlichen Kollegen in der Umgebung finden keine Nachfolger und werden demnächst mit 68 Jahren frustriert ihre Praxen schließen (müssen), weil sich keine Nachfolger diesen Irrsinn (für lau) antun wollen.

Wer jetzt von Ärzteschwemme redet, hat nicht mehr alle Tassen im Schrank - in anderen Gebieten in Deutschland ist der Hausärztemangel noch viel gravierender.

Die Patienten und Bürger sollten sich über die Machenschaften der verlogenen Krankenkassenlobby, die sich an ihnen schamlos bereichert und tatsächlich nichts für die Gesundheitsversorgung leistet, am besten selbst informieren:

http://www.patient-informiert-sich.de/

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maui1305 27.02.2011, 22:39
7. Einnahmeseite beleuchten, statt der Ausgabenhetze

Neben der bisher gut bekannten Debatte um die Ausgabenseite, der Interessen- geleiteten (Schuld)-Zuweisungen der Leistungserbringer und vor allem die ständige Vertuschung der Einnahmeseiten- Tatsachen durch die politisch Verantwortlichen, möchte ich deutlich auf die stets sinkende Einnahmenseite hinweisen. Kein Politiker bedauert ( Ironie !!!) , die fehlenden sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnisse, der stetige Wegfall dieser Arbeitsplätze wird billigend und aktiv umsetzend in Kauf genommen und dann die Ausgebenden ins Licht gerückt und gegenseitig mit Patienten zum Kampf animiert. Jeder kann ausrechnen, wieviel Geld monatlich ins GKV-System käme, gäbe es mehr soz.vers.pfl. Arbeitnehmer. Z.B. 1/2 Mio Arbeitsplätze mit durchschnittlich 3000 Euro brutto mal 15,5 % Beitrag, ergäbe pro Jahr 2,79 Milliarden "mehr" im Topf.
Und noch ne Provokation: Vielleicht sollte ab einem bestimmten Einkommen ( z.B. ab 6000 Euro ) die kostenfreie Mitversicherung der Familie mit einem symbolischen Zusatzbetrag ( und wenn es nur 50 Euro / Monat sein sollten) solidarisch unterstützen.
Und bitte nicht auf den Privatpat. herumschlagen, diese finanzieren die GKV immens mit.

Freundliche Grüße
Maui1305
Leistungserbringer zu Lasten der GKV
im Bereich Psychotherapie

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Meist Besuchteseite 27.02.2011, 22:43
8. Kuchen

Zitat von jb3005
Wenn es in München z.B. 200 HNO Ärzte zu viel gibt werden ja dadurch die Patienten nicht mehr. Also teilen sich doch alle den (Kuchen (Patient).
Der einzelne Patient muss dann eben mehr teures verschrieben bekommen, damit sich die Praxen auch mit weniger Patienten halten können. Der Kuchen sind eben nicht die Patienten, sondern die Leistungen, die man den Patienten verkauft.

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jb3005 27.02.2011, 23:13
9. titel

Zitat von Meist Besuchteseite
Der einzelne Patient muss dann eben mehr teures verschrieben bekommen, damit sich die Praxen auch mit weniger Patienten halten können. Der Kuchen sind eben nicht die Patienten, sondern die Leistungen, die man den Patienten verkauft.
Ja, aber diese Leistungen sind doch begrenzt und werden immer stärker reguliert!

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