Forum: Wirtschaft
AfD im Aufwind: "Der Gerechtigkeitswahlkampf der SPD war nicht klug"
imago/ Lars Berg

Um die AfD zu schwächen, wollte sich die SPD als Schutzmacht kleiner Leute profilieren. Falscher Ansatz, zeigen Studien: Nicht Armut treibt Wähler nach rechts - sondern ein schwelender Kulturkampf.

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hanstreffer 23.09.2017, 16:11
150. Viel zu einfach

Heute neigt man ja dazu, soziale Realität durch Umfragen zu ersetzen. Das ist hier der Fall. AFD Wähler fühlen sich zurückgesetzt weil sie für Fleiss und Engagement als ehrliche Staatsbürger bestraft werden durch die Agenda2010, die Bildung komplett entwertet und Fleiss bei Arbeitslosigkeit bestraft. Und wer gespart hat, der wird durch den Euro und Draghi jetzt verarmt. Und dann kommen noch Millionen hier rein, die ihre Pässe z.T. wegwerfen, Lügen und dafür Geld, Gesundheitsversorgung und Wohnungen erhalten? Gut dass die AFD eine Volkspartei wird und nicht irgendein rechtsradikaler Klüngel.

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kuac 23.09.2017, 16:11
151.

Zitat von mwroer
Zum einen das und zum anderen braucht man kein langes Gedächtnis - die SPD hat ohne groß zu murren die Politik der letzten 4 Jahre mitgetragen.....
Was sollte die SPD denn machen? Wenn ich wusste, dass die SPD 100% recht hat und die CDU 100% unrecht hat, dann hätte ich der SPD geraten, die Koalition zu kündigen. So ist die Lage aber nicht in einer Demokratie. Keine Partei besitzt die absolute Wahrheit. Jeder Partei hat irgendwo recht. Dehalb die Notwendigkeit der Koalition und des Kompromisses in einer Demokratie.

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The Independent 23.09.2017, 16:12
152. Naja

Zitat von MtSchiara
Denn es gibt zahlreiche gesellschaftliche Themen, bei denen die Parteien CDU, SPD, Grüne und FDP sehr eng beieinander liegen: 1) Kernenergie ... 2) Zuwanderung/Flüchtlinge ... 3) "Dieselskandal" ... 4) Eurorettung ... 5) Volksabstimmungen / Schweizer Demokratiemodell ... 6) Autobahnmaut ... 7) Forcierung von Batterie-Autos
Da haben Sie sich einige Punkte herausgesucht, wo die genannten Parteien teilweise meilenweit auseinander liegen:

1) Der Ausstieg aus dem Ausstieg aus der Kernenergie (vor Fukushima) wurde auch von der FDP betrieben, Teile der CDU und FDP sind nach wie vor gegen den Atomausstieg.

2) Die FDP möchte das Zuwanderungsrecht deutlich verschärfen. SPD, Grüne und FDP sind für ein Einwanderungsgesetz, allerdings unter unterschiedlichen Vorzeichen, CDU und CSU sind strikt dagegen.

3) Michael Theurer (FDP) zum Diesel: "Die deutsche Automobilindustrie baut die besten Verbrennungsmotoren der Welt. Diese werden nachgefragt und sind, was ihre ökologische Perfektionierung betrifft, noch lange nicht am Limit. Das heißt, dass herkömmliche Antriebe nach wie vor eine Rolle spielen werden. Die USA und China haben auf diesem Feld mit Deutschland einen unschlagbaren Konkurrenten."
Die FDP ist für eine Entschädigung der Dieselkäufer, genau wie die SPD und die Grünen, die CDU/CSU lehnt sie ab und sagt, dass der Diesel noch lange gebraucht wird.

4) Die FDP forderte 2013 in ihrem Wahlprogramm den ESM abzuschaffen, die Linken waren teilweise gegen das Konstrukt, haben einen Schuldenerlass propagiert, die SPD und Merkel waren ab 2013 dafür, ihn beizubehalten, die Grünen haben ihn kritisiert.

5) Lindner lehnte 2016 Volksabstimmungen ab ("Ich bin gegen diese Mode der Volksabstimmungen. Die politische Kultur eines Landes, zum Beispiel der Schweiz, kann man nicht einfach auf ein anderes Land übertragen"), die SPD ist mit Einschränkungen dafür, die CDU lehnt sie ab. Die Grünen: k.A.

6) Die FDP lehnt eine PKW-Maut als Bürokratiemonster ab, die SPD war im Wahlkampf dagegen, die Grünen halten die Maut für ein Minusgeschäft und die CDU hat dem Druck der CSU nachgegeben, ist also für die Maut.

7) Forcierung von E-Autos:
Die Grünen sind dafür, die SPD hat eine ambivalente Haltung, die CD dagegen. Michael Theurer (FDP) dazu:
"Das Elektroauto ist nicht der Weisheit letzter Schluss. Auch die herkömmlichen Antriebsarten wie der Diesel lassen sich effizienter und ökologischer gestalten, zum Beispiel durch die Harnstoffeinspritzung (Anm: wenn man denn nicht mit Software die Einspritzung manipuliert). Auf der anderen Seite sind Brennstoffzellen-Antriebe ebenfalls im Kommen. Die Politik weiß eben nicht am besten, was sich am Ende beim Verbraucher durchsetzt.
... Außerdem geht die einseitige Fokussierung auf die batteriebetriebene Elektromobilität von der Annahme aus, dass sie automatisch das Klima schützt. Die Studie aus Schweden wiederlegt das."

Die FDP sagt sinngemäß, dass Subventionen für E-Autos Unsinn sind und es noch nicht klar ist, was denn die Technologie der Zukunft sein wird. Das sehen naturgemäß die Grünen und teilweise auch die SPD ganz anders.

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danido 23.09.2017, 16:12
153.

Zitat von cosmos
Ihr Behauptung, Afd Wähler sind abtrünnige CDU-Wähler ist schlicht falsch. Laut ARD-infratest dimap sind z.B. bei der letzten NRW-Wahl zur Afd 60.000 SPD-Wähler, 30.000 FDP-Wähler, 10.000 Grüne-Wähler, 10.000 Linke-Wähler, 120.00 Nichtwähler, zusammen 230.000 Wähler zur Afd gewandert, von der CDU "nur" 50.000 Wähler. Das Einfangen ist die Aufgabe aller Demokraten. Jeder Vierte-Fünfte... Demokrat bräuchte nur Einen einfangen. Das klappt nur in persönlichen Gesprächen und nicht mit Reden bei Veranstaltungen oder im Fernsehen.
Ich stell mir das lustig vor, wenn jemand wie Sie mir irgendwas erklären will. Wenn Sie irgendwelche Argumente haben können Sie die doch hier vortragen, hm?! Wie siehts aus mit den Wirtschaftsmigranten und dem Kampf der Kulturen? Aber da kommt wohl nix.

Ich habe übrigens nicht nur studiert und eine Menge Arbeitsplätze in Deutschland geschaffen, sondern bin ehemaliger CDU-Wähler, und hätte gern wieder eine konservative Partei in Deutschland.
Was haben Sie eigentlich schon erreicht im Leben?

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Tacitus73 23.09.2017, 16:18
154. Vollkommen richtig!

Zitat von yossariania
Die Kita wurde nicht wegen des Geburtenrückganges geschlossen. Die Kita wurde geschlossen, weil kein Geld mehr da war. Für die Instandhaltung der Räumlichkeiten. Für eine anständige Bezahlung des Personals. Für eine vernünftige Verpflegung der Kinder. Und das Geld, das nicht da war - so haben es uns die Politiker jahrelang erzählt - ist auf einmal doch da: für Flüchtlinge. Oder anders herum: wenn das Geld reicht, um die Kita für Flüchtlinge zu betreiben, warum hat das Geld dann für die eingeborenen Kinder nicht erreicht? Keiner will hier Flüchtlinge verhungern oder verwahrlosen lassen. Aber solange uns die Politiker nicht erklären, wo das Geld, das angeblich jahrelang gefehlt hat, nun auf einmal herkommt, solange fühlt sich der Bürger ver...t.
Aber wieso geben uns die Politiker keine Antwort auf diese naheliegende Frage - und auf weitere naheliegende Fragen? Hatten die deutschen Bürger etwa keinen anständigen Wahlkampf verdient, in dem die Probleme angesprochen werden - und nicht um sie herumgeredet wird? Warum haben die Medien nicht nachgehakt? Das ist doch ein Kernproblem unserer Demokratie! Genau das lässt doch das Vertrauen in die Politik schwinden und befördert das Gefühl, "die da oben" seien gar nicht an der Meinung der Bürger interessiert und hätten überdies Defizite in ihrem Demokratieverständnis. Vielleicht ist ja wirklich etwas dran an der Abgehobenheit und Ignoranz der ,Eliten´. Zumindest tun diese nichts, um dem fatalen Eindruck entgegenzuwirken, der durch die Verweigerung öffentlicher Diskurse und Debatten in vielen Kernfragen entstanden ist. Das alles einfach nur als Verschwörungstheorie von Populisten abzutun, anstatt sich ernsthaft damit auseinanderzusetzen, wird die politischen Ränder noch mehr stärken. Es kann doch nicht sein, dass es etliche Fragen gibt, die den Leuten auf den Nägeln brennen - und kaum eine wird im Wahlkampf ernsthaft angegangen. Man muss sich eigentlich nicht fragen, warum die etablierten Parteien absacken und eine Partei wie die AfD (den Umfragen zufolge) viele Stimmen bekommt. Die eigentliche Frage lautet doch: Warum bekommt sie nicht noch mehr Stimmen? DAS können wir doch eigentlich im positiven Sinne einer Grundhaltung anrechnen, die uns in Deutschland angesichts unserer Geschichte vor allzugroßen Experimenten an der Wahlurne bewahrt.

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galbraith-leser 23.09.2017, 16:20
155. Das liebe Geld verschwindet nicht, es hat nur wer anders...

Zitat von SasX
Sowohl an Sie, als auch an die 125, welcher eine andere Ansicht bezüglich des Geldes vertritt: Sie können in die Zahlen interpretieren, was Sie mögen und darüber diskutieren. Aber bitte unterstellen Sie mir keine Absichten aufgrund ihrer eigenen Interpretationen. Es wurde nach den Zahlen gefragt und ich habe nur die Zahlen unter Nennung der Herkunft genannt. Natürlich verschwindet das Geld nicht, sondern fließt, wie immer, weiter an verschiedene Empfänger.
Die SPD - hier in Person von Herrn Maas - hat sich im Oktober 2016 nicht entblödet per Twitter zu posten, dass das Geld für die Flüchtlinge in Deutschland erwirtschaftet und niemanden weggenommen wurde. Das sagt alles zur wirtschaftlichen Kompetenz dieser Partei. Entweder sind sie so blöd und glauben das wirklich. Oder sie halten ihre Wähler für blöd genug, das fehlende Geld in der Tasche nicht zu bemerken. In beiden Fällen gibt es nur ein Ergebnis: Unwählbar!!! Es ist richtig, den Flüchtlingen zu helfen, aber es ist unrichtig zu behaupten, dass würde nichts kosten! Und es ist unrichtig zu behaupten, dass man das Problem nicht deutlich billiger hätte lösen können, in dem die Mittel für den UNHCR aufgestockt anstatt gekürzt worden wären.

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taanuu 23.09.2017, 16:21
156.

Zitat von fpschindler
Der intelligente Mensch wählt anders und lässt sich nicht von einfachen Wahlaussagen ködern. Intelligente Menschen verdienen in der Regel auch mehr. Der intelligente Mensch wählt taktisch. Wer weniger Muslime will, wählt AfD.
Der intelligente Mensch ist auch nicht fremden- oder ausländerfeindlich, er hat nicht das geringste gegen die Zuwanderung etwa von Portugiesen oder Letten, Schotten oder Griechen, Chinesen oder Chilenen. Aber der intelligente Mensch hat auch schon mal im Koran gelesen und kann nur mit dem Kopf schütteln, wenn da behauptet wird, der Islam sei eine friedliche Religion. Der intelligente Mensch weiß auch, dass es kein mehrheitlich mohammedanisch Land gibt, im dem die freiheitlichen Grundwerte unseres Grundgesetzes beachtet werden. Und er weiß, welche Probleme jedes Land (von den Philippinen über Thailand bis nach Europa) mit einer mohammedanischen Minderheit hat.

Das Verdienst der AfD ist es, den Bann gebrochen zu haben, dass der intelligente Mensch nicht mehr schweigt.

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klartexxt 23.09.2017, 16:23
157. EIne SPD Strategie

war in diesem Wahlkampf nie wirklich erkennbar. Erst hat 100%Schulz etwas von einem Arbeitslosengeld "Q" gefaselt, und dann fuhr der Schulzzug samt Insassen zuerst im Saarland, dann in Schleswig-Holstein und als i-Tüpfelchen in der "Herzkammer" der SPD mit jeweils voller Wucht gegen die Wand. Nein, so einfach ist es nicht Kanzler zu werden!
Um dann gegen Ende des Wahlkampfes bei der Kanzlerin um Themen zu betteln, damit die SPD doch Bitteschön dagegenhalten kann.
Einfach traurig und armselig!

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Velbert2 23.09.2017, 16:24
158. Linke

Zitat von dirkozoid
Das Problem ist doch nicht die Strategie an sich, sondern dass der SPD keiner mehr glaubt, wenn sie etwas von mehr Gerechtigkeit erzählt. Die Leute haben aus SPD-Sicht leider ein zu langes Gedächtnis und wollen tatsächlich auch etwas von dem in der Regierungsarbeit sehen, was im Wahlkampf versprochen wurde. Da die SPD sich aber nicht an sowas hält, sind sie unwählbar.
Wenn die SPD nicht glaubwürdig ist warum wählen die Menschen dann nicht verstärkt "die Linke" oder die DKP, sondern die AfD? Diese Frage sollte spätestens nach der Bundestagswahl gestellt werden.

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sabrina74 23.09.2017, 16:30
159. Notwehr?

Zitat von multimusicman
den Zulauf der AFD zu erklären... Mieten von 1400 Euro für eine 4 Raum Wohnung sind mittlerweile für Normalverdiener mit 2 Kindern nicht mehr erschwinglich, weil sämtliche Politiker der großen Parteien nur verwalten statt wirkliche Konzepte zu entwickeln, ausgenommen die Linken, bei denen sich aber außer Wagenknecht niemand traut eine eigene Meinung zu vertreten. die SPD hat sich den Rest gegeben, weil sie eine Koalition mit den Linken ausgeschlossen hat. Für viele Wähler ist es eine Art Notwehr AFD zu wählen, wohlwissend, dass diese Partei die größten Chancen hat sich selbst zu zerlegen wenn sie in den Bundestag kommt. Ich sage mal 15%+ voraus. Und die Verantwortung dafür liegt beim politischen Mainstream zu dem auch SPON gehört.
Und wenn die AfD an der Macht wäre, würde Ihre Miete sinken? Das ist ja schon arg naiv, oder?

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