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Agrarlobby: Indiens Kleinbauern verschärfen den Hunger im Land
AP

Jedes fünfte Kind in Indien gilt als unterernährt, auch weil rund 40 Prozent der frischen Lebensmittel verderben. Schuld daran sind auch die organisierten Kleinbauern des Landes.

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phboerker 28.06.2014, 07:56
1. Problem mangelnde Monopolisierung

In Indien hungern also arme Kinder, weil die Versorgung mit Lebensmitteln nicht zentralisiert und monopolisiert ist - hahaha! Bei uns verkommen ja bekanntlich keine Lebensmittel.

Wer's glaubt wird selig. Diese Studie ist wohl das Abfallprodukt eines Lobbykrieges um die Ernährung eines Milliardenvolkes...

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franxinatra 28.06.2014, 08:02
2. Ich werde den Verdacht nicht los...

dass das wirkliche Ziel dieser Publikation die schrittweise Enteignung -zum Wohle der Allgemeinheit- sein soll, wie sie bereits in vielen Staaten der dritten Welt Alltag ist; mit der Folge, dass Agrarinvestoren eine landlose Bevölkerung noch besser in ein Ernährungsdiktat zwingen können.
Es sollten bessere Alternativen bestehen als der durchsichtigen Argumentation von Investoren zu folgen.

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mischnik 28.06.2014, 08:02
3. Privatisierung?

"Zu diesen müsse auch die Privatisierung des Marktes und die Öffnung gegenüber ausländischen Investoren gehören."

Aber wenn der Markt zehntausenden Kleinbauern gehört, ist er doch schon privatisiert? Man merkt: Privatisierung heißt verkauf an Großkonzernen, damit diese modernisieren. Die Alternative wäre der Aufbau von Genossenschaften, die allen beteiligten gehören. Aber das wäre ja eine Zwangskollektivierung wie in der DDR und das geht gar nicht. Also werden die Bauern an Konzerne verschachert.

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Reg Schuh 28.06.2014, 08:17
4. Bitte laßt die Redakteure nochmal drüber nachdenken, was sie schreiben!

Zitat von sysop
(...) Schuld daran sind auch die organisierten Kleinbauern des Landes.
Nach Lektüre des Artikels:
Müßte das nicht heißen: "Schuld daran ist auch die Vielzahl der Klein- und Zwischenhändler." ?

(Wohlgemerkt: Die Zahl, und nicht die Händler an sich, und erst recht nicht die Bauern an sich.)

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Horstino 28.06.2014, 08:23
5.

Schon mal dran gedacht, dass Kühlhäuser von Kooperativen und Genossenschaften der Zwischenhändler errichtet werden könnten?
Im Übrigen ließt sich der Bericht nämlich wie eine schöne Kamagne westlicher Agrarproduzenten.
Ich bezweifle auch, dass Kühlung allein das Hungerproblem löst. Die meisten Kinder dürften nämlich Hungern, weil die Eltern zu wenig Geld haben. Dieses Problem lösen Kühlhäuser nicht. Sie lösen nur das Marktzugangsproblem europäischer Zwischenhändler.

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cato-der-ältere 28.06.2014, 08:28
6. Genauer hinschauen

Es wird bei oberflächlicher Betrachtung suggeriert dass die Kleinbauern schuld sind. Das sagt ja auch die Headline.
Da wird das Interesse großer Agro-und Lebensmittelmultis bedient die den Markt endlich kapern wollen. Frau Westenberger will als Lobbyisten vermutlich genau das. Toll gemacht wie sie ihre Botschaft hier platzieren konnte!

Wenn man genauer hinschaut, man muss nur den Folgetext lesen und noch nicht mal weiter recherchieren, sieht man dass eher die Zwischenhändler das Problem sind, die die Lieferkette verlängern und natürlich die Produkte verteuern. Und offenbar der Staat, der im großen Stil Getreide lagert, das übrigens auch tonnenweise verrottet.
Ferner die Tatsache dass Bahn und vor allem Straße nach wie vor in armseligen Zustand sind, bzw. die Staus sogar zunehmen.
Wenn der Staat z.B. Bauerngenossenschaften unterstützen würde bei Errichtung von Kühlhallen, und schlicht seinen Job machen würde puncto Infrastruktur, sähe sie Sache anders aus. Ferner müsste man die parasitären und un-, bzw. sogar kontraproduktiven Zwischenhändler zurück schneiden, die auch den kleinen Gewinn der Bauern schmälern.

Wenn Großkonzerne einsteigen und die ganze Wertschöpfungskette übernehmen, dann läuft technisch natürlich auch vieles besser, aber die unzähligen Bauern gehen natürlich vor die Hunde, - was sollen die denn machen? Es herrscht generell ein ideologischer Krieg weltweit, in dem Großkonzerne und ihre PR-Leute der Öffentlichkeit eintrichtern dass Bauern und "Klein"Bauern ("Klein" soll suggerieren dass die unfähig/unproduktiv sind) uns nicht ernähren können. So werden soziale Strukturen, Kulturen und Biodiversität vernichtet. Und die Rechnungen stimmen meist einfach nicht. Es gibt genug Bauern-Projekte die beweisen dass sie hoch produktiv sein können. Das sagt ja sogar der Artikel, - dass "eigentlich" genug da ist in Indien.

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cirrus51 28.06.2014, 08:33
7. Ohne Discounter

bezahlt man für die Lebensmittel mehr.
Die armen Menschen trifft es am härtesten
Aber die Zwischenhändler und kleinen Kaufleute werden Discounter verhindern

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Konsumkritiker 28.06.2014, 08:37
8. Das Problem haben Sie nicht erfasst.

Problematisch ist nicht, dass zu wenige ausländische Agrarkonzerne in Indien die Versorgung sicherten. Solche Konzerne erhöhen die Abhängigkeit vom Ausland und sorgen dafür, dass die in Indien produzierten Produkte ins Ausland exportiert werden. Was machen die Kleinbauern angesichts ausländischer Großkonzerne? Sie gehen bankrott. Dies wird als große Schande angesehen, so ist ein ungeschriebenes Gesetz: Lieber tot als pleite. Unter dem Einfluss europäischer und amerikanischer Großkonzerne wird den Kleinbauern systematisch die Lebensgrundlage entzogen (z. B. durch Unternehmen wie C... C... das Wasser zugunsten ihrer Erfrischungsgetränke abgegraben), weshalb jährlich 15000 Bauern Suizid begehen!
Es werden zu viele Lebensmittel weggeschmissen, keine Frage. Dies liegt daran, dass sich die nicht selbst die erforderliche Infrastruktur erschaffen können, Kühlhäuser etc. Vielleicht sollte der Staat endlich den Kleinbauern zur Seite springen, anstatt deren Situation durch Zulassung multinationaler Konzerne immer mehr zu verschlechtern! Auf, Herr Modi!

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Palmstroem 28.06.2014, 08:40
9. Ideologie trifft auf Realität

Wie man aus diesem Artikel ersehen kann, sind nicht die Banken das Problem. Im Gegenteil, das Problem ist die ideologisch verbrämte Welt der Kleinbauern.
Ohne Investitionen in eine moderne Agrar- und Vermarktungsstruktur ist das Hungerproblem nicht zu lösen - dafür braucht man aber Kapital und Know how. Das haben nun mal nur die Großkonzerne.
Auch in Indien haben Kleinbauern keine Chance. Auch bei uns war die Landleben noch vor hundert Jahren durch Armut geprägt und alles andere als romantisch!

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