Forum: Wirtschaft
Agrarlobby: Indiens Kleinbauern verschärfen den Hunger im Land
AP

Jedes fünfte Kind in Indien gilt als unterernährt, auch weil rund 40 Prozent der frischen Lebensmittel verderben. Schuld daran sind auch die organisierten Kleinbauern des Landes.

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bauern-muenchen 28.06.2014, 12:29
40. Infrastruktur

Geradezu putzig die Anmerkung mit dem Strassenbau. Die Strassen sind jetzt schon von Autos der aufstrebenden Mittelklasse, die mit Sicherheit keine Probleme hat sich Lebensmittel zu kaufen, voll. Die Strassen werden für diese Leute gebaut und nicht für LKW's die Obst und Gemüse transportieren. In einem Land von 1,2 Mrd Menschen interessiert es niemanden wirklich, ob davon 30% verhungern - solange genug Stimmvieh übrig bleibt, welches die Demokratie (hohoho!) legitimiert - genau wie in der BRD!

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ThomasHaase 28.06.2014, 12:40
41. Tendentiös bis zur Peinlichkeit

Zum Glück und meiner eigenen großen Freude hat der Großteil der Komentierenden das deutlich gemacht.

Auch wenn einige behaupten 'Man muß endlich Monsanto unterstützen' und postulieren 'Alles andere ist Romantik und naiv' .
Wie erfolgreich, sozial und ökologisch ein System das durch globalisierte Großkonzerne gesteuert wird ist, sehen wir ja alle jeden Tag...

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analyse 28.06.2014, 12:44
42. Fakten sind:Der Hunger in Indien,der Verderb von Lebensmitteln !

Schwierig wirds dagegen mit Schuldzuweisungen und Lösungsvorschlägen: da kommen Ideologien ins Spiel:von den verschiedensten Seiten: Produktivität,Strukturen,Machtverhältnisse, Lobby alles wird vermischt und der eigenen Ideologie untergeordnet:jeweils zu Lasten der hungernden Menschen !"GRÜNE" Illsusionisten sind ebenso dabei,wie "Marktgläubige" Differenzierung und Realismus werden sofort verteufelt ! Allkes sehr kompliziert,leider bleiben hungernde Menschen Opfer ideologischer Auseinandersetzungen oder überkommener Strukturen.In unserem System können wir sogar "grüne" Illusionen ohne Hunger verkraften,gefährlich werden sie für Hungerndein der 3. Weölt !

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querulant_99 28.06.2014, 12:46
43.

Zitat von dr.lk
In Indien herrscht zwar Armut aber immerhin auch Demokratie.
Umgekehrt wärs den meisten Indern wahrscheinlich lieber.

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wolf42 28.06.2014, 13:02
44. Kooperativen/Genossenschaften...

...sind doch keine Enteignungen und bedeuten nicht eine geringere Einflussnahme auf das Produktions- und Vermarktungsgeschehen. Im Gegenteil: alles aus einer Hand erweitert die bäuerlichen Möglichkeiten und Effektivität.
Dies erfordert allerdings demokratische (genossenschaftliche) Strukturen, die in Indien oft auf Widerstand und Unverständnis treffen.
Monokausal orientierte Lösungen beheben das Problem nicht. Allein Kühlhäuser ermöglichen den Zwischenhändlern bei den derzeitigen Gegebenheiten die Spekulation mit den Lebensmitteln.
Hier spielen sowohl die enorme Korruption als auch die ungerechten gesellschaftlichen Bedingungen im Rahmen der sozial-religiösen Struktur eine gewichtige Rolle. Die gesellschaftlichen Grundbedingungen mit den kastenorientierten Abhängkeiten und Ungerechtig-
keiten sind sehr verhärtet und kompiziert verwoben.
Das bewundern wir westliche Besucher als exotisches Land, das wir kaum verstehen.
Nur, es produziert viele leidende Bevölkerungsgruppen und damit zunehmende Gewaltausbrüche, die zudem von interessiert politischer Seite religiös genutzt werden. Das hat der PM Modi wie die anderen aus der indischen politischen Klasse gut verstanden.
Dennoch brauch dieses Land vermutlich nicht unsere aus westlicher Sicht gespeisten gut gemeinten Empfehlungen.

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BeatDaddy 28.06.2014, 13:18
45. Bei

uns sind ja auch die "Solarzellen aufs Dach-Montierer" die Schuldigen am hohen Strompreis...Irgend einer muss immer dran schuld sein! Und wenn man das nur lange genug gebetsmühlenartig wiederholt, glauben bald alle daran...

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Asok 28.06.2014, 13:22
46. Kleinbauern nicht verklären

Zitat von Koana
im vollkommenen Dissens. Artenvielfalt, hochwertige und gesunde Lebensmittel, sinnhaftes Dasein, all dies wird durch kleinstrukturierte Landwirtschaft bereitgestellt. ... Falls sie ernsthaft die Trend unserer Zeit als zukunftsfähig betrachten, wünsche ich noch viel Glück - vor allem - unseren kommenden Generationen wünsche ich von ganzem Herzen, ich möge hier der naive Spinner sein, sie der vernünftige Pragmatiker. (...... gebe die Zukunft, dass nicht alle Menschen sich ein Beispiel an China nehmen!)
Tatsache ist, dass diese Kleinbauern schon lange Kunden der grossen Chemieunternehmen sind. Wegen mangelnder Bildung und verlohrenen Kenntnissen ist der Chemieeinsatz bei diesen gerade in Indien zum Teil noch Katastrophaler. Ich denke auch nach diesem Bericht ist eine sinnvolle Modernisierung der Lebensmittel Produktion und Verteilung durchaus angebracht.

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Beat Adler 28.06.2014, 13:25
47. Kleinraeumige Landwirtschaft

Zitat von Koana
Artenvielfalt, hochwertige und gesunde Lebensmittel, sinnhaftes Dasein, all dies wird durch kleinstrukturierte Landwirtschaft bereitgestellt. )
Schoen und gut, aber die Erzeugnisse, welche von der Kleinbauernfamilie nicht selbst verzehrt werden, sollten in gutem Zustande, als gesunde Lebensmittel, bei der landlosen, armen Bevoelkerung zu bezahlbaren Preisen landen. Dort hapert es an vielen Orten mit kleinraeumiger Landwirtschaft. So auch in Indien, dessen Landwirtschaft ich aus eigener Anschauung kennenlernen durfte.

Bei nicht leicht verderblichen Guetern, Getreide, Baumwolle, etc., ist Indien bereits recht gut strukturiert, bei verderblichen Guetern noch unzureichend. Die Probleme, so wie im Artikel angesprochen, sind nur durch groessere Investitionen zu loesen: Infrastruktur, wie Strassen, Eisenbahnlinien und Kuehlketten. Ob das die Regierung tut oder Private oder gemischte Gesellschaften, ist unerheblich, aber es muss getan werden.

Dass die Kleinbauern -und Zwischenhaendlerlobby keine Veraenderungen will, zeigt, dass ihre Familien nicht betroffen sind. Es geht um die Familien in den urbanen Zentren und die landlose Bevoelkerung in den Kleinstaedten und Doerfern, welche sich wegen diesen im Artikel richtig beschriebenen Unzulaenglichkeiten, nicht ausreichend ernaehren koennen.
mfG Beat

Warum Foristen, welche die indische Landwirtschaft aus eigener Anschauung kennen in diesem Forum nicht mitschreiben duerfen, ist ein Raetsel.

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FNagel 28.06.2014, 13:35
48. Wer hat den Hunger im Westerwald besiegt? Die Konzerne waren es nicht.

Zitat von Palmstroem
Ohne Investitionen in eine moderne Agrar- und Vermarktungsstruktur ist das Hungerproblem nicht zu lösen - dafür braucht man aber Kapital und Know how. Das haben nun mal nur die Großkonzerne. Auch in Indien haben Kleinbauern keine Chance. Auch bei uns war die Landleben noch vor hundert Jahren durch Armut geprägt und alles andere als romantisch!
Es waren die Kleinbauern, die sich zu Brotvereinen und zu einer Genossenschaftsbewegung zusammenschlossen und eigene Infrastrukturen aufbauten. Ein kleiner preußischer Beamter, Bürgermeister Raiffeisen, brachte die Sache ins Rollen. Den Rest taten die zur Solidarität ermutigten Menschen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Friedr...elm_Raiffeisen

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Atheist_Crusader 28.06.2014, 13:35
49.

Zitat von phboerker
In Indien hungern also arme Kinder, weil die Versorgung mit Lebensmitteln nicht zentralisiert und monopolisiert ist - hahaha! Bei uns verkommen ja bekanntlich keine Lebensmittel.
Zentralisierung ist kein binärer Zustand, da gibt es mehr als nur ein paar Abstufungen.

Aber wenn Sie glauben, dass man deutsche Verhltnisse 1:1 auf Indien übertragen kann, dann muss einen ja gar nichts mehr wundern.

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