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Agrarsubventionen an Finanzinvestoren: So viel Geld fließt an Konzerne, weil sie Land
DPA

Bei den deutschen Empfängern von EU-Agrarsubventionen zeigt sich: Auch landwirtschaftsferne Investoren profitieren - und Betriebe, die durch Mängel bei der Tierhaltung aufgefallen sind.

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hoeffertobias 31.05.2018, 16:37
1. Was immer vergessen wird:

So gut wie jeder Landeigentümer lässt sich die Agrarsubventionen von seinem Pächter 1:1 durchreichen, d.h. die Subvention wird auf den eigentlichen Pachtpreis aufgeschlagen. Steigt die Subvention, steigt auch der Pachtpreis. Diese Vorgehensweise ist kaufmännisch völlig korrekt. Wenn nämlich eine Subvention in Abhängigkeit der Flächengröße gezahlt wird, steigt eben auch die Wirtschaftlichkeit dieser Fläche um genau die Höhe der Subvention. Bei einem Anteil von Pachtflächen von ca. 40% (regional stark schwankend) gehen also 40% der Subventionen nicht an Landwirte, sondern an Landeigentümer, die mit der Landwirtschaft rein gar nichts zu tun haben. Das wiederum lässt die Werte der Grundstücke und damit die Grundstückspreise steigen, was wiederum dazu führt, dass immer weniger Landwirte freie Flächen erwerben können. Dieses Phänomen ist auch bekannt. Es wird lediglich nicht geändert, weil genau diejenigen, die tendenziell sehr viel Land besitzen, auch Entscheidungsträger sind. Unser ehemaliger Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) kann ein langes Lied davon singen. Er hat - als sehr großer Landeigentümer - immer wieder dafür gesorgt, dass sich an dieser Praxis möglichst nichts ändert. Ein Grund mehr, der SPD keine einzige Stimme mehr zu geben. Reine Heuchelei!

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Raphael II 31.05.2018, 16:42
2. Subventionen abschaffen

Diese Subventionen, insbesondere die flächenabhängige Basissubvention kommen aus der Zeit vor der Wiedervereinigung. Sie sollten die bäuerliche Landwirtschaft unterstützen.

Mit der Wiedervereinigung hat sich die Struktur der Landwirtschaft in Deutschlang grundlegend verändert durch die LPG-Großbetriebe. Und ähnliche Strukturen in den der EU beigetretenen osteuropäischen Staaten.

Es wird nach fast drei Jahrzehnten höchste Zeit, dieses System der flächenabhängigen Subventionen abzuschaffen. Denn es ist mit verantwortlich für die aberwitzigen Bodenspekulationen mit Landwirtschaftsflächen. Also grundsätzlich weg mit der Finanzierung der Spekulation aus den EU-Kassen.

Echte Bäuerliche Kleinbetriebe mit 80, 100 oder 120 ha können noch eine Unterstützung bekommen, größere brauchen die Subvention nicht.

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th.diebels 31.05.2018, 16:50
3. Die Lobbyisten

der Agrarindustrie und der industriellen Massentierhaltung sind immer noch oft und gern gesehene "Gäste" bei vielen Politikern !

Und so lange das so ist, wird sich im Bereich Tier-, Natur- und Umweltschutz nichts zum Positiven ändern !

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Zukunft3.0 31.05.2018, 16:54
4.

Der EU-SUBVENTIONSTOPF als Selbstbedienungsladen. Wann zieht die Politik hier endlich den Stecker. Hier gehört eine Reform her. Es erhalten nur Betriebe Subventionen, die nachhaltig u. ökologisch produzieren. Es darf nicht mehr die Fläche ausschlaggebend sein. Kleine Betriebe fallen da meist hinten runter. Es ist absurd wie hier verteilt wird. Eine wie von Thurn und Taxis, die im Osten kräftig eingekauft hat, provoziert wohl auch mit vielen Ländereien u. kleine Betriebe, die die eigentliche Untestützung brauchen, gehen leer aus. Wie überall, Geld kommt zu Geld.

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joG 31.05.2018, 17:15
5. Es scheint mir ein gutes Beispiel....

....einer Bürokratie, die sich ihr Job selbst immer undefiniert, dass ihr die Arbeit nicht ausgeht aber eigentlich gar keine Existenzberechtigung hat. Denn die Landwirtschaft ist kein Öffentliches Gut. Es ist ein Privates Gut, das vom Markt gesteuert sich besser optimiert als, wenn der Staat mit Subventionen Ungleichgewichte erzeugt. Alle Umstellungen der Vergangenheit haben das gezeigt. Natürlich ist das mit vielen Dingen der EU so, aber das hier ist ein wirklich gutes Beispiel des Wertes der EU.

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rkinfo 31.05.2018, 17:17
6. Nur Subvention von Kleinbetrieben ist wettbewerbsgerecht

Zitat von Zukunft3.0
Der EU-SUBVENTIONSTOPF als Selbstbedienungsladen. Wann zieht die Politik hier endlich den Stecker. Hier gehört eine Reform her. Es erhalten nur Betriebe Subventionen, die nachhaltig u. ökologisch produzieren. Es darf nicht mehr die Fläche ausschlaggebend sein. Kleine Betriebe fallen da meist hinten runter. Es ist absurd wie hier verteilt wird. Eine wie von Thurn und Taxis, die im Osten kräftig eingekauft hat, provoziert wohl auch mit vielen Ländereien u. kleine Betriebe, die die eigentliche Untestützung brauchen, gehen leer aus. Wie überall, Geld kommt zu Geld.
Die EU-Subventionen stören im Grundsatz den Wettbewerb. Gleichzeitig benötigen wir Versorgungssicherheit und Agrarprodukte aus dem Lebensumfeld der Kunden macht Sinn und ist nötig.
Wir erwarten 2018 in vielen Teilen Deutschlands schlechte Ernten, was dann Nachkauf 'vom globalen Markt' bedeutet. In der Realität kaufen wir den Ärmsten ihre Unterstützungsnahrung weg ... 'Hungern in Afrika für den freien Nahrungsweltmarkt'.

Daher müssen alle Subventionen für Großbetriebe gestrichen werden, wozu auch die Weiterleitung per Pacht zählt.
Nur den Kern die kleinen. lokalen Bauern können wir in der kommenden Handelsvereinbarung mit den USA / D. Trump mit hoher Wahrscheinlichkeit retten.
Agrarsubventionen kann man abschaffen, sobald der letzte Hungernde satt wird - klare Sache, oder ?!

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kaischek 31.05.2018, 17:21
7. Wuchernde EU-Bauernlobby

Da kann man sich sicher sein: Auch dem letzten, am Markt daneben wirtschaftenden EU-Bauern werden die Subventionen quasi anal verabreicht. Daher überlege ich, ob ich meinen Garten als landwirtschaftliche Brachfläche anmelden soll. Das gibt sicher Geld aus irgendeinem Topf der gut für alles ist, nur nicht für landwirtschaftlich nachhaltiges Wirtschaften. Was mich dabei am meisten erheitert: Die Klage ist des Bauern Lied. In vollem Bewusstsein seiner totalen Übersubventionierung, verlangt der Bauer weitere, pekuniäre Unterstützung für z.B. seine Schweinezucht, die, außer in China, niemand haben will. Wenn ich als Unternehmer so blind handelte, bin ich in kürzester Zeit bankrott. Da hilft mir keiner!

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qmsysteme 31.05.2018, 17:29
8. ohne Worte

Politik, Politiker und ihre Schützlinge. Man findet keine Worte. Das Problem ist eine Partei zu finden die bei dem Spiel nicht mitmacht.

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ms_sche 31.05.2018, 17:31
9. Beerdigt die flächenbezogene Subventionierung!

Die flächenbezogene Subventionierung ist einer der Gründe, weshalb so vieles in der Landwirtschaft schief läuft.
Kein Dachdecker, kein Friseur, kein was auch immer erhält staatliche Subventionen nur für sein wirtschaftliches Handeln. Es widerspricht auch allem, was wir unter "Marktwirtschaft" verstehen. Warum also subventionieren wir Landwirte???

Ich kann mir nur wenige Gründe vorstellen, aber die sind gewichtig: Landwirte sollten für ihren Beitrag zum aktiven Landschaftsschutz, für Maßnahmen zur Stärkung der Artenvielfalt, überhaupt für ihren Beitrag für den Naturschutz gut bezahlt werden. Das wäre zielführend.
Aber doch nicht dafür, dass sie Milch produzieren oder möglichst viele Schweine, möglichst billig für die Schlachthöfe liefern oder mit massivem Chemieeinsatz möglichst viel aus den Böden heraus holen. Alles für die Ernährung der Menschheit? Bullshit! Unsere Überschüsse hier billig und subventioniert in die Märkte gedrückt machen anderswo Strukturen kaputt.

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