Forum: Wirtschaft
Airbnb-Boom in Griechenland: Wenn sich eine Lehrerin keine Wohnung leisten kann
Giorgos Christides

In griechischen Touristenorten explodieren wegen Airbnb die Mietpreise. Einheimische haben das Nachsehen. Die Lehrerin Roxani Hatzidimitriou gibt nun auf - und verlässt ihre Trauminsel.

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HerrPeterlein 18.04.2018, 08:45
30. Dieses Problem lässt sich lösen

Erstmal profitieren viele Griechen sehr von dem Vermieten von privaten Wohnungen, gerade Mykonos ist ja das Reiseziel schlicht hin.
Von dem Tourismus/Geld nimmt die ganze Insel Geld ein um sich überhaupt Lehrer zu leisten. Die werden auch einen Weg finden vernünftig mit Vermieten/Hotels usw. umzugehen.

In einem zweiten Schritt könnten dann die Wohnung von Oktober bis Mitte April zu vernünftigen Konditionen an Einheimische vermietet werden. Für die andere Zeit gibt es dann keine Schule (sinkende Lebensqualität) oder es muss den Lehrern/Feuerwehrleuten mehr geboten werden (vergünstige Unterkünfte, höhere Gehälter, usw.) Die notwendige Infrastruktur muss gewährleistet sein.

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Plasmabruzzler 18.04.2018, 08:55
31.

Ernst gemeinte Frage: verdient die Lehrerin nun zu wenig Geld oder sind die Mietpreise dort zu hoch?
600 EUR (wenn es netto ist) für eine Teilzeitstelle (50%) ist zwar nicht die Welt und 500 für Miete ist auch nicht gerade hochpreisig. In von Tourismus stark frequentierten Gegenden (auch in D) kostet eine kleine 1-2 Zimmer Wohnung auch. Würde sie bspw. irgendwo anders 600 EUR verdienen, wie hoch dürfte dann dort die Miete sein?

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ManRai 18.04.2018, 08:58
32. Zu einigen Kommentaren

1. es gibt fast überall genügend Hotelzimmer, oder auch Pensionen, AirBnB ist halt fuer die, die das "Authentische" wollen, oder "billiger" als im Hotel wohnen oder sonst was und einfach nicht kapieren wollen das sie Wohnraum wegnehmen.
2. Sinapore mit sehr vielen Hotels in fast allen Preisklassen hat eine Lösung gefunden und die wir AirBnB das Leben sehr schwer machen, im Public Housing (HDB) ist AirBnB ganz einfach verboten, im Privat Housing (genannt Condominium oder Condo) war es verboten, wurde unterlaufen und jetzt kommt die Lösung: 80 % der Besitzer müssen zustimmen das Wohnungen unter private Vermietung fallen dürfen - sehr sehr unwahrscheinlich
3. wenn sich keine bezahlbaren und bewohnbaren Wohnungen mehr fuer die Menschen finden lassen, die fuer ein Sozialsystem lebensnotwendig sind, egal wie weit man das diskutiert gehoert auch eine Musiklehrerin dazu, dann "Gute Nacht", es entsteht ein Disneyland und die letzten Einheimischen müssen morgens aus ihren Löchern kriechen und als Einheimische verkleidet rumlaufen um die Touristen zu erfreuen - wer will das?

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acitapple 18.04.2018, 09:03
33.

Zitat von rudi_ralala
Sie haben es nicht verstanden. Die privaten Unterkünfte sind preiswerter als Hotels und das kommt der Geiz ist geil - Mentalität zugute. Im Übrigen, das FA in Griechenland nimmt auf Paros 15 % des Mietpreises als Pauschalsteuer und es ist schwer sich dem zu entziehen.
Was soll das Anprangern einer gewissen "Geiz-ist-geil-Mentalität" ? Geben Sie für irgendwas gerne doppelt so viel aus wie nötig ? Privatunterkünfte gab es schon immer und überall, besonders in Südeuropa, nur ist es durch abnb nun sehr viel einfacher geworden dies zu organisieren.

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acitapple 18.04.2018, 09:06
34.

Zitat von viwaldi
Die Idee ist doch gut. Du läßt jemanden bei dir günstig übernachten. Aber das Vermieten ganzer Wohnungen oder Häuser über Wochen hinweg ist das Problem. Dazu kommt: oft werden keine Steuern bezahlt auf dieses Einkommen, Brandvorschriften .....
Hier sehe ich das eigentliche Problem. Es werden Mieteinnahmen erzielt, die am Staat vorbeigehen. Aber Griechenland hat eh seine Defizite was Steuererhebung angeht, also fällt das nicht auf.

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holjanger 18.04.2018, 09:32
35. Ferienwohnungen gab es schon immer

Ich Frage mich immer, weshalb 90% aller Kommentare immer so tun, als hätte Airbnb die Ferienwohnung erfunden. Die gibt es schon immer. Airbnb hat nur eine einfache Möglichkeit für deren Marketing eröffnet. Auch nimmt Airbnb "nur" 3% der Mieteinnahmen vom Vermieter, lokale klassische Anbieter viel mehr. Das bedeutetass das Geld den Wohnungsbesitzern direkt zu gute kommt. Diese zahlen Steuern, die oftmals sogar von Airbnb direkt einbehalten und abgeführt werden, zumindest in den USA. Zusätzlich werden Steuern auf das zusätzliche Einkommen fällig. Das zusätzliche Geld kurbelt zudem den Konsum an. Airbnb trifft auch nicht die Entscheidung, eine Wohnung anzubieten, sondern deren Eigentümer. Insofern handelt es sich tatsächlich um eine Demokratisierung des Ferienwohnungsmarktes. Der Markt funktioniert und wird dazu führen, dass mehr Wohnungen gebaut werden. Das wirkliche Problem, zumindest in D, ist doch, dass es kaum neu ausgewiesenen Bauraum gibt und das die Anreize zum Bauen angesichts der Mietpreisbremse und anderer Vermieterfeindlichkeiten gering sind. Da trag ich mein Geld auch lieber in die USA und baue da Ferienwohnungen.

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rudi_ralala 18.04.2018, 09:53
36.

Zitat von acitapple
Was soll das Anprangern einer gewissen "Geiz-ist-geil-Mentalität" ? Geben Sie für irgendwas gerne doppelt so viel aus wie nötig ? Privatunterkünfte gab es schon immer und überall, besonders in Südeuropa, nur ist es durch abnb nun sehr viel einfacher geworden dies zu organisieren.
Ich schrieb bereits, die Steuern müssen rauf für private Vermieter, damit sie keine Konkurrenz mehr für preiswerte Hotels sind.
zugegeben, von Geit ist geil kann man nicht immer reden.
Auf Paros wird die Villa Alexander per Airsns vermietet, die kostet für den Monat August schlappe 89.000 Euro.
Zumidest 2017 kostete sie das.

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juested 18.04.2018, 10:10
37. Wohnwagen

Vor einiger Zeit berichteten Ta Nea ueber die Situation der Lehrkraefte.Fern vom Heimatort eingesetzt haben sie auch noch an mehreren Schulen zu unterrichten,springen beim Ertoenen der Klingel in ihre Karre und jagen zur anderen Arbeitsstelle,gelegentlich in einem anderen Dorf der Provinz.Da das Gehalt nicht fuer eine Unterkunft reicht,schlafen sie auch im Fahrzeug.Apropos Mykonos,das von Vielen als ein Extraterritorium angesehen wird:wie die Kathimerini voer 2,3 Jahren meldete,plazierte das oertliche Finanzamt in einer Spitzenbar der Insel eigens 2 Finanzbeamte,um die Einnahmen zu checken.Deren Gehalt kam locker heraus,die Bar machte der Meldung zufolge ueber eine Million Euro Umsatz - am Abend.

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rudi_ralala 18.04.2018, 10:51
38.

Zitat von juested
....Apropos Mykonos,das von Vielen als ein Extraterritorium angesehen wird:wie die Kathimerini voer 2,3 Jahren meldete,plazierte das oertliche Finanzamt in einer Spitzenbar der Insel eigens 2 Finanzbeamte,um die Einnahmen zu checken.Deren Gehalt kam locker heraus,die Bar machte der Meldung zufolge ueber eine Million Euro Umsatz - am Abend.
Selbst wenn man im Paradise Club noch mehr Beamte schicken würde, Hinterziehungsmöglichkeiten würde es trotzdem geben.
Die Griechen sind sehr kreativ im Steuersparen. Ich denke, wenn eine Million pro Abend eingenommen wird, müssen tausende von Gästen und zig Bedienungspersonal dort sein und da sind denn zwei Finanzkontrolleure auch noch zu wenig um lückenlos zu überwachen.

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From7000islands 18.04.2018, 14:05
39.

Zitat von ManRai
1. es gibt fast überall genügend Hotelzimmer, oder auch Pensionen, AirBnB ist halt fuer die, die das "Authentische" wollen, oder "billiger" als im Hotel wohnen oder sonst was und einfach nicht kapieren wollen das sie Wohnraum wegnehmen. 2. Sinapore mit sehr vielen Hotels in fast allen Preisklassen hat eine Lösung gefunden und die wir AirBnB das Leben sehr schwer machen, im Public Housing (HDB) ist AirBnB ganz einfach verboten, im Privat Housing (genannt Condominium oder Condo) war es verboten, wurde unterlaufen und jetzt kommt die Lösung: 80 % der Besitzer müssen zustimmen das Wohnungen unter private Vermietung fallen dürfen - sehr sehr unwahrscheinlich 3. wenn sich keine bezahlbaren und bewohnbaren Wohnungen mehr fuer die Menschen finden lassen, die fuer ein Sozialsystem lebensnotwendig sind, egal wie weit man das diskutiert gehoert auch eine Musiklehrerin dazu, dann "Gute Nacht", es entsteht ein Disneyland und die letzten Einheimischen müssen morgens aus ihren Löchern kriechen und als Einheimische verkleidet rumlaufen um die Touristen zu erfreuen - wer will das?
Sie sagen es. Auch bei diesem Geschäftsmodell ist das Internet das Tool, das dieses Business erst möglich macht. Es gäbe tausende Dinge zu regulieren, die durch das Internet entstanden sind, doch die Politik hat erst nicht begriffen, was Internet bedeutet, dann sich dumm gestellt, und schliesslich kommen die staatlichen Verwaltungen nicht hinterher, was im Internet abläuft und die Gesellschaft zersetzt, ganz einfach, weil das Internet ein Hybrid ist: kaum zählbare Vorteile und ebenso viele Nachteile, das Internet ist ein undemokratisches Spiegelbild der Menschheit, das reguliert werden muss. Damit kann und muss ein Staat Politik machen.

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