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Airbus A380 vor dem Ende: "Es wäre besser gewesen, wenn sie ihn leichter gebaut hätte
DPA

Einst als Superflieger gehandelt steht der Airbus A380 offenbar vor dem Aus. Der Abnehmer Qatar Airways weint dem Flieger keine Träne nach - weil er zu schwer und zu teuer sei.

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ruhepuls 06.02.2019, 14:54
1. Hinterher ist man immer schlauer...

Das ist das Problem bei solchen Großprojekten: Zwischen der Zeit, in der sie entworfen werden - und dem Zeitpunkt, ab dem sie auf den Markt kommen, liegen Jahre. Und die Zeiten ändern sich eben - nur weiß niemand, wann genau. Als man den A380 entwarf, war es ein gutes Flugzeug.

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hummer2311 06.02.2019, 15:03
2. mag sein

das die Airlines ihm nicht nach weinen .... die Kunden tun es mit sicherheit! Denn kein Flugzeug ( stand heute ) ist so ruhig und leise . Auch der 350 nicht und Boing schon lange nicht .... somit sollte auch Emirates es sich überlegen .... denn das war bisher für mich als Vielflieger der Hauptgrund warum ich mit ihnen fliege!
Und sollen sie auf Boing umsteigen ... na dann auf wiedersehen!

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dwg 06.02.2019, 15:04
3.

Zitat: "Der Flieger sei möglicherweise zur falschen Zeit auf den Markt gekommen, bevor die Ölpreise stark anstiegen."
Zu Zeiten des Erstfluges des A380 war der Ölpreis ungefähr auf der heutigen Höhe, stieg vor der Finanzkrise kurz bis 140$, bewegt sich dann nach der Erholung zwischen 75$ und 100$ und pendelt seit etwa 2014 um 50$. Insofern sehe ich das Argument nicht. Wichtiger scheint mir die überdimensionierte Flügelstruktur für die Langversion, wenn denn das so stimmt, obwohl ich persönlich nichts gegen etwas strukturelle Reserven habe.

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gammoncrack 06.02.2019, 15:35
4. Da kann man wieder sehen, warum Airbus immer wieder Probleme hat.

Einfach ein Stück von den Flügeln absäge und schon wäre Qatar Airways zufrieden.

Ich bewerbe ich mal bei denen als Troubleshooter.....

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LauraD 06.02.2019, 15:41
5. Ach, wie vertraut...

Den angeblich so schweren Flügel (für den Airbus ein eigenes Composit-Material erfinden mußte!) verdankt der A380 den Anforderungen der damaligen Besteller, die schon Optionen für eine gestreckte Version in der Schublade hatten(!). Ähnlich, wie zu ihrer Zeit die B747 ist der A380 aber ein richtungsweisender Entwurf, architektonisch wie technisch. Und wie die B747, die 1969 direkt in die Ölkrise startete, braucht der A380 nun etwas längeren Atem. So, wie die richtungsweisende Konstruktion von Joe Sutter und seinem Team gerade durch die mehrfach redundante Auslegung der wichtigsten Systeme die Luftfahrt-Sicherheit auf das heute bekannte Maß hob, können heute noch mehrere hundert Quantas Passagiere 2. Geburtstag feiern: Ein leichterer Flügel hätte die Durchschüsse der fehlerhaft gefertigten Rolls-Royce Turbine womöglich nicht so leicht weggesteckt, auch so brauchte es eine extrem gute und erfahrene Cockpit-Crew. Dies btw nur an die Schreihälse, die Piloten nur als teure Taxifahrer sehen und sich autonomes Fluggerät herbeiwünschen.... ;) Bitte, liebe Airbus Leute: Die 747 hat Pan Am und TWA zu Größe verholfen - und zu ihrem Niedergang. Fliegen tut sie heute noch, und mit großer Sicherheit - fragen sie mal einen Piloten, ob er lieber mit 2 oder 4 Triebwerken über Atlantik oder Pazifik fliegen möchte... Deshalb hat der A380 etwas Vertrauen und langen Atem verdient. Mit Überschall werden wir auch morgen nicht reisen - mit einem CNG oder E-Hybrid Airbus aber viel früher, als das viele heute für möglich halten. Bezogen auf den einzelnen Passagier kann man aber schon heute kaum günstiger (langstrecken-)reisen, als mit dem A380. Eine Flugzeugstrategie sollte länger halten als die Jahresberichte von CEO's, die in 2, 3 Jahren schon woanders sind.

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login37 06.02.2019, 15:43
6. Äpfel und Birnen

Es werden da gern Äpfel und Birnen verglichen. Die A380 ist auch bei Qatar das mit Abstand beste Produkt (Ausnahme ganz neue Maschinen mit Qsuites in der Business). Die A380 wird von den Airlines mit Duschen, Lounges, einer repräsentativen Portaltreppe und anderem Schnickschnack ausgestattet. Nichts davon findet man in anderen Maschinen. Und dann passen in die A380 bei 3-Klassen-Bestuhlung nur noch 510-520 Sitze rein und die Airlines jammern über angeblich mangelnde Wirtschaftlichkeit. Würde eine A380 mit einem vergleichbaren Produkt ausgestattet wie B777 und B787, so wären auch bei 3-Klassenbestuhlung über 600 Sitze drin. Und mit dann schlägt die A380 - obwohl mit veralteter Triebwerksgeneration ausgestattet - in den Kosten pro Sitzplatzkilometer alle anderen Wide Bodies am Markt.

Selbst eine A380 mit 11er Reihe in der Economy (3-5-3) statt heute 10er Reihe (3-4-3) hätte immer noch breitere Sitze als man sie heute in B787 (3-3-3) und B777 (3-4-3) findet!

Das 4 Triebwerke irgendwie zu teuer sind, ist auch ein gern nachgeplapperter Unsinn. Ein so großes Flugzeug lässt sich nicht mit 2 Triebwerken bauen. Und will man die Kapazität einer A380 ersetzen, so muss man alternativ 2 B787-10, A330-900 o.ä. schicken. Die Mathematiker hier werden erkannt haben, dass man da dann auch 4 Triebwerke dran hat (Übrigens 4 Triebwerke der gleichen Leistungskategorie wie bei der A380). Obendrein kosten mich die 2 B787-10 statt einer A380 das Doppelte an Cockpitbesatzung.

Sicher hätte man die A380 leichter bauen können und wäre sie nur wenige Jahre später auf den Markt gekommen, dann hätte sie von der nächsten Triebwerksgeneration profitiert. Trotzdem ist die A380 absolut profitabel zu betreiben - sofern man sie voll bekommt.

Der Hauptvorteil von 2 B787-10 o.ä. statt einer A380: Sie sind viel flexibler einsetzbar als die A380. Die meisten Airlines haben nicht viele Strecken, auf denen sie eine A380 voll machen. Wenn durch wirtschaftliche Turbulenzen, Krieg oder was auch immer eine Strecke mal nicht mehr läuft, ist die A380 im Gegensatz zu B787-10 und ähnlich großen Flugzeugen nicht so einfach auf andere Streckem umzudisponieren.

Das Schicksal der A380 wird sich nicht unbedingt an Launen von Emirates oder Qatar entscheiden. Es wird sich daran entscheiden, wie viele Flughäfen in den nächsten Jahren in Kapazitätengpässe laufen. An Flughäfen wie Heathrow und Dubai würde die Zahl der Passagiere schon heute massiv schrumpfen, wenn es keine A380 mehr gäbe. Es fehlt da an Slots um wegfallende A380-Flüge durch mehr Flüge mit kleinerem Gerät zu kompensieren. Bekommen die Flughäfen rechtzeitig ausgebaut, so ist die A380 tot. Laufen Flughäfen vermehrt in Kapazitätsengpässe, wird die zeit der A380 noch kommen.

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wauz 06.02.2019, 15:45
7. Projekt Größen-Wahn

Der A 380 ist projektiert worden, als man noch von der unendlichen Steigerung des Luftverkehrs durch das Hub-System glaubte. da waren aber viele schon skeptisch. leider ist das Projekt, wie gerade in deutschen Firem besonders üblich, nicht rechtzeitig beerdigt worden. Der A380 reiht sich ein in die Liste gescheiterter projekte, die gerade in D besonders lang ist. Prominentestes Beispiel: der Transrapid, der unzählige male "gerettet" wurde. Nur um herauszufinden, dass Rad-Schiene auch die Technik der Zukunft sein wird.
(Hinweis: Hyperloop und ähnliche Hirnrissigkeiten werden vor allem von denen gefördert, die die Autoindustrie am leben halten wollen. Z.B. Herr Musk)

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lalito 06.02.2019, 15:52
8. 100 %

Zitat von hummer2311
das die Airlines ihm nicht nach weinen .... die Kunden tun es mit sicherheit! Denn kein Flugzeug ( stand heute ) ist so ruhig und leise . Auch der 350 nicht und Boing schon lange nicht .... somit sollte auch Emirates es sich überlegen .... denn das war bisher für mich als Vielflieger der Hauptgrund warum ich mit ihnen fliege! Und sollen sie auf Boing umsteigen ... na dann auf wiedersehen!
Absolut korrekt. Aber wie es den Paxe in den Röhren geht, zweitrangig für die Airlines. Wie sie sagen, sehr komfortabel in vielerlei Hinsicht. So eine Art Abstimmung mit dem Allerwertesten, perfekt. ;-))

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schwerpunkt 06.02.2019, 15:56
9.

Ich würde dem A380 eine Träne nachweinen. Zum einen finde ich ein ästhetisches und beeindruckendes Flugzeug mit einzigartiger Silhouette. Zum anderen ist das Fliegen mit diesem Riesen wesentlich angenehmer als in den meisten anderen Flugzeugen, auch wenn man von seinem Sitzplatz in der Holzklasse aus, den Größenunterschied zu anderen Langstreckenfliegern optisch nicht wirklich wahr nimmt.

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