Forum: Wirtschaft
Aktienhype: Warum Amazon an der Börse so absurd teuer ist
AFP

An der Börse hat Amazon jede Bodenhaftung verloren. Der Konzern wird mit dem Tausendfachen seiner aktuellen Gewinne bewertet. Alte Maßstäbe spielen an der Wall Street offenbar keine Rolle mehr - sehr zur Freude von Konzernchef Jeff Bezos.

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thetruetoday 30.12.2015, 15:58
1.

"So bekamen zum Beispiel auch in Deutschland Nutzer von Amazon Prime, die sich ihre Online-Einkäufe rascher und ohne Portokosten zuschicken lassen, zunächst kostenfrei den Streaming-Dienst Amazon Instant Video dazu - erst nach Ablauf einer Schamfrist wurden dann die Kosten für das Prime-Video-Paket angehoben."

Das ist so nicht ganz richtig. Amazon Prime Instant Video in Deutschland kam als Amazon's Lovefilm (DVD/Blu-ray-Verleih/VoD) ging und deutsche Prime-Kunden bekamen bis zum nächsten Zahlungszeitpunkt für Prime den Streamingdienst zum bisherigen Preis (29 Euro) dazu. Erst dann waren 49 Euro/Jahr fällig.

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steppenwolff 30.12.2015, 16:00
2.

Egal, wie man es dreht und wendet. Die aktuellen Notierungen einiger US-Unternehmen sind zu hoch und der nächste Crash ist nur eine Frage der Zeit. Vielleicht dauert es noch 1 Jahre oder 5, aber es wird passieren.
Ich habe auch meine Zweifel, ob Amazon jemals so hohe Gewinne erwirtschaften wird, wie die Anleger implizit erwarten.
Das ganze Geschäftsmodell ist auf billig ausgerichtet. Amazon muss bei allen Artikeln immer der billigste Anbieter sein oder zumindest nahe dran. Ansonsten sind die Kunden so schnell wieder weg, wie sie gekommen sind. Onlinekunden sind nicht gerade treu.
Als Preisführer habe ich naturgemäß das Problem, dass die Marge winzig ist und damit sind auch die Gewinne begrenzt.
Der Absturz erfolgt dann, wenn irgendwann das Umsatzwachstum nachlässt, also eine Marktsättigung erreicht wird, und die Gewinne immer noch nicht sprudeln. Dann dämmert es den Investoren, dass die Gewinnchancen wohl doch nicht so hoch sind.

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Melange 30.12.2015, 16:01
3. andere Perspektive

Ich behaupte dass Amazon (und allen anderen Börseunternehmen) der Gewinn völlig egal ist. Wichtig ist nur noch der gerade aktuelle Börsenwert des Unternehmens (also der Aktien im Umlauf und es Kurses). Dort liegen die Milliarden Dollar/Euros zum Abschöpfen die im operativen Geschäft mit langweiligen Gewinnen gar nicht erzielt werden können. Quantitative Easing (in den USA und in GB) garantieren praktisch, dass der Aktienumlauf nicht zurückgeht und die Unternehmen aus den Milliarden schöpfen können - ohne Gewinn machen zu müssen.

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caty24 30.12.2015, 16:03
4. Realistische Bewertung

Amazon lebt von Produkten,die er selber nicht erzeugt,
und produziert Arbeitslosigkeit in ganz Europa.
50.000 Geschäfte sind allein bei uns gefährdet.
Eine Art Gemeinnützigkeits-Aufschlag von 10% müsste erhoben werden.

Dann werden auch die Aktien entsprechend realistisch bewertet werden.

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Oberleerer 30.12.2015, 16:10
5.

Nunja, Aktien bringen der Firma nur zum Zeitpunkt der Emission Geld. Anschließend ist es nur ein Wert, den die Aktionäre besitzen.

2001, 2008, 2015. Hoffentlich hat das nichts zu bedeuten.

Jedenfalls wurde Google und Amazon noch arg belächelt, als 2002 die Blase platzte.

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leo19 30.12.2015, 16:13
6. Dank an 1999!

Schon damals gab es absurde Bewertungen. Wer kauft, der riskiert! Den letzten beissen die Hunde.

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Melange 30.12.2015, 16:16
7.

Zitat von steppenwolff
Egal, wie man es dreht und wendet. Die aktuellen Notierungen einiger US-Unternehmen sind zu hoch und der nächste Crash ist nur eine Frage der Zeit. Vielleicht dauert es noch 1 Jahre oder 5, aber es wird passieren. Ich habe auch meine Zweifel, ob Amazon jemals so hohe Gewinne erwirtschaften wird, wie die Anleger implizit erwarten. Das ganze Geschäftsmodell ist auf billig ausgerichtet. ......
Ich glaube dass Amazon gar nicht Billigstbieter sein muss und die angebotenen Produkte meist auch gar nicht einkauft. Amazon bietet (vermutlich) lediglich eine Verkaufsplattform an (also den Internet-Auftritt). Es sind die jeweiligen Lieferanten/Händler die ein Interesse daran haben billiger als andere Händler zu sein. Wenn Sie bei Amazon etwas bestellen (und etwas detaillierter suchen), werden Sie feststellen das das gleiche Produkt meist auch von anderen und teureren Händlern von Amazon bezogen werden kann. Amazon dürfte nur eine prozentuale Marge am Verkaufserlös bekommen.

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hanfiey 30.12.2015, 16:17
8. Indien Geschäft

Das Indien / Asien Geschäft hat den Schub verursacht. Die Aktie wird wieder verkauft und gut ist

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Melange 30.12.2015, 16:18
9.

Zitat von caty24
Amazon lebt von Produkten,die er selber nicht erzeugt, und produziert Arbeitslosigkeit in ganz Europa. 50.000 Geschäfte sind allein bei uns gefährdet. Eine Art Gemeinnützigkeits-Aufschlag von 10% müsste erhoben werden.
Warum? Lass die Ladenbesitzer Hartz IV beantragen. Warum den brutalen Wettkampf nur am Arbeitsmarkt?

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