Forum: Wirtschaft
Aktienhype: Warum Amazon an der Börse so absurd teuer ist
AFP

An der Börse hat Amazon jede Bodenhaftung verloren. Der Konzern wird mit dem Tausendfachen seiner aktuellen Gewinne bewertet. Alte Maßstäbe spielen an der Wall Street offenbar keine Rolle mehr - sehr zur Freude von Konzernchef Jeff Bezos.

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SpeedyGTD 30.12.2015, 17:10
20.

Zitat von lemmy01
Viele Unternehmen werden höher bewertet als Amazon. Diese Unternehmen machen nämlich Verluste und trotzdem zahlen Aktionäre etwas für deren Aktien. Man kann bei diesen Unternehmen also gar nicht berechnen, "wie viel zigtausendfach vom Gewinn" für die Aktien bezahlt wird. Für die Beurteilung von Amazon ist es einfach nur lächerlich auf diese Kenngröße zu schauen. Amazon macht im Verhältnis zu seiner Größe (Umsatz) nämlich so gut wie keinen Gewinn. Zumindest ist das momentan so und war auch in der Vergangenheit nicht anders. Die Aktionäre hoffen hier auf noch mehr Wachstum und dass dann die großen Rückflüsse in der Zukunft kommen. Ob das Aufgehen wird, wage ich zu bezweifeln. Jeff Bezos ist für mich nicht der "gute, alte Kapitalist", der hohe Gewinne machen will, sondern eher ein "Alexander der Große", der die Weltherrschaft will. Ich glaube nicht, dass ihn Gewinn heute oder auch in der Zukunft groß interessieren.
Genau das wollte ich auch schreiben. Amazon bzw. Jeff Bezos geht es nicht um den Gewinn. Gewinne werden so gut es geht vermieden auch wenn am ende des Jahres ein operativer Verlust in der Bilanz steht. Kaum ein anderes Unternehmen investiert so viel in Wachstum wie Amazon und probiert mit riesigen Investments neue Sachen aus. Die Aktionäre von Amazon interessiert nicht die Dividende sondern der Aktienkurs und der geht jedes Jahr steil nach oben.

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Rotter 30.12.2015, 17:26
21. Und wenn es knallt...

an der Börse, will es wieder keiner gewesen sein. Von der Realität abgehobene Werte, die von denen verursacht werden, die ohne Sinn und Verstand nur Geld machen wollen....na und wenn die dann Kasse machen wollen?

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jorgeG 30.12.2015, 17:32
22. Virueller Reichtum

Bezos ist sicher monströs reich, aber dennoch ist es schlicht Unfug, den aktuellen Wert seiner Aktien mit seinem Vermögen gleichzusetzen.

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stak74 30.12.2015, 17:32
23. Amazon nur als Vertriebsplattform

Oder als Vertriebs- und Distributionsplattform.

Unser Unternehmen nutzt amazon.com um unser Produkt in den USA zu vertreiben und zu versenden.

Eine Palette voller Ware kommt bei Amazon an und wird dann intern an alle Verteilerzentren verteilt. Dies garantiert extrem schnelle Lieferung- egal ob New York,Texas,California oder Oregon.
Amazon sorgt fuer seriösere Abwicklung und der Vertrieb durch amazon fuer Sicherheit für den Käufer.

Kosten ca. 15-30% fuer uns,aber die Verkäufe sind enorm gestiegen verglichen zum US Distributor den wir vorher hatten (und dessen Marge diese 30% von Amazon locker schlugen).

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Seraphan 30.12.2015, 17:56
24.

Das Problem ist, dass die Mehrzahl nur auf Zahlen schaut. Amazon ist das beste Beispiel für eine verkorkste Personalpolitik, fehlerlastige Software und einen Kundenservice mit Doppelmoral. Ich betreue weltweit 100+ amazon-Shops mit Schwerpunkt USA und Deutschland. Als ich mich mit amazon einließ, war ich extrem verwundert über die schlampigen Dokumentationen, darüber, dass ich deutsche Kundenservice-Mitarbeiter schlecht verstand, und diese mich offensichtlich auch. Bis heute muss ich Anliegen dreimal wiederholen, bevor ich eine fragebezogene Antwort erhalte. Mitarbeiter zeigen dabei weniger Kenntnisse als User in fachbezogenen Foren. Diese Billigheimerpraktik mit wenig Sinn für Qualität wird irgendwann nach hinten losgehen. Bis dahin macht es schöne Zahlen, die für Hype an den Märkten sorgen.

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makromizer 30.12.2015, 18:02
25.

Die Aussagekraft des KGV ist bei stark wachsenden Unternehmen ziemlich vernachlässigbar. Amazon juckt es nicht einmal, ob die Zahl schwarz oder rot ist.

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postit2012 30.12.2015, 18:15
26. Schon,

Zitat von makromizer
Die Aussagekraft des KGV ist bei stark wachsenden Unternehmen ziemlich vernachlässigbar. Amazon juckt es nicht einmal, ob die Zahl schwarz oder rot ist.
aber nur dann, wenn sie weiterwachsen. Und das wäre dann die Wette.

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Melange 30.12.2015, 18:21
27.

Zitat von stak74
Oder als Vertriebs- und Distributionsplattform. Unser Unternehmen nutzt amazon.com um unser Produkt in den USA zu vertreiben und zu versenden. Eine Palette voller Ware kommt bei Amazon an und wird dann intern an alle Verteilerzentren verteilt. Dies garantiert extrem schnelle Lieferung- egal ob New York,Texas,California oder Oregon. Amazon sorgt fuer seriösere Abwicklung und der Vertrieb durch amazon fuer Sicherheit für den Käufer. Kosten ca. 15-30% fuer uns,aber die Verkäufe sind enorm gestiegen verglichen zum US Distributor den wir vorher hatten (und dessen Marge diese 30% von Amazon locker schlugen).
Interessant wäre es zu erfahren ob Amazon "auf Lager" von Ihnen einkauft oder nur gegen vorliegende Orders. Ich vermute letzteres. Dies würde Amazon als Logistikunternehmen ausweisen.

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Newspeak 30.12.2015, 18:21
28. ...

Alte Maßstäbe spielen an der Wall Street offenbar keine Rolle mehr

Haben sie das je? Kann man mal aufhören, von Seiten der Presse, die Volksverdummung fortzuführen? Kann man EINMAL realistisch und auf Grundlage eigener Recherchen und gesundem Menschenverstand berichten?

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conny1969 30.12.2015, 18:37
29. gute, einfache Abwicklung ist das Geheimnis.

Einmal bei Amazon angemeldet, läuft alles total einfach.
Amazon verkauft doch nur einen Bruchteil an eigenen Waren. Der Großteil des Geschäfts läuft doch über den Marktplatz in dem tausende Onlinshops aus ganz Europa vertreten sind, bei denen man auch direkt kaufen könnte, wenn das nicht zu umständlich wäre, sich bei jedem Shop neu anmelden zu müssen. Ohne diese Shops wäre Amazon nichts. Wenn niemand sonst in Deutschland in der Lage ist diese Shops unter einen Hut zu bringen und die Zahlungen abzuwickeln, macht halt Amazon das Geschäft. Immerhin sind unsere Banken dabei eine Alternative zu paypal anzubieten, vielleicht gibt es irgendwann eine Alternative zu Amazon. Das größte Hindernis liegt wahrscheinlich in Brüssel. Bis sich die EU auf irgendwas geeinigt hat, ist der Markt schon aufgeteilt.

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