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Alarmierende Statistik: Armutsrisiko in Deutschland steigt wieder
DPA

Der guten Konjunktur zum Trotz: Die Armutsrisikoquote ist 2015 nach Informationen von SPIEGEL ONLINE auf 15,7 Prozent gestiegen. Außer Familien und Alleinerziehenden ist eine weitere Personengruppe besonders betroffen.

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penie 16.09.2016, 16:56
1. Natürlich geht es nicht um Risiko, sondern um Armut

"eigentlich handelt es sich um die Armutsgefährdungsquote" ist völliger Unfug, da 60% ein Schwellwert für Armut sein soll. "Gefährdet" ist jeder. Wer bei 61% des Medianeinkommens liegt evtl. ein wenig mehr als jemand, der bei 150% liegt.
Außerdem wurde schon x mal darauf hingewiesen, dass die so definierte Armutsquote steigt, wenn es Gehaltserhöhungen gibt, da die Gehaltsbezieher in der "armen" Bevölkerung unterrepräsentiert sind. Dies einem Journalisten klar zu machen, ist aber wohl nicht möglich.

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Der Resignierte 16.09.2016, 16:58
2. lol

und wieder eine schöne statistik. es werden alle möglichen personengruppen aufgeführt, selbst Personen in Familien (wer sind diese eigentlich, Kinder vielleicht und man will sie so nur nicht nennen). warum werden aber z.B. keine beamten aufgeführt, keine selbstständigen oder freiberufler oder keine kapitaleigner ? weil das dann vielleicht zeigen könnte, wie ungleich deutschland inzwischen geworden ist, weil diese dann unter 1% in den grafiken auftauchen könnte ?????? diese statisken sind echt gut, ein schelm wer böses dabei denkt

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scxy 16.09.2016, 17:00
3. Spannend wäre auch

eine Überprüfung der Armutsgefahr für Unterhaltszahler. Sie häufig nicht in Familien, gehören aber dennoch zu den Familien, deren anderer Teil gern in der Rubrik "Alleinerziehende" geführt wird. Dabei ist die rechtliche Situation seit Jahren (endlich auch in Deutschland) keineswegs mehr so, dass Elternteile, die von ihrer restlichen Familien getrennt leben, das andere Elternteil als "Alleinerziehend" zurücklassen. Sorgeberechtigt und -verpflichtet sind nämlich im Regelfall immernoch beide Elternteile, was dem Begriff "Alleinerziehend" seine Trennschärfe nimmt. Wie dem auch sei, im Regelfall dürften unterhaltspflichtige Elternteile einen signifikanten Anteil der Armutsgefährdeten Personen ausmachen. Ihr Nettoeinkommen praktisch keine Aussagekraft über das verfügbaren Einkommen, was aber der Maßstab sein sollte.

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Rooo 16.09.2016, 17:00
4. Mit Abitur/Fachhochschulreife stärker von Armut gefährdet als mit...

Was ich viel interessanter an den Zahlen finde: Mit Abitur/Fachhochschulreife ist man stärker von Armut gefährdet als mit einem Realschulabschluss. Es wird zwar sicher eine Rolle spielen, dass man als angehender Akademiker erst mal viele Jahre wenig bis nichts verdient, bevor man den Abschluss hat, aber dennoch zeigt das wohl auch die zunehmende Entwertung von Bildungsabschlüssen (und zwar nicht primär, wie immer behauptet, durch die schlechte Qualität, sondern einfach durch die zunehmende Zahl von Abschlüssen).

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dissidenz 16.09.2016, 17:03
5. Unglaubliche Statistik

Wer arbeitslos ist und/oder keinen Schulabschluss hat, ist öfter armutsgefährdet. Das ist ein Ding.

Was hat denn SPON erwartet?!
Das die berufstätigen und gut gebildeten stärker von Armut betroffen sind??

Ich befürchtet fast ja...

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Crom 16.09.2016, 17:09
6.

Nicht Armut sondern von Armut bedroht! Die echte Armutsquote ist in Deutschland sehr niedrig, denn echte Arme gibt es kaum welche.

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pcpero 16.09.2016, 17:25
7. Grundsicherung entmündigt!

In dieser Beziehung ist D mal wieder vorbildlich: vorbildlich unliberal, undemokratisch, unmenschlich, knauserig. Die in den Grundsicherungsleistungen enthaltenen Kosten für die Unterkunft sind so niedrig, dass Niemand davon ine Wohnung findet-schon gar nicht mit der Mietpreisexplosion trotz Mietpreisbremse! Die dafür extra aus dem SGB II, H4, ausgegliederte Grundsicherung im SGB XII, behandelt nun die Älteren, Kranke und aus sonstigen Lebenskrisen zum Opfer Gewordenen dieses Rechts, schön gemäß H4 weiter, was für den Betroffenen bedeutet, dass er brav beim Sozi anbuckeln und fragen muss, ob er auch diese Wohnung anmieten darf. Ferner muss der Umzug genehmigt werden, inkl. Befürwortung des bisherig zuständigen Amtes! DAS ist ein Skandal, und verstößt schon mal in diesen Grundsätzen gg. das Grundgesetz und das Gleichbehandlungsgesetz! Aber als Leistungsempfänger s. g. von Transferleistungen des Staates ist man weder eine juristische noch eine Respeksperson!

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mettwurstlolli 16.09.2016, 17:27
8. Nun ja

für die Erkenntnis, dass Leute die die keinen Schulabschluss haben und/oder keinen Job haben, von Armut bedroht sind, braucht ein normal denkender Mensch eigentlich das statistische Bundesamt nicht. Andersherum wäre an einem System wohl auch etwas faul, in dem das nicht so wäre. Wer sollte sich dann noch um einen Schulabschluss und/oder einen Job bemühen.

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wk03 16.09.2016, 17:27
9. Doch Zweifel?

Aha: kein Zweifel, die Wirtschaftslage in Deutschland ist gut. Aber eben im wesentlichen nur für die, die schon über viel Vermögen verfügen, und deren Vermögensverwalter. Einkommen aus Arbeit zu erzielen wird immer schwerer. Und die Leistungen des Staates für den Rest (Arbeitslose und Rentner) sind immer bescheidener. Die steigende Rentabilität (es gibt sie noch in D!) wird überwiegend als (schwachversteuerte) Dividende an Anleger (also Geldgeber, nicht Arbeitnehmer) der Firmen ausgezahlt. Davon verlässt ein großer Teil Deutschland; 30% der Daxunternehmen gehören inzwischen ausländischen Anlagefonds. Und damit auch 30% von deren hohen Gewinnen. Denen geht's wirklich gut!

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