Forum: Wirtschaft
Alternativen zu Produktion in China: Vietnam gewinnt Trumps Handelskrieg
imago images /Xinhua

Der US-Präsident will Unternehmen zwingen, wieder in den USA statt in China zu produzieren. Aber die verlagern ihre Produktion lieber in andere Niedriglohnländer. Zum Beispiel nach Vietnam.

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cyborgpiratelaserninja 12.07.2019, 12:28
40.

Zitat von hlpatrick
...ist es dann wohl doch nicht. Oder glauben sie, die massive Verbilligung von Elektroartikeln (Computer, Fernseher, ......), von denen vor allem westliche KundInnen profitieren, ist einfach so "vom Himmel gefallen"? Zum überwiegenden Teil hat dies mit Produktion bzw. Produktionsverlagerung in Billiglohnländer zu tun....
Das mag zum Teil stimmen aber es wird natürlich nicht jede Vergünstigung innerhalb der Produktionskette an den Kunden weitergereicht. Heute sind es eher die Shareholder, die einen gewissen Gewinn erwarten bzw. verlangen und die dafür nötige Marge muss dann irgendwo erzielt werden. In vielen Fällen passiert das über das Drücken von Lohnkosten. Bis vor einigen Jahren ging man dann einfach immer weiter richtung Osten. Naütlich darf man auch die Anzugträger nicht vergessen, die für ihren Bonus zur jeder Schandtat bereit sind. Den gibt es eben nur, wenn man noch mal den wirklich letzten Cent rauspresst. Daher werden auch die tollsten Geschichten in die Welt gesetzt. "Dein Flatscreen kostet nicht mehr 500 sondern 2.000 € wenn wir vor Ort auf Menschenrechte achten würden!" In den meisten Fällen nichts als Märchen.

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Andiken 12.07.2019, 12:37
41. Trump hat hier unbewusst etwas richtiges in Gang gesetzt

Es geht in Zeiten von „Friday for future“ - Diskussionen nicht mehr, daß man erst aufwendig alle Vorprodukte an einen Standort bringt, um sie dort zentral billigst zu produzieren und in die ganze Welt zu versenden (per dreckschleudernden Schiffen und Millionen von LKW)
Wir müssen wieder regionaler produzieren - kurze Transportwege (immerhin mittlerweile oft schon ein Argument bei Agrarprodukten ! ), dezentrale Produktionsstandorte - mit der heutigen Technik sollte das kein Problem sein.
Wenn erst mehr Länder dem Vorbild Österreichs folgen und ihre Autobahnen zeitweise sperren- wird man sowieso umdenken müssen.

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w.diverso 12.07.2019, 12:38
42. Eigentlich

ging doch der Trend Produktionen in Billiglohnländer zu verlagern, in erster Linie von amerikanischen Firmen und Handelshäusern aus. Zuerst nach Mexiko, dann in die Karibik und am Schluss nach Asien. China hat diese Trend doch nur benutzt und davon natürlich auch profitiert. Wenn die amerikanischen Firmen das nicht so gepusht hätten, wäre China nicht dort wo es jetzt ist. Und der Trend aus China raus und in Länder wie Vietnam zu gehen, ist doch auch schon einen alte Geschichte. Außerdem wurden ja auch Produktionen aus Taiwan zuerst nach China verlegt und dann teilweise weiter in Länder wo das Lohnniveau noch nieder ist. Foxconn ist so ein Fall. Amerika könnte auch überhaupt nicht alle in Land konsumierten Waren in Amerika produzieren. Dafür haben sie einfach zu wenige Arbeitskräfte. Dieses Thema ist leider nicht so einfach wie es sich Trump so vorstellt.

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Norbert1981 12.07.2019, 12:38
43. ...

Zitat von Zucchi_Magico
Das klingt ja mal wieder so, als ob Trump mit seiner Handelspolitik etwas erreicht hätte, was aber dann nicht gut ist, weil Trump dem Spiegel gar nicht gefällt. In Wirklichkeit wurde aber nicht besonders gut recherchiert, und einfach mal wieder eine Story aus ein paar Zahlen zusammengeschustert, die zwar viel Wind macht, aber dennoch keine Substanz hat. Denn Apple hat seine Produktion auch bereits vor Trump verlagert, und auf meinem Microsoft Lumia 950 steht auch "Made in Vietnam". Und das habe ich im August 2016 gekauft, wo noch keiner glaubte, Trump würde die Wahl gewinnen, geschweige denn, dass Trump Zölle auf Waren aus China erheben könnte. Im übrigen ist dieser Schritt schon lange überfällig. Denn es kann nicht sein, dass in China Waren mit einem Monatslohn von 45 Euro und unter Missachtung jeglicher Umweltstandards produziert werden und dann in Europa/USA mit hiesigen Produkten konkurrieren, während China Zölle auf ausländische Waren erheben, dass es einen graust. Diese Zeche zahlen nämlich, wie immer, die Armen, die irgendwie über die Runden kommen müssen und praktisch umsonst für Milliardäre arbeiten müssen, damit sie überleben können. Wie so oft aber schnallt das in Deutschland keiner, weil Trump als Böser Bube klassifiziert wurde und die Chinesen als große Nation, wo alle nur das Beste für die Welt wollen, vor allem deren diktatorische Regierung, die jeglichen Ansatz von Demokratie im Keim erstickt.
"Denn es kann nicht sein, dass in China Waren mit einem Monatslohn von 45 Euro"

45 Euro? Sie erzählen Unfug, selbst vor 20 Jahren war Chinas durchschnittliches Lohnniveau wesentlich höher als 45€.

Von wegen billig – die Löhne in China steigen rasant:

In einer Umfrage der Deutschen Handelskammer zum Geschäftsklima in China wurden Gehaltserhöhung und Boni als die zwei effektivsten Methoden zur Mitarbeiterbindung genannt.

Doch der Preis für diese Maßnahmen ist hoch. Denn in China sind die Gehälter von 2012 bis 2017 durchschnittlich um 9,8 Prozent pro Jahr gestiegen:

https://www.handelsblatt.com/unternehmen/mittelstand/familienunternehmer/produktionskosten-von-wegen-billig-die-loehne-in-china-steigen-rasant/22905244.html?ticket=ST-1406093-sXeJHJnTWf0bZuSg4saj-ap2

Durchschnittliches Jahresgehalt eines Beschäftigten in China von 2007 bis 2017 (in chinesischer Währung):

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/219744/umfrage/durchschnittliches-jahresgehalt-eines-beschaeftigten-in-china/

Deswegen erklärte ein Drittel der chinesischen Exportunternehmen, man habe die Fertigung teilweise schon verlagert. Ein weiteres Drittel hatte das in Planung, wie der obige Artikel erwähnt hat.

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Watschn 12.07.2019, 12:44
44. Trumps Handelspolitik ist richtig, auch die Dems schliessen daran an..

Chinas imperiale Geopolitik konnte bisher mit dem Werkzeug des Merkantilismus den Weg bereitet werden.
Längst hätten die USA diesem wirts.-verdeckten Treiben Chinas einhalt gebieten sollen. (Mind. ab der Clinton-Administration der 90-ziger Jahre). Man hat es aber nicht beachtet, links liegen gelassen o. als nicht wichtig erachtet (Sammelbegriff: 'vermerkelt'). US-Präsident Trump hat dieses Einfalltor erkannt, u. Handelsmassnahmen ergriffen.

Natürlich sind Strafzölle für beide Seiten nicht ideal. Auch wenn Donnie (per sino-forma) über Vietnam ein wenig grantelt, beginnt es sich für die USA jedoch langsam auszuzahlen. Mit einer Produktions- u. Automationsdiversifizierung über gesamt Süd-Ostasien (Vietnam, Indonesien, Thailand, Laos, Philippinen, Malaysia, Korea, Indien, Japan), mittels adäquater Substitution, US-Remanufaktion, oder Verlagerung in produktionsgünstige Nachbarländer wie Mexico, Mittelamerika, Brasilien hat die USA China wieder im wirts.-geopolit. Griff. Und obwohl (richtigerweise) nun auch die US-Demokraten sich diesen wichtigen - entscheidenden wirts. Themen annähern, u. beginnen sich von ihrer abgrundtief-verfehlter polit-linken Identitätspolitik zu distanzieren, ...wird der Erfolg wohl solitär Trump zugeschrieben werden..., was ihm zur Wiederwahl den entscheidenden Burner ('Brenner') geben kann.

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DerBlicker 12.07.2019, 13:04
45. wir alle sind die Profiteure

Zitat von benutzer1000
Ich werde nie verstehen, warum manche es so toll finden, wenn Firmen so clever sind, billige Produktionsstandorte zu finden. Der einzigste Nutznießer der billigen Produktionsstätten sind vermutlich die Unternehmen, die dadurch fettere Gewinne einfahren.
Durch die günstige Produktion Im Ausland zahlen wir alle viel weniger für die Produkte, darauf kommt es an. Die Wirtschaft ist dazu da, die Bevölkerung mit Waren und Dienstleistungen zu versorgen, und nicht um Arbeitsplätze zu schaffen, das ist ein netter Nebeneffekt, aber absolut zweitrangig. Wer die Arbeitsplätze in den Vordergrund stellt, hat keine Ahnung von Wirtschaft. Aber das passt ja zu Trump. Dazu kommt noch, dass inzwischen Chinesen qualitativ hochwertiger produzieren als Amerikaner. Die BMW und Mercedes, die in China gebaut werden , sind nicht schlechter als die in USA oder Deutschland gebauten BMW oder Mercedes.

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böseronkel 12.07.2019, 13:05
46.

Zitat von localpatriot
Das best Beispiel ist die Aufholperiode der deutschen Industrie in der zweiten Halfter des 19. Jahrhunderts im Vergleich zu GB und dann wieder nach dem zweiten Weltkrieg. - NIedrig Löhne gehörten zu den treibenden Kräften. Und dann muss man den Automobilmarkt in China mit dem Rest der Welt vergleichen. Totz den niedrigen Löhnen. Und wer kauft die meisten Fernseher oder Motorräder usw.
Einspruch Euer Ehren! Keineswegs niedrige Löhne bewirkten das sogenannte Wirtschaftswunder, sondern exorbitant steigende Löhne nach der Währungsreform und besonders nach Gründung der Bundesrepublik.

Der Eine oder Andere kann sich noch an den Marshallplan erinnern, von dem ja auch ein bescheidener Teil dem alleinigen Kriegsschurken Deutschland zugutekam. Im Gegensatz zu anderen Profiteuren hat Deutschland die Marshallplanhilfen nicht direkt in die Wirtschaft gepumpt, sondern zur Verbilligung von Krediten eingesetzt. Hohe Löhne und billige Kredite sind also Ursache des Wirtschafswunders. Dass der Wirtschaftsaufschwung durch Hungerlöhne erzielt wurde, gehört in Grimms Märchensammlung.

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olli_b 12.07.2019, 13:14
47. hundert Jahre früher

Zitat von böseronkel
Einspruch Euer Ehren! Keineswegs niedrige Löhne bewirkten das sogenannte Wirtschaftswunder, sondern exorbitant steigende Löhne nach der Währungsreform und besonders nach Gründung der Bundesrepublik.
Er meint nicht die Bundesrepublik, sondern die Industrialisierung etwa 100 Jahre davor. 19. Jahrhundert ist 1801 bis 1900, wenn ich das richtig in Erinnerung habe.

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anboes 12.07.2019, 13:17
48. Was zu lesen und zu verstehen ist,

ist das System: Löhne runter, Preise hoch und politische Zoll- oder Steuersubventionen für die Profiteure.

Wie aber funktioniert diese Logik?

Amerikanische Firmen beuten die billigste Arbeitskraft in China aus. Aber diese Menschen können die von ihnen produzierten Waren nicht kaufen aufgrund dieser Ausbeuterlöhne. Also verkaufen die Westfirmen ihre Ware als Massenbilligware oder absoluten Luxuspreisen im eigenen Land, in dem die Arbeiter immer noch wie in den Zeiten der Industralisierung ausgebeutet werden. Wer aber keinen angemessenen Lohn erzielen kann, kann auch die Billigstreise nicht bezahlen? Wie also soll dieser Wirtschaftskreislauf aus Produktion und Ausbeutung funktionieren, wenn heute schon überall Überproduktionen verramscht werden. Zuerst hießen diese Läden 1-$-Laden, jetzt 1- €-Laden! Der Einzelhandel verrät sich auch bei uns, im Preisleistungswettbewerb nach unten!

Die Mathematik bleibt die selbe nur die Gier nach mehr, mehr, mehr und noch mehr wächst bis es knallt.

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123rumpel123 12.07.2019, 13:20
49. xxx

Zitat von baumisms
EINEN Effekt haben: Dass ALLE Länder Zölle auf Waren aus den USA einheben. Und somit wird der Geniestreich recht bald das Gegenteil dessen erreichen, was beabsichtigt war. Die Trump-Anbeter werden sich aber auch das schönreden...
Nafta II oder besser USMCA und diverse belegen definitiv das Gegenteil Ihres Wunschgedankens.

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