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Alternativen zu Produktion in China: Vietnam gewinnt Trumps Handelskrieg
imago images /Xinhua

Der US-Präsident will Unternehmen zwingen, wieder in den USA statt in China zu produzieren. Aber die verlagern ihre Produktion lieber in andere Niedriglohnländer. Zum Beispiel nach Vietnam.

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ralf.becker6791 12.07.2019, 13:22
50. Es gibt nicht nur schwarz und weiß

Trump ist die verkörperte Unmöglichkeit, ein ungebildeter Narzisst, der glaubt klug zu sein. Ich verachte ihn mit jeder Pore meines Körpers und kann es nicht verstehen, wie jemand mit auch nur einem bisschen Verstand zu seinem Anhänger werden kann. Aber hinsichtlich seiner Chinapolitik bin ich voll bei ihm. Es wurde höchste Zeit, dass jemand den Chinesen mit ihrem aggressiven, einseitigen Protektionismus die Grenze aufzeigt, für ein faires Miteinander.

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zwischen_durch 12.07.2019, 13:29
51. Das ist so definitiv nicht richtig!

Zitat von benutzer1000
Der einzigste Nutznießer der billigen Produktionsstätten sind vermutlich die Unternehmen, die dadurch fettere Gewinne einfahren.
Bei jeder Produktion in einem Billiglohnland profitiert auch der Käufer.
.
Unser Wohlstand hier in Deutschland ist zu großen Teilen darauf zurückzuführen, dass vieles, was in unseren Geschäften zu kaufen ist, nur deshalb erschwingliche Preise hat, weil es eben in den Billiglohnländern zusammengeschraubt wird.

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willibaldus 12.07.2019, 13:34
52.

Zitat von katzenbär85
Was machen wir eigentlich, wenn sich die Löhne soweit entwickelt haben, dass es aus der Sicht der westlichen Welt kein Billiglohnland mehr gibt? Oder suchen wir deswegen mittlerweile den Frieden mit Nordkorea in weiser Voraussicht wer übermorgen unsere Waren produziert?
Bis dahin wird vermutlich alles so weit automatisiert und unter Kontrolle von KI sein, dass die Menschen hauptsächlich von den Steuern auf diese Maschinen leben. Plus ganz toll bezahlte Fachleute im Mechatroniker und Wissenschaftsbereich.

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willibaldus 12.07.2019, 13:38
53.

Zitat von thequickeningishappening
Wie schon im Bericht erwaehnt ist es inzwischen Usus, fast alle Komponenten zu importieren und dann Das Zusammenschrauben oder auch nur Den Aufkleber auf Das umverpackte Fertigprodukt als "Made in ..." zu deklarieren. Die Chinesen rechnen uebrigens auf Den Pfennig und Die Vietnamesen auf Den Zehntel ( von mir abgewandelte alte chinesische Weisheit).
So ohne weiteres geht das nicht mit dem umpacken. Die Briten müssen da noch ein paar Milliarden an die EU abführen, weil sie das nicht ordentlich kontrolliert haben. Ein Mindestanteil des Produktes muss aus dem eigenen Land stammen, wenn man "made in X" draufpappen will.

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böseronkel 12.07.2019, 13:39
54.

Zitat von olli_b
Er meint nicht die Bundesrepublik, sondern die Industrialisierung etwa 100 Jahre davor. 19. Jahrhundert ist 1801 bis 1900, wenn ich das richtig in Erinnerung habe.
Niedrige Löhne gehörten auch nach dem zweiten Weltkrieg zu den treibenden Kräften, behauptete er fälschlicherweise.

Dann sollten wir auch nicht übersehen, dass in China die Zeit der billigen Wanderarbeiter Geschichte ist.

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draco2007 12.07.2019, 13:41
55.

Zitat von 123rumpel123
Nafta II oder besser USMCA und diverse belegen definitiv das Gegenteil Ihres Wunschgedankens.
Was beweißt Nafta II? Der wesentlichste Unterschied ist Trumps Unterschrift statt Obamas Unterschrift.

Das beweißt nur den Narzissmus von Trump und die Leichtgläubigkeit seiner Anhänger.

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willibaldus 12.07.2019, 13:42
56.

Zitat von annetteseliger
... das aber ändert nichts an den Handelsdefiziten, denn diese hat Herr Trump dann mit Vietnam. Wird er danach auf Produkte aus Vietnam Zölle erheben? Seine ganze Strategie mit China ist unsinnig, denn wenn er ehrlich ist, dann soll er sagen, dass er eine Politik gegen seine eigenen Firmen wie Walmart, HoneDepot, Lowes, Target, Bestbuy, etc. fährt. Die Zölle werden von den Importeuren bezahlt und diese geben sie weiter an die Verbraucher, An dem riesigen chinesischen Binnenmarkt werden die U.S.A. auf Dauer nicht vorbeikommen. Trump wird sich beeilen müssen einen Deal mit den Chinesen abzuschließen, denn wenn Produktionen aus China verlagert werden, dann reduziert sich die Motivation für die Chinesen überhaupt einen Deal zu vereinbaren. Amerikanische Produkte werden durch europäische oder südamerikanische ersetzt.
Die Zölle sind eine Sondersteuer, die vornehmlich die US Verbraucher zahlen. Damit hat Trump eine Gegenfinanzierung der Steuerreform, die vor allem zugunsten der oberen 1% war. Es wird trotzdem ein Haushaltsdefizit geben.
Herr Trump versucht, seiner Klientel zu verkaufen, dass das Handelsdefizit das gleiche ist wie Haushaltsdefizit bzw das Haushaltsdefizit verursacht, was natürlich Unsinn ist. Damit kann er das Ganze schön verschleiern.

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draco2007 12.07.2019, 13:45
57.

Zitat von ralf.becker6791
Es wurde höchste Zeit, dass jemand den Chinesen mit ihrem aggressiven, einseitigen Protektionismus die Grenze aufzeigt, für ein faires Miteinander.
Richtig, deshalb hatte Obama etwas angefangen, dass Trump direkt zerstört hat.

Der Plan war es, Freihandelsabkommen zwischen ALLEN, außer China.
Stärkung der WTO, damit sich China der WTO unterwerfen muss.

All das hat Trump mit seiner Idiotie eingerissen. Komplett.
Handelskrieg mit (fast) Allen und die WTO weiter demontiert.

Jetzt fährt er eine Konfrontationspolitik gegen China, ohne Verbündete, während im Iran und Nordkorea um die Ohren fliegen, weil er China an der Stelle braucht.

Konfrontation ist nicht immer klug.

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willibaldus 12.07.2019, 13:51
58.

Zitat von Di_oH
Von Microsoft und Apple ist in diesem Artikel überhaupt nicht die Rede. Nur ein Apple Zulieferer wird hier erwähnt. Dass niemand in allem Ernst glaubt, dass Vietnam erst seit Trump für Firmen interessant wurde, sollte doch jedem klar sein. Nur durch Trumps Zölle gegen China hat sich das eben alles nochmal beschleunigt. Es scheint Ihre Meinung zu sein, dass jetzt Umweltstandards beachtet werden und die Armen in Vietnam nun gut entlohnt werden. Ich kann Ihnen versichern, dem wird definitiv nicht so sein. Bis auf Dokumentationen über die Elektro-Bus-Flotte in chinesischen Städten habe ich mit Sicherheit noch nie einen Bericht gelesen oder eine Doku gesehen, in der China als "die Nation, wo alle nur das Beste für dei Welt wollen" bezeichnet wird. Keine Ahnung, in welchem Mikrokosmos man sich bewegen muss, um derartige Infos/Einstellungen zu finden. Trumps Anliegen war es meiner Meinung nach nie, den Niedriglohnsektor zurück in die USA zu holen. Konkret bei China ging es ihm um die Unterbindung staatlicher Subventionen und damit künstlicher Verbilligung von Waren, den Protectionismus gegen Inverstitionen durch die chinesische Regierung, vom Staat geduldete Produktpiraterie und den Handelsüberschuss. Ich kann es immer nur wieder betonen: Ich sehe es als Armutszeugnis, dass die EU diese Spielchen mitgemacht hat bzw. immer noch mit macht und peu à peu europäischens Know-How nach China fließt, während europäische Firmen de facto keine Möglichkeit haben sich bei chinesischen Firmen einzukaufen. Von daher hoffe ich ein Stück weit, dass die USA genau diese Punkte mit China gelöst bekommen und die Länder der EU dann dumm aus der Wäsche gucken. Bzgl. Trumps Aussage, Vietnam würde die USA wegen des Handelsüberschusses über den Tisch ziehen: Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass er die USA mit 320 Mio. Einwohnern mit dem Entwicklungsland Vietnam mit gerade mal 95 Mio. Einwohern vergleicht. Komischerweise lese ich dieses Zitat hier das erste Mal (auf Deutsch; Nach englisch-sprachigen Quellen habe ich nicht explizit gesucht).
Um da was zu verhindern wird Trump Zölle auf Waren aus der Ganzen Welt erheben müssen. Irgendwie rechnet sich das nicht.
China ist schon seit Jahren auf dem Weg von der billigen Werkbank der Welt zu einer konsumgetriebenen Wirtschaft, die von Innovationen und eigener Expertise lebt. Die Billigjobs sind schon lange auf der Wanderschaft in andere Gegenden der Welt.
Ich habe eher den Eindruck, Trump versucht, den Aufstieg Chinas zur Wirtschafts und Technologie Nation Nummer eins zu verhindern. Aber dazu ist es bereits zu spät. China ist bereits nicht mehr alleine Kopist sondern auch bei Patenten führend. In spätestens 20 Jahren sagt China, wo es lang geht, es sei denn die EU und USA arbeiten eng zusammen. Aber da sehe ich selbst ohne einen Trump Schwierigkeiten wegen unterschiedlicher Auffassungen auf verschiedenen Gebieten.

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Norbert1981 12.07.2019, 13:54
59. ...

Zitat von ralf.becker6791
Trump ist die verkörperte Unmöglichkeit, ein ungebildeter Narzisst, der glaubt klug zu sein. Ich verachte ihn mit jeder Pore meines Körpers und kann es nicht verstehen, wie jemand mit auch nur einem bisschen Verstand zu seinem Anhänger werden kann. Aber hinsichtlich seiner Chinapolitik bin ich voll bei ihm. Es wurde höchste Zeit, dass jemand den Chinesen mit ihrem aggressiven, einseitigen Protektionismus die Grenze aufzeigt, für ein faires Miteinander.
" Es wurde höchste Zeit, dass jemand den Chinesen mit ihrem aggressiven, einseitigen Protektionismus die Grenze aufzeigt, für ein faires Miteinander."

Eigentlich stimme ich Ihnen zu. Aber die Frage ist: Hat Trumps Handelspolitik gegen China bisher sehr große Wirkung gezeigt?

Handelsdefizit steigt enorm. Inmitten der zahlreichen Handelskonflikte veröffentlicht die US-Regierung heikle Zahlen: Die Importe aus China ziehen an, die Exporte schwächeln.

Der US-Präsident wollte eigentlich das Gegenteil erreichen:

https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/usa/id_86034290/donald-trump-seine-strafzoelle-verpuffen-immer-mehr-chinesische-importe.html

Amerikas Zölle schmerzen China bisher nur begrenzt:

https://www.nzz.ch/wirtschaft/us-zoelle-schmerzen-china-bisher-nur-begrenzt-ld.1492015

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