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Alternde Bevölkerung: Zahl der Pflegebedürftigen steigt um 16 Prozent

Die Deutschen werden immer älter, und damit steigt auch die Zahl der Menschen, die auf fremde Hilfe angewiesen sind. Laut Statistischem Bundesamt gibt es inzwischen sehr viel mehr Pflegebedürftige, die zu Hause versorgt werden -*meist von Familienmitgliedern.

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der.honk 21.02.2011, 12:34
1. Wehrpflicht-Schnellschuss ohne Hirn

Zitat von sysop
Die Deutschen werden immer älter, und damit steigt auch die Zahl der Menschen, die auf fremde Hilfe angewiesen sind. Laut Statistischem Bundesamt gibt es inzwischen sehr viel mehr Pflegebedürftige, die zu Hause versorgt werden -*meist von Familienmitgliedern.
Anstatt die Wehrpflicht ersatzlos zu streichen, hätte man eine Zivildienstpflicht schaffen können - die der Dienstpflichtige alternativ durch Wehrdienst erfüllen kann. Auf diese Weise wäre manch ein verzogenes Früchtchen mit Realitäten in Berührung gekommen, die seinen (dank der Eltern) verqueren Blick auf die Wirklichkeit in Deutschland zurechtgerückt hätte. Und mit verzogenen Früchtchen meine ich nicht nur die Kinder wohlhabender Schichten ... Leider fehlt der politische Weitblick für derartige Dinge.

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redpirate37 21.02.2011, 12:39
2. fremde Hilfe ? warum eigentlich?

die Zahl der Menschen,
die auf fremde Hilfe angewiesen sind
wird verursacht durch die Zahl der kaputt regierten Familien und Angehörigen die es schnicht leisten können ihre Eltern selbst zu pflegen.

Das nicht wollen und Krankheit / Unfall versursachte Pflegefälle ist der kleinere Teil des Problems.
Wenn man in der Stadt in einem Kaninchenkasten + WC wohnen soll/ muss in Zeit / Leiharbeit ist / Mehrfachjobs hat /
Dauerstress hat kann man keine Angehörigen aufnehmen.
Eine Folge des höher, schneller, weiter, mehr Wachstum & Rendite ist die fortschreitende Zerstörung des Alltags der Familien.
Die Kosten trägt, wie immer, die Allgemeinheit, nicht der Profiteur an der Börse.

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LouisWu 21.02.2011, 12:43
3. ...

Zitat von sysop
Die Deutschen werden immer älter, und damit steigt auch die Zahl der Menschen, die auf fremde Hilfe angewiesen sind. Laut Statistischem Bundesamt gibt es inzwischen sehr viel mehr Pflegebedürftige, die zu Hause versorgt werden -*meist von Familienmitgliedern.
Im Allgemeinen neige ich nicht zum Pessimismus, aber die zu erwartenden demographischen Veränderungen lassen wirklich nichts Gutes ahnen. Im Moment füllt noch die 1920er-1930er Generation die Pflegeheime, eine Generation die durch den Krieg geschwächt und auch dezimiert wurde.

Wenn erst mal - so um 2040 - die Babyboomer ins Pflegealter kommen, dann wird's zappenduster. Die sind kinderarm (weil selbstverwirklichungsfixiert), körperlich fast unsterblich und anspruchsvoll. Mangels eigener Kinder wird sich evtl. das Verhältnis "Pflege zu Hause" zu Heimpflege umdrehen, mit immensen Kosten für die Gesellschaft.
Denn ein PS-II Heimplatz kostet ca. 3200,-EUR. Pro Monat, versteht sich.

Dann wird ein 30-jähriger "Werktätiger" sich um seine 90-jährigen Großeltern, um seine 60-jährigen Eltern und evtl. auch noch um seine eigenen Kinder kümmern müssen. Arbeiten gehen muß er auch noch, um die Steuern für die Versorgung aller Versorgungsempfänger abdrücken zu können.

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k4l 21.02.2011, 12:43
4. nt

Zitat von der.honk
Anstatt die Wehrpflicht ersatzlos zu streichen, hätte man eine Zivildienstpflicht schaffen können - die der Dienstpflichtige alternativ durch Wehrdienst erfüllen kann. Auf diese Weise wäre manch ein.....
iwie ist zwangsarbeit nicht aus den koepfen der menschen zu verbannen...

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mm01 21.02.2011, 12:46
5. ....

"Rund 2,34 Millionen Menschen in Deutschland sind pflegebedürftig"

Nicht nur in Deutschland:
"So entsteht eine Schieflage: Während die peniblen Vorgaben der Pflegeversicherung Alte und Behinderte im Inland zwingen, über die Häufigkeit des Urinierens Buch zu führen, könnten die in Deutschland lebenden Ausländer ihre Eltern auf Sizilien oder behinderte Kinder auf Lesbos weitgehend unbehelligt von Kontrollen zu Lasten der Beitragszahler pflegen lassen. Womöglich seien deutsche Kontrollen im Ausland gar nicht zulässig, weil sie die Hoheitsrechte anderer EU-Staaten verletzen, fürchten Experten im Arbeitsministerium."

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-7866540.html

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JoschSche 21.02.2011, 13:24
6. ...

man beachte: die Zahl der Pflegebedürftigen steigt vermutlich vowiegend deshalb, weil es eben ein ziemlich kaputtes System gibt - von dem Pflegebedürftigkeit geprüft und Pflegestufen zuerkannt werden.
Und zu diesem System gehören Menschen - diese haben Verwandte und Freunde, und die wiederum Bekannte, usw... Und so werden die Hilfen für häusliche Pflege längst nach einem persönlich netzwerkorientierten Beziehungs- und Pfründesystem verteilt.

Die offiziellen Kriterien schon dabei bereits für Pflegestufe 1 inzwischen derart hart, dass es bei normalem Altersbild des zu Pflegenden praktisch unmöglich ist, auf ehrliche Weise eine Pflegestufe zu begründen.
So kann man sich nur wundern, wer alles Pflegegeld einstreicht - währen die wenigen mir bekannten Fälle, bei denen es noch am ehesten angebracht wäre, überwiegend leer ausgehen.

Beschämend am Ganzen ist vor allem, wie sehr der menschliche Mehrwert häuslicher Pflege durch Vorgabezeiten für ein paar notdürftigste Verrichtungen pervertiert sind, während alles andere - für die Lebensqualität alter Menschen weitaus ausschlaggebendere - komplett ignoriert wird.

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Pflegeengel 21.02.2011, 13:25
7. Tot-arbeiten...

Täglich - das kann sich niemand vorstellen, der nicht in dieser Branche arbeitet - sind wir auf ANSCHLAG mit den Minutenpflegezeiten, die uns für die Pflege am Menschen "gelassen" werden. Das ist für uns Schwerst-Arbeit und geht gewaltig auf den Körper und auf das Gemüt. Eine Änderung ist nicht in Sicht und so gehen wir halt weiter einfach ohne Nachzudenken bei Wind, Regen und Sturm raus zum Patienten. Denn oft sind wir die Einzigen, die sie überhaupt noch haben. So dermaßen viele alte Menschen leben alleine mit sich selbst und ohne Ansprache. Aber ZEIT für Ansprache haben wir NICHT EINE MINUTE, denn z.B.: Wenn ich 25 Patienten innerhalb meines Dienstes anfahren muss und dabei pro Patient nur 30 Sekunden Verspätung habe, so habe ich am Ende meiner Tour satte 13 Minuten Verspätung, für die ich mich bitter rechtfertigen muss, denn diese Minuten werden NICHT BEZAHLT, sondern sind verloren und nicht zu Geld gemacht worden. So funktioniert ein Pflegedienst bei Menschen.
Schönen Tag noch
Gruß an alle
Pflegeengel

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chaoskatze 21.02.2011, 13:27
8. heiß ich G....?

Zitat von redpirate37
Das nicht wollen und Krankheit / Unfall versursachte Pflegefälle ist der kleinere Teil des Problems.
Es gibt keine "Pflegefälle". Was es gibt, sind gepflegte _Menschen_.
Es gibt den Fall der Pflege (Pflegefall) so wie den Fall eines Schadens (Schadenfall) im Versicherungsrecht. Aber es gibt keine Menschen, die "Pflegefälle" wären.

Oder sprechen Sie Gepflegten / sog. "Behinderten" das Menschsein ab? Dann sagen Sie es und verstecken sich nicht hinter Geschwurbel in falschem Deutsch

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kalumeth 21.02.2011, 13:28
9. zivile Dienstpflicht für Alle bringt Vorteil fürs Gemeinwohl

Zitat von der.honk
Anstatt die Wehrpflicht ersatzlos zu streichen, hätte man eine Zivildienstpflicht schaffen können - die der Dienstpflichtige alternativ durch Wehrdienst erfüllen kann. Auf diese Weise wäre manch ein verzogenes Früchtchen mit Realitäten in Berührung gekommen... auf die Wirklichkeit in Deutschland zurechtgerückt hätte. Und mit verzogenen Früchtchen meine ich nicht nur die Kinder wohlhabender Schichten ... Leider fehlt der politische Weitblick für derartige Dinge.
Ihre "Früchtchen" haben ja genug schlechte "Vorbilder" in Wirtschaft und Politik! Ersetzen Sie "Früchtchen" einfach durch 'Jugendliche' (die in einer orientierungslosen Gesellschaft auch nicht wissen, was sie tun sollen - weil p o s i t i v e Vorbilder fehlen) ...und schon sind wir uns einig!

Denn ohne jegliche Zivil/Dienstpflicht liegen noch mehr junge Leute als schon heute arbeit- und orientierungslos in der -nicht wirklich- "sozialen Hängematte" herum. Und nichts gesellschaftlich Vernünftiges geschieht mehr zufriedenstellend. Weil niemand mehr -außer einem verschwindend geringen Anteil Freiwilliger- dann noch Zivildienste macht.

Ein typisch Guttenbergscher Schnellschuß im Alleingang und ohne jegliche Abstimmung mit dem Sozialministerium. Wer soll denn nun die teurer werdende Pflege der vielen Kranken- Pflege- und Hilfsbedürftige bezahlen? Viele Linke sagen: das schafft mehr Arbeitsplätze. Wie denn, wenn keiner die bezahlen kann - oder will...? Eine angemessene, d.h. w e s e n t l i c h e Erhöhung des Beitrags zur Plegeversicherung steht jedoch noch in den Sternen. Private Pflege aber ist l e g a l schon heute ohne polnische Billiglohnarbeiterinnen für Otto-Normalverbraucher kaum noch zu stemmen!

Dann lieber ehrlich entweder schon JETZT die Pflegeversicherung kräftig aufstocken. Oder, noch viel besser, eine 1-jährige (zivile) Dienstpflicht für a l l e, auch Frauen, wiedereinführen. Wer will, kann sich ja mit einmal 1,5-fachem Jahresgehalt an die Pflegekasse freikaufen. Zahlbar zum Beispiel ab dem 35-igsten Lebensjahr für 15 Jahre lang mit 10% des Jahresbruttoeinkommen. Aus dieser Kasse gibt es dann zusätzlich zum Kindergeld ein Erziehungsgeld von 500EUR mtl. bis zum 4. Lebensjahr (oder Kinderbetreuungsstunden als "Sachleistungen") zurück.

So in etwa wäre das wirklich in etwa GERECHT. Und sowohl sozial-gesellschaftliches G e m e i n w o h l wie auch Umweltschutz und Entwicklungshilfeprojekte hätten endlich mal eine ausreichende personelle wie finanzielle Basis!

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