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Alternde Gesellschaft: Nahles sperrt sich gegen späteren Rentenbeginn
DPA

Wolfgang Schäubles Plädoyer für einen späteren Rentenbeginn stößt beim Koalitionspartner auf Widerstand. "Das steht nicht zur Debatte", sagt Bundesarbeitsministerin Nahles.

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spiegelleserx 23.04.2016, 08:18
150. Oweeee.....

Tatsache ist doch, dass wenn das Thema Rente den Wahlkampf bestimmen wird, nix dabei herauskommen wird! Ist es doch üblich, vor den Wahlen mit Versprechungen überhäuft zu werden, damit die Gewinner - Partei legitimiert wird nur noch reine Lobbyismus - Politik zu machen ( siehe SPD Agenda 2010 und Hartz 4). Da kann eine Frau Nahles sich Sozial geben wie sie will, die SPD als Verursacher dieser Situation, sagen was sie will. Die hauptschuld liegt in Hartz 4, welches die Motivation der Arbeitgeber gesenkt hat keine fairen Löhne mehr zu zahlen, der sich stetig wachsende Niedriglohnsektor, welches Arbeiten zum Armutsrisiko macht, und den Arbeitnehmer nur durch Steuergelder ein Überleben sichert (Aufstockung u d andere Beihilfen) bei zeitgleicher Subventionen an die Wirtschaft....und uns wird suggeriert, dass alles gut und Alternativlos ist. Der Generationsvertrag in Deutschland lässt zu vielen einen Austritt (Hintertür) offen. Es muss eine Lösung her, wie es die Schweiz hat - alle ohne ausnahme zahlen ein! - so werden alle in unserem Sozialstaat davon profitieren, und es braucht nicht für den Wahlkampf Instrumentalisiert werden!

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tatsache2011 23.04.2016, 11:59
151. Fakten

Zitat von Krittler
Was haben denn Ihre Berechnungen mit "Kinderlosen" zu tun? Ist "Kinderloser" jetzt eigentlich ein neues Schimpfwort, weil ich es immer mit zahlen von Bußgeldern lesen muss? ....Dann müssen nämlich sozusagen die eingesetzten Roboter Rente zahlen. Das ist zwar auch ganz einfach gedacht, doch nicht so primitiv, wie gegen andere Gruppen vorzugehen, wie diesmal gegen die "Kinderlosen". Was ist mit denen, deren Kinder nie in die Rente eingezahlt haben? ... Soviel Dummheit ist unglaublich!
1) Wenn Sie "kinderlos" als Schimpfwort empfinden, ist das Ihr Problem. Es ist jedem selbst überlassen, ob er Kinder hat bzw. nicht jeder kann Kinder bekommen.

2) Da aber Kinder für die Eltern mehr Geld kosten als Kinderlosen, wurde in der Pflegeversicherung eingeführt, dass Kinderlose mehr Beitrag bezahlen müssen.
Ihr Einwand "Bußgelder" ist deshalb falsch.

3) Ich glaube nicht, dass Roboter Rentenbeiträge zahlen können. Aber die Reichtumsuhr zeigt auch, dass zu geringe Löhne gezahlt werden.
Höhere Löhne für alle und höherer Rentenbeitrag der Kinderlosen könnten das System stabilisieren.

4) Es gibt nicht viele Fälle, dass Kinder später nicht zahlen. Weit über 90% sorgen mit Rentenbeiträgen und Steuern für die Alten.
Auch Sie persönlich zahlen für kinderlose Rentner.

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Krittler 23.04.2016, 14:26
152. Meine Antwort:

Ich gebe mir mal die Mühe, Ihnen auf alle Ihre Einwände zu antworten:

zu 1.
Soweit richtig: Es ist jedem selbst überlassen ... . Wenn ich mir Kinder nicht leisten kann, verhüte ich eben. Doch danken Sie dann die "Kinderlosen", dass Sie (höhere) Steuern für Kitas, Kindergärten, Schulen, Unis zahlen, Kindergeld und Elterngeld? Dass diese "Kinderlosen" also fremde Kinder finanzieren? Und die "Kindermacher" werden dann so frech und gönnen den "Kinderlosen" die Rente nicht. Das ist schon unverschämt.

Zu 2.
Mein Einwand ist nicht falsch. Die Regierung wusste natürlich, dass große Teile empfänglich für dumme Propaganda sind. Denn anstatt eine höhere Pflegeversicheung von Staat und Kapital zu forden, ist es leichter Menschengruppen aufeinanderzuhetzen - hier "Kindermacher" und "Kinderlose". So finanziert sich die arbeitende Bevölkerung selbst, die andern werden dabei immer reicher.

Zu 3.
Es ist richtig, dass zu niedrige Löhne bezahlt werden. Doch hört man was von Streiks oder dergleichen? Nein, also sieht das Kapital keine Notwendigkeit, mehr zu zahlen. Und warum gabs keinen Aufschrei, als die Sozialbeiträge für die Unternehmen "gedeckelt" wurden, sodass die Mehrkosten allein der Arbeiter trägt?
Natürlich zahlen Roboter keine Rentenbeiträge. Aber es wäre das vernünftigste, wenn dies die Unternehmen machen. Die Anzahl der Arbeiter wird doch ständig verringert. Denken Sie dach mal in Berufen wie Bäcker und Metzger, wo inzwischen weniger in großen Fabriken arbeiten. Oder alle Berufe, in denen Menschen mit Computer arbeiten. Dort arbeiten heute doch viel weniger in den Büros, als vor 30 Jahren. Bankfilialen machen dicht und stellen einen Automaten auf, Onlinebanken gibts usw. Durch weniger Menschen werden aufgrund der Maschinen aber höhere Gewinne gemacht. Kein Wunder, dass der einzelne Arbeiter für immer mehr Rentner zahlen muss. Also muss das Rentensystem ungestellt werden: Unternehmen zahlen nach Gewinn. Denn der Gewinn resultiert ja aus dem Mehrwert, den der euinzelne Arbeiter produziert.

Zu 4.
Das stimmt so nicht. Denn immer mehr Menschen arbeiten, falls sie arbeiten, in immer häufigeren prekären Arbeitsverhältnissen wie Leiharbeit, befristete Arbeitsverhältnisse, Teilzeitarbeit usw. Davon werden nur minimal Rentenbeiträge bezahlt werden können, weil diese Löhne oft aufgestockt werden müssen. Also durch diese Rationalisierung der Wirtschaft, arbeiten immer weniger Menschen in immer schlechter bezahlten unsicheren Jobs. Deshalb werden nicht alle zukünftigen und jetzigen Kinder tatsächlich für die Rente sorgen. Reiche Kinder sowieso nicht, die zahlen ja später nichts ein (Beamte, Akademiker, Unternehmer etc.).

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Krittler 23.04.2016, 15:01
153. Ergänzung

Zitat von tatsache2011
... 4) Es gibt nicht viele Fälle, dass Kinder später nicht zahlen. Weit über 90% sorgen mit Rentenbeiträgen und Steuern für die Alten. ...
Nicht alle, die arbeiten, können Rentenbeiträge zahlen geschweige denn, dass sie selbst mehr als Grundrente haben:

"... Selbst nach 45 Beitragsjahren würde ein Gehalt auf Mindestlohn-Niveau nicht für eine Rente oberhalb der Grundsicherung reichen. Das hat die Bundesregierung auf Anfrage der Linken bekanntgegeben. Ein Gremium von Arbeitgebern und Gewerkschaftern berät nun über die künftige Höhe des Mindestlohns. ..."
http://www.t-online.de/wirtschaft/jobs/loehne-gehaelter/id_77635870/rente-mindestlohn-schuetzt-arbeitnehmer-nicht-vor-altersarmut-.html

Eine umlagefinanzierte Rente wird später nie alle Renten bedienen können. Deshalb eine von Unternehmen über die Profite finanzierte Rente - nur das macht Sinn.

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tatsache2011 25.04.2016, 22:07
154. Leistung und Gegenleistung

Zitat von Krittler
Ich gebe mir mal die Mühe, Ihnen auf alle Ihre Einwände zu antworten: zu 1. ... Doch danken Sie dann die "Kinderlosen", dass Sie (höhere) Steuern für Kitas, Kindergärten, Schulen, Unis zahlen, Kindergeld und Elterngeld? Dass diese "Kinderlosen" also fremde Kinder finanzieren? Und die "Kindermacher" werden dann so frech und gönnen den "Kinderlosen" die Rente nicht. Das ist schon unverschämt. ...
Sie haben als Kind auch die Leistung der Steuerzahler für Kindergarten, Schule, Uni, Steuerfreibetrag (bzw. Kindergeld) erhalten.

Sie waren damals auch ein fremdes Kind von einem "Kindermacher", welches von "Kinderlosen" und Eltern finanziert wurde.
Und als ehemaliges Kind werden Sie "so frech" und "gönnen" den heutigen Kindern nicht die gleiche Leistung.

Sie wollen nur Leistung bekommen und nicht als Ausgleich zurück geben. "Das ist schon unverschämt".

Übrigens zahlen Väter und Mütter genau soviel Steuern wie Kinderlose.

Auch Sie zahlen mit Ihren Beiträgen für kinderlose Rentner.
Wegen des Kindermangels kommt es noch schlimmer.

"Selbst wenn man berücksichtige,
dass Kinderlose mit ihren Steuerzahlungen auch Familienpolitik finanzierten,
verliere das Durchschnittskind im Laufe seines Lebens 50.500 Euro an kinderlose Rentner."

Zitat aus http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/bertelsmann-stiftung-kinderlose-belasten-die-rentenkasse-12755301.html

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tatsache2011 25.04.2016, 22:44
155. Klare Worte des Verfassungsgerichts

Zitat von Krittler
Ich gebe mir mal die Mühe, Ihnen auf alle Ihre Einwände zu antworten: ... Zu 2. Mein Einwand ist nicht falsch. Die Regierung wusste natürlich, dass große Teile empfänglich für dumme Propaganda sind. Denn anstatt eine höhere Pflegeversicheung von Staat und Kapital zu forden, ist es leichter Menschengruppen aufeinanderzuhetzen - hier "Kindermacher" und "Kinderlose". ...
Der höhere Pflegebeitrag für Kinderlose wurde vom Verfassungsgericht angeordnet.

Zitat
"Mit Einführung der sozialen Pflegeversicherung sei
die bereits bestehende Transferausbeutung von Familien noch vertieft worden, obwohl das Bundesverfassungsgericht in seinem Urteil vom 7. Juli 1992 dem Gesetzgeber aufgegeben habe, mit jedem Reformschritt die Familien in Deutschland finanziell zu entlasten.

Die zukünftigen Lasten der Pflegeversicherung könnten überhaupt nur dadurch gesichert werden, dass heute Eltern mit für sie erheblichen Kosten die kommende Generation der Beitragszahler erzögen.

Im Vergleich zu Kinderlosen gerieten sie wegen der Kindererziehung finanziell völlig ins Hintertreffen.

Das gegenwärtige Umlagesystem bedeute, dass Kinder nur jenen wirtschaftlich nützen würden, die selbst keine hätten."

Zitat aus https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2001/04/rs20010403_1bvr162994.html

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jamguy 26.04.2016, 00:42
156.

Zitat von menefregista
Der alte Schäuble wird immer seltsamer. Schon sein alter Kollege machte sich mit den wundersamsten forecasts zur Rente "ist sicher " verdächtig. Ja, die Deutschen sollen weniger verdienen, mehr Steuern zahlen, mehr Rentenversicherung inkl. für die Beamten-Kaste bezahlen, mehr Wochenstunden schieben, bis kurz vor dem ableben arbeiten und möglichst in Solidarität für den frühzeitigen Rentenbezugg in Süditalien und vor allem den Beamtenkollegen in Griechenland den Lebensabend möglichst angenehm gestalten. Und vor allem soll der Bürger "endlich mal die Klappe " halten und nicht "populistisch" AfD wählen ! Alte Garde der CDU gratuliert sich gegenseitig zur 20 % Erfolgsstory der letzten Jahre. https://www.cdu.de/artikel/cdu-gratuliert-norbert-bluem
da geb ich Dir recht die alten kader die keinen Weitblick hatten sollen sich am besten aus der heutigen und zukünftigen Politik heraushalten zumal Sie nie wirklich das Lob der Steuerzahler hatten.

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