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Altersarmut in Deutschland: Zwei Mittel gegen den Rentenkollaps
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Wer das Problem der Altersarmut lösen will, hat genau zwei Möglichkeiten: Rente mit 75 und mehr Zuwanderung. Beides unpopulär, beides nötig.

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luny 31.10.2016, 12:24
440. Zusammenhang?

Hallo Herr Müller,

entscheidend ist doch nicht, wie viele Arbeitnehmer einen Rentner
via Rentenversicherungsbeiträgen versorgen müssen, entscheidend
ist, WIE VIEL Geld in der Rentenkasse ist.

Nun heißt es, der Rentenversicherungsbeitrag müsse gar nicht
steigen, d. h. es ist GENUG Geld in der Rentenkasse.

Ich bin für einen Kassensturz. Alle versicherungsfremden Leistungen
gehören raus und via Steuern finanziert. Dadurch gäbe es erst die
nötige Transparenz, die offensichtlich momentan nicht gegeben ist.

Die gesetzliche Rentenkasse mit Steuergeldern zu subventionieren,
damit Leistungen erbracht werden können, die dort gar nichts zu
suchen haben, ist intransparent.

Der Zusammenhang weniger Arbeitnehmer = längere Lebensarbeits-
zeit (= reale Rentenkürzung) ist unredlich. Das gilt auch für den Ruf
nach mehr "Zuwanderung". Wenn dann müßte es "qualifizierte
Zuwanderung" heißen. Aber nicht einmal die ist notwendig, wenn
man einen Blick auf die Arbeitslosenstatistik wirft.

LUNY

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max-mustermann 31.10.2016, 12:33
441. Nebelkerzen

Behauptung 1: Die Produktivität steigt nicht mehr. Das ist natürlich falsch, würde die Produktivität nicht Jahr für Jahr steigen hätte die deutsch Industrie schon lange ihre Läden zumachen können. Was nicht mehr im gleichen Maße wie die Produktivität sowie die Gewinne der Firmen steigt sind die Löhne der Arbeiter und Angestellten !
Behauptung 2: Wir brauchen noch mehr Zuwanderung. Ebenfalls falsch wir haben jetzt schon ein Heer von Arbeitslosen das keine Jobs mehr bekommt (unqualifiziert, überqualifiziert oder zu alt, also Ü45) und das werden dank weiter fortschreitender Automatisierung und Digitalisierung in Zukunft noch mehr werden. Wozu wir da noch ein Haufen Zuwanderer brauchen (die wie zuletzt laut Arbeits- und Innenministerium keine entsprechende Schulbildung und/oder Berufsausbildung mit bringen oder gar zu 10% Analphabeten sind) erklärt die Autorin ebenfalls nicht.

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luny 31.10.2016, 12:38
442. Löhne und Gehälter

Zitat von Krittler
Mit immer weniger menschlicher Arbeitskraft wir ständig die Produktivität und somit immer höhere Gewinne erzielt. Gleichzeitig werden die Sozialkassen leerer, weil eben die Einzahler wegrationalisiert werden. Das ist doch der Irrsinn dabei. Deshalb muss das Sozialsystem mit den Gewinnen der Unternehmer finanziert werden. Denn nur sie sind die Gewinner der steigenden Produktivität, die Arbeiter dagegen nur die Verlierer, die in Altersarmut enden.
Hallo Krittler,

die Unternehmer könnten auch die Arbeitnehmer durch steigende
Löhne und Gehälter am Gewinn beteiligen, wie das bereits viele
Mitforisten zum Ausdruck brachten.

Das geht natürlich nicht und grenzte an Sozialismus.

Wenn der Staat = Steuerzahler hingegen die Unternehmen
durch Aufstockung der Niedriglöhne der Arbeitnehmer
subventioniert, damit sie, also die Niedriglöhner, überhaupt über
die Runden kommen, fällt das unter "Wohlfahrt".

Dadurch wird natürlich auch der Unternehmensgewinn sub-
ventioniert. Bei anständigen Löhnen/Gehältern fiele der eventuell
gar nicht an! DAS muß man sich mal vorstellen!

Der wird natürlich auch brav versteuert, in Luxemburg oder einem
anderen den Unternehmern wohlgesonnenem Land. Oft geht der
Gewinn ja zwischen Deutschland und Luxemburg "verloren".

Wie genau das passiert, wurde noch nicht genau erforscht.

LUNY

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luny 31.10.2016, 12:47
443. Zahl

Zitat von Plasmabruzzler
Bei all der Diskussion sollte man nicht vergessen, dass ab 2030 das Rentenniveau nur noch 43 % beträgt und man über 30 Jahre über 2.500 EUR Brutto/Monat verdient haben muss, um über die Grundsicherung von 688 EUR zu kommen. Das erreicht man im öD als Angestellte(r) nur dann, wenn man entweder sehr früh eingruppiert wurde (und demzufolge eine hohe Stufe hat) oder studiert hat (gehobener bzw. höherer Dienst). Der Staat, die Länder und die Kommunen züchten damit im mittleren und bzw. einfachen Dienst ihre zukünftigen Grundsicherungsempfänger heran.
Hallo Plasmabruzzler,

Ihren Beitrag kann ich nur unterstreichen.

43% gesetzliche Rente vom durchschnittlichen NETTO kann sehr
wenig sein.

Wer den Empfehlungen der letzten Regierungen folgte und sich
privat absicherte, muß bedenken, daß die private Altersvorsorge
auf die Grundsicherung ANGERECHNET wird UND bei Nullzinsen
nichts mehr bringt. Die Einlagen bekommt man nur zurück, wenn
man ein biblisches Alter erreicht, also 100+.

Anderen Ländern wie der Schweiz oder den Niederlanden gelang
es durchaus, die "Rentenproblematik" zu lösen.

Aber in Deutschland muß das Rad natürlich neu erfunden werden
und Beinbrüche heilt man am besten mit einem Heftpflaster.

LUNY

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Patrik74 31.10.2016, 12:48
444. Nicht nötig

Zitat von luny
Ich bin für einen Kassensturz. Alle versicherungsfremden Leistungen gehören raus und via Steuern finanziert. Dadurch gäbe es erst die nötige Transparenz, die offensichtlich momentan nicht gegeben ist.
Die Transparenz ist doch da, und die sog. versicherungsfremden Leistungen werden de facto von Steuern finanziert, denn die steuerlichen Zuwendungen zu den Sozialkassen entsprechen im Wesentlichen den versicherungsfremden Leistungen.

Man macht sich lediglich ein vorhandenes Verteilungssystem zunutze anstatt eine Paralleladministration aufzubauen, die im Wesentlichen den selben Zweck erfüllt - das ist zur Abwechslung mal eine intelligente und effiziente Lösung. Warum sollte man das ändern?

Bundeszuschuss: ca. 65 Mrd.€ in 2015
Versicherungsfremde Leistungen: 63,3 Mrd.€

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pit66 31.10.2016, 12:51
445. Generationsvertrag

Zitat von Krittler
Der "Generationsvertrag" kann nicht funktionieren, wenn durch Rationalisierung ständig Arbeitsplätze wegfallen. Das hat also nichts mit "Demografie" zu tun oder den älter werdenden Rentnern. Mit immer weniger menschlicher Arbeitskraft wir ständig die Produktivität und somit immer höhere Gewinne erzielt. Gleichzeitig werden die Sozialkassen leerer, weil eben die Einzahler wegrationalisiert werden. Das ist doch der Irrsinn dabei. Deshalb muss das Sozialsystem mit den Gewinnen der Unternehmer finanziert werden. Denn nur sie sind die Gewinner der steigenden Produktivität, die Arbeiter dagegen nur die Verlierer, die in Altersarmut enden.
Auch mein Arbeitsplatz ist von Rationalisierung bedroht. Trotzdem ist die Beschäftigungsquote in D gar nicht mal so übel (im Vergleich zu unseren Nachbarn) Natürlich hat die Demografie mit den Problemen unseres jetzigen Rentensystem zu tun. Und da setzt meine Lösung an.

Das (zusätzliche) Problem der Rationalisierung werden Sie nie ohne eine Globale Lösung los. Und die wird es auf absehbare Zeit nicht geben.
Wenn Sie glauben, sie können die Unternehmer über deren Gewinne an der Finanzierung der Sozialsysteme zwingen, dann machen sie sich etwas vor. Wenn denen die Produktionskosten hier zu hoch werden, dann wandern die ab. Noch nie etwas von Globalisierung gehört?
Schade im übrigen, wenn Leute veruchen, die Lösung eines Problem schlechtzureden, indem sie auf weitere Probleme hinweisen, die ausserhalb des eigentlichen Kontext vorhanden sind.

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