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Altersvorsorge: Deutsche Rentner zahlen mehr Steuern
DPA

Der Fiskus bekommt immer größere Beträge von Rentnern. Allein 2015 betrug der Anstieg zehn Prozent. Das wird auch in Zukunft nicht anders - dafür werden Rentenbeiträge zunehmend von der Steuer befreit.

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frank.goossens 01.11.2019, 11:06
1. Jammern ist fehl am Platz, der Freibetrag muss aber erhöht werden

Mit der Überschrift ist schon alles gesagt. Der Pflicht, die Rente -keineswegs vollständig- versteuern zu müssen, stand zu den späteren Zeiten der Beitragszahlung die Möglichkeit des Abzugs der Beiträge von dem zu versteuernden Einkommen gegenüber. Wer als Rentner Steuern zahlen muss, ist nicht arm.

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m.d._b 01.11.2019, 11:15
2. Steuererklärung bis zum Tod

Ich stelle mir den 90 jährigen, dementen Rentner vor der jedes Jahr die Steuererklärung vergisst oder den Rentner welcher aus sonstiges Gründen im Pflegeheim auf sein ableben wartet und die Steuererklärung ebenfalls nicht abgibt. Wie wird das Finanzamt reagieren? Sozial oder mit aller Härte?

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charlie95 01.11.2019, 11:24
3. Nicht arm ?

Der Eigenbeitrag zum Pflegeheimplatz beträgt mittlerweile ca. 1500 €
Sie können also mit dem steuerlichen Freibetrag als Rentner nicht einmal Ihren Pflegeheimplatz finanzieren.
Ich finde, der Freibetrag müsste mindestens so hoch sein wie der Zuzahlungsbetrag zum Pflegeheim.

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hersp58 01.11.2019, 11:26
4. ein völlig normaler Vorgang

Der Staat war damals (2005) höchstrichterlich verpflichtet das Ungleichgewicht zwischen der Besteuerung der Renten und Pensionen abzustellen. Statt aber die Pensionen zu entlasten wurden die Renten belastet und eine lange Übergangsfrist eingeführt. Es werden jeweils nur die Rentenerhöhungen normal besteuert, nicht aber die Altrenten bis 2005. Deshalb wird sich die Steuer insgesamt tendenziell immer weiter erhöhen, solange es (noch) Rentenerhöhungen gibt.

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muunoy 01.11.2019, 11:30
5. Doppelbesteuerung

Hoffentlich ziehen da bald ein paar Rentner vors BVerfG. Da Rentenbeiträge der jetzigen Rentner fast komplett einer Besteuerung unterlagen, kommt es in der langen Übergangszeit zu Doppelbesteuerungen, die andere bereits konkret nachgewiesen haben.

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tinnytim 01.11.2019, 11:31
6. Spätere Besteuerung definitiv die bessere Alternative

Bevor jetzt wieder irritierte Rentner, oder jene die auf der Schwelle zum Rentenalter stehen, hier wutrot irgendwelche Bauchgefühle in die Tastatur hacken:
Was ist so schlimm daran, dass Einkommen genau dann versteuert wird, wenn man es erhält. Die Rentenbeiträge werden seit 2005 explizit aus dem zu versteuernden Einkommen ausgenommen, während dieser Anteil, der dann im Rentenalter ausgezahlt wird, auch dann entsprechend versteuert wird. Das kann man schon per se schlecht in irgendeiner Weise ungerecht finden.
Aber es kommt noch etwas hinzu: Es gibt auch im Rentenalter einen Steuerfreibetrag, der nicht nennenswert tiefer liegt, als für Erwerbstätige. Wenn die Rentenbeiträge also schon zur Zeit der Erwerbstätigkeit steuerpflichtig wären, würde man mit jedem Euro zusätzlich automatisch in höhere Besteuerungskategorien vordringen, während das zu versteuernde Einkommen bei einer Besteuerung im Rentenalter erst wieder ab 10.000 Euro (bitte nicht drauf festnageln, kann mehr oder weniger sein) im Jahr beginnt.

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dannliesdochmalwas 01.11.2019, 11:38
7. Peanuts

Die allmählich steigende Belastung durch die Einkommensteuer dürfte denjenigen Rentnern, die durch den rückwirkenden Vertragsbruch bei der Direktversicherung betroffen sind, nur ein gequältes Lächeln entlocken. Ihnen werden mal eben ca. 18% der zugesagten und in den 1990er Jahren heftig empfohlenen privaten Zusatzversorgung entzogen und an die ach so notleidenden Krankenkassen abgeführt. Nein, ich selbst bin kaum betroffen. Aber ich kenne einige, deren Finanzplanung für das Alter dadurch zur Makulatur wurde.

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siebke 01.11.2019, 11:39
8. nicht gerecht!

Habe die Tage einen Bericht im Fernsehen gesehen, wie unterschiedlich die Rentenauszahlung in Europa ist,
dass finde ich nicht faire.
92 % Italien, 80 % Spanien..51% Deutschland .

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Benjowi 01.11.2019, 11:42
9.

Zitat von frank.goossens
Mit der Überschrift ist schon alles gesagt. Der Pflicht, die Rente -keineswegs vollständig- versteuern zu müssen, stand zu den späteren Zeiten der Beitragszahlung die Möglichkeit des Abzugs der Beiträge von dem zu versteuernden Einkommen gegenüber. Wer als Rentner Steuern zahlen muss, ist nicht arm.
Das Dumme ist nur, dass Absetzbarkeit eines Teils der Rentenbeiträge über die Zeit und die Besteuerung ebenfalls eines Teils der Renten nicht im Gleichgewicht war und ist. Im Klartext: Es werden jetzt und in Zukunft Rentenanteile besteuert, die aus bereits versteuerten Einkommen geleistet wurden, also letztlich ergibt sich eine teilweise Doppelbesteuerung. Alles sehr trickreich zu Gunsten des Staats gefingert.

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