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Altersvorsorge: Finanzminister Scholz will Rentenbeiträge und Steuern erhöhen
DPA

Finanzminister Scholz will das Rentenniveau nach 2025 stabil halten. Doch dafür muss der SPD-Politiker etliche Milliarden Euro auftreiben. Nach SPIEGEL-Informationen wird im Ministerium bereits über Steuererhöhungen nachgedacht.

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interessierter Laie 24.08.2018, 16:48
100. @AfterAll

Sie reden von jetzt, es geht aber um 2040. Eine kleine Schreckensvision: Die Rente und das Eintrittshalter werden ebenso wie die Leistung in Pflege und Gesundheit gesetzlich auf das heutige Niveau festgeschrieben oder sogar ausgeweitet. Auf Druck besorgter Bürger wird Zuwanderung auf ein Minimum reduziert. Das Ergebnis: Der Normalbürger zahlt 2040 29 Prozent seines Einkommens für die Rente, 20 Prozent für Gesundheit und 10 Prozent für die Pflegeversicherung. Gleichzeitig hat sich bis dahin die Beschäftigtenzahl um ein Drittel reduziert. (rd. 30 Mio.). Davon arbeitet ein Drittel selbst im Pflege- und Gesundheitsbereich. Die Löhne mussten dazu massiv angehoben werden, finanziert durch eine Erhöhung der Mehrwertsteuer auf 25 Prozent. Sonstige Steuern sind gleich geblieben. Die Privatwirtschaft findet kaum Arbeitskräfte, sie schrumpft zwangsläufig. Und der durchschnittliche Arbeitnehmer muss mit der Hälfte seines Einkommens klar kommen, wobei erst auf jedes normal erworbene Produkt ein Viertel mehr bezahlt. Spätestens dann wird der Staat eine Totalüberwachung der Bürger etablieren müssen, denn Hinterziehung und Schwarzarbeit werden ungeahnte Ausmaße annehmen. Und jeder Versuch, einen fairen Ausgleich zwischen jung und alt durchzusetzen, wird an der alten Mehrheit scheitern. Altenheime werden die Straßen säumen. Schulen und Kindergärten - ja selbst Unis können dicht machen. Zu guter Letzt wird man eine Mauer bauen, weil wer es noch kann, dieser Gesellschaft den Rücken kehrt.

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kuddel-muddel 24.08.2018, 16:50
101. Der kategorische Imperativ klappt nur, wenn alle mitmachen.

Mit Anfang 30, als Akademiker viel Geld in Bildung gesteckt beginnt man bereits darüber nachzudenken, wie man aus dem Stall der Sozialsystem-Melkkühe entkommt:

Ich werde, um nicht mehr gemolken zu werden...
- mich bald selbständig machen und (wie es sein sollte) nur noch für mich und meine Familie vorsorgen
- mein Geld in Aktien anlegen (25 % Steuern statt 45 %)
- nur ein Kind bekommen, das jedoch die beste Bildung erhält um dem System ebenfalls entfliehen zu können und damit ganz nebenbei der Überbevölkerung der Welt etwas entgegen setzen.

Ist man mit etwas Talent und Verstand gesegnet sollte man nunmal eines bedenken:
Wenn man sich für eine Seite entscheiden kann, sollte man die vielversprechendste wählen. Das ist simpler Darwinismus.

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dirk_row 24.08.2018, 16:50
102. Steuererhöhungen

Die hohen Sozialabgaben tragen maßgeblich dazu bei, dass den Beschäftigten in Deutschland so wenig Netto vom Brutto bleibt. Bei einem Durchschnittsverdiener beansprucht der Staat knapp die Hälfte des Lohns für sich. Das ist – nach Belgien – Weltspitze. Gerade bei kleinen und mittleren Einkommen machen dabei die Sozialabgaben den Löwenanteil der Belastung aus. „Die Finanzierung des deutschen Sozialstaats kostet inzwischen mehr als eine Billion Euro im Jahr“ Damit werde hierzulande fast 30 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für Soziales aufgewandt, deutlich mehr als in den meisten anderen Industrieländern. „Deutschland hat rund ein Prozent der Weltbevölkerung, gewährt aber rund acht Prozent aller weltweit gezahlten Sozialleistungen“. Trotz der stark gesunkenen Arbeitslosigkeit und Rekordbeschäftigung steigt die Sozialleistungsquote immer weiter. Der Grund: die teure Sozialpolitik der GroKo. „Allein in der abgelaufenen Legislaturperiode (2013 bis 2017) haben die jährlichen Sozialausgaben um 142,1 Milliarden Euro beziehungsweise mehr als ein Sechstel (17,3 Prozent) zugenommen“
Dass die Sozialabgaben schon heute bei fast 40 Prozent des Lohns liegen, lässt für die Zukunft Böses ahnen. Denn derzeit ist die demografische Lage für den Wohlfahrtsstaat so günstig wie nie zuvor. Noch sind die geburtenstärksten Jahrgänge nicht in Rente, sondern zahlen kräftig in die Sozialkassen ein. Gleichzeitig sind viel weniger Kinder zu finanzieren, als dies in früheren Zeiten der Fall war. Doch schon in wenigen Jahren verschlechtern sich die Rahmenbedingungen für die sozialen Sicherungssysteme gravierend. Wenn die Babyboomer in Ruhestand sind, stehen immer weniger Finanziers immer mehr Leistungsempfängern gegenüber. Die Beitragszahler müssen sich auf deutlich steigende Lasten einstellen. Bis 2030 wird ein Anstieg der Sozialabgaben von derzeit 39,95 auf dann 44,8 Prozent erwartet. Zehn Jahre später werden es dann knapp 49 Prozent sein. Noch weit pessimistischer schätzt der wirtschaftliche Beirat des Bundeswirtschaftsministeriums die Entwicklung ein. Die Regierungsberater erwarten für 2040 einen Beitragssatz von 54 Prozent, wobei am stärksten der Anstieg in der gesetzlichen Krankenversicherung von derzeit 15,7 auf dann 24,5 Prozent zu Buche schlägt.

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kajosch55 24.08.2018, 16:50
103. 2025 wird man die SPD

nur noch in den Geschichtsbüchern finden. Auch ohne diese komplett asozialen Pläne haben die ehemaligen Sozialisten fertig. Bei den normalen Menschen gibt es keinen Blumentopf mehr zu gewinnen. Und dem Kapital in den zu Hintern kriechen, wie Scholz und Co. das jetzt so akkurat machen, bringt nur noch die ein oder andere Parteispende und als einzig wichtiges Ergebniss vielleicht einen guten Job wenn die Politshow gelaufen ist.

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undog 24.08.2018, 16:50
104. ".... erst viel später Ansprüche haben."

Zitat von Das Pferd
Daß neue Beitragszahler auch Ansprüche erwerben, fällt in der Argumentation gerne mal flach. Und alle die Gruppen haben ein ähnliches Altersprofil wie sozialvericherungspflichtige AN und daraus resultierende Rentner. Der Entlastungseffekt wäre Null. Oder halt kurzfristig, wenn neue Beitragszahler erst viel später Ansprüche haben.
Damit beantworten Sie Ihre Frage selbst: Die späteren Anspruchsteller sind heute die unwichtigeren Wähler als die aktuellen Rentner. Die Umverteilung lenkt davon ab, dass die Rentner ihre Ansprüche einschl. Erhöhungen gefälligst an die Beitragszahler addressieren sollten. Hier liegt die Trennlinie, welche die Politiker kaschieren wollen mit dem Verdummungsversuch: " Beide nicht gegeneinander ausspielen."

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donatellab 24.08.2018, 16:52
105. Typisch SPD

Sie konnte noch nie mit Geld. Bund, Länder und Gemeinden haben im 1. Halbjahr massive Einnahmen zu verzeichnen. So hoch wie nie in der Geschichte. Und die Sozen wollen der arbeitenden Bevölkerung noch tiefer in die Tasche greifen.

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SigismundRuestig 24.08.2018, 16:53
106. Auch Scholz ist kein Adenauer!

Nach wie vor wird bei den Rentendiskussionen nicht nachhaltig auf die eigentlichen Herausforderungen eingegangen: nur eingeschränkt auf das Demografieproblem und die vermehrt drohende Altersarmut (= erbärmliches, im Lauf der Jahre abgesenktes Rentenniveau!), noch auf alle möglichen Lösungen zur Finanzierung, insbesondere darauf, auch die Produktionsfaktoren Boden und Kapital beitragspflichtig zu machen! Auch der sogenannte „Rentenexperte“ Raffelhüschen, u.a. auch bekannt als Lobbyist der Versicherungswirtschaft, unterschlägt diese, in der jetzigen Situation, einzig sinnvolle Finanzierungs-Option. Stattdessen wird weiter die Renten-Lüge verbreitet, eine höhere Rente würde zwangsläufig zu höheren Rentenbeiträgen und zu einer höheren Belastung des Bundeshaushaltes führen. Garniert wird das Ganze dann noch mit der einseitigen Bemerkung, dass der Bundeshaushalt heute schon zig Milliarden Euro der Rentenversicherung zuschießt, ohne andererseits die ebenfalls zig Milliarden rentenfremden Leistungen dagegen zu halten, die heute zu Unrecht aus der Rentenkasse finanziert werden.
Es wird daher immer wieder nur im bestehenden Rentensystem an der bestehenden Rentenformel - mal zulasten der Rentner, mal zulasten der Arbeitnehmer - herumgefummelt, anstelle einmal die Rentenformel kreativ weiterzuentwickeln. Insofern ist das alles nur Stückwerk! Auch die derzeit eingesetzte Rentenkommission lässt nicht erkennen, dass sie diese Kreativität an den Tag legen würde!
Außergewöhnliche Zeiten erfordern außergewöhnliche Maßnahmen! So wie z.B. 1957, als Adenauer eine umfassende Rentenreform im Sinne eines Paradigmenwechsels durchsetzte. Heute ist es wieder soweit!
Macht die Rente endlich im Sinne eines Gesamtkonzepts "wetterfest", insbesondere auch vor dem Hintergrund des demografischen Wandels! In diesem Sinne ist der von Finanzminister Scholz ins Spiel gebrachte Termin 2040 überfällig!
Tatsächlich handelte es sich bei den bisherigen Maßnahmen der GroKos (Mütterrente, Rente mit 63, Ost-West-Angleichung etc.) allerdings lediglich um kleinere Korrekturen im Sinne der Rentengerechtigkeit.
Angesagt wäre längerfristig, mehr beitragspflichtige Arbeitnehmer auch durch eine intelligente Zuwanderungspolitik zu gewinnen, das Renteneintrittsalter moderat und flexibel zu verschieben, und die Familienpolitik im Sinne einer kinderfreundlichen Politik wieder vom Kopf auf die Füße stellen.
Kurzfristig wäre ein erster konkreter, sofort wirksamer Schritt in ein langfristiges Gesamtkonzept die Steuerfinanzierung rentenfremder Belastungen und damit die Korrektur dieses Rentenbetrugs. Auch ein flexibler Renteneintritt wäre kurzfristig möglich und sinnvoll. Und last but not least, auch die Produktionsfaktoren Boden und Kapital, d.h. die Wohlhabenderen, müssen endlich in die Finanzierung mit einbezogen werden! Das wäre zwar kurzfristig möglich, kann man aber nicht mit Merkel und ihrer, den Reichen und Mächtigen zugetanen, Union erreichen. Merkel und ihre Union würden stattdessen eine kräftige Mehrwertsteuererhöhung vorziehen, wie schon durch ihnen gewogene Institute vorgeschlagen wird!
Also, ihr Rentner und Beitragszahler: SPD und oder LINKE wählen!

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isar56 24.08.2018, 16:54
107. Ging flotter

als ich dachte. Na denn, lassen wir uns wieder unter dem Deckmäntelchen Rente gegeneinander ausspielen: alt gegen jung und umgekehrt, dann kommen Eltern daher und rufen, wer keine Kinder hat bekommt keine Rente......
Dass es keinen Grund gibt Angestellte mit 48% und weniger abzuspeisen, während Beamte mit 71% in den Ruhestand gehen, dass ausnahmslos alle einzahlen müssen ist wohl ausgeschlossen. Das geht nicht. Und dass die Rentenkasse Jahrzehntelang geplündert und zweckentfremdet wurde lassen wir mal außen vor.
Allmählich überkommt mich der Eindruck, Politrick versucht ihre Grenzen auszuloten. Ich habe mehr als 50% Abgaben. Mehr mach ich nicht mehr mit. Es gibt legale Wege, sich zur Wehr zu setzen.

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soldev 24.08.2018, 16:54
108.

Zitat von muellerthomas
Das demographische Problem löst man aber nicht über private Vorsorge.
Wo schrieb ich was von privater Vorsorge zur Rentensicherung? Ich schrieb was zu privatem Engagement zur Aufstockung der Einheitsrente - das hat nichts mit demographischen Problemen zu tun.

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Meconopsis 24.08.2018, 16:55
109. Wer zu spät kommt, den bestraft der Bürger

Wenn sich die SPD frühzeitig eindeutig und glaubwürdig für staatliche Rente und Sozialsystem eingesetzt hätte, dann würde die Partei jetzt besser dastehen. Stattdessen gab es Riester-Rente, Hartz-IV und Leiharbeit. Und dass Beamte nicht ans allgemeine Rentensystem angeschlossen sind, das ist weit weg von jeder Vernunft, quasi ein Geburtsfehler der neuen Bundesrepublik. Man hatte Jahrzehnte Zeit das zu korrigieren. Nun ist es zu spät, man kann nicht mehr gegensteuern, denn der Tanker hat eine Richtung genommen, die sich nicht mehr ändern lässt. Der Kapitalismus und damit auch unser Wohlstand stösst immer mehr an seine natürlichen Schranken, die Instabilitäten nehmen weltweit von Monat zu Monat zu. Die Wohlstandsinsel Deutschland wird ganz besonders von diesen Zerfalls- und Abstiegsprozessen betroffen sein. Schon in ein paar Jahren wird kein Politiker mehr über die Beibehaltung des Rentenniveaus reden, denn dann stehen wir vor ganz anderen, großen, existenziellen Problemen. Politiker wie Scholz oder Merkel haben davon wenig verstanden. Mit dieser neuen Linie versetzt sich die SPD wohl den Todesstoß. Auch was die Themen Asyl und Einwanderung betrifft, sitzt die SPD auf einem untergehenden Dampfer.

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