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Altersvorsorge: Sparer legen jeden fünften Riester-Vertrag auf Eis
Stephan Scheuer/ DPA

Die staatlich geförderte Privatvorsorge bleibt ein Flop. Nach SPIEGEL-Informationen zahlen viele Anleger keine Beiträge mehr ein.

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steppenwolf81 02.08.2019, 18:21
20. Geschenke an die Drückerkolonnen der Versicherung

Ich stecke nicht einmal in einem prekären Beschäftigungsverhältnis, weiß dennoch, dass die gesetzliche Rente nach heutiger Prognose nicht zum Leben reichen wird. Spare ich zusätzlich, wird auch das knapp. Denn jedes zusätzliche Einkommen zieht Vater Staat wieder von ggf nötigen Transfer- oder sonstigen Hilfsleistungen ab. Riester gehört dazu, weil kündbar und somit verwertbares Vermögen. Somit spare ich dem Staat in die Tasche. Dass Bürger überhaupt vermehrt auf Transferleistung angewiesen sein werden, liegt am Absinken des Rentenniveaus und am unwürdig niedrigen Schonvermögen im Alter, das nicht einmal für die eigene Beerdigung reicht. Doch kein Problem für unsere Regierung, schließlich gäbe es ja die Möglichkeit der Privatvorsorge... Prinzip verstanden? Ja, dieser Treppenwitz, oder nennen Sie es polemisch "Verarsche" ist real. So zieht man den Bürgern das Geld aus der Tasche und verknappt das Solidarsystem. Weil jede Kompetenz fehlt und unangestrengt bleibt, die Rentenversicherung zu reformieren. Der Geldschwund des Bürgers wird an die Versicherungskaste transferiert. Ein schönes Geschenk an diese, mit freundlichen Grüßen, Ihre SPD. Jeder Riester/Rürup oder sonstwas für ein Vertrag hält den Schmuh am Leben. Das effektivste System gab es schon längst: die solidarische Rentenversicherung, wenngleich ausbaufähig. Man hätte auch dort eine staatliche Zusatzrente einbringen können. Ähnlich hatte es ein mittlerweile vergangener deutscher Staat bereits getan.

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Bucketwhale 02.08.2019, 19:20
21. Beitragsbemessungsgrenze

Ich lese hier immer wieder, dass die Beitragsbemessungsgrenze weg muss, damit die, die mehr als diese Grenze verdienen, dann richtig zur Kasse gebeten werden. Das ist natürlich Blödsinn, weil ich bekomme auch nur Leistungen (Rente, Arbeitslosengeld und Krankengeld), die von der Grenze berechnet werden. Das heißt, wenn ich Beiträge von meinem tatsächlichen Bruttogehalt leisten muss, dann bekomme ich auch eine höhere Rente, Arbeitslosengeld und Krankengeld.
Ich würde übrigens gerne meine Beiträge prozentual vom meinem tatsächlichen Bruttogehalt zahlen, umso höher würde meine Rente ausfallen.

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Taklamakan52 02.08.2019, 19:21
22. Dieser ganze 'Rentenquatsch' ist Betrug

den es wird eigentlich niemals darauf hingewiesen, das bei der Auszahlung, egal welcher Rente, IMMER noch 15% Krankenversicherungsbeiträge bezahlt werden MÜSSEN !! Da sind die meisten Guthaben weg, futsch, hohle Luft - wie die Politdarsteller, die diesen Unfug auch noch propagieren und als solides Fundament der Alterssicherung verkaufen. So war es immer - Fridays for Future macht ein wenig Hoffnung, das sich was ändern könnte....., aber die Hoffnung hatten die 68er auch schon. Das Ergebnis: Gerhard Schröder :-((((

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tompike 02.08.2019, 19:24
23. Private Altersvorsorge = Betrug am Bürger

Habe jetzt meinen Rentenbescheid erhalten und muss trotz kleiner Rente gut 700 Euro i. Jahr blechen und muss alle 3 Monate Einkommenssteuer vorauszahlen. D. h. meine kleine Riester-Altersvorsorge geht zu 70 % zurück ans Finanzamt bzw. meine mickrige Betriebspension von knapp netto 48 Euro/ Monat für 20 Jahre rackern bei Thyssen geht zurück ans Finanzamt (dahinter steckt auch § 622 S,GB V und andere §§ Krankenkassenbeitrag auf die Betriebsrente.
Ich rate allen zukünftigen Rentnern das übrig belibende versteuerte Geld in Sparstümpfe zu stecken statt in Schein-Sparfonds. Sparstrümpfe + 0 % Zinsen können nicht besteuert!!! werden und man hat was fürs Alter. Alle anderen Modelle fließen zurück an den Staat.

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Tom77 02.08.2019, 19:31
24. Riestern ist Bevormundung

Das Grundproblem der Riesterrente ist, dass sie einen darin bevormundet, wie man sein Geld im Alter nutzt. Klar, auf der einen Seite gibt es Zuschüsse. Aber auf der anderen Seite ist die Riesterrente aber eben als Rente gedacht. Die Zulagen und steuerlichen Vergünstigen erhalte ich nur dann, wenn ich mir die Beiträge in der Auszahlungsphase als Rente auszahlen lasse oder nur einen Teil direkt abziehe oder für das Eigenheim nutze. Will ich später einmal das gesamte Vermögen auf einmal bar haben, dann kann ich alle Zulagen und steuerlichen Vergünstigen zurückzahlen und was dann übrig bleibt ist die super miese Verzinsung des Riestervertrags, dasTagesgeldniveau hat. Wenn ich also im Alter krank werde und gerne mein ganzes Geld auf einmal haben will, um eine Weltreise zu machen, habe ich quasi nichts von meiner Geldanlage gehabt und hätte sie auch aufs Tagesgeldkonto überweisen können. Eine Investion in ETFs, Anleihen, Aktien etc. ist wesentlich sinnvoller. Damit bekommt man mehr Rendite über all die Jahre und kann JEDERZEIT frei entscheiden, was mit dem eigenen Geld passiert oder das Portfolio umschichten (anfangs risikoreich, später risikoarm). Man kann das Geld jederzeit abziehen und nutzen für was auch immer. Riester lohnt sich nur für die Versicherungsunternehmen, die sich gleich zu Beginn einen großen Teil des Kuchens abschneiden. Oder für Leute, die 90+ Jahre alt werden - wer wird das aber heute schon? Vor allem von den Arbeitern und Geringverdienern, für die Riester eigentlich primär gedacht war?

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tompike 02.08.2019, 19:53
25.

Zitat von thoms1957
Gibt es schon und ist seit Jahrzehnten bewährt: Die gesetzliche RV. Ermöglichte der Gesetzgeber freiwillige Einzahlungen in selbige, würde der gesamte Quatsch mit der " zusätzlichen privaten Vorsorge" entfallen". Und das ist auch der Grund, weshalb die Schröder Regierung das auch nicht wollte - es kann sich die private Versicherungswirtschaft dann nicht die Taschen vollstopfen. Und die FDP will das schon mal gar nicht, ließe sich auch nicht mit dem neoliberalen Weltbild vereinbaren. Das FDP Modell sieht sicher auch Steuergelder vor, sonst merkte auch der letzte potentielle Kunde, dass er am Ende draufzahlt. Versicherte wären mit dem freiwilligen Einzahlungsmodell in die GRV besser dran: Keine Vertragsprovisionen und keine Verwaltungsgebühren. Eventulle Erbschaften könnte man ebenfalls dort anlegen. Und alle 4 Jahre kann der Wähler entscheiden, ob das Modell funktioniert. Dazu gehört aber auch, dass endlich alle Einkommensarten versicherungspflichtig werden und dass jeder dort einzahlen muss. Und wem das alles nicht reicht, der kann ja jederzeit zusätzlich "privat vorsorgen". Ich tue das, indem ich bis zur Rente mein Haus abgezahlt habe - wenn alles gut geht.
Richtig, wenn man das Geld auf einmal haben will geht es nicht. Im Mai d. Jahre wurde meinem Verwandten nach Blutuntersuchung (Diabetiker) Krebs angesagt und dass er höchstens ein Woche noch zu leben hat. Bei Riester wäre alles Futsch.

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maxmotzer 02.08.2019, 20:14
26. Kaufkraftverluste

Private Vorsorge ist aufgrund der derzeitigen Zinspolitik kaum noch zu empfehlen. Auch Riesterrenten refinanzieren sich am Markt und sind deshalb von diesem abhängig. Zudem müssen sie voll versteuert werden, wodurch sich das angesparte Kapital ganz erheblich reduziert. Von dem was letztlich übrigbleibt kann man auch kein besseres Leben finanzieren.
Fazit: Alle, die ihr Leben lang für ihr Alter angespart haben, werden, da sie vermögend (!!!) sind steuerlich belastet und das angesparte Kapital sinkt durch die niedrigzinsbedingten Kaufkraftverluste.

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Thomas Magnum 02.08.2019, 20:28
27.

Zitat von olli0816
Im Grunde ist der beste Weg, sich einen Welt-ETF auf Aktien eines sehr großen Anbieters auszusuchen und den jeden Monat regelmäßig zu besparen, was die eigenen Möglichkeiten bieten. Selbst wenn es nur 20 oder 50 EURO sind, auf das Konto einer großen Onlinebank mit Depot überweisen und sparen. Wenn man das 40 Jahre macht, hat man die Rentenlücke mehr als geschlossen. Keine Riesterverträge und auch keine betriebliche Altersvorsorge, außer der AG zahlt den allergrößten Teil. Mehr gibt es nicht zu sagen. Keine Neo-Marktwirtschaft ist schuld, sondern derjenige, der sich nicht informiert und für nicht für finanzielle Bildung sorgt. Und ja, auch mit sehr kleinen Beträgen ist über Jahrzehnte viel möglich.
Ohne Spekulation werden daraus gerade mal 24,000 Euro (wenn so viel nach Abzug der Inflation) und mit können daraus auch mal schnell 0 Euro werden, wie gerade jede Menge Kleinanleger erfahren müssen.

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chrisotm 02.08.2019, 20:46
28. @Abel Frühstück

Das ist kein Geheimnis und auch relativ schnell zu finden.
Es gibt nicht sooo viele gute Fondssparpläne. Finanztest 10/2017 ist etwas schwierig zu lesen, da die Kategorie vom Anbieter übernommen wurde. Daher hilft nur ein Abgleich mit finanztip.de zu Riester Fondsparplänen. Ich empfehle den Vertrag mit der maximalen Punktzahl bei Transparenz. Zur Punktzahl bei der Aktienquote siehe Fußnote 2. Kostenquote ist in Summe 1%p.a. - der ETF Roboadivser kostet genausoviel.

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spmc-12355639674612 02.08.2019, 20:49
29. Ich hatte

mit meiner Frau zusammen mehrere Riesterverträge. Wir haben uns das eine Weile angeschaut, gesehen, dass die Provisionen und Gebühren Abzocke waren, im Jahr 2015 die Verträge aufgelöst (gegen Rückzahlung der Zuschüsse, aber egal) und das Geld in Immobilien angelegt. War keine schlechte Idee ...

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