Forum: Wirtschaft
Amazon, Zalando und Co.: Die Retourenrepublik
Julian Stratenschulte / DPA

Die Grünen wollen Onlinehändlern verbieten, Retouren zu vernichten. Doch wie groß ist das Problem überhaupt? Der Überblick in Grafiken.

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Kapustka 12.06.2019, 17:11
1. Grüne = Verbote

Als wenn Amazon völlig unsinniger Weise wertvolle Waren schreddern würde. Im Eigeninteresse wird das vermieden. Manchmal ist es einfach nicht sinnvoll, weil die Ware nix mehr wert ist.

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Newspeak 12.06.2019, 17:15
2. ...

Funktionierende, einwandfreie Produkte zu vernichten, gehoert einfach verboten. Bei Kleidung und Schuhen liegt es aber daran, dass es keine wirklich genormten Groessen gibt. Dieselbe Groesse von einem oder anderen Haendler bezogen passt einmal und einmal nicht. Schliesslich ergibt sich oft genug auch ein anderes Bild von der Qualitaet eines Produktes, wenn man es zuhause unter Realbedingungen anschaut, statt unter perfekt inszenierten Marketingbedingungen. Beim Big Mac toleriert man den Unterschied, aber bei Kleidern eben nicht. Auch da muesste sich die Industrie veraendern.

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kayakclc 12.06.2019, 17:20
3. Was für eine Frage

Wenn die Politik sich mit solchem Klein-Klein der Online Händer beschäftigt, dann scheinen wir in einer gesättigten Republik zu leben, wo alle Grundsatzfragen gelößt sind. Rot/Grün sind auf der Suche nach noch Problem, die gar nicht da wären, wenn man die Frage richtig stellten würde.

Sommerloch, bin ich schon da? Wenn gierige Kapitalistenfirmen, die den Profit maximieren, Ware wegschmeisen, dann muss es da tiefere Gründe, wie hohe Lohnkosten, Gesetzslage etc geben. Freiwillig machen die das nicht! Auch die CO2 Diskussion ist zu kurz gegriffen. Der Vergleich muss der Umtausch im Einzelhandel sein, aber auch der Individualverkehr, wenn ich 3-4 mal zu einem Händer fahre, und ich nicht das richtige Angebot finde. Bei online Bestellungen fährt nur das Produkt (Fahrer und Transportergewicht werden auf viele Pakete umgelegt), in der analogen Welt muss der Mensch auch bewegt werden! Das kosten viel, viel CO2 egal ob Auto, Fahrrad oder OPNV und ist in der Analyse oben gar nicht eingegangen.

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territrades 12.06.2019, 17:21
4. Dann ist ja halb so wild.

Ein sechstel der Pakete geht Retour, und davon werden 4% vernichtet - das sind also effektiv weniger als ein Prozent aller Warensendungen. Da wird es wohl mehr Transportschäden geben als vernichtete Retouren. Zieht man jetzt noch den Anteil an Retouren ab die aus hygienischen Gründen vernichtet werden müssen und den an Produkten die schlicht irreparabel kaputt sind, dann fällt die Vernichtungsquote vermutlich unter die Promillemarke. Die Grünen haben ich mal wieder auf ein absolutes Randproblem eingeschossen und übersehen dabei die wesentlichen Faktoren.

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oliver_st 12.06.2019, 17:23
5. Erfahrungsschilderung

Ich arbeite in der Textilbranche viel mit Lehrlingen zusammen. In Gesprächen zeigten die Lehrlinge keinerlei Skrupel, auch bereits kurz getragene Kleidungsstücke und Schuhe zurückzusenden. "Wenn die die kostenlose Rücksendung anbieten habe ich kein schlechtes Gewissen". Tatsache, bei fast allen! Auch eine Art "Bestellparty" gibt es: man bestellt sich alle möglichen Produkte, am besten noch mit der Freundin, und probiert sie dann durch, behalten wird oft gar nichts, man hat ja einen schönen Abend zusammen gehabt.
Lösung:
zahlt den Zustellern angemessene Löhne (Ende von Versandkostenfrei) und beendet die kostenlose Rücksendung!
Die Folge wäre bewussteres, gezielteres bestellen und viel weniger Retouren......und am Ende hat der Einzelhandel einen Nachteil weniger!

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muenchen84 12.06.2019, 17:24
6. Dringend ein Verbot

Ohne Verbot geht es nicht, diese absolut verachtenswerte Praxis der Händler zu unterbinden. Und alle, die dieses Verbot torpedieren, wie der MbD Nüsslein, der, wenn er generell gegen Verbote ist, wie er tut, auch die StVo abschaffen kann, dann ist das mindestens genauso verwerflich, wie die Praxis selbst.

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MatthiasPetersbach 12.06.2019, 17:24
7. nu ja

..es sind ja nicht nur die Retouren, die die Umwelt belasten. Es sind auch die Artikel, die behalten werden. Das T-Shirt, was nach 3maligem Tragen in die Tonne wandert oder der ganze andere Sch**ß, den man bestellt, weil man es sich leisten kann, aber was man weder braucht noch was einen weiterbringt.

Wenn ich dran denke, daß ausgerechnet der Verkehr (der in gewisser Weise doch notwendig ist) immer den Buhmann angehängt kriegt, aber nicht, was wir so überflüssigerweise herstellen, benutzen, verbrauchen und/oder wegwerfen, krieg ich die Krise.

"Nice-to-haves" gehören einfach -abgaben- und gesetzmäßig- anders behandelt als Dinge, die existentiell wichtig sind. Der CO2-Abdruck der Fahrt der Krankenschwester zur Klinik ist eben was anderes als der von Netflix oder dem Internet - oder 80 % der Wohlstandswaren im Supermarkt.

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Hajojunge 12.06.2019, 17:25
8. Die Retoure ist Eigentum des Versenders

Er kann damit anstellen, was er will. Auch hier laufen grüne Enteignungsfantasien ins Leere. Wenn der Versender die Retouren in großem Stil billig verkauft, macht er ja seine eigenen Preise kaputt.
Am besten, man kauft wieder in den örtlichen Geschäften und kann die Haptik vor Ort beurteilen. Auch läuft man nicht Gefahr, daß die Ware am Tage geliefert wird und man abends zur Post rennen muß; auch der beliebte Benachrichtigungszettel "wir haben Sie leider nicht angetroffen", der im Briefkasten liegt, obwohl man zu Hause war, ärgert einen nicht länger.

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thomas1110 12.06.2019, 17:25
9. Und nun?

Wenn man der Bamberger Studie glauben darf, ist das Problem also in Wahrheit nicht den Händlern, sondern der Politik anzulasten. Ändert die Besteuerung der Spenden und alles was noch brauchbar aber nicht verkaufbar ist, wird gespendet oder ändert das Widerrufsrecht und erschwert damit die Retouren. Das würde möglicherweise zur Belebung unserer Innenstädte beitragen und das langsame Sterben des Einzelhandels abwenden. Mal wieder viel Wirbel um ein politisch hausgemachtes Problem. Aber so sieht die Politik der Grünen ja seit Jahren aus. Immer schön um die wichtigen Fragen herumlavieren.

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