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Angebot an Kleinunternehmer: Amazon verspricht Starthilfe für neue Lieferdienste
REUTERS

Der Internetkonzern Amazon will Engpässe bei der Paketzustellung durch unabhängige Lieferdienste schließen. Kleinunternehmer sollen mit Leasingfahrzeugen und Uniformen ausgestattet werden.

C-Burger 28.06.2018, 16:22
1. Klassische Scheinselbständigkeit

Das was Amazon da plant, ist klassische Scheinselbständigkeit, so wie es die Speditionen vorgemacht haben. Ich wette, die Verträge beinhalten auch Konventionalstrafen bei Krankheit usw. ... Die Unternehmer sind weisungsgebunden, tragen die Uniformen von Amazon - scheinselbständiger geht nicht!

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g1cs2009 28.06.2018, 17:13
2. Alles legal und DHL im Zugzwang

Es handelt sich hier nicht um eine Scheinselbstständigkeit. Da sind Sie einem Irrtum aufgesessen.
Vielmehr wird es wohl in die Richtung Franchise gehen, da hier Vorgaben im Außenauftritt gemacht werden. Die Person ist auch nicht nach dem alten Hermessystem als Einzelfahrer gemeint, wenn der Artikel gelesen wird, es ist der Aufbau eines Kleinunternehmen. Bis zu 40 Fahrzeuge wird keine Einzelperson bekommen und Amazon ist an Kapazitäten gelegen. Bei der Scheinselbstständigkeit arbeitet die Einzelperson nur für einen Auftraggeber! DHL ist mittlerweile unzuverlässiger als Hermes vor 10 Jahren und zu sehr auf die Dividenden fixiert weshalb das Unternehmen ohne Kursänderung sich selber zerlegt.

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mhuz 28.06.2018, 18:18
3.

So lange keine genaue Verträge mit dem Kleingedruckten vorliegt, sollte man mit einer Beurteilung abwarten - oder bis es die ersten Verzweifelten gibt.

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vaikl 28.06.2018, 18:36
4. Es ist klassisches Franchise

Und beinhaltet die gleichen Abzockpotentiale mittels "attraktiver Konditionen" und wahrscheinlich völlig überzogener Preise fürs Equipment. Die Vögel, die hierzulande als Kleinunternehmer für Amazon fahren, nerven mich schon seit einiger Zeit mit Lügen bei der Zustellung, Transportschäden und mangelhaftesten Sprachkenntnissen - mal abgesehen von nicht vorhandener Transparenz für Sendungsverfolgung und Beschwerden. So generiert man aus gutem Service keine Umsätze, sondern verprellt Kunden.

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darkmattenergy 28.06.2018, 19:27
5. Hier in einem Ort auf dem Land, rund 10 km vor Neuss und Düsseldorf...

...liefert Amazon etwa seit dem Herbst 2017 immer häufiger selbst aus.

Inzwischen nahezu die Hälfte aller Bestellungen - und erstaunlicherweise von Anfang an bemerkenswert zuverlässiger, als altbekannte Dienstleister wie DHL, DPD, GLS, Hermes und Co.

Insbesondere die Bitte an meinem Hauseingang, bei meiner Abwesenheit ca. 25m weiter bei meinem unmittelbaren Nachbarn zuzustellen, hat Amazons Zusteller bislang noch nicht einmal überfordert - während die Zusteller der oben genannten und weiterer Transporteure es in geschätzten 30 bis 50 Prozent der Fälle schaffen, den immerhin DIN-A4 großen Hinweis mit Text, Bild und eingezeichnetem Weg zu meinem Nachbarn "um die Ecke" zu übersehen, nicht zu verstehen, oder zu ignorieren, und die Ware wieder zur Selbstabholung in ihren Paketschops mitzunehmen.

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so-long 29.06.2018, 07:23
6. Dhl

ist auch ein unabhängiger Lieferdienst. Hat vielleicht eine etwas bessere Verhandlungsposition als die Einmannbetriebe. Warum soll Amazon gerade bei denen als wohltätiger Samariter auftauchen? Clever gemacht: hier and fire at it´s best. Niedrigste Löhne und später Alimentierung durch die Allgemeinheit.

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g.eliot 29.06.2018, 13:24
7. Der Verlierer heißt...

...US Postal Service.
Das hat nun Trump davon, dass er anfing, Amazon anzugreifen. Ich denke mal, dass das der Grund für diesen Plan von Amazon ist, was völlig verständlich ist.
Trump hatte doch Amazon beschimpft und denen vorgeworfen, dass die US Post nur derentwegen Verluste generiere. Doch das Gegenteil ist der Fall. Das Defizit der US Post war schon immer gewaltig, doch seit 2014 wurde es deutlich geringer. Amazon hatte nämlich keine Sonderkonditionen. Jetzt, wenn USPS das Amazon Liefergeschäft verliert, wird das Defizit naturgemäß wieder steigen.

War wieder mal eine brillante Geste des genialsten Dealmakers ever.
Wie heißt noch mal ein neues Buch: "Everything Trump Touches Dies: A Republican Strategist Gets Real About the Worst President Ever", von Rick Wilson. Und ja, Wilson ist ein Republikaner.

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