Forum: Wirtschaft
Angeschlagene VW-Tochter: Audi will jeden zehnten Führungsposten streichen
ddp images/Sven Simon

Der Sanierungskurs bei Audi wird konkreter. Man werde ein komplette Leitungsebene "rausnehmen können", sagt Konzernchef Bram Schot. Außerdem müsse der Autobauer "jünger, dynamischer und weiblicher" werden.

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nikaja 21.02.2019, 09:26
20. Alter Wein in neuen Schläuchen

Wie wird costcutting gemacht? Genau, alte MA 55+ raus, weil zu teuer, entsorgen auf Staatskosten. Hubert Heil will ja ALG verlängern, das passt dann gut. Zulieferern werden weiter geknebelt oder man sucht sich die Teile in Billig-Lohn-Laendern, wenn es nicht schon gemacht wird. BuHa künftig in Polen, Ungarn oder Indien, die machen das für viele andere auch. Mehr Leiharbeitskraefte etc. Auf keinen Fall wird das shareholder-value Mantra in Frage gestellt und die Dividenden gesenkt. Die Aktionäre gehen über alles und dafür wird die Zitrone ausgepresst. Ist der Laden dann vor die Wand gefahren wird er ausgeschlachtet und nach China verkauft.
So sieht heute unternehmerische Verantwortung aus.

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siri_paibun 21.02.2019, 10:01
21. Was sollen sie auch anderes machen?

Zitat von nikaja
##gekürzt.........Die Aktionäre gehen über alles und dafür wird die Zitrone ausgepresst. Ist der Laden dann vor die Wand gefahren wird er ausgeschlachtet und nach China verkauft. So sieht heute unternehmerische Verantwortung aus.
in der Welt des globalen Handels ist man halt in Konkurrenz mir Taiwan und Indien. Entweder hat man so tolle Produkte, das die Kunden mehr Geld für das kleine bisschen mehr "Made in Germany "ausgeben, oder man bekommt das US-amerikanische Problem und bleibt auf seinen Autos sitzen. Das heißt, entweder Löhne runter oder Zölle rauf. Und die Automobilindustrie hat es nicht geschafft, dieses kleine bisschen "Made in Germany" weiterhin zu schaffen, bzw. es wurde durch Betrugssoftware, unrealistische Verbrauchsangaben und Kaufpreisquerfinanzierungen die Löhne hier in Deutschland hoch gehalten. Vielleicht ist aber auch das Lebensende der reinen Automobilindustrie erreicht. Hübsches Blechfalten und immer mehr Vernetzung ist eine Sackgasse. Das wird Verwerfungen geben.... heftige Verwerfungen. Ganze Landstriche werden Strukturprobleme bekommen. Wolfsburg/Braunschweig/Magdeburg ist das Detroit von morgen. Wenn nicht endlich das Thema Mobilität neu überdacht wird und die Blechfalter sich neu orientieren.

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offonline 21.02.2019, 10:02
22. Leider, wie auch in anderen Grossunternehmungen

ist die Kostensituation völlig Ausser Kontrolle geraten und wird durch die Lehrsatzmeinung: Wie können wir noch mehr verkaufen unter gleichzeitigem Sparen! Wir haben im Jahr x 750.000 Stücke verkauft und nach letzter Hochrechnung 5Mrd "verdient".
Der Plan ist im Jahr Y mindestens das doppelte an Stückzahlen zu verkaufen und dann natürlich auch das Doppelte verdienen. Wenn das nicht klappt machen wir weiter wie bisher, reduzieren jedoch die Kosten für die Mitarbeiter.

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Pickle__Rick 21.02.2019, 10:09
23.

Zitat von michiansorge
wieder ehrlich werden und aufhören seine Kunden für dumm zu verkaufen und zu betrügen. Es würde auch nicht schaden mit diesen unnützen Technikspielereien wie kamerabasierten Autospiegel oder den bald allgegenwärtigen Touchscreen-Wüsten aufzuhören und sich auf die eigentlichen Probleme zu fokussieren (Abgassoftware, Design, Qualität, etc.). Diese ganzen Spielereien lenken nur von allen anderen Unzulänglichkeiten ab.
Die Technik ist insgesamt einfacher und billiger. Sie bekommen in China ein Touchsreenpanel mit entsprechender Elekronik für einen Appel und ein Ei. Das ist alles Massenware, die aus bereits exisiterender Technik abgeleitet wird. Elemente wie Tachos, Drehzahlmesser oder irgendwelche Taster bzw. Regler mit mechanischen Elementen sind da mittlerweile aufwändiger. Allein schon der Aufwand um jedes einzelne Kunststoffteil im Spritzguss zu realisieren. Dann muss die Mechanik bzw. die Elektronik gebastelt werden etc. Das kommt zwar vom Zulieferer aber der lässt sich das natürlich entlohnen. Das Display ist billiger und dank Software flexibler. So ein Panel in das Armaturenbrett zu integrieren ist auch recht einfach und vor allem spart man Bauraum. Siehe Mercedes, wo man anfängt einfach Navidisplay und die Tacho-Drehzahlmesser-Kombi in einem durchgehenden Display unterzubringen. Ab einer gewissen Abahmemenge ist das günstiger als mehrere einzelne Elemente konstruktiv zu integrieren und aufeinander abzustimmen.
Haltbar sind sie auch. Wann fällt schon mal ohne grobe Misshandlung ein Display aus? Nur auf Touchbedienung könnte ich verzichten. Wobei man bei so gut wie allen PKW mit Touchscreens die Otion hat wesentliche Funtkionen über das Lenkrad oder die Mittelkonsole zu steuern. Kamerabasierte Außenspiegel ermöglichen es ein paar cm in der Breite zu sparen und sie können direkt mit Assitenzsystemen gekoppelt werden. Zum Beispiel um Bewegungen bzw. andere Verkehrsteilnehmer hervorzuheben.

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Aberlour A ' Bunadh 21.02.2019, 10:32
24. Fat and Mean

"zu viele Führungskräfte an Bord"?
Heißt: zu viele Überwacher, die Überwacher überwachen, die Überwacher überwachen. Auf Deutsch: zu viele Häuptlinge, zu wenig Indianer. Jetzt geht's um "Downsizing". Eigentlich waren die Herren immer gut, wen es darum ging, die Belegschaften "downzusizen". Aber sich selbst? Da bin ich aber skeptisch. Siehe David M. Gordon: The Myth of Managerial "downsizing".

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kuschl 21.02.2019, 10:37
25. Stromlinienförmig

Jung, dynamisch und weiblich, also alles was die Öffentlichkeit hören will. Das nenn ich mal eine mutige, klare Ansage. Nicht erwähnt wurde die erwartete stromlinienförmige Anpassung, zumindest bis man etwas zu sagen hat. Daran kranken doch große Unternehmen, dass sich niemand traut der obersten Führungsebene zu widersprechen. In den Parteien sieht es nicht anders aus.

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yabba-dabba-doo 21.02.2019, 11:31
26.

Ich versteh das agieren des Audivorstandes nicht. Audi soll weiblicher werden. Ist das nur bezogen auf die Mitarbeiter oder auf die Produktpalette? Audi hat ein richtig schickes Frauenauto, den TT. Jetzt posaunt Audi: Audi verspricht mit der RS-Version den maskulinsten TT aller Zeiten." https://www.faz.net/aktuell/technik-motor/motor/audi-tt-rs-so-maskulin-war-der-tt-noch-nie-16046327.html
Wohin will Audi eigentlich? Das ganze Gebaren erinnert an einen Ertrinkenden der unkontrolliert um sich schlägt.

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neoleo99 21.02.2019, 11:35
27. Vorsprung durch Technik Fragezeichen

Ich habe mal im Netz kurz gesucht: Ölabstreifring, TFSI-Motoren. Da scheinen hunderttausende ein Problem damit zu haben. Ölverbrauch von bis zu 2,5 Liter bei relativ jungen Motoren. In den USA hat Audi kostenlos nachgebessert, und die Garantie verlängert. In Deutschland zeigt man sich Ahnungslos. Ja, liebe Leute bei Audi, es ist nicht mehr 1980 sondern 2019. Die Käufer informieren sich, und lesen dann solches 'Zeug'. Andere kaufen nie wieder Audi, weil sie nachhaltig enttäuscht wurden. Ich kenne aber auch viele VW T4 Fahrer, die mit dem Ölverbrauch nach 200000 km kein Problem haben. Es gibt also 'beständige' Lösungen. Link:https://www.daserste.de/information/wirtschaft-boerse/plusminus/sendung/aerger-oelverbrauch-audi-100.html Oder auch hier von Auto Bild: https://www.presseportal.de/pm/53065/3556148

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charly05061945 21.02.2019, 11:44
28. Audi

Die Erkenntnis dass es in grossen Firmen häufig eine aufgeblähte Verwaltung und eine erhöhte Anzahl von Entscheidungsebenen gibt ist ja nun wahrhaftig nicht neu. Aber wenn die einzige Erkenntnis daraus für den zukünftigen Chef "jung, dynamisch, erfolglos" lautet - dann gute Nacht, Audi!

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Mehrleser 21.02.2019, 13:09
29.

Zitat von Nordstadtbewohner
Ich finde es gut, dass mit Bram Schot wieder mehr Dynamik in das Unternehmen einzieht .... Gerade die Fraktion 55+ ist in vielen Unternehmen oftmals eine Leistungsbremse.
Bram Schot ist Jahrgang 1961, gehört also zur Fraktion 55+ - er sollte als erster gehen und seinen Platz für eine junge Frau räumen, oder?

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