Forum: Wirtschaft
Angriff auf Großkonzern: FDP-Politiker drohen Post mit Zerschlagung

Die Deutsche Post muss um ihre Marktmacht bangen: Wirtschaftsexperten der FDP erwägen die Zerschlagung des Konzerns. Grundlage ist das von Wirtschaftsminister Rainer Brüderle erdachte Entflechtungsgesetz.

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Schroekel 21.01.2010, 11:28
40. Entflechtung

Zitat von Barhäuptling
Die sollen erst mal das Monopol der Energiekonzerne zerschlagen, dann reden wir über andere Möglichkeiten.
Das Monopol der großen Energiekonzerne zu zerschlagen, ist sicher auch eine volkswirtschaftlich interessante und lohnende Aufgabe. Damit verglichen erscheint es ein Kinderspiel, das Monopol der Post zu knacken. Auch wenn selbige erst kürzlich die mühsamen und zunächst durchaus erfolgversprechenden Versuche, mit der grünen Post eine Konkurrenz aufzubauen, mit Hilfe einer sonderbaren Allianz von SPD, CDU und Postgewerkschaft zerschlagen wurden. Wer deckt wen und warum? Wer zahlt wen und warum? Verbraucher und Wirtschaft sollte es allerdings erfreuen, wenn das Brüderle seine Sprüche wahrmachen sollte. Wenn...
Außer für den Monopolisten sind Monopole nie gut.

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cashcow 21.01.2010, 11:28
41. titel

Zitat von Mollari
Wie Ping, bzw. der Axel-Springer-Verlag. Damit es noch mehr Menschen in Deutschland gibt, die von ihren Minilöhnen nicht leben können und zusätzlich Hartz IV beziehen, über die man so schön in der Presse und in der Politik und auch in den Foren dann herziehen kann. Dabei ist das in Deutschland.....
Genau dieser Zusammenbruch des Sozialstaats scheint mir das eigentliche Ziel der FDP zu sein.

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hink 21.01.2010, 11:32
42. Schwaben-Bimbes

Zitat von zulthak
Nunja, warten wir mal ab. Komisch wird es nur wenn nach der Zerschlagung der Post zufälligerweise eine Spende der Briefverteilerkonkurrenz der Post auftaucht. Ich denke dann hat die FDP das letzte mal in einer Regierung gesessen. Man man man, das Entflechtungsgesetz kam mir gleich spanisch vor als ich das erste mal davon gehört habe. Schön das dann gestandene Unternehmen die sich ja eigentlich schon am Markt bewiesen haben kaputt gemacht werden.
Ich fürchte, sie unterschätzen die Blödheit der Deutschen. Nur die allerdümmsten Kälber wählen ihre Metzger selber. Und "wir" sind schon VERDAMMT blöde Kälber, angesichts des letzten Bundestagswahlergebnisses...

Sie sollten nicht damit rechnen, dass die "F.D.P." ihre Spender großherzig veröffentlicht ...

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Guenter2912 21.01.2010, 11:33
43. Wird es durch die Vielfalt volkswirtschaftlich besser?

Früher kam morgens der Briefträger zu Fuß. Er war freundlich und fröhlich, denn er war Beamter und hatte ein auskömmliches Gehalt. Er kannte jeden und wusste, wo ein Brief hin muss, auch wenn die Anschrift nicht korrekt geschrieben war. Am Nachmittag kam die Paketpost.
Jetzt kommt der Postmann auf dem Fahrrad und mit dem Auto kommen DHL, Hermes, GLS, UPS, DPD, packet.ag und vielleicht noch andere. Manchmal stehen drei große Autos gleichzeitig bei uns auf dem Hof. Die Leute sind schlechter bezahlt und wirken manchmal ganz abgehetzt. Statt eines Transportmenschen müssen nun fünf bezahlt werden. Da werden die Tortenstücke etwas kleiner.
Ich halte das volkswirtschaftlich nicht für sinnvoll, wenn jetzt mehr Leute und Autos unterwegs sind, um die gleiche Transportleistung zu erbringen, wie es früher ein Unternehmen gemacht hat.

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salz63 21.01.2010, 11:34
44. Rache für Springer?

Also nimmt die FDP jetzt Rache für den Springerkonzern, dessen eigener Postdienst ja an so doofen Sachen wie Mindestlohn, Gewerkschaften etc. gescheitert ist.

Ob die da Geld oder eine Sachspende in Form von schönen Bildartikel rübergeschoben haben?

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hink 21.01.2010, 11:34
45. Ideologie des charakterlich häßlichen Menschen

Zitat von cashcow
Genau dieser Zusammenbruch des Sozialstaats scheint mir das eigentliche Ziel der FDP zu sein.
NOCH offensichtlicher wird's nicht! Was erwarten Wahlbürger von einer Partei, die als ideologische Vorbilder Typen wie Milton Friedman oder Otto Graf Lambsdorff benennt?

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Kalix 21.01.2010, 11:36
46. Die Reichen fordern den schwachen Staat

Recht so; Herr Brüderle. Absteigend vom Spendenaufkommen politisch die Forderungen zu formulieren, umzusetzen und am Wochenende Weinköniginnen küssen; dafür brauchen wir weder eine FDP noch Herrn Brüderle. Auch brauchen wir keinen Wirtschaftsminister, der in 2009 feststellt, wie wichtig China für den bilateralen Handel ist; dass wusste man schon 15 Jahre früher. Nach 100 Tagen ist der Vergleich mit ihrem Vorgänger Guttenberg unangebracht; der Vergleich trifft mehr zu auf den Stoiber - Spitzel Gloos, oder wie hiess der seinerzeit.

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franziskus 21.01.2010, 11:36
47. FDP Bauernfänger ?

Zitat von sysop
Die Deutsche Post muss um ihre Marktmacht bangen: Wirtschaftsexperten der FDP erwägen die Zerschlagung des Konzerns. Grundlage ist das von Wirtschaftsminister Rainer Brüderle erdachte Entflechtungsgesetz.
Die FDP betreibt die übliche Bauernfängerei. Unter dem Vorwand, durch mehr Wettbewerb würden die Kosten für den Verbraucher sinken, werden staatlich dominierte Dienstleistungen privatisiert. Es mag ja sein, dass das Briefporto dann um 5 Cent sinkt, aber zu welchem volkswirtschaftlichen Preis? Die neuen Dienstleister zahlen ihren Beschäftigten Hungerlöhne. Dies führt dazu, dass deren Einkommen aufgestockt werden müssen und sie keine oder nur geringe Beiträge in die Sozialkassen einzahlen. Bei der Post werden Arbeitsplätze vernichtet und die Mitarbeiter fallen als Beitragszahler aus und müssen von der Solidargemeinschaft versorgt werden. Es gibt noch weitere volkswirtschaftliche Belastungen. Es gibt immer weniger Kunden, die sich Brötchen beim Bäcker oder Braten beim Metzger leisten können. Aldi und Lidl freuen sich, denn ihr Kundenkreis wächst.

Die Einzigen, die dabei gewinnen sind die "Investoren" in den nun "markwirtschaftlich" orientierten "freien" Markt. Die FDP ist immer dafür eingetreten, dass volkswirtschaftlich sinnvolle Leistungen "privatisiert" werden. Die FDP war an fast allen Bundesregierungen beteiligt. Das oberste Ziel war immer, wie kann sie auf Kosten der Solidargemeinschaft ihren "Klientel" den höchstmöglichen Profit zuschanzen. Das Ergebnis kann jeder sehen. Die Reichen werden immer ärmer und die Armen im reicher oder ist es umgekehrt?

Im Übrigen ist dies ein weiterer Versuch das angebliche Briefmonopol der Post zu brechen. Durch den Mindestlohn für Briefzusteller war der erste Versuch gescheitert und so hat alleine die PIN-Group, Eigentümer Springer, ca. 600 Millionen Euro in den Sand gesetzt. Vor kurzen wurde hier in der örtlichen Presse, Meldung dpa, berichtet, dass sich die Post nicht an den Mindestlohn halte und einen eigenen Haustarif hätte. Es entsteht der Eindruck, die Post zahlt nur Hungerlöhne und hält sich nicht an den Mindestlohn. Das Gegenteil ist der Fall. Unter der Internetadresse http://www.tagesschau.de/wirtschaft/...estlohn28.html vom 5.12.2007 kann jeder die tatsächlichen Einkommen von Briefzustellern finden. So erhält ein 35-jähriger Briefzusteller nach 5 Jahren in der Region Berlin unter Berücksichtigung von Monatslohn, Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld bei der PIN-Group 12240 Euro brutto jährlich, bei der Post 23280 Euro.

So zum Nachdenken. Warum wurde Herr Zumwinkel öffentlich an den Pranger gestellt? Er hat den Mindestlohn für Briefzusteller durchgedrückt und dadurch alleine den „Investoren“ der PIN-Group 600 Millionen Euro Verlust beschert. Kapitalisten verzeihen fast alles, aber das nie. Meine Meinung ist, Herr Zumwinkel hat das große Bundesverdienstkreuz am Bande verdient. Wahrscheinlich wird es jetzt Herr Brüderle bekommen, weil er das Briefpostmonopol zerschlagen und sich für das Gemeinwohl verdient gemacht hat.

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wolfman11 21.01.2010, 11:38
48. Unternehmertum in FDP-Art

Da ist diese Klientelpartei durch einen Wahlsieg doch wirklich zum Mit-Haupteigentümer der Post geworden und hat nichts Eiligeres zu tun, als dieses Ihr anvertraute - wirtschaftlich erfolgreiche - Unternehmen zu schwächen, gar über seine Zerschlagung zu philosophieren.

Das bekommt man so in keinem anderen Staat der Welt geboten. Übrigens auch von kaum einem privatwirtschaftlichen Unternehmer.

Unterstützung des Wettbewerbers heißt hier übrigens, Stützung von geringfügigen und meist nicht sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen bei den Post-Wettbewerbern zu Lasten von Beschäftigungsverhältnissen bei der Post, in denen die Leute meist noch von Ihrem Lohn leben können. Die 250.000 Arbeitnehmer der Post sind der FDP zweifellos dankbar und die Bahnmitarbeiter können sich auf das Bevorstehende ebenfalls schon mal vorbereiten.

Aber geben wir uns keinen Illusionen hin: Die Kreide, die die FDP vor der Wahl gefressen hatte ist längst aufgebraucht. Die FDP hat wieder zu sich selbst gefunden. Sie will die Gesellschaft und den Staat verändern - und sie ist auf dem besten Wege dazu. Die Spenden der diversen Interessensgruppen werden Ihr dabei sicher helfen.

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kleinerhobit 21.01.2010, 11:40
49. Das sollte auch mit den Energiekonzernen gemacht werden

Wenn Herr Brüderle Courage hat, sollte er zuerst die Energiekonzerne entflechten, anstatt Ihnen mit der Laufzeitverlängerung nocht mehr Profite in den Rachen zu werfen. Denn zahlen müssen dafür die Verbraucher, da die Konzerne nicht daran denken, bei einer Laufzeitverlängerung die Preise zu senken. Als erstes muß man denen die Stromnetze wegnehmen. Da würde die FDP endlich mal was richtig machen. Aber das wird wohl mit dieser Regierung nicht passieren.

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