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Angriff auf Großkonzerne: OECD legt globale Regeln gegen Steuertricks vor
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Starbucks, Apple, Amazon: Internationale Konzerne verschieben ihre Gewinne gerne dorthin, wo die Steuern am niedrigsten sind. Damit soll künftig Schluss sein: Mit einem 15-Punkte-Plan will die OECD dem Treiben ein Ende bereiten.

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happy2010 05.10.2015, 16:51
1.

Eine Alibiveranstaltung

Solange es Staaten gibt, die Einkünfte je nach Herkunft oder Art deutlich unterschidlich besteuern, solange flüchten Konzerne

Bereits heute finden 2/3 aller weltweiten Warengeschäfte innerhalb Konzerninterner Strukturen statt, mit dem Ziel, Steuern zu sparen.

Und wenn Bosch seine Waschmaschinenersatzteile aus Honkong zu 99,99 bezieht, (und dort mit der Boschtochter 99,98 Euro Gewinn macht), dann geschieht das deswegen, weil dieser Gewinn in Honkong nicht besteuert wird

Daher: Weltweiter Mindeststandart vpn 25%

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horstenporst 05.10.2015, 16:52
2. Die Nachricht hör ich wohl

...allein mir fehlt der Glaube. Siehe: http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/steuervorbescheide-informationsaustausch-unter-eu-staaten-a-1055978.html

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MephistoX 05.10.2015, 17:04
3. Endlich ...

... mal ein theoretisch vernünftiger Ansatz, die Großkonzerne angemessen fiskalpolitisch in die Pflicht zu nehmen. Doch mir fehlt der Glaube, dass die Theorie auch zur Praxis wird ...

Also mal abwarten, ob sich das Ganze letztendlich nicht nur als Worthülsen entpuppen wird, währenddessen die Konzerne munter weiter "Bilanzen" schieben und auslagern :o

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denkdochmal 05.10.2015, 17:04
4. Längst überfällig!

Es sind jedoch bei Weitem nicht nur die von Ihnen genannten Firmen, sondern auch etliche deutsche Konzerne darunter, die Sie nicht benannte haben. Warum eigentlich nicht?
Ich bin sicherlich nicht allein mit der Auffassung, daß es sich um unglaubliche Dreistigkeiten handelt, wenn man im "eigenen Land" die Steuern verkürzt und "selbstverständlich" verlangt, daß eine bestens gestaltete, permanent verfügbare Infrastruktur zu ihrem geschäftlichen Erfolg bereit gestellt wird. Zahlen dürfen dann die zur Treue gezwungenen Arbeitnehmer und die kleinen Betriebe.
Der Skandal ist, daß man es überhaupt so weit kommen ließ. Der weitere Skandal liegt schon in der Luft, weil sich IQ-Titanen verschiedener EU-Regierungen erneut einen unsolidarischen, idiotischen Wettbewerb um die Steuereinnahmen liefern werden.
Angesichts der bislang praktizierten Usancen ist außerdem ein bestenfalls mittelprächtiges Machwerk zu erarten.

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eSVau 05.10.2015, 17:32
5. Vielleicht bin ich zu blauäugig

Was spricht eigentlich dagegen prinzipiell den Umsatz und nicht den Gewinn zu besteuern (mit entsprechend angepassten Steuersätzen).
Wenn ein Unternehmen mit besteuertem Umsatz nicht überleben kann, stimmt sowieso was nicht - ansich sollte jedes Unternehmen (langfristig) Gewinn erwirtschaften oder mindestens inkl. Steuern eine Null stehen haben.

Unternehmen X verkauft ihr "pseudolizensiertes" Irgendwas, bei dem es hier angeblich nur 0.00001Eur Gewinn erwirtschaftet, dabei aber einen Umsatz von 100000Eur erzeugt. Wenn ich es richtig verstehe wird nur Gewinn besteuert und nur einmal und alle rechnen sich klein durch Lizenzkosten, Schulden, etc.

Ich muss zugegeben, ich blicke durch Steuergesetze nicht durch. Politiker traue ich noch weniger zu, aber ich verstehe auch nicht, wieso unsere Politiker nicht sämtliche Steuergesetzgebung radikal vereinfachen. Sehr einfach formuliert: absolut keine Subventionen/Absetzbarkeiten/etc., dafür niedrige Steuer auf Alles - vielleicht noch einen Freibetrag als "Bagatellegrenze" - fertig

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w.diverso 05.10.2015, 17:45
6.

Ob der Plan wirklich so wasserdicht ist? Ich habe da so meine Zweifel. Die fleißigen Lobbyisten werden da schon genug Geld eingesetzt haben. Ein kleines heimliches Versprechen, auf einen gut bezahlten Job nach der politischen Laufbahn, wirkt sicher oft Wunder.

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moi1 05.10.2015, 17:46
7.

Zitat von eSVau
aber ich verstehe auch nicht, wieso unsere Politiker nicht sämtliche Steuergesetzgebung radikal vereinfachen.
Wess Brot ich (später) ess, des Lied ich (heute) sing.

Außerdem sind ja fast alle Juristen - da kennt man sich

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stonecold 05.10.2015, 17:56
8.

Zitat von happy2010
Und wenn Bosch seine Waschmaschinenersatzteile aus Honkong zu 99,99 bezieht, (und dort mit der Boschtochter 99,98 Euro Gewinn macht), dann geschieht das deswegen, weil dieser Gewinn in Honkong nicht besteuert wird Daher: Weltweiter Mindeststandart vpn 25%
Dafür gibt´s den Fremdüblichkeitsgrundsatz und die Verrechnungspreisvorschriften. Ganz so einfach ist es nicht ;)

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Eppelein von Gailingen 05.10.2015, 17:57
9. Endlich wird den globalen Konzernen zu ihren [b]Tiefsteuerländern[/b]

Man sollte meinen, die Ertragssteuer muss dort entrichtet werden, wo die Erträge erzielt wurden. Verständlich, dass eine OECD den Ganoven von Ami-Konzernen beikommen muss. Was ist aber mit unseren nationalen Konzernen, wie VW- und Konzerntöchter, Mercedes, BMW, etc., wenn die ihre in Deutschland erwirtschafteten Erträge z.B. auf den Bahamas versteuern? Da hat doch unsere Regierung ein Machtwort zu sprechen, dies zu ändern? Oder hindert ihr Lobbyismus und die Parteispenden an einem Verbot?? Die Merkel sollte sich einmal das Buch über die Gemeinwohlökonomie von Christian Felber reinziehen, wenn sie z.B. nach Indien unterwegs ist, während in Deutschland die Bude brennt vor lauter Flüchtlingen aus Nahost. Wenn es zu Hause brenzlig wird, ist Madame auf Weltreise, wie immer. Natürlich hat sie sich bei der Rückkehr die Taschen vollgestopft mit Aufträgen der Inder. Wer's glaubt wird selig.

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