Forum: Wirtschaft
Angst vor Einbruch: Die Tücke des deutschen Wirtschaftens
DPA

Dass gerade in Deutschland so viel eingebrochen wird, kann nicht viel mit Flüchtlingen zu tun haben. Der tiefere Grund scheint in steigendem Wohlstand und wachsender Ungleichheit zu liegen. Das öffnet ganz neue Lösungswege.

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Miere 04.06.2016, 05:26
240. Bayern und NRW

Bayern ist an Bulgarien und Rumänien näher dran als Nordrhein-Westfalen, und außerdem angeblich reicher, oder? Warum wird dann in NRW mehr eingebrochen als in Bayern?

Ob es wohl mit Polizeipräsenz oder Mangel an derselben zu tun haben könnte?

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leseoma 04.06.2016, 08:21
241.

Warum sollte eine Bande nicht einbrechen? Das Risiko ist minimal, eine Bewährungsstrafe entlockt denen nur ein müdes Lächeln. Da sollte wohl erst mal angesetzt werden!

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skylarkin 04.06.2016, 08:22
242.

Einen gewaltigen Haken hat die Analyse, die ich übrigens nicht gänzlich falsch finde, nämlich dass sich die Einbrüche eben nicht auf die teureren und wohlhabendern Wohnungen und Gegenden konzentrieren, sondern auch dort vermehrt eingebrochen wird, wo kaum etwas zu holen ist. Das ließe sich nur dadurch erklären, dass das Risiko in Deutschland gefasst und zu hohen Strafen verurteilt zu werden extrem niedrig ist.

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eschoeff 04.06.2016, 09:06
243. Eingebrochen wird da, wo es geht

und zwar nicht bei den wirklich reichen, die besitzen umfassende Sicherheitsmassnahmen. Es wird im Einfamielienhaus eingebrochen, die Terrassentür aufgehebelt, etc. In einer mir bekannten Nachbarschaft ist in alle Häuser eingebrochen worden. Einbrüche haben sich durch die massenhafte Invasion osteuropäischer Banden gehäuft, die ihre Erlöse ganz sicher nicht mit den notleidenenden Mitbürger ihrer Nation teilen. Also was will der Kommentar sagen, Leute ihr seid selber schuld, wenn ihr Opfer eines Einbruchs werdet? Kein mensch behauptet im Übrigen, dass Flüchtlinge/Migranten für die Einbrüche verantwortlich sind. Es geht wohl eher, um die unkontrollierte Einreise.

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die_zukunft 04.06.2016, 09:14
244.

Zitat von leopold123
Selten so einen kruden Kommentar gelesen. Ok der Aufhänger war soziale Gerechtigkeit - geht ja immer. Als dann nach ein paar Absätzen Herrn Fricke klar wird, dass Einbrüche nicht von sozial Abgehängten, sondern von ausländischen, gut organisierten Banden durchgeführt wurden, musste in den letzten beiden Absätzen noch irgendwie die investierte Zeit gerettet werden. Fazit: eigene Wirtschaft kaputt machen ist wohl nicht so dolle, deshalb lieber Transferleistungen in andere Länder damit dort mehr geklaut wird. Selten so gelacht. Hand aufs Herz: wie kurz standen Sie davor, den ganzen Artikel zu löschen?
Ach, es macht vermutlich wenig Spaß so einen Artikel zu schreiben -- und dann zu erleben, wie Leute einen grob falsch verstehen, weil die Vorurteile den Blick verstellen. Lesen wir nochmal Herrn Frickes Absatz auf den sie abzielen: "Zwar ist der Anteil ausländischer Täter relativ hoch, wenn es um Einbrüche geht. Nur liegt das zu einem nennenswerten Teil an osteuropäischen Banden, die durchziehen; ... Haken auch hier: Wenn das die tiefere Ursache wäre - warum gibt es dann in Österreich nicht noch mehr Einbrüche?" Er gibt Ihnen im zweiten Teil sogar einen Hinweis, dass ihre Interpretation nicht richtig sein kann. Ich will Ihnen auf die Sprünge helfen: der Anteil an ausländischen Tätern ist relativ hoch. Schlüsselwort ist hierbei "relativ." Das heißt nicht, dass ein (absolut) hoher Anteil von Straftätern aus Osteuropa kommt, sondern nur dass ein vergleichsweise hoher Anteil aus Osteuropa kommt. Relativ zu was? Der Autor meint offensichtlich "relativ zu anderen Straftaten." Also sagt der Auto hier, wie man nach Inbetrachtziehung der zweiten Hälfte des Absatzes unschwer verstehen kann, dass tatsächlich der größte Teil der Einbrüche _nicht_ von den osteuropäischen Banden durchgeführt wird.

Verstehen Sie jetzt, was der Autor Ihnen sagen wollte?

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flaps25 04.06.2016, 09:24
245. Die Karte zeigt, dass in Bayern

sehr wenig eingebrochen wird, auch BaWü ist gelb anstatt rot. Das sind aber die reichsten Bundesländer, was die Grundthese des Autors widerlegt. Auch bestehlen die Einbrecher nicht die Reichen, die genügend Geld in die Absicherung ihrer Liegenschaften investieren können, sondern eine Mittelschicht, die oft zu den "Working poor " gehört und bestenfalls finanziell durchkommt, aber bei Weitem nicht reich ist. Das ganze Phänomen erklärt sich eher damit, dass die Ausstattung der Polizei in den südlichen Bundesländern besser ist und die soziale Aufmerksamkeit in der Nachbarschaft auch.

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bauklotzstauner 04.06.2016, 09:50
246.

Zitat von erzengel1987
Wie wäre es einfach mehr Polizei einzustellen. Mehr Streifenwagen fahren zu lassen. Übehraupt mal bisschen wieder in Innere Sicherheit zu Investieren. Eventuell die Bundeswehr abschaffen und Polizei aufwerten. Wäre sehr sinnvoll da die Bundeswehr derzeit nur als Kostenfaktor ohne Nutzen dasteht.
Den Weg gehen ja die USA mit dem netten Ergebnis, daß nirgendwo in der Welt mehr Menschen pro Einwohner im Gefängnis sitzen, als im "Land of the free". An der Kriminalitätsrate hat das nichts geändert. Nur die Landschaft verändert sich. Beginnend in den 70er Jahren ghettoisieren sich seit der Jahrtausendwende immer mehr Reiche freiwillig in "gated communities", die teilweise schwer bewacht werden.

Vielleicht sollte man doch mal die URSACHEN bekämpfen? Die Symptombekämpfung bringts ja anscheinend nicht?

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silverhair 04.06.2016, 09:50
247. Da gibts keine Korrelation mehr zu Gesetzen

Zitat von skylarkin
Einen gewaltigen Haken hat die Analyse, die ich übrigens nicht gänzlich falsch finde, nämlich dass sich die Einbrüche eben nicht auf die teureren und wohlhabendern Wohnungen und Gegenden konzentrieren, sondern auch dort vermehrt eingebrochen wird, wo kaum etwas zu holen ist. Das ließe sich nur dadurch erklären, dass das Risiko in Deutschland gefasst und zu hohen Strafen verurteilt zu werden extrem niedrig ist.
Das mit den Strafen können sie einfach streichen. Das Problem liegt am Gehirn. Es speichert schlichtweg keine Texte, Datenbanken etc. sondern ausschließlich Assoziationen , und nur das , was überlebenswichtig sein könnte.
Deshalb waren Gesetze nützlich, wo der Richter noch im Dorfkrug Gericht hielt, und alle mitbekamen das von den handvoll Strafen es sie auch betreffen konnte.

Wir haben aber inzwischen zigtausende von Gesetzen, und eine vollkommen annonyme Gesellschaft, wo ein Urteil in einer Zeitschrift den gleichen Wert hat wie ein Lufthauch, er geht schlichtweg an allen vorbei!

Die gesamte Strafgesetzgebung geht deshalb schlichtweg an dem realen Handeln der Menschen inzwischen vollkommen vorbei . da ist in den Köpfen nichts was gespeichert, abgerufen oder bewußt wird welche Strafen es gibt oder wie hoch die sind oder welche Folgen!

Das Gehirn kocht eben auch nur mit Wasser, und wo die Datenflut zu gross ist , ignoriert es diese schlichtweg einfach!

Das zeigen auch die Statistiken aller westlichen Länder. Egal wie hoch und welche Strafen verhängt werden, eine Korrelation zu den Straftaten selber gibts einfach nicht mehr!

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heiko1977 04.06.2016, 10:02
248.

Zitat von flaps25
sehr wenig eingebrochen wird, auch BaWü ist gelb anstatt rot. Das sind aber die reichsten Bundesländer, was die Grundthese des Autors widerlegt. Auch bestehlen die Einbrecher nicht die Reichen, die genügend Geld in die Absicherung ihrer Liegenschaften investieren können, sondern eine Mittelschicht, die oft zu den "Working poor " gehört und bestenfalls finanziell durchkommt, aber bei Weitem nicht reich ist. Das ganze Phänomen erklärt sich eher damit, dass die Ausstattung der Polizei in den südlichen Bundesländern besser ist und die soziale Aufmerksamkeit in der Nachbarschaft auch.
Es ist nicht der Reichtumder Bundesländer von Belang für die Einbrüche sondern wo leben die Menschen mit den individuellen Vernögen. Und da überschneiden sich diese Karte von Einbruchhäufigkeit und Privatvermögen ziemlich exakt. Die höchsten Privatvermögen findet man eben im Frankfurter Raum, Düsseldorf, Hamburg und Berlin sowie Mannheim/Stuttgart. Diese Gebiete sind auch die Hochburgen für Wohnungseinbrüche.

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heiko1977 04.06.2016, 10:08
249.

Zitat von Miere
Bayern ist an Bulgarien und Rumänien näher dran als Nordrhein-Westfalen, und außerdem angeblich reicher, oder? Warum wird dann in NRW mehr eingebrochen als in Bayern? Ob es wohl mit Polizeipräsenz oder Mangel an derselben zu tun haben könnte?
Weil es nichts mit dem Bundesland zu tun hat sondern mit der Frage wo sind die meisten Menschen Wohlhabend und das sind nun einmal Düsseldorf, Essen Köln, Frankfurt, Hamburg, Berlin, Mannheim. Wie Sie sehen alleine in NRW haben wir eine größere Anzahl von zentralisiertem Privatvermögen, während in Bayern sich das Privatvermögen überwiegend auf den Raum München zentriert.

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