Forum: Wirtschaft
Angst vor Jury: VW will Verwendung von Affenstudie in US-Prozess verhindern
DPA

Seit über die Abgastests an Affen berichtet wird zeigt VW sich erschüttert. Konzern-Anwälte haben die Brisanz des Themas offenbar schon früher erkannt: Seit Monaten versuchen sie, die Studie aus einem US-Prozess raus zu halten.

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Rubyconacer 31.01.2018, 07:31
1. BMW, Daimler und VW

Wie zerknirscht ist man bei BMW und beim Daimler? Was bringt Zerknirschtsein? Offenbar sind aktuelle Manager entsetzt, was Vorgänger werbewirksam umzusetzen bereit waren. Da in Werbung nahezu ausnahmlos gelogen wird, wären solche Tests eh sinnlos gewesen. Imageschaden immens, Top-Manager-Gehälter und Tantiemen weiterhin dito. :-(

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dirk1962 31.01.2018, 07:38
2. Super GAU für VW

Die Argumentation der Kläger in den USA, fehlende Reue und fehlendes Bewusstsein dürfte auch in Europa zum Problem für VW werden. Zumal ja durch immer neue Rückrufe klar wird, dass der Konzern auch heute noch Gesetze für beliebig hällt. Unsere Gerichte können doch gar nicht anders, sie müssen doch Fahrverbote erlassen. Vertrauen in die Aussagen unserer Autobauer, oder gar das Geschwätz der Politik ist nicht mehr gegeben.

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fatherted98 31.01.2018, 07:43
3. Tja die Affen....

.....hätte man Kleinkinder in den Versuchen genommen wäre der Aufschrei nur halb so laut. Tierversuche sind halt für die meisten ein absoluter No-Go...Pech gehabt VW und Co.
Und die Anwälte in den USA werden sich diesen Happen nicht entgehen lassen....evtl. sogar die Äffchen vorladen (als Zeugen)....und wenn die dann husten....Gnade wird VW dann nicht bekommen. Könnte so richtig teuer werden....naja...Hauptsache man spart an den Deutschen Autofahrern....die können froh sein ein Softwareupdate zu bekommen....

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Mittelalter 31.01.2018, 07:51
4. Auf SPON

gab es gerade einen sehr ruhigen, sachlichen Artikel zum Thema:

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/menschenversuche-der-autoindustrie-was-steckt-dahinter-a-1190384.html

Gerade die ebenfalls in dem Zusammenhang kolportierten Versuche am Mensch, zur Bestimmung der Wirkung von Stickoxid, waren zuerst von der Ethikkommision frei gegeben wurden. Wie die Kanzlerin jetzt zur ihrer Einschätzung kam, dass das alles „unethisch“ sei, ist da schon bedenklich. Das ist im Übrigen die Kanzlerin, die das
Friedrich-Loeffler-Institut In Riems in den höchsten Tönen lobt.
Quelle
https://m.bundeskanzlerin.de/ContentArchiv/DE/Archiv17/Artikel/2013/08/2013-08-16-bkin-beim-friedrich-loeffler-institut.html

Mehr gibt es wohl kaum zu sagen. Das die Anwälte von VW jetzt argumentieren: "Das einzige Ziel des Klägers ist es, eine scharfe und emotionale Reaktion der Jury hervorzurufen, in der Hoffnung, dass diese VW Amerika für etwas bestrafen, dass mit den Klägern gar nichts zu tun hatte“, ist nachvollziehbar.
Und leider versucht die Masse der Artikel auf SPON genau das - eine scharfe emotionale Reaktion hervorrufen.
Die Kanzlerin hat dafür eine Nase. Sobald es „scharfe emotionale Reaktionen“ gibt, stellt sie sich blitzartig und entgegen jedes wissenschaftlichen Grundwissens auf die Seite der Empörten.

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modemhamster 31.01.2018, 08:08
5. Die Ergebnisse scheinen ja nicht so toll gewesen zu sein

Ansonsten müsste man ja nicht die emotionale Schiene fahren, um die Ergebnisse unter der Decke zu halten.

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kuac 31.01.2018, 08:10
6.

In DE hat VW nichts zu befürchten, aber in den USA schon. Warum eigentlich?

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erzengel1987 31.01.2018, 08:26
7. mh

Man beachte den größten Aktienteilhaber von VW.
Dazu zählt eine Landesregierung in Deutschland. Die hat also tatenlos zugesehen was dieser Konzern macht. Menschenversuche sind nicht schlimm, da finden sich immer idioten die alles für Geld tun.
Aber... Tiere können sich nicht wehren. Vor allem für so einen wirklich sinnlosen Versuch, bei dem das Ergebnis bekannt sein sollte aus reiner Logik.

Daher kann man nur hoffen, dass zumindest in den USA ein faires Urteil gegen diesen Konzern gesprochen wird. Klar ist aber auch, dass hier massiv deutsche Arbeitsplätze von diesem Konzern aufs Spiel gesetzt werden. Die Bundesregierung muss endlich dafür sorgen, dass sich unsere Unternehmen einer gewissen Verantwortung unterziehen, dass "deutsche" Unternehmen für Zuverlässigkeit und Garantie stehen.

Aber derzeit sehr bekannte "deutsche" Institute fallen vor allem negativ auf. Deutsche Bank ist in wirklich jeder "kriminellen" Verwicklung dabei gewesen und noch dabei. VW und Co betreiben fragwürdige praktiken. Siemens ist irgendwo noch ein Hoffnungsträger. Natürlich andere Firmen handeln ähnlich siehe Apple Facebook und Co. Gegen diese Giganten müssen starke wirtschaftlich unabhängige Regierungen gebildet werden, die es endlich mal regulieren (Also niemals :-))

Nachteil ist es gibt keine einfache Lösung... auch wenn es deutsche Arbeitsplätze gefährdet muss man wenigstens mal anfangen die aktuellen Gesetze einzuhalten und auch knallhart durchzusetzen.

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ansv 31.01.2018, 08:32
8.

Die Empörung ist groß - und doch geht die Aufregung knapp am Kern vorbei: Was genau ist das für ein Lobbyverband, gegründet von der Automobilindustrie, der Studien zu Umweltthemen für unsere Politiker vorlegt? Wie viel Geld haben die Automobiler hier investiert um unsere Politik und die Öffentlichkeit mit ihnen genehmen Informationen zu füttern?

Versuchsreihen an Tieren und Menschen sind nicht nur verwerflich, sie sind auch unglaublich teuer. Und wenn es stimmt, dass VW nicht mehr in diesem Verein ist - woher kommt all das Geld?

Wo ist der investigative Journalismus in Deutschland der einmal aufzeigt, wie mächtig diese Lobbyverbände sind, wie groß deren Einfluss auf die Politik inzwischen ist?

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mhwse 31.01.2018, 08:41
9. komisch ist ja nur

dass sich keiner über die z.B. 200-300 Kinder die die Ecke Dachauerstrasse / Landshuter Allee, jeden Morgen überqueren (vor allem Montags ist dort wegen der Diesel-Pendler die Luft besonders aromatisiert ..) - die Dieselabgase inhalieren dürfen, aufregt.
Wer die "super" Filtrierung mal live erleben will - man könnte mal einen "Schnuppertag" - z.B. im Zusammenhang mit dem Oktoberfest dranhängen (ist nur ca. 20-30 Min. zu Fuss) - oder davor - hat man einen Grund mehr, anschliessend ordentlich was zu trinken ..

Die verschiedenen Edel-Fabrikate zeigen dort, wie man von 0 auf 60 in minimaler Zeit beschleunigen kann (die grossen Benziner haben neuerdings diese Fehlzündungs-Algorithmen - besonders auch Nachts ein Erlebnis - also als Kinder hatten wir diese Speichen-Kartons am Fahrrad .. jetzt haben die spät Pubertierenden halt "künstliche" Fehlzündungen beim Lastwechsel .. ) .. für irgend etwas muss der Sechszylinder ja gut sein ..
Und wo die Versuchs-Affen sitzen bzw. stehen, kann jeder dabei selbst beurteilen - der Hersteller richtet sich nach den Kundenwünschen - nicht umgekehrt.

Die Sache wäre leicht zu lösen - wenn man den Markt mit Marktmitteln regeln würde - will heissen: die Subventionen weg - dann ist mit dem Unsinn gleich Ruhe.
Dann würden die Pendler (und die würden dann ganz schnell dafür sorgen dass nur saubere, oder gar keine Kraftfahrzeuge morgens fahren ..) in die Stadt ziehen und ihre Kinder müssten lokal zur Schule gehen - oder man würde Jobs vor Ort (es gibt Internet - OK flächendeckend nicht in High-Tech Land Deutschland) aufbauen müssen.
Ob zur Datenerfassung in der Versicherung Verlag, etc., jetzt extra die Anreise erforderlich ist - denn im Haus wird dann ja schliesslich auch wieder nur telefoniert - das wöchentliche Meeting könnte an Tagen mit wenig Verkehr abgehalten werden .. oder man trifft sich gleich ausserhalb .. ist doch die Frage.

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