Forum: Wirtschaft
Anlagenotstand: Negativzinsen bescheren Rentenversicherung Verluste
imago/Jürgen Heinrich

Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank trifft die Gesetzliche Rentenversicherung hart. Sie muss für angelegte Gelder Strafzinsen zahlen, statt wie früher Zinsen zu bekommen. Es entstehen Verluste in Millionenhöhe.

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archi47 30.07.2018, 13:01
110. Aber sowas kann man doch "hedgen"?

Zitat von ach
Nö. Ich meine ganz einfach, daß Zahlunsgeingänge und -ausgänge zeitlich nicht zusammenfallen - und so zu Minuszinsen führen. Und dagegen helfen eben bestimmt keine Immobilienprojekte.
Zu Beispiel dadurch, dass man dieses Verfügungs-Kapital immer in Assets anlegt und von deren Erträgen dann die Terminzahlungen macht "just in time" und Überschüsse gleich in Assets reinvestiert. Es ist dann wohl nur eine Form der richtigen Organisation und Bilanztechnik.
Wir diskutieren hier ja über das Vermeiden von Negativzinsen auf Geld in der Bilanz.

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ach 30.07.2018, 13:31
111.

Zitat von archi47
Zu Beispiel dadurch, dass man dieses Verfügungs-Kapital immer in Assets anlegt und von deren Erträgen dann die Terminzahlungen macht "just in time" und Überschüsse gleich in Assets reinvestiert. Es ist dann wohl nur eine Form der richtigen Organisation und Bilanztechnik. Wir diskutieren hier ja über das Vermeiden von Negativzinsen auf Geld in der Bilanz.
Und so ein aktives Management ist billiger als der Zins?

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liberaleroekonom 30.07.2018, 13:37
112. Wer in Wohneigentum investiert hat nicht das Problem der Negativzinsen

Zitat von acitapple
Gute Idee, leider sind die Erwerbsnebenkosten (Makler, Notar, Steuer) in den letzten 10 Jahren so enorm gestiegen, dass gerade die angesprochene Klientel eben NICHT in der Lage ist die günstigen Zinsen auszunutzen. Schön wäre es sicherlich, denn ein erheblicher Anteil der Bevölkerung käme somit in den Genuss von Wohnraum. So profitieren hauptsächlich professionelle Vermieter. In England z.B. hat man es so eingeführt, dass Privatleute, die zum ersten mal eine Immobilie erwerben, keine Grunderwerbsteuer mehr zahlen müssen, bzw. einen deutlich verringerten Satz. Auf sowas kommt man hier leider nicht.
Die Idee der Reduzierung der Grunderwerbsteuer gibt es selbstverständlich auch bei uns in Deutschland. Allerdings bisher leider nur von der FDP. Die FDP fordert bereits seit langem bei der Grunderwerbsteuer einen Freibetrag für natürliche Personen beim Erwerb von Wohneigentum einzuführen. Nur leider hat die Bundesregierung bisher nicht darauf reagiert. So hat zum Beispiel die jetzige CDU/FDP Landesregierung in NRW einen derartigen Freibetrag über eine Bundesratsinitiative vom Bund eingefordert, weil sie gerne die Grunderwerbsteuer SOZIAL GERECHT absenken will, die die vorherige SPD/Grüne Landesregierung auf 6,5 % hochschraubte. Würde die jetzige Landesregierung nämlich einfach den Steuersatz von derzeit 6,5 % auf 5 % zurücknehmen, profitiert vor allem der Villenkäufer am Baldeneysee aber eben nicht unbedingt die junge Familie mit ihren etwas bescheideneren Ansprüchen. Ein entsprechender Freibetrag wäre insbesondere für kleinere und mittlere Einkommensbezieher eine echte spürbare Entlastung beim Wohnungskauf/-bau. Mit einem Freibetrag von 250.000 Euro pro Person würde eine junge Familie bei einem Kaufpreis bis zu 500.000 Euro die komplette Grunderwerbsteuer erlassen bekommen und damit bis zu 32.500 Euro sparen.

Im Übrigen ist für mich das eigene Häuschen immer noch die beste Altersvorsorge überhaupt. Und das Problem der Negativzinsen (auf das Ersparte) ist damit auch vom Tisch. Und bei (Pflege-)Bedarf, kann ich es immer noch wieder verkaufen oder vermieten und damit meine Unterbringung im Alten-/Pflegheim finanzieren (oder zumindest teilweise) um damit meinen Angehörigen nicht (oder zumindest etwas weniger) auf der Tasche zu liegen.

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archi47 30.07.2018, 13:45
113. klar,

Zitat von ach
Und so ein aktives Management ist billiger als der Zins?
denn andere leben ja auch davon und as nicht schlecht.

So schlechte Dealer kann man sich gar nicht einkaufen, dass die mit diesen auch quantitativen Möglichkeiten nicht plus machen.
Aber halt nur in Assets, nicht in Kapitalblasen, denn das hiese ja, den Bock zum Gärtner machen ....

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Achmuth_I 30.07.2018, 13:51
114. Jammerjammer...

...natürlich haben die niedrigen Zinsen auch manchmal Negativeffekte. Allerdings halte ich es persönlich für blödsinnig den relativ kleinen öffentlichen Posten "Rücklage Rentenversicherung" zum jammern herauszuziehen und nicht gleichzeitig über die gesparten Schuldzinsen im Bundeshaushalt zu jubeln.

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genervtneu 30.07.2018, 14:07
115. Seltsam finde ich nur ....

.... dass vor allem der Herr Gabriel sich in der Vergangenheit schon sorge um die armen privaten Versicherungskonzeren gemacht. Wollte er denen nicht die vom Steuerzahler bezahlten Autobahnen privatisiert als Geschenk in den Rachen werfen, weil sie so unter der Zinsflaute leiden ?

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Berliner42 30.07.2018, 14:27
116. gesammelter Unsinn im Forum

Man bekommt das kalte Grausen, wenn man hier die Kommentare liest. Die Hälfte ist bar jedes Verständnisses der Sache.

Beispiele:

"Warum nicht jetzt die Überschüsse in der Rentenkasse heran ziehen für Wohnungsbauförderung?"

Bitte was? Rentenbeiträge für Wohnungsbau zweckentfremden. Das lohnt kaum einen Kommentar.

"Wer so viel Negativzinsen zahlen muss, hat auch entsprechend viel Kapital gehortet. Wieso dann immer wieder Beitragserhöhungen sein müssen leuchtet aus dieser Perspektive nicht wirklich ein."

Das ist nur eine Schwankungsreserve von wenigen Monatsbeiträgen.

"warum legt die rentenversicherung das geld nicht auch in tagesgeldern an? das ist verschwendung von beitraegen. da gehoert die staatsanwaltschaft eingeschaltet"

Wer so viel in Tagesgeldern bunkern will, bekommt da auch keine Zinsen mehr, sondern zahlt einen Aufbewahrungszins.

"Die Verantwortlichen bei der gesetzlichen Rentenversicherung wissen doch, dass sie Strafzinsen zahlen müssen. Warum legt man denn das Geld dann an?"

In was? Die Gelder müssen kurzfristig abrufbar sein und zudem sicher angelegt. Mit diesen Bedingungen gibt es keine Zinsen mehr.

"Noch viel schlimmer wäre es, wenn die Rente komplett kapitalgedeckt wäre."

Wer Kapital langfristig anlegen kann, hat ganz andere Möglichkeiten und dann auch mehr Rendite.

"Bevor man Negativzinsen in Kauf nimmt, sollte man gerade in diesen Zeiten einen Vermögensaufbau in "Betongold" aufnehmen."

Die GRV soll die *Schwankungsreserve* in Immobilien anlegen? Bitte noch mal nachdenken.

"Die müssen jetzt erst einmal dafür sorgen, daß die Gelder der öffentlichen Sozialkassen nicht weiter aufgefressen werden durch die Belastung mit Negativzinsen. Zum Beispiel durch eine (gesetzliche) Regelung mit der EZB."

Schon mal davon gehört, daß die Politik nicht in die EZB reinreden darf? Spezielle Konditionen für die GRV? Dann wäre der Teufel los. Die EZB wäre nur noch ein Hampelmann.

"Wieso kann der Staat kein Nationales Gesetz erlassen, dass auf staatlichen Rücklagen keine Negativzinsen anfallen dürfen."

Der gleiche Unsinn wie darüber. Das würde den Euro jeder Glaubwürdigkeit berauben.

"Von Strafzinsen auf Vermögen müssten Sozialkassen befreit werden."

Und noch einer, der es nicht kapiert hat.

Und am Ende hat sogar jemand eine gute Idee: "Wie wärs einfach die Zinsersparnisse des Staates in die RV umzubuchen?"

In die Richtung könnte man denken. Alternativ könnte man auch die RV-Beiträge senken. Blöderweise haut unsere Regierung das Geld stattdessen für allen möglichen Unfug raus.

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Berliner42 30.07.2018, 14:28
117.

Zitat von hellocapetown
... noch über den Sommer 2019 auf diesem niedrigen Niveau bleibt, wird dann nicht um so mehr Geld nach Amerika fließen, dessen Leitzins stetig weiter angehoben wird?
Richtig, und vor allem bleibt der Euro dadurch schwach gegenüber dem Dollar und das wird die Amis im allgemeinen und Trump im speziellen nicht besänftigen.

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Berliner42 30.07.2018, 14:32
118.

Zitat von laughingmoon
Bevor noch mehr dieser "Der Euro ist doof- und "Draghi und die faulen Südeuropäer sind schuld an unserem Rentenproblem"- Kommentare kommen, sollte man diese Zahlen ins rechte Licht rücken: Die DRV weist einen Kapitalertrag vom -49 Millionen aus. Schön. Klingt nach viel Geld. Tatsächlich entspricht das etwa einem Euro pro Beitragszahler und Jahr.
Es ist aber nicht nur die RV, sondern alle möglichen Arten von Vorsorgesystemen (Lebensversicherungen, Krankenkassen, Pensionsfonds), die darunter leiden. Und ja, es ist Draghis Politik, mit der er vor allem Italien stützen will.

Man sollte langsam mal SOLVENCY II umschreiben und die Bevorzugung von Staatsanleihen als Anlagevehikel dort rausnehmen.

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Berliner42 30.07.2018, 14:35
119.

Zitat von n.wemhoener
Das Geld ist bei der ges. Rentenversicherung auf jeden Fall besser angelegt, weil z.B. die Verwaltungskosten nur 1,5 % betragen, während die privaten Versicherer bis zu 15 % Verwaltungskosten abzweigen.
Bei Fonds geht's auch mit 0.x Prozent Verwaltungskosten.

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