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Anlegerfalle Mittelstandsanleihe : Gefühl und Verführung
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Vertraute Namen, greifbare Produkte: Deutsche Anleger lieben Mittelstandsanleihen. Daran ändern auch die vielen Pleiten in diesem Segment nichts. Eine verhängnisvolle Affäre, deren böses Ende ab 2015 folgen wird.

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tillw 23.03.2014, 15:41
1. Vielen Dank

Für diesen Artikel! Manche meiner Kunden (ich arbeite in der Anlageberatung einer Bank) halten mir diese Konditionen gerne vor und lassen sich nicht objektiv auf das Risiko hinweisen. Fast möchte ich sagen, es wäre gut wenn manch einer mal ein paar tausend Euro Lehrgeld bezahlt!

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quaki 23.03.2014, 16:49
2. Wenn das so lukrativ wäre

würden Banken und Großanleger das Geschäft alleine machen:

Billig Geld ziehen und große Zinsen kassieren...

Da Diese das nicht machen - sollte man es erst recht nicht anfassen.

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cpt_chaos 23.03.2014, 17:39
3. ... und genau deswegen

Zitat von tillw
Für diesen Artikel! Manche meiner Kunden (ich arbeite in der Anlageberatung einer Bank) halten mir diese Konditionen gerne vor und lassen sich nicht objektiv auf das Risiko hinweisen. Fast möchte ich sagen, es wäre gut wenn manch einer mal ein paar tausend Euro Lehrgeld bezahlt!
nennt sich ihr Job "Berater". Ich weiß aus eigener beruflichen Erfahrung, dass es mit dem Beratungsgedanken auch in deutschen Banken nicht mehr weit her ist und dies nur noch Deckmantel für Vertrieb ist und man (vorsichtig formuliert) angehalten ist, lieber den firmeneigenen Fonds für 5% Ausgabeaufschlag unters Volk bringen. Aber ich denke auch, dass man seinen Kunden den Zusammenhang von Risiko und Rendite durchaus erklären kann. Letztlich bin ich dank konsequenten StopLoss-Limiten (gibt es mittlerweile kostenlos) bisher ganz gut und erfolgreich in diesem Segment unterwegs gewesen.

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ironcock_mcsteele 23.03.2014, 18:22
4. Der Name Mittelstandsanleihe

Zitat von sysop
Vertraute Namen, greifbare Produkte: Deutsche Anleger lieben Mittelstandsanleihen. Daran ändern auch die vielen Pleiten in diesem Segment nichts. Eine verhängnisvolle Affäre, deren böses Ende ab 2015 folgen wird.
Eigentlich eine tolle Idee, sich die positiven Eigenschaften mit den Namen zu leihen. Dabei gibt es dafür schönen einen Begriff: High Yield
Bond oder umgangssprachlich Junk Bond.

Übrigens könnte man die Rolle von Scope etwas näher beleuchten, die Ratings von Scope, die ich gelesen habe, bezogen sich häufig auf den Issuer, aber nicht auf das Papier selbst und dem Anleger bleibt das ganze Gift in den Covenants verborgen.

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happy2010 23.03.2014, 19:02
5.

Zitat von tillw
Für diesen Artikel! Manche meiner Kunden (ich arbeite in der Anlageberatung einer Bank) halten mir diese Konditionen gerne vor und lassen sich nicht objektiv auf das Risiko hinweisen. Fast möchte ich sagen, es wäre gut wenn manch einer mal ein paar tausend Euro Lehrgeld bezahlt!
Das Problem liegt ja wohl eher daran, das gefühlte 99% der Anlageberater das verkaufen, was am meisten Provision einbringt.

Es muss nicht einmal Provision für den Vermittler sein, der vor einem sitzt, oft werden auch die Auflagen nach Abschlusszahlen des Brötchengebers erfüllt.

Die Anlagerberaterbranche hat jahrelang angezockt und betrogen, daist es kein Wunder, das man diesen nichts mehr glaubt

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JaguarCat 23.03.2014, 19:43
6. Risiko

Natürlich ist eine Anleihe fast so riskant wie eine Aktie: Geht ein Unternehmen pleite, bekommen die Gläubiger (Banken, Anleihegeber, Lieferanten etc. pp.) wenig (je nachdem, wie viel Geld der Insolvenzverwalter noch zusammenkratzen kann) und die Aktionäre nichts. Andererseits gibt es für den Fall, dass das Unternehmen durchhält, auf die Anleihen die vereinbarte Rendite. Selbst dann, wenn die Aktionäre nichts sehen. Nur, wenn es richtig gut läuft, stehen die Aktionäre am Schluss am besten da. In allen anderen Fällen sind die Anleihengeber besser dran (wenn der Zins nicht zu mickrig ist).

Wie bei allen Anlageformen gilt auch für Anleihen: Man muss das Risiko streuen. Wenn man Anleihen 100 verschiedener Unternehmen mit je 7% Rendite im Depot hat, und jährlich drei davon pleite gehen, dann beträgt de effektive Rendite am Schluss halt "nur" 4% und nicht 7%, aber man ist weiterhin dick im Plus, und wenn bei den Pleiteunternehmen jeweils zwei Jahre später der Insolvenzverwalter doch noch eine Quote ausschüttet, dann um so besser.

Ebenso müssen Investoren immer drauf achten, ob es besser ist, die Papiere direkt während der Zeichungsphase oder später besser an der Börse zu kaufen. Meist reicht ja der erste Bericht, dass nicht alles ganz nach Plan läuft, und schon gibt es das Papier von Panikverkäufern mit 10 bis 20% Abschlag (ergo bei 5 Jahren Laufzeit mit 2 bis 4% höheren Zinsen) an der Börse. Klar braucht man für diese Variante erst recht gute Nerven, die Fähigkeit, einen Geschäftsbericht zu lesen und möglichst auch einen vertrauenswürdigen Kontakt ins Unternehmen, der weiß, ob man dem Geschäftsbericht trauen kann oder nicht.


Jag

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Berufskritiker 23.03.2014, 20:40
7. Augenwischerei!

Zitat von sysop
Vertraute Namen, greifbare Produkte: Deutsche Anleger lieben Mittelstandsanleihen. Daran ändern auch die vielen Pleiten in diesem Segment nichts. Eine verhängnisvolle Affäre, deren böses Ende ab 2015 folgen wird.
Regel 3 ist Augenwischerei!
Haben wir gerade durchgemacht. Die Banken haben kein Interesse, selbst kleinere Kredite, an durchaus solide kleinere bis mittlere Unternehmen zu vergeben. Wir hatte vor mir auf dem Schreibtisch ca. 5-7 cm Papier (meist Garantien i.H.v. mindestens dem Doppelten des Kreditbetrages) von der Bank, das ich durchlesen und unterschreiben sollte um einen Kredit von 140 tEuro zu bekommen. Ich war kurz davor das Geld aus meiner Privatschatulle zu nehmen und die Bank zum Teufel zu jagen!

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Hartmut Schwensen 23.03.2014, 22:59
8. Von Warren Buffett lernen, heißt siegen lernen

Kauft einen preisgünstigen ETF auf den S&P 500 und lernt mal wieder schlafen. Das empfiehlt euch keine Bank, denn daran verdienen sie nichts.

Und mit Staatsanleihen konnte man auch schon vor 2009 inflationsbereinigt kaum Geld verdienen.

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ph.latundan 23.03.2014, 23:44
9. der bericht ist .........

der bericht ist .........
in allen punkten richtig. ich betrachte die herausgabe dieser anleihen in grossen teilen als betrug. wenn ein unternehmen kurz vor der herausgabe einer anleihe diese absagt und ein paar wochen spaeter pleite geht, was ist das dann ? beabsichtigter betrug. wenn ein unternehmen kurz noch der mehr oder wenigen herausgabe einer anleihe pleite geht, dann ist das betrug.

man sollte sich auch mal die emmisions-haeuser anschauen. da konzentrieren sich die pleiten auf einen und andere (wenige) haeuser. auch lass man in der presse das ein bestimmtes emissionshaus firmen angesprochen hat und zur ausgabe von anleihen ueberredet hat. auch werden die zahlen der herausgebenden firmen wohl nur sehr oberflaechlich geprueft. was ist das ? in meinen augen betrug.

ich selbst halte mittelstands-anleihen (seidensticker, woehrl, air berlin) schaue mir aber die kurse 3mal am tag an. auch halte ich mich sehr informiert.

ins depot legen und auf die rueckzahlung warten geht nicht. ausserdem, abenteuerliche sachen wie windkraft, spinnerte firmeninhaber etc ....... meiden. wichtig ist das man bei problemen sofort verkauft. um das zu erkennen muss man sich informieren, informieren, informieren.

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