Forum: Wirtschaft
Anleihekäufe: EZB leitet vorsichtige Wende bei Zinspolitik ein
Getty Images/ Bloomberg

Die Europäische Zentralbank fährt ihr Anleihekaufprogramm langsam zurück. Ab Januar 2018 will die Notenbank nur noch Anleihen im Wert von 30 Milliarden Euro pro Monat kaufen, statt bisher 60 Milliarden Euro.

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km111 26.10.2017, 14:29
1. EZB: Mit Vollgas in die eigene Falle

Denn ein Handlungsspielraum ist beim Zins nach unten verloren und beim Drucken von Geld spätestens Ende September 2018 gleichfalls nicht mehr vorhanden. Die EZB pokert unverantwortlich hoch und fährt uns mit Vollgas in die nächste Krise.

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thequickeningishappening 26.10.2017, 14:29
2. Die Zwei Billionen Anleihen verzerren den Markt

Jetzt die Ankündigung, bei Bedarf gibt's mehr + 0 Zins auf unbestimmte Zeit ( in's Nirwana) beim schön gerechneten Warenkorb ? Die Rechnung wird kommen! Bei Herrn Greenspan hat's auch ne Weile gedauert.

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ladida1970 26.10.2017, 14:41
3. Das Ende der Fahnenstange..

Die Zinsen sind bei- oder gar unter Null und spätestens 2018 wird es von einigen Ländern (wie z.B. auch DE) gar keine Anleihen mehr geben, welche die EZB noch aufkaufen könnte, ohne das selbst gesetzte Limit (=von 1/3 der Anleihengesamtemission) zu reißen.
Die EZB ist am Ende ihrer Möglichkeiten; bildhafter gesprochen steht sie am Ende einer Sackgasse mit dem Rücken zur Wand. Was sie daher Ende 2018 machen wird, weiß sie wohl selber nicht.

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RenegadeOtis 26.10.2017, 14:50
4.

Zitat von km111
Denn ein Handlungsspielraum ist beim Zins nach unten verloren und beim Drucken von Geld spätestens Ende September 2018 gleichfalls nicht mehr vorhanden. Die EZB pokert unverantwortlich hoch und fährt uns mit Vollgas in die nächste Krise.
Immer diese Mär vom Drucken... Klar gibts Spielraum - Negativzinsen. Und was soll die EZB auch machen, deren oberste Priorität eben Preisstabilität und nicht "Deflation, damit der deutsche Sparer Zinsen kriegt" oder "Williger Erfüllungssklave von Regierungsbegehrlichkeiten" ist?

Die EZB tut genau das was deren Aufgabe ist, während sie es gleichzeitig stoisch erträgt, beschimpft und beleidigt zu werden.

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Kk88 26.10.2017, 14:55
5. EZB - Wo ist die Alternative?

Es ist doch unzweifelhaft das Versagen der Politiker in der EU was die EZB dazu gezwungen hat, seinerzeit und auch noch heute die lockere Geldpolitik zu fahren. Die Politiker sind augenscheinlich nicht in der Lage, mehrheitlich eine vernünftig Fiskalpolitik mit ausgeglichenen Haushalten zu betreiben. Wenn nicht die EZB und insbesondere Herr Draghi sich eingesetzt hätten das voraussehbare Drama zu vermeiden, wo wäre dann Europa heute? Pleite!!!

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creme 26.10.2017, 14:57
6. und andere Wertpapiere?

Das würde mich mal interessieren, doch nicht etwa Aktien. Schade, dass EZB-Statements immer so herrlich nichtssagend sind...

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Haudegen 26.10.2017, 15:01
7. Die Wirtschaft floriert, die kleinen Leute verlieren ...

denn deren Altersversorgungsunternehmen haben es derzeit schwer, genügend Zins mit sicheren Geldanlagen zu erwirtschaften. Die Inflation steigt in vielen Staaten der Währungsunion, ohne eine Auffangmöglichkeit durch Zinsen auf Erspartes. Die hohe Verschuldung von Staaten erpresst nur die kleinen Leute: Wird das Geld wieder teurer, wird "auch" mit dem Verlust von Arbeitsplätzen gedroht bzw. steigt der Druck auf die Löhne. Länder wie Italien haben einen ganz anderen Stellenwert als Griechenland. Die Steuerehrlichkeit lässt dort besonders zu wünschen übrig und deshalb entgehen dort dem Fiskus viele Milliarden Euro - mehr jedenfalls, als das auch in Deutschland oder Frankreich der Fall ist. Somit nimmt Italien entsprechend mehr Anleihen auf und die Zeche - gerade auch für die mafiösen Strukturen - zahlt dann wiederum der "kleine EU-Mensch". Nicht zuletzt wird die EZB und damit die Währungsunion selbst durch ihre eigene Geldpolitik erpressbar, denn bei hohen Schulden kann die kleinste Zinswende ein Desaster auslösen; nicht bei den Staaten, denn ein Staat kann nicht pleite gehen. Vielmehr müssen wiederum die schwächsten Mitglieder einer Währungsunion zahlen, siehe Griechenland! Gerade in Italien sehe ich selbst jedenfalls keinen Silberstreif am Horizont, die EZB macht genau deshalb ihre Geldpolitik bis auf Weiteres. Die Reichen gewinnen, sie verdienen auch das Geld der durch die EZB veranlassten Anleihekäufe. Die Armen verlieren und sind die Dummen. Wenn bald durch die zunehmende Digitalisierung noch mehr Arbeitsplätze vernichtet werden als erzeugt, dann sehe ich selbst jedenfalls das Potential einer Staubexplosion und damit einhergehend ein Wiedererstarken der Nationalisierung. MfG

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Darwins Affe 26.10.2017, 15:03
8. Zwangslage

Zitat von RenegadeOtis
Immer diese Mär vom Drucken... Klar gibts Spielraum - Negativzinsen. Und was soll die EZB auch machen, deren oberste Priorität eben Preisstabilität und nicht "Deflation, damit der deutsche Sparer Zinsen kriegt" oder "Williger Erfüllungssklave von Regierungsbegehrlichkeiten" ist? Die EZB tut genau das was deren Aufgabe ist, während sie es gleichzeitig stoisch erträgt, beschimpft und beleidigt zu werden.
1) Ob es natürlich die Aufgabe ist, indirekte Staatsfinanzierung der südlichen Pleitestaaten zu verfolgen, darüber kann trefflich gestritten werden. 2) Andererseits bleibt der EZB natürlich nix anderes übrig, die Konkursverschleppung des Euros weiter zu betreiben.

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hannesmann 26.10.2017, 15:07
9.

Zitat von RenegadeOtis
Immer diese Mär vom Drucken... Klar gibts Spielraum - Negativzinsen. Und was soll die EZB auch machen, deren oberste Priorität eben Preisstabilität und nicht "Deflation, damit der deutsche Sparer Zinsen kriegt" oder "Williger Erfüllungssklave von Regierungsbegehrlichkeiten" ist? Die EZB tut genau das was deren Aufgabe ist, während sie es gleichzeitig stoisch erträgt, beschimpft und beleidigt zu werden.
Sind 1,5% Inflation, in Deutschland sogar 1,8%, bei Ihnen Deflation. Das Ziel ist unter aber nahe 2% Inflation. Nach Draghi sind das dann wohl 1,999% Inflation. 1,5% bzw. 1,8% sind wohl nahe der Zielmarke. Auf jeden Fall sind hier keine ungewöhnlichen Maßnahmen wie Staats- und Unternehmensfinanzierung mit teilweise negativen Renditen mehr zu vertreten.

Aufgabe der EZB ist u.a. die Refinanzierung der Banken und nicht die Übernahme eigener Bankgeschäfte in Konkurrenz zu den Banken.

Wenn Draghi geht wird der Nachfolger den Schutt wegräumen müssen.

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