Forum: Wirtschaft
Anleihekäufe: Spanien feilscht um EZB-Milliarden
REUTERS

Geld ja, Kontrolle nein - Spanien wehrt sich gegen harte Auflagen beim EZB-Programm zum Kauf seiner Staatsanleihen. Hinter den Kulissen ringen Regierungschef Rajoy und die EU-Partner um die Konditionen, es fehlt an klaren Vorgaben. Werden die Spar-Hardliner nachgeben?

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Rosbaud 19.09.2012, 00:50
160. Neoliberales Glatteis

Zitat von Turbofan1
ABER: das Ganze mit den Investitionen zur Überwindung einer Krise hat zwei Teile, wobei der zweite Teil von allen Regierungsfuzzies immer (!) ausgelassen wird: das Abtragen der Verschuldung, wenn´s dann wieder besser geht. Heute haben wir die Situation, dass wir investieren müssten, aber wegen übermäßiger Schulden eigentlich nicht können. Nach meiner Einschätzung IST das Kind in den Brunnen gefallen, ein Abdecken (Investieren) kommt zu spät. Man muss jetzt (oder in wenigen Jahren) durch das Tal der Tränen - gemeint ist: erst ´mal (!) Reformen und Änderung der Strukturen und nicht in korrupte, marode, chaotische Systeme einfach Geld ´reinkippen.
Typisch deutsche Sühnementalität, der „ClubMed“ hat gesündigt, jetzt muss er büßen. Außerdem habe ich das Gefühl, der durch die Agenda-Hartz-IV-Politik rasierte deutsche Normalbürger möchte unbedingt, dass dieses Schicksal auch den Arbeitnehmern in den anderen Staaten widerfährt.

Wenn man Ihre Bewertungen der Krisenländer liest, hat man das Gefühl, es geht um Dritte-Welt-Länder. Da zeigt sich wieder der Einfluss unserer „Qualitätsmedien“.

Eine Politik der „ Reformen und Änderung der Strukturen“ erleben wir in Deutschland seit mindestens dreißig Jahren (im September 1982 wurde die Gründungsurkunde des neoliberalen Projekts veröffentlicht: das Lambsdorff-Papier). Und – hat es etwas gebracht außer einer Verwilderung der Arbeitswelt, Armut per Gesetz, Zwei-Klassen-Medizin und drohender Altersarmut für Millionen? Aber wir stehen ja sowas von gut da, nicht auszuhalten.

Und das soll jetzt die Lösung für die GIIPS-Staaten sein?

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localpatriot 19.09.2012, 04:17
161. Gratuliere

[QUOTE=Henry II;10980652] Zitat von meinsenf1
Ich nehme an, dass Sie durch Ihren längeren Aufenthalt in Spanien in der Lage sind, auch spanisch zu lesen. Gemäss dem spanischen Wikipedia-Artikel "Historia de la Educación en España" gibt es mindestens seit 1970 eine allg. Schulpflicht, resp. noch früher (1970 ist das erste gesicherte Datum, welches ich beim Querlesen des Artikels gefunden habe). (Aber wahrscheinlich ist das Ihres Erachtens keine richtige Schulpflicht, Sie werden mir als Deutscher sicherlich nun erklären, wie eine richtige Schulpflicht auszusehen hat.) Mein Gott, ich werde als Schweizer heute abend wieder einmal ein Glas Wein auf Johann Rudolf Wettstein trinken, der uns anlässlich des westfälischen Friedens endgültig vom Heiligen römischen Reich deutscher Nation getrennt hat!
Zum schweizer Austritt aus dem HRRDN gratuliere ich natuerlich. Aber sie muessen zugeben dass Schulpflicht, lese Schulrecht, erst seit 1970 fuer ein europaeisches Land ein Armutszeugnis erster Klasse darstellt.

Das ist ja beinahe dritte Welt. Und wenn man die Geschichten ueber die Einfuehrung der Schulpflicht in Sueddeutschland liest, dann versteht man wie schwierig das sein kann.

Ganz nebenbei: China hat seit einigen Jahren Schulpflicht, in Indien gibt es ueber 300 Millionen Analphabeten und in Aegypten sieht es auch nicht gut aus.

Uebrigens, die Habsburger (ein schweizer Geschlecht) waren ja sehr lange fuehrend und das meiste was im HRRDN nicht klappte kann man denen preblemlos in die Schuhe schieben.

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eduardschulz 19.09.2012, 08:39
162.

Zitat von equisele
...hilft hier leider nicht weiter. Ich möchte die Damen und Herren Besserwisser in diesem Forum daran erinnern, daß Deutschland am spanischen Immobilienboom sehr gut mitverdient hat. Und daran, wie die spanische Bevölkerung mit der Krise umgeht, könnte sich so mancher deutsche Hartz IV Empfänger eine Scheibe abschneiden. Ernüchternd, wie der in Jahrzehnten gereifte europäische Gedanke in so erschreckend kurzer Zeit auf dem Altar der allgemeinen Gier geopfert wird.
Oh, da bin ich mal gespannt, welche Zahlen Sie uns vorlegen werden bezüglich des Mitverdienens "Deutschlands" am spanischen Immobilienexzess. Hat da womöglich mal eine deutsche Firma einen Auftrag erhalten oder hat eine deutsche Bank einen Kredit gegeben (den sie jetzt sowieso abschreiben kann)? Im Übrigen sollten Sie sich schämen, auf der einen Seite vom "gereifte(n) europäische(n) Gedanke(n)" zu schwadronieren und andererseits Hetze gegen ALG 2-Bezieher zu betreiben.
Auffällig auch, dass stets mit der angeblich mangelnden Solidarität (alias Gier) der Deutschen gewinkt wird, wenn es darum geht, noch weitergehende als die sowieso schon üblichen exorbitanten Zahlungsverpflichtungen einzufordern. Und das vornehmlich aus der Ecke, die seit Jahrzehnten von der Solidarität der Deutschen in Mark und Pfennig, bzw. Euro und Cent profitiert.

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voltaire 19.09.2012, 12:24
163. keine Kontrollen...

Ratet mal, warum will die spanische Regierung, ganz einfach weil hier in Spanien jeder weiss, dass Politiker und das Parlament nie kontroliert worden sind. Da wurde immer alles vertuscht, viel Dreck am Stecken, und nur deutsche naive Saubermänner und naive korrekte Politiker bilden sich ein, es gehe in Spanien alles mit rechten und korrekten Dingen zu. Die spanische Regierung fürchet eine Troika, die hinter de Theaterkulissen schauen könnte, wie der Teufel das Weihwasser. Deshalb war die gemeinsame Währung it zu unterschiedlichen Ländern und Formen der Politik schon immer der grösste Fehler .

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wunni2010 19.09.2012, 14:02
164. Kontrolle , was ?

niemand hat die Absicht sich an irgendeine Vereinbarung zu halten , mal sehen was passiert wenn die 700 Mrd verdampft sind ?

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voltaire 19.09.2012, 15:09
165. así es, ja so ist es, gu erkannt

Zitat von manque_pierda
Das Problem ist nur, dass die politischen Mitbewerber Rajoys nicht besser oder gar noch schlimmer sind. Da schwadronieren die Katalanen von Unabhängigkeit, um nicht innerspanische Solidarität leisten zu müssen und hoffen eigenes Nehmerland in der EU ze werden, während sogenannte innereuropäische Solidarität alle retten soll. Beim Geld hört bekanntlich die Freundschaft auf und auch keine zwangsweise vorangetriebene europäische Schicksalsgemeinschaft wird nationalegoistische Fliehkräfte stoppen. Europa und Solidarität sind mit ihren aktuellen Inhalten nur noch Pervertierung ihrer Worthülsen. Ich glaube mittlerweile der Finanz- und Eurocrash ist die bessere Variante als den Hass durch Zwangseuropäisierung weiter wachsen zu lassen. So weit ist es gekommen in so kurzer Zeit, ergo Europa war, ist und bleibt wahrscheinlich ein Projekt finanziell unabhängiger Eliten denen insbesondere im Norden, jegliches Mitgefühl für die Länder und Gesellschaften aus denen sie stammen, abgeht.

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voltaire 19.09.2012, 15:20
166. ja, así es!

Zitat von manque_pierda
Das Problem ist nur, dass die politischen Mitbewerber Rajoys nicht besser oder gar noch schlimmer sind. Da schwadronieren die Katalanen von Unabhängigkeit, um nicht innerspanische Solidarität leisten zu müssen und hoffen eigenes Nehmerland in der EU ze werden, während sogenannte innereuropäische Solidarität alle retten soll. Beim Geld hört bekanntlich die Freundschaft auf und auch keine zwangsweise vorangetriebene europäische Schicksalsgemeinschaft wird nationalegoistische Fliehkräfte stoppen. Europa und Solidarität sind mit ihren aktuellen Inhalten nur noch Pervertierung ihrer Worthülsen. Ich glaube mittlerweile der Finanz- und Eurocrash ist die bessere Variante als den Hass durch Zwangseuropäisierung weiter wachsen zu lassen. So weit ist es gekommen in so kurzer Zeit, ergo Europa war, ist und bleibt wahrscheinlich ein Projekt finanziell unabhängiger Eliten denen insbesondere im Norden, jegliches Mitgefühl für die Länder und Gesellschaften aus denen sie stammen, abgeht.
Da kann man nur zustimmen. So ist die Lage! Und niemand der denken kann oder die Verschiedenheit der europäischen Länder liebt will die Zwangseuropäisierung, davon profitieren höchstens die, die in Brüssel einen gut bezahlten (sicheren?) Job bekommen haben. Die meisten haben mehr verloren, man schaue sich z.B. nur die Energiepreise in Spanien an. Um in ferner Zukunft mal wieder im Euro wettbewerbsfähig zu werden müssten sie einen innere Abwertung machen, alles müsste um die 40% billiger werden, aber es wird eher alles noch teurer, ergo keine Chance mit diesem Euro... Höchstens in einem pesetenhaften total inflationären Euro.

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lupenrein 20.09.2012, 10:33
167.

Zitat von equisele
...hilft hier leider nicht weiter. Ich möchte die Damen und Herren Besserwisser in diesem Forum daran erinnern, daß Deutschland am spanischen Immobilienboom sehr gut mitverdient hat. Und daran, wie die spanische Bevölkerung mit der Krise umgeht, könnte sich so mancher deutsche Hartz IV Empfänger eine Scheibe abschneiden. Ernüchternd, wie der in Jahrzehnten gereifte europäische Gedanke in so erschreckend kurzer Zeit auf dem Altar der allgemeinen Gier geopfert wird.
'Deutschland hat profitiert'.
Wer genau ?
Ich würde sagen, von den 80 Millionen in Deutschland haben vielleicht
100 oder 1000 profitiert.
Ich weiss nur, dass Spanien über Jahrzehnte hinweg Nettzoempfänger von EU-Geldern war, die zum görßten Teil z.B. in den Strassenbau auf den Kanaren flossen, aber auch in den Immobilienmarkt auf dem Festland. Dagegen habe ich gar nichts einzuwenden, sehr wohl jedoch gegen die verallgemeinernden Beschuldigungen der Deutschen, die immer nur zahlen sollen.
Die Profiteure der spanischen immo-Blase werden jedenfalls nicht zur Kasse gebeten, weder die in Deutschland und auch nicht die in Spanien !!

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sebfran 21.09.2012, 10:05
168.

Zitat von sysop
Geld ja, Kontrolle nein - Spanien wehrt sich gegen harte Auflagen beim EZB-Programm zum Kauf seiner Staatsanleihen. Hinter den Kulissen ringen Regierungschef Rajoy und die EU-Partner um die Konditionen, es fehlt an klaren Vorgaben. Werden die Spar-Hardliner nachgeben?
Wenn Spanien Hilfe in Anspruch nehmen will, sollten eben Maßnahmen ergriffen werden, die dem Wirtschaftswachstum dienen, z.B. eben Märkte zu deregulieren, das Bildungssystem so auszurichten, dass vor allem langfristig, mehr Spanier dem privaten
Sektor als Ressourcen zur Verfügung stehen, also dort, wo Einnahmen für einen Staat
generiert werden oder natürlich auch Bürokratie zu reduzieren, was Unternehmen wie Verbrauchen Kosten erspart und die Wettbewerbsfähigkeit der spanischen Wirtschaft ebenfalls erhöht.

Darüber hinaus wäre es wichtig, zu analysieren, wo in Spanien Steuergelder verschwendet werden, z.B. wenn im öffentlichen Sektor Arbeitsschritte durchgeführt werden, die keinen Nutzen haben, aber eben Kosten verursachen.

So können Kosten eingespart werden, ohne dass dann Personal zwangsläufig abgebaut werden muss.

Spanien sollte also analysieren, wie viel Steuergeld durch mehr Effizienz eingespart werden kann.

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